Kleine zersplitterte Anlage, bin ich auf dem richtigen Weg?

  • Moin,

    erstmal ein großes Lob für dieses sehr informative Forum :danke:

    Angefangen hat alles mit der Idee einer sehr kleinen Anlage auf unserem viel zu vollem Süddach. Nachdem ich mich hier etwas eingelesen habe, wurde Gaube, Garage, Schuppen und Südgrenze des Grundstücks ebenfalls "zugepflastert". Ganz nach dem Motto, streichen kann man immer noch 8o


    Zu unserer Situation: Es ist eine Doppelhaushälfte BJ 2007. Unserer Jahresverbrauch an Strom liegt seit Jahren stabil bei 3700 KWh/a bei 5 Personen. Erdwärme oder ähnliches ist bei uns kein Thema, da wir Wald besitzen und fast ausschließlich mit Holz heizen. Wenn in 5 Jahren der Kamin die Zulassung verliert, kommt ein Kamin mit Wasserführung rein, dann brauchen wir fast gar kein Gas mehr. Deshalb soll auch die Solarthermie bleiben, damit im Sommer auch genug Warmwasser ohne Gas da ist. Ein Elektroauto ist auch keine Option. Für den Wald brauchen wir ein Auto mit mindestens 2,5t Anhängelast was es schlicht als e-Auto nicht gibt und zum anderen pendelt meine Frau täglich 200km. Also bleibt der Stromverbrauch erstmal so wie er ist.


    Laut PVGIS komme ich auf folgendes:

    Süddach, Ausrichtung -10°, DN 45°, 1040 KWh/KWp

    Gaube und Vordach, Ausrichtung - 100°, DN 45°, 783 KWh/KWp

    Garage und Schuppen zickzack N/S aufgeständert, Ausrichtung -10°, Neigung 15°, 985 KWh/KWp für S und 757 KWh/KWp für N

    Norddach mit 482 KWh/KWp habe ich weggelassen, dabei wäre da mal etwas Platz ||


    Was ich nun mit PVSOL fertig habe, ist die Maximallösung inkl. versetzen (oder austauschen?) der Solarthermie, versetzen der Stufen zum Schornstein, entfernen der Satschüssel und Kernbohrung aus dem Haus, um Leitungen zur Garage, Schuppen und zur Grundstücksgrenze zu legen (das Stand aber auch ohne PV schon an).

    Insgesamt sind 11 60er Module auf dem Süddach, 1 auf der Gaube, 2 auf dem Vordach, 9 (davon 6nach Süden) auf dem Schuppen aufgeständert und 6 (2 nach Süden) auf der Garage aufgeständert. Die Garage leidet leider unter der Verschattung des Hauses, was ungefähr gegen Mittag beginnt. Die Bäume an der Südgrenze bleiben, es sind die Schattenspender im Sommer. Heute, 29.11., um 12.30 reichte der Schatten der großen Weide genau bis an die Traufe des Daches. Sie auf dieser größe zu halten ist kein Problem. Also keine Verschattung im Winter und im Sommer liegt sowieso der halbe Garten den ganzen Tag in der Sonne. Zur Südgrenze: Wir liegen 80cm höher als das Feld dahinter. Die Module würde ich direkt auf unsere Mauer an der Grenze aufständern. Dazu müsste ich die Brennholzlager halt etwas auf das Grundstück versetzen. Das ist aber kein Problem und außerdem würde man nichtmal auf die Unterseite der Module gucken :) Allerdings wird es nicht schön, wenn der Bauer Mais anpflanzt (hat er aber schon viele Jahre nicht mehr). Ich glaube mit dem könnte ich reden, dass er etwas wegbleibt, vor allem da er mit seinen Monstermaschienen diese Ecke nur noch selten Bepflanzen kann. Jetzt ist es gerade wieder ein 4m breiter "Wildpflanzenstreifen".


    Nun ist da ja ein recht wilder Flickenteppich mit unterschiedlichen Ausrichtungen und Neigungen sowie mit 29 Modulen eine bescheidene Länge der Strings zusammen gekommen. Besonders wenn man die Verschattung auf der Garage bedenkt, ist da ein 15er String nichts brauchbares, oder? Was nun? Einfach streichen bis 22 Module übrig bleiben? Egal welche Ausrichtung?

    Die beiden Module auf dem Vordach gefallen mir auch nicht wirklich, da ich nicht weiß, wie ich halbwegs ansehnlich die Kabel in den HWR bekomme. Lohnt der Aufwand für das einzelne Modul auf der Gaube? Aufgrund dieses Chaos SE nehmen? Hier brauche ich etwas eure Hilfe, wo ich wie weiter mache.


    Einfach jede Möglichkeit simulieren klappt leider nicht, PVSOL weigert sich das zu verschalten, warum auch immer. Und wenn es halbwegs verschaltet ist, gibt es angeblich keine WR die das können...wahrscheinlich mache ich etwas falsch, was ich einfach nicht weiß. Der Fehler sitzt ja bekanntlich zwischen Stuhllehne und PC :mrgreen:


  • Wilde Ideen, aber für den Anfang nicht schlecht.


    Nimm einen einphasigen WR, die arbeiten mit niedrigerer Spannung und kommen mit den kürzeren Strings gut zurecht.

    Dach und Garage jeweils an einen eigenen String.

    Garage und Schuppen würde ich einfach komplett flach belegen (z.B. k2 Speedrail), das ist günstiger und du kannst randlos belegen (vielleicht geht dann sogar mehr?). Bei mir läuft das gut, ein geschieter Regenguss und das Ding ist sauber. Alle paar Jahre helfe ich mal manuell nach (ist ja nicht in 10m Höhe).

    Die zwei Vordachmodule und das Gaubenmodul würde ich, wenn es dir der Aufwand Wert ist einfach jeweils mit einem Modulwechselrichter betreiben, dann kannst du auch an jeder Stelle in dein Hausnetz einspeisen.

    Die Mauer geht leider nicht, da es EEG Vergütung nur für Anlagen auf Gebäuden gibt und dazu zählt die vermutlich nicht.


    Ob du für die Mischung allerdings einen Installateur findest? Wenn der flexibel ist keine Thema, die meisten sind das leider gar nicht.

  • Der Installateur muss sich nur um das Dach kümmern. Den Rest mache ich selbst. Mein Vater ist zudem Elektriker und darf solche Anlagen abnehmen. Wenn also mein Zählerschrank es nicht hergibt, habe ich auch dort nur mit Großhandelspreisen mit ordentlich Rabatt zu rechnen.


    Wenn ich Schuppen und Garage flach auslege, passen 2 Module mehr drauf.


    Wenn ich nun Garage und Schuppen zusammen bringe, macht dass dann 17 Module, wo die ersten ab mittags ausfallen. Was für einen WR könnte ich da nehmen? Wäre schade, wenn dann schnell alles ausfällt, denn die Module auf dem Schuppen haben sehr lang Sonne.

  • Hallo Säge,


    einige Gedanken:


    hochkant legen ist auf Süddächern mit Gauben nahezu Pflicht da der eintretende Schatten an der kurzen Seite das Modul (aufgrund der internen Verschaltung) sofort gänzlich ausknipst. Hochkant kommt da deutlich besser weg.

    Die ST würde ich wenn du das selbst kannst neben den Schornstein packen - ihr tut Schatten nicht weh.

    Die Besser Lösung sieht aber imho anders aus:

    ST weg und PV=max. Das Warmwasser würde ICH mit einer Brauchwasserwärmepumpe machen - das geht ganzjährig und bei geschickter Steuerung und Anlagenauslegung (weich abgeregelt) im Sommer sogar "für lau" (mit der Überschussenergie die du nicht einspeisen kannst - Stickhwort 70% Regel).


    Wenn jede einzelne Fläche maximal belegt wurde überlegen wir uns einen WR - bis dahin basteln!

    Auf der Gaube mal quer versuchen - auf dem Dach hochkant - Garage flach oder nach Süden geständert.

    der Nachteil der Südständerung sind die Abstände aurch die die "fläche" verlierst und die aufwendigere Montage - der Vorteil ist das man (+/-10° machen so gut wie nix) die Module mit dem Hausdach in einen String packen könnte.


    Wenn du aber noch das mini Westdach und den Schuppen bauen willst sowie die Gaube belegen bin ich bei Solaredge wenn den VNB Blingleistung fordert. (dann ist das schwierig mit Modulwechselrichtern zu lösen).


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Erdwärme oder ähnliches ist bei uns kein Thema, da wir Wald besitzen und fast ausschließlich mit Holz heizen. Wenn in 5 Jahren der Kamin die Zulassung verliert, kommt ein Kamin mit Wasserführung rein, dann brauchen wir fast gar kein Gas mehr. Deshalb soll auch die Solarthermie bleiben, damit im Sommer auch genug Warmwasser ohne Gas da ist.

    Holz, Gas, Kamin. Könnte man ganz easy über Erdwärme darstellen, auch wenn man Wald besitzt. Du machst alles wie immer, nur kommst du dann zukünftig mit nem 1.200kG Anhänger aus, und nen halbes Jahr schickst du deine Flammengeräte auf Sommerurlaub. Woher diese Denkverbote?


    Ich nenn das ja immer kostenlose Ideenblase. Hier sogar mit Forenbeteiligung. Ersma alles draufschreiben, danach wieder wegstreichen, was am Ende übrig bleibt wird realsiert. Erstens: Solrthermie vom Dach. Findet auch überall anders einen Platz. PV Flächen maximieren und nutzen. Wärmepumpe als Verstärker des Effektes hinzufügen. Mindestens für Brauchwasser, warum nicht auch für den Heizungspuffer? Solange genug vom Dach kommt einfach draufheizen lassen.


