Kann die Energiewende aus privatem Invest gestemmt werden?

  • Zitat

    und warum müssen alle erneuerbaren in Bürgerhand sein? Wir brauchen so viele davon, dass wir eigentlich über jede Firma froh sein können, die da Geld rein steckt. Ich glaube auch nicht, dass Bürger in der Lage sind offshore Windparks zu realisieren. Das sind Großprojekte die Milliarden Euro kosten.

    Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland beträgt rund 6,2 Billionen € (Q2 2019),

    da sollten die 120 Mrd. € (= 2%) für 30.000 Windräder locker zu stemmen sein,

    selbst wenn man die 40 % Anteil des reichsten 1% der Gesellschaft von einer Beteiligung ausschließt

    (oder große Anlagevermögen geringer verzinst)


    Bürgerbeteiligung (z.B. genossenschaftlich organisiert)

    - schafft Akzeptanz durch Eigeninteresse

    - wäre eine Möglichkeit für eine inflationssicheren private Altersvorsorge

    - vermeidet Fokussierung auf den Shareholder Value


    Das gilt meines Erachtens für alle Infrastruktureinrichtungen in regulierten Märkten.

    Das könnte auch in einem regulierten sozialen Wohnungsbau funktionieren.


    Ersetze individuelle Gier durch

    Schwarmintelligenz und eine transparente,

    am gesamtgesellschaftlichen Nutzen orientierte Preisfindung.

    Ab 12.07.1996 bis 24.04.2019 = 2,64 kWp

    Ab 25.04.2019 = 9,75 kWp.

    30 x LG Neon2 Black 325N1K-V5 mit SE10k-WR

  • bei euren Ideen können wir auch gleich die Planwirtschaft und den Kommunismus wieder einführen. Hat doch super geklappt...


    Es steht doch jedem frei ein großes Projekt zu starten und ein paar Mrd einzusammeln. Macht nur irgendwie kaum jemand. Würdet ihr mir euer erspartes anvertrauen wenn ich euch verspreche, dass ich einen großen Windparks bauen möchte? Sicherlich nicht, weil ich gar nicht das Know how besitze um das durchzuziehen. Außerdem wäre das finanzielle Risiko enorm, weil ich sicherlich nicht finanzkräftig genug bin um irgendwelche Probleme finanziell abzufedern.

    So was geht einfach nicht ohne ausreichend große Konzerne und/oder Finanzinvestoren.

  • Ein Problem ist, der einfache Bürger/Genosse (oder wie auch immer wir ihn/sie nennen wollen) hat mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Möglichkeit zu kontrollieren, ob die leitende Person fähig genug ist, solche Projekte in einer Genossenschaft durchzuführen. Wer in den Aufsichtsrat gewählt wird, hat eine sehr bedeutende Rolle der Kontrolle. Da muss er/sie (Aufsichtsratsmitglied) schon ziemlich viel Mut haben, Bedenken gegen die Geschäftsführung auszusprechen. Wenn es durch Misswirtschaft erst offensichtlich wurde, ist schon viel Geld verbrannt.

    Andererseits hat gerade diese Kontrollmöglichkeit die Chance ein Unternehmen vor Schäden zu bewahren, die in anderen Gesellschaftsformen durch "lass ihn man machen, er ist der Chef und wird schon wissen, was er tut" verheerend werden können.

    Grüße von der Küste - Farmjanny
    29,94 kW Firstsolar mit 3x SMA 9000TL in 2009 SSO
    30,00 kW Firstsolar mit 1x8000 u 2x9000 in 2011 WSW
    10 kW Sunpower in 2013
    30 kW Windkraft Lely Aircon in 2017 und 9 kW - 12 kWh Speicher von Fenecon

    10 kW Sunpower an Plenticore mit BYD Speicher in 2019

  • Naja,

    mit Planwirtschaft und Kommunismus hat ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen wenig zu tun.


    Das Geld ist da, ich denke bis zum Beweis des Gegenteils kann man das als gesetzt annehmen.


    Die Unterschiede:


    AG´s und auch viele personengeführte Unternehmen sind ausschließlich selbst- und eigenoptimiert unterwegs.

