Strombetreiber stellt sich quer

  • Hallo,

    Ich hatte beabsichtigt, ein E-Auto zu leasen. Folglich wollte ich eine Wallbox mit 22kw installieren. Der VNB meinte, er müsse alles auf 63A absichern und übermittelte ein Auftrag über 900€.


    Nachdem ich mitgeteilt hatte, dass ich bereits 63A-Absicherung hätte, wollte er es erst nicht glauben. Nachdem es zigmal hin und her ging meinte ich dann, dann baue ich eben eine 11kw-Wallbox ein. Damit die Diskussion ein Ende hätte.


    Jetzt kam darauf hin diesevAntwort:


    Allerdings ist die Situation so, dass die Sicherungen ( 63A ) offensichtlich schon verbaut sind, ohne dass in der Vergangenheit ein BKZ ( Baukostenzuschuss ) entrichtet wurde.

    Die Wallbox kann in diesem Fall, auch auf 11 kW begrenzt werden, hier benötigen wir die Anmeldung mit selbigem Wert, die Hausanschlusssicherung müsste in diesem Fall von 63A auf 50A reduziert werden und die elektrische Anlage angepasst werden.


    Erstens habe ich dies nicht eingebaut oder einbauen lassen, sondern dann der Voreigentümer.


    Ist das wirklich rechtens?


    Dabke

  • hmmmm.

    Ich hab einen Hausanschluss, der mit 63A im HAK abgesichert ist.

    Der Zähler ist aber mit 3x50A vorgesichert - da bis 30kW kein BKZ anfällt - hab ich auch keinen bezahlt.




    Wo sind die 63A bei dir verbaut?

  • Strombetreiber stellt sich quer:?:

    9,1kwp - 3x14 Schott Poly 217 - Fronius 100 IG+ (2009)

    Azimut = -2° Süd, 35° Dachneigung

    2,5kwp - 8 REC N Peak 320 - Fronius Primo 3.0-1 (2019)

    Azimut = 178° Nord, 12° Dachneigung


    Erfahrung heißt nicht viel. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.

  • Ich kann nur sagen, dass ich seit dem ich das Haus gekauft habe nichts geändert habe.

    Wenn dann müsste es der Vorbesitzer gemacht haben.


    Dann könnte der VNB ja von jedem neuen Besitzer es neu verlangen.

  • Macht eigentlich 0 Sinn, dass du den nicht zahlen musstest, weil 1. für den VNB die NH-Sicherungen im Hausanschlusskasten maßgeblich für den BKZ sind (3x63A) und 2. auch 3x50A schon über 30kW ist.

    macht schon Sinn, weil ich 30kW beantragt habe, und der Netzbetreiber dann 50A SLS und 63A im HAK festgelegt hat (mach ma immer so).

  • Lustiges Spiel ... würde ich weiter spielen bevor die weiße Fahne kommt.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Baukostenzuschuss_(Versorgung)


    "Einen Baukostenzuschuss können Verteilungsnetzbetreiber in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen von Anschlussnehmern für das Erstellen oder Verstärken ihrer örtlichen Verteileranlagen einschließlich der Transformatorenstationen verlangen.


    Die rechtlichen Grundlage dafür ist die Niederspannungsanschlussverordnung, die die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden (AVBEltV) ablöste. Nach deren § 11 ist der Verteilungsnetzbetreiber berechtigt, vom Anschlussnehmer einen angemessenen Zuschuss zur teilweisen Abdeckung der entstandenen Kosten zu verlangen. Der Zuschuss darf maximal 50 % der tatsächlich entstandenen Kosten decken, im Verhältnis der vom Anschlussnehmer angeforderten Leistung zur Gesamtleistung der Anlagen stehen und nur auf den Teil einer Leistungsanforderung erhoben werden, der 30 kW übersteigt.

    Die Anlagen bleiben in jedem Fall weiterhin alleiniges Eigentum des Versorgungsunternehmens und werden auch von diesem unterhalten."


    Na auf die Berechnung und vor allem auf den Beleg der tatsächlichen Kosten wäre ich mal gespannt.


    Wenn die 900,- fordern und dies 50% der Kosten entsprechen soll und nur für die ca. 20% der Leistung gilt, um die der kostenfreie 30KW Anschluss übertroffen wird, dann müsste das Gewerk rund 10.000,- gekostet haben. :lol:


    An der Stelle würde ich dann sagen .... da habt ihr wohl eine falsche Sicherung eingesetzt, euer Fehler ... ändert es halt, aber auch eure Kosten. 8)


    PS.: Je nachdem, wann das Haus gebaut wurde, auch einfach mal mit Verjährung argumentieren.


    PS.: Bei uns sind auch 63A im Zählerkasten verbaut ... was beantragt wurde und ob ein BKZ bezahlt wurde ... keine Ahnung. Die 63A sind doch heute eher der Standard geworden.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Schauen wir doch mal in das Gesetz.


    Zitat

    § 19 Betrieb von elektrischen Anlagen, Verbrauchsgeräten und Ladeeinrichtungen, Eigenanlagen

    ...
    (2) Erweiterungen und Änderungen von Anlagen sowie die Verwendung zusätzlicher Verbrauchsgeräte sind dem Netzbetreiber mitzuteilen, soweit sich dadurch die vorzuhaltende Leistung erhöht oder mit Netzrückