Bereits USt-pflichtig wegen Vermietung, was ist bei Einnahmen aus PV zu beachten?

  • Wenn man schon einen Gewerbebetrieb hat und dann noch eine PV-Analage dazu kommt, vergibt das FA meist eine separate Betriebs-Nr. Heist es wird als weiterer Betrieb geführt. Dann darfst Du 2 EÜRs machen, aber nur eine UST-Meldung/Erklärung. Dadurch bekommst Du die UST auch zum nächsten Melde-Termin verrechnet/Erstattet. So war es bei mir in 2010.


    "1. Auf dem Formular zur PV Anmeldung für`s FiAmt habe ich Istbesteuerung angekreuzt. Ist das richtig?"

    ja

    "2. Können beide USt. auf derselben Steuernummer und Voranmeldung bearbeitet werden?"

    nicht können sondern es wird nur eine UST-Voranmeldung gemacht. Du must beide Betriebe addieren.

    "3. Kann man die quartalsweise, statt monatliche Voranmeldung durchsetzen?"

    Das entscheidet das FA. Wenn Dein Betrieb neu ist, wollen die immer monatlich. Danach wird neu entschieden.

    Bei mir haben die dann nach einem Jahr Jährlich festgelegt. Also mache ich jetzt die UST/Erklärung vor der EST-Erklärung zum Termin der EST-Erklärung. Voranmledung mache ich nicht mehr.

    "4. Imho, kann man die Anschaffung der PV schon im ersten Jahr mit 40% Afa ansetzen, richtig? Alternativ 1.J 20%+2.J 20%+ 3.+xJ ??%"

    Das ist etwas komplizierter. Es gibt liniear AFA und degressive AFA und Sonder AFA und monatsgenau. Ich habe degressiv gewählt und später auf linear gewechselt. Man kann einmal wechseln. Linear heist vereinfacht jedes Jahr gleich, aber monatsgenau. Degressiv heist vom Restwert auch monatsgenau.

    Abschreibung über 10 Jahre heist es sind 120 Monate. Im ersten Jahr dann nur die Anzahl der Monate, ab Installationsdatum. Bei Dir als 2/120tel der RG. 2. Jahr 12/120 zwölfhundertzwanzigstel usw. letztes Jahr Rest-Monate vom 1. Jahr. Bei Dir also 10/120tel von der Rechnung.

    "5. Gibt es eine Anlage PV in den Erklärungen?"

    Die EÜR ist eine spezielle für PV-Anlagen. Man braucht auch eine Anlageverzeichnis. Aber das ist alles bei der PV-EÜR drin.

    "6. Muss ich die MwSt. auf selbstgenutzten Strom auch bei jeder Voranmeldung angeben? D.h. jeden Monat Verbrauch und anteilig MwSt. auf die 20ct/kWh?"

    nein da braucht man gar nix machen. Erst nach Abrechnung im Folge Jahr. Buchen braucht man da nix. Kommt alles vom Verteilnetzbetreiber. Man bucht monatlich nur die Abschlagzahlungen zu den Zahlungs-Terminen.

    "7. Gibt es in Elster einen PV Bereich für die USt Voranmeldung?"

    nein Du must beide Betriebe addieren und melden.

  • Siemens meldet dem FA sicherlich nicht, wenn die eine neue Maschine anschaffen. Die kommt in der Inventarliste und die Vorsteuer in die UstVA.

    Dann melde ich gar nichts bei FA und mache wie gewohnt die USt Voranmeldung quartalsweise und setze die MwSt der PV bei den externen Rechnungen mit Steuersatz 19% an (wie bei einer Rechnung vom Maler)


    600/2000+3000 (DV) = 0,12 €/kWh


    0,12 €/kWh * 3000 kWh = 360 €

    360 € * 0,19 = 68,4 € USt

    Ich blick nichts mehr...600/2000+3000 (DV) = 0,12 €/kWh? was ist den das für eine Rechnung das Ergebnis ist 3000,3? Ah, da fehlt eine Klammer...


    Hängt das mit dem zusammen, was ich für zugekauften Strom real bezahle? Muss also jedes Jahr, je nach Tarif neu berechnet werden?


    Wir verbrauchen den PV Strom, den wir nicht einspeisen, rein privat. Die Vermietung hat damit nichts zu tun.


    Wieso meint der Solarteur, dass ich schon für 2019 40% der PV Anschaffung abschreiben kann? Oder 20% 2019 und 20% 2020.


    Scheisse ist das kompliziert..ich bin bisher immer ohne Steuerberater gut zurecht gekommen, die PV bringt mich um...


    Ich muss das irgendwo anders nachlesen.

  • Ah, da fehlt eine Klammer...

    Stimmt. :( 600/(2000+3000) (DV) = 0,12 €/kWh ist natürlich richtig.

    Hängt das mit dem zusammen, was ich für zugekauften Strom real bezahle? Muss also jedes Jahr, je nach Tarif neu berechnet werden?

    Jepp.

    Wieso meint der Solarteur, dass ich schon für 2019 40% der PV Anschaffung abschreiben kann?

    Weil es es nicht weiss?

    Oder 20% 2019 und 20% 2020.

    Nein, insgesamt 20 % in den ersten fünf Jahren. Ganz nach deinem Gusto, ob auf einmal oder aufgeteilt. Also zusätzlich zur normalen AfA von 5 %.

    Scheisse ist das kompliziert..ich bin bisher immer ohne Steuerberater gut zurecht gekommen, die PV bringt mich um...


    Ich muss das irgendwo anders nachlesen.

