Umwandlung von Einzelunternehmer in GBR wegen Rente

  • Hallo zusammen,

    ich betreibe seit 2008 zwei PV Anlagen (17,8 kWp / 6,6 kWp) als umsatzsteuerveranlagter Einzelunternehmer. Sämtlicher Strom wird ins Netz eingespeist, keine Privatentnahme. Die Einnahmen aus der PV sollten im Rentenalter den Lebensstandard sichern. Nun beabsichtige ich in ca. zwei Jahren die vorgezogene Altersrente zu beantragen und stelle fest, dass Gewinne > 6300€/Jahr bis zum Erreichen der Regelaltersrente Rentenkürzungen auslösen (ich liege ca. 2-3Tsd. € darüber, so dass in meinem Fall sogar die Betriebsrente nicht zur Auszahlung kommt :(). Zudem unterliegt sämtlicher Gewinn noch den Beiträgen zur Krankenversicherung, was ich bisher auch nicht auf dem Schirm hatte.


    Aus diesen Gründen überlege ich, ob ich die Einzelunternehmerschaft in eine GbR (zusammen mit zwei weiteren Gesellschaftern) überführen soll. Ich könnte mir somit nur 10% des Gewinns auszahlen lassen, den Rest verteilt an die restlichen Teilhaber. Erhält die Rente und spart KV Beiträge.


    Für mich ist klar:

    - ich brauche sinnigerweise einen Gesellschaftvertrag

    - ich muss das Energieversorgungsunternehmen benachrichtigen

    - das Finanzamt ist wohl auch zu informieren wegen der neuen steuerlichen Situation (gesonderte und einheitliche Feststellung...)


    Hat jemand Erfahrungen mit diesen Konstrukt? Ich möchte das Ganze recht einfach halten, Modelle bei den man "um die Ecke denken muss" liegen mir nicht.

    Und ganz wichtig: Bleibt im Rahmen der Überführung die bislang zugesagte Einspeisevergütung erhalten?

    Gibt es sonstige Fallstricke?


    Herzlichen Dank im Voraus für eure Tipps!

  • Zunächst einmal dürfte egal sein was ausgezahlt wird. Auch als GBR bleiben die Erlöse im privaten Bereich und sind entsprechend zu versteuern. Wenn du das komplett trennen möchtest, brauchst du eine Kapitalgesellschaft.
    Die genaue Bewertung des Themas aus Rentensicht kenne ich nicht. Ich würde dir dringend empfehlen diese Themen zunächst einmal mit deinem/einem Steuerberater durchzusprechen. Ich bin sicher, dass es für dein Ziel eine entsprechende Gestaltungsmöglichkeit gibt. Wie dieser aber genau aussieht, kann eine Steuerberater dir sicher besser beantworten.

  • Hallo Forum

    danke für eure erste Einschätzung. Trotzdem nochmal die Frage in die Runde: hat jemand schon einmal nachträglich den Wechsel von einer Einzelunternehmerschaft in eine GbR getätigt? Wäre auch gut zu wisssen, wie das dann mit der Einspeisevergütung läuft.


    Viele Grüße

  • Hallo didimausi

    Danke für deine Antwort. Ich muss meine Frage etwas präzisieren, sorry dafür:(. Da ich eine ziemlich alte Anlage habe bekomme ich natürlich im Vergleich zu Heute eine ziemlich hohe Einspeisevergütung:) (46 Cent/kWh). Besteht die Gefahr dass bei Überleitung in eine GbR und somit Neugründung die heute üblichen niedrigen Vergütungen gezahlt werden?

  • Ich könnte mir somit nur 10% des Gewinns auszahlen lassen, den Rest verteilt an die restlichen Teilhaber.

    Bin kein Steuerberater und habe daher keine Ahnung wie man die Gewinne verteilen darf.


    Besteht die Gefahr dass bei Überleitung in eine GbR und somit Neugründung die heute üblichen niedrigen Vergütungen gezahlt werden?

    Ich denke die Vergütung hängt an den Modulen und ein Käufer übernimmt auch die Restjahre aus der 20-jährigen Einspeisevergütungsgarantie.

    Grüße
    Didi

  • Dankeschön euch allen:danke:

    scheint, ich muss mich doch zum Steuerberater aufmachen😬. PV kann sich in der vorgezogenen Rente echt als Stolperstein und Rentenkiller entpuppen- hätte ich vor 10 Jahren auch nicht gedacht. Von wegen Vorsorge...