    Jetzt kansst du ja mal was ganz verrücktes machen, und nimmst die freigewordenen ST- Kollektoren und heizt damit direkt den Vorlauf der Sole deiner neuen WP. Sonne da, Sole wärmer, Sonne weg, Sole zumindest nicht kälter. Abluft aus Stalluungen energetisch nutzen und abkühlen. Ein ausgewachsenes Rind dürfte 2-300W Wärmeleistung in den Stall bringen aufgrund der Körperoberfläche. Die braucht man nur abholen. Nun rechne das mal hoch auf eine Herde mit 50, 200 oder 1.000 Tieren. Alles so wie in echt. Weiss ja nicht, habt ihr Tiere auf dem Hof?


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg


    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung, Anlagenplanung und -Neubau

  • Wenn die Module die gleiche Ausrichtung haben ist es egal wenn einzelne abgeschattet werden, zumindest solange noch genügend übrig bleiben. Also 5 bis 6 besonnte bei WR einphasigen.

  • bauerkiel

    Oh, ich glaube das ist ein Missverständnis. Keine Denkverbote!


    Wir haben keinen Hof, sind auch keine Landwirte. Der Wald ist unser "Hobby", also der Ausgleich zum Job. Es ist für mich einfach schön zu sehen, wie aus der Fichtenplantage durch unsere Vorarbeit an immer mehr stellen wieder ein Wald entsteht. Außerdem ist die Waldarbeit besser als jede Muckibude. Ich möchte auch keinen Tag wenn es kalt ist auf das Feuer im Kamin verzichten. Da wäre Erdwärme ja "nur" für den Sommer, ist das denn halbwegs rentabel?


    Aber die Idee mit ST vom Dach für mehr PV gefällt mir. Ich sehe aber schon, ich werde mich wohl nochmal mit allem beschäftigen :)


    Erratika

    5 bis 6 besonnte Module...damit kann ich was anfangen. Morgen bastel ich mal weiter.

  • Ich möchte auch keinen Tag wenn es kalt ist auf das Feuer im Kamin verzichten. Da wäre Erdwärme ja "nur" für den Sommer, ist das denn halbwegs rentabel?

    Nein die Erwärme (oder auch Luftwärmepumpe - dann jedoch mit schlechterer JAZ) sorgt für die Grundwärme im Haus sowie warmes Brauchwasser - ganz komfortabel und auch bei Abwesenheit.

    Den Holzofen darf man gerne weiter betreiben, er darf sogar an den sehr kalten Tagen nennenswert zur Heizlast beitragen - damit kann die Wärmepumpe knapp und damit effizienter ausgelegt werden.

    Bisher wurde zu dem Heizungsthema keine Zahlen gesprochen - eine Panasonic Geisha könnte euch vom Gas erlösen und neben geringen Investitons und Montagekosten insbesondere in der Übergangszeit sehr gute Einsparungen bringen.

    Die Rechnung ist wirtschaftlich ziemlich einfach:

    1kWh Wärme kostet aus Gas derzeit ~6,5ct - gekaufter Strom ~27ct damit muss die WP eine JAZ von 27/6,5=4,2 schaffen damit du fürs heizen das gleiche zahlst. Wie sich der Gas und Strompreis im Verhältniss zueinander entwickeln kann leider niemand vorhersagen, tatsache ist jedoch - wenn die PV ausreichend groß ist um in der Übergangszeit den Tages Stromertrag als Wärme im Haus zu speichern heizt du in der Praxis für weniger als die Hälfte der Gaskosten.


    Ich würde zunächst das PV Thema maximal ausbeuten und später in zweiter oder dritter Instanz (ggf nötige Wärmeeinsparungen durch Dämmung gehen IMMER vor) die Heizung angehen.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Die Stufen rauf zum Kamin sind sicherlich zwingend erforderlich, oder? Über die Nordseite über den First ist sicher auch keine Option...


    Wenn ich die Stufen auf die Gaube und dann die breite Stufe unterhalb des Schornsteins setze, passen 17 Module aufs Dach. Dazu muss ich morgen mal messen, wie hoch der Schornstein ist. Rankommen muss er ja auch. Der ist wirklich in keiner Bauzeichnung vermerkt :/

  • Ich sehe nicht wie "pendelt täglich 200km" und "kein Elektroauto" zusammenpassen.

    Das ist eine ideale Entfernung um die elektrisch abzunudeln.


    Ohne Scheiss - Deine Frau spult im Jahr 40-50 tausend km? Also wenn ihr da den Diesel nicht mit Heizöl betreibt, dann sollte sich ein Elektroauto sehr schnell rentieren.


    ---


    Hinsichtlich:


    Wenn in 5 Jahren der Kamin die Zulassung verliert, kommt ein Kamin mit Wasserführung rein,

    Was Du heute kannst besorgen... also falls Du euch energetisch "upgraden" willst - so habe ich Deinen Text zumindest verstanden - dann sehe ich nicht, warum Du auf ein "verlieren der Zulassung" beim Kamin 5 Jahre warten solltest.


    Zu den PV/Solarthermie Sachen kamen schon die (richtigen) Standardratschläge bereits.