    Nur die Harten kommen in den Garten. ;)


    Vielleicht ist Paulchen sein PV-Buchhaltungswerkzeug etwas für dich.

  • Sobald Du in Deiner EüR ein Objekt "PV-Anlage" als neues Abschreibungsobjekt anlegst wird das FinA querschießen, war bei mir jedenfalls so.


    Das FinA hat folgendes mit mir verhackstückelt:

    1. Neue Steuernummer für die PV(*). Kann ich so abschreiben wie ich will, d.h. im ersten Jahr knapp unter 30%, den Rest auf 20 Jahre verteilt. (Ich habe im Jahr davor eine Investiotionsrücklage gebildet und die dann aufgelöst und genau den Betrag zusätzlich abgeschrieben. Das hat das Finanzamt nach schriftlicher Erklärung "Wegen allgemein gefallener Preise" "würde die gleiche Anlage heute (ein Jahr später ca. x tausend Euro günstiger bekommen, bla laber sülz") auch akzeptiert.

    2. Eigenverbrauch mit Geldwertem Vorteil von 20C/KWh wurde akzeptiert, habe ich einfach mal vorgeschlagen und das Preisblatt von Awattar beigelegt. Grundgebühr habe ich nicht aufgeschlagen (habe dazu geschrieben, dass ich ja die Zählergebühr "Privat" entrichte)


    Da das jetzt akzeptiert wurde, wechsele ich nächstes Jahr zu Commeetering und werde die MSB "Gebühren" bei der PV abrechnen.

    Ob "irgendwas" funktioniert mit deinem FinA hängt davon ab, ob Dein Sachbearbeiter das akzeptiert. Ich durfte auch die USt meines Speichers mit abziehen und habe den Speicher folglich zehn Jahre abgeschrieben.


    Wie Du abschreibst hängt auch von Deiner persönlichen Situation ab. Wenn Du weißt dass Du in 15 Jahren in Rente gehst und nur noch an der unteren Steuerschwelle bist, kann es Sinn machen, alles möglichst schnell abzuschreiben - oder eben auch nicht.


    (*) Ich habe natürlich erst veruscht, die PV über den vorhandenen "Betrieb" laufen zu lassen, das ist aber mit dem FinA nicht zu machen. Auf meinen Hinweis ob ich jetzt "Netzwerkzubehör" das gemischt genutzt wird, auf beide aufteilen soll, bekam ich als Antwort, ich kann das Zubehör auf die Unternehmung buchen auf der ich es abschreiben möchte.

    (**) Es wurde auch gefordert nur EINE USt Erklärung abzugeben, aber ZWEI EÜR

    37 x Heckert Nemo 2.0 265WP

    18 JA Solar 340WP (Halbzellen)

    13 JA Solar 280WP (Halbzellen) [noch nicht angeschlossen]

    1x Tripower 10000-TL20, 1x SunnyBoy 5.0 AV 41

  • Deiner EüR ein Objekt

    Das ist eine Einnahmen Überschuss Rechnung, richtig?


    Haben wir noch nie gemacht. Wurde nie verlangt.


    Wir machen eine Einkommenssteuererklärung mit Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Hardware die wir z.B. zur Instandhaltung benötigen, werden als Ausgaben deklariert. Gebäudebereiche die wir privat nutzen werden anteilig rausgerechnet.

  • 600/(2000+3000) (DV) = 0,12 €/kWh

    Die 600 sind nicht klar. Im Beispiel hätte ich 2000kWh real zugekauft für netto 25ct/kWh, also 500€. Woher stammen diese ominösen 100€? Die12ct/kWh nimmt man dann als Nettosatz pro selbst verbrauchter kWh auf die die MwSt. zu entrichten ist?


    Also hängt das vom goodwill des FiAmts ab? z.T. wird ja 20ct/kwh netto doch anerkannt...12 wären besser.


    Viel zu kompliziert für Privatleute. Da gibt es Leute die haben nur 5kWp auf dem Dach und müssen den ganzen Scheiss mitmachen. Bei uns sagt man, da kosten die Brocken mehr als die Brühe...


    Das ist alles kein staatlicher Anreiz für private PV...

  • Wird heller hier ;) aber:


    D.h. je höher der Eigenverbrauch, um so geringer die zu entrichtende MwSt. darauf?


    Wenn also hier 600/(2000+3000) (DV) = 0,12 €/kWh gar nichts mehr zugekauft würde, also die 600€ und 2000kWh gegen Null laufen und der EV auf 5000kWh steigt, wird der Nettostrompreis mit 0€ / kWh angesetzt?


    Keine MwSt. auf EV? Obwohl die MwSt. der Anschaffung erstattet wurde?


    Klingt seltsam...

  • Der Finanzbeamte wollte das als separates Gewerbe betrachtet sehen und hat mir dazu eine weitere Steuernummer verpasst.

    Der Finanzbeamte hat


    a)

    es gut mit Dir gemeint, weil er Dir (ohne es zu wissen/begreifen) den gewerbesteuerlichen Freibetrag zweimal gewähren möchte. Ich denke aber, er hat es einfach nicht verstanden, das deutsche Steuerrecht.


    b)

    noch nicht bemerkt oder es nach seiner Ausbildung wieder vergessen, dass es umsatzsteuerlich für jeden Rechtsträger/Steuerpflichtigen nur ein Unternehmen und damit für Umsatzsteuerzwecke nur eine Steuernummer gibt.


    Das würde auch gelten, wenn ein Papst a) mit Waffen handelt und b) eine PV-Anlage und c) einen Zirkus betreibt.


    Kopfschüttelnde Grüße