    Heißt im Klartext:

    Erstes Ziel ist die Maximierung der Bonuszahlung des Vorstands / der Geschäftsführung.

    Zweites Ziel ist die Maximierung des Gewinns/Aktienkurses, zur Wahrung des Shareholder Value,

    Da beide Ziele in der Regel direkt aneinander gekoppelt sind, ist es quasi ein gemeinsames Ziel.

    Weitere Ziele stehen zwar vielleicht noch in irgendwelchen Werbebroschüren, sind aber nicht wirklich relevant.


    Genossenschaften können sich andere Ziele als Geschäftssinn geben.

    Kapitalverzinsung ist natürlich auch hier Teil des Geschäftssinn,

    aber man kann sich ja eine volkswirtschaftlich und gesamtgesellschaftlich

    orientierte Erwartung an die Marge und gesellschaftspolitische Ziele in die Satzung schreiben.

    Im regulierten Markt schreibt der Gesetzgeber die Marge sogar vor,

    aber versuch mal Anteile z.B. an einem Netzbetreiber zu erwerben.

    Ich würde gerne zu 4-5 % Rendite risikoarm und inflationssicher anlegen,

    aber die Eintrittshürden zu Private Equity (ab 200.000 bis 500.000 €)

    sind für normale Bürger eindeutig zu hoch.

    Vorstände der Genossenschaft werden marktgerecht bezahlt (man will ja keine Dummies in der Führungsetage)

    der Aufsichtsrat wird von den Genossen gewählt (möglichst keine Berufspolitiker) und ebenfalls auskömmlich bezahlt.

    Vorstands- und Aufsichtsratsbeschlüsse sind den Genossen zugänglich.

    (Transparenz und Schwarmintelligenz, gibt ja nix zu verbergen, man ist ja Monopolist)

    Das könnte klappen (Restrisiken gibt es immer)


    Aber ohne politisch gesteuerten Start und Rahmen wird das nichts.

    Allein die Enteignung (Zwangsverkauf zum Ertragswert) zur Überführung in Bürgerbesitz

    kann nur durch einen politischen Prozess erfolgen.

    Beim EE-Ausbau muss es einen gesetzlich vorgeschriebenen Korridor geben,

    Hemmnisse müssen so weit wie möglich und orientiert am Gemeinwohl eliminiert werden.

    Auch die Satzung sollte Ergebnis eines politischen Prozesses sein.


    Aber bis wir gesellschaftlich so weit sind muss noch viel passieren.


    Eigentlich müsste es aber heißen:


    Beeilen wir uns zu handeln, bevor es zu spät ist zu bereuen.

    Ab 12.07.1996 bis 24.04.2019 = 2,64 kWp

    Ab 25.04.2019 = 9,75 kWp.

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  • Die deutschen Lebens- und Rentenversicherer sitzen auf grob 1 Billiarde €.


    Die würden keine Sekunde zögern, 100 Mrd. davon in die Energiewende zu stecken, wenn

    a. sie das dürften (bisher verhindern das Regulierungsvorgaben)

    b. sie sehen können dass die Politik eine Energiewende will und nicht nach 5 Jahren schon wieder alles über den Haufen geworfen wird


    Und jeder von den Millionen Deutschen die einen Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag "fürs Alter" haben, sollten dementsprechend Druck auf die Regierung machen.

    Oder was glaubt ihr denn, was die Micker- bis Negativzinsen bei erstklassigen Staatsanleihen mit diesem Teil eurer Altersvorsorge machen werden?


    Die privaten Krankenversicherer sitzen auf nochmal grob 250 Mrd. Rückstellungen.

    Und wegen der niedrigen Zinsen "freuen" sich deren Versicherte jedes Jahr über Beitragserhöhungen die höher ausfallen als bisher.


    Und damit haben wir nur einen Teil der sog. "institutionellen Anleger" die man ziemlich einfach anzapfen könnte, wenn man das denn wollte.

  • und warum müssen alle erneuerbaren in Bürgerhand sein? Wir brauchen so viele davon, dass wir eigentlich über jede Firma froh sein können, die da Geld rein steckt. Ich glaube auch nicht, dass Bürger in der Lage sind offshore Windparks zu realisieren. Das sind Großprojekte die Milliarden Euro kosten.

    Die Energielobby im Verbund mit neuen gesetzlichen Vorgaben für "Ausschreibungszwang" usw. hat doch gerade erst dafür gesorgt, dass nur noch die Finanzindustrie solche Projekte umsetzen kann. Ist doch klar, dass die Bürger vor Ort protestieren, wenn die Einnahmen aus dem Windpark vor ihrer Nase jemand ganz anderes einstreicht, nur sie selbst nicht. Sonst sähe es ganz anders aus: Erstens bräuchte es dann weniger Offshore und damit verbunden riesige Leitungen von Nord nach Süd, und zweitens Nein, auch Offshore-Großprojekte sind durch Bürgerbeteiligungen machbar, die Genossenschaft kann dazu einen professionellen Projektierer für die Umsetzung engagieren. KEIN Problem!

    Aber: Man will es nicht, denn Energie in Bürgerhand bedeutet zugleich auch Macht in Bürgerhand!

    Hört sich revolutionistisch an - is aber so! :shock:

  • versicherungsgesellschaften sind doch auch schon in der Energiebranche aktiv und haben sehr viel Geld angelegt oder glaubt ihr, dass die Unternehmen einfach etliche Milliarden rum liegen haben? Die brauchen auch jede Menge Fremdkapital. Soweit mit bekannt, investieren die Versicherungen aber auch lieber in bekannte Unternhemen, die das Know how zur Umsetzung haben und fangen nicht selbst an das Know how aufzubauen.

    Ich persönlich habe überhaupt kein Problem damit, wenn sich Genossenschaften finden, die das auch im großen Stil betreiben (oder sehr viele kleine im kleinen Stil). Ich glaube aber nicht, dass die gegen die Unternehmen im Konkurrenzkampf bestehen können, weil ihnen das über Jahre angesammelte Know how fehlt. Man kann auch nicht alles über externe Berater lösen. Die Kosten immer nur einen Haufen Geld, tragen aber überhaupt kein Risiko.


    Wenn nicht die Rendite als oberstes Ziel bei einer Genossenschaft steht, wo sollen die das Geld herkriegen? Versicherungen müssen das Geld auch nun mal bestmöglich anlegen.


    Genossenschaften sind im örtlichen Bereich sicher gut und richtig aufgehoben, weil sie den Gewinn irgendwie in die Allgemeinheit zurück investieren können. Bei großen Projekten, die weniger regionalen Bezug haben, sehe ich die persönlich aber weniger, lasse mich aber gerne von der Zukunft von Gegenteil überzeugen, da ich weiterhin der Meinung bin, dass jeder/jedes Unternehmen das Geld in die Energiewende investiert nicht verteufelt werden sollte. Verteufelt ihr eigentlich auch Orsted? Deren Geschichte ist auch von konventioneller Energieerzeugung geprägt und ist jetzt der größte offshore Windparks Betreiber und alle alten Kraftwerke sind verkauft.

  • Janinamalin So richtig auf dem neusten Stand der deutschen Energiepolitik bist du aber nicht . Tausende Winkraftanlagenbauer verlieren gerade ihre Arbeitsplätze . In meinem Ort werden nächstes Jahr 6 Windräder weggerissen und der Versuch einer Erneuerung ist in Anbetracht der neuen gesetzlichen Vorschriften aussichtslos .

  • Was aber nicht am mangelnden Investitionswillen, das Geld ist im Überfluss vorhanden!

    Es liegt dann doch wohl eher an der EE-Verhinderungspolitik unserer GroKo.

    Allen voran der liebe Herr Altmeier.

    Natürlich haben auch lokale Selbstoptimierer und Ignoranten, für die der Strom immer noch aus der Steckdose kommt und orientierungslose, überlastete Richter und Gutachter daran ihren Anteil, aber letztendlich ist es die Politik die die Rahmenbedingungen für EE kontinuierlich verschlechtert, ja EE eigentlich fast unmöglich macht.

    Wann kommt eigentlich das Impeachment gegen die GroKo?

    Die gerade zu beobachtende Politik lässt sich vernünftigerweise nur mit dem massiven Kauf von Mehrheiten durch einige Industrielobbyisten und Ölscheichs erklären. Kein vernunftbegabter Mensch würde solche Politik machen.


    Wo ist eigentlich der Sturmlauf der Grünen?


    Wann gehen die Massen gegen diese Ignoranz und die Selbstzerstörung auf Raten auf die Straße


    Wird Zeit, dass Greta wieder nach Europa kommt.


    Es fehlt nicht das geld, es fehlt der Wille.

    Mit dem Klimapäckchen wurden zu viele Kritiker zum Schweigen gebracht.


    Ziel erreicht.

    Ab 12.07.1996 bis 24.04.2019 = 2,64 kWp

    Ab 25.04.2019 = 9,75 kWp.

    30 x LG Neon2 Black 325N1K-V5 mit SE10k-WR

  • Die GroKo hat damit doch nichts zu tun. Halten wir mal fest:


    - diverse EE Projekte wie Offshore Windparks scheinen Gewinnträchtig realisierbar, dank der Politik der GroKo


    - jeder, wirklich jeder hat das Recht einen Offshore Windpark zu bauen, dank der Politik der GroKo


    Das gilt auch für all die anderen Wunschprojekte für Schwarmintelligenz. Ich kenne zumindest keinen Paragraphen der es verbietet Wohnhäuser, Windparks und Sonstiges gemeinsam zu finanzieren.
    Man kann sogar eine Bank gründen und zinsfreie bzw. negativverzinste Kredite bei der EZB aufnehmen, wenn man das möchte.

    Halten wir also fest - in unserem wunderbaren freien Land kann man praktisch alles machen, wenn man die Voraussetzungen bereit ist zu stemmen.


    Allerdings hängen all diese schönen Dinge an einem enormen bürokratischen, juristischen und finanziellen Aufwand. Nebenbei braucht es zuweilen unvorstellbar viel Kapital und KnowHow.

    Jeder im Forum der schon einmal versucht hat für das Vereinshaus Tausend Euro zusammenzubekommen weiss wie schwer es ist Geld zusammenzusammeln von Privat.

    Spätestens da wird einem auch klar das die etlichen Billionen Privatvermögen zu grossen Teilen auch gebunden sind - Altersvorsorgepläne, Sparen fürs Studium der Kinder, Bausparer fürs undichte Dach. Viele dieser Gelder sind nicht frei disponierbar.


    Und sobald man sein Projekt als Geldanlage plant muss man eine Rendite zaubern die erheblich ist. Man sieht es ja schön an Solarenergie. Da sagt die Hälfte der Leute 1%-3% Rendite über die Laufzeit lohnen sich nicht. Da macht man ja an der Börse mehr mit seinem Geld. Und das Risiko. Aha.



    Aber zurück zum Thema. Nun bin ich also einer von einer handvoll Fachkräfte, die einen Offshore Windpark planen und berechnen können mit dem Netzwerkwissen das ganze Projekt anzuschieben und habe zwei Möglichkeiten:


    1.) Ich drucke bunte Heftchen, miete Räume und tingle ein Jahr durch Deutschland um bei Kuchen und Kaffe meine Millarden Investitionskosten von Bürgern zu sammeln.


    2.) Ich rufe bei RWE & co. an.


    Was mache ich wohl. Aha.

    Das ist wohl eher das Problem als irgendeine Gesetzgebung. Was soll diese Gesetzgebung denn sagen? Es ist verboten Projekte an grosse Kapitalgeber zu verkaufen. Man muss zukünftig Kuchentour machen / in EE darf je Anleger maximal XY Euro investiert werden je Projekt. DAS wäre dann eher der Todesstoß für EE.


    Und nochmals. Es steht jeden Bürger frei damit zu beginnen Gelder für einen Offshore Windpark in Privathand zu sammeln. Jeder hier kann heute beginnen. Falls es dazu kommt: ich mag am Liebsten Käsekuchen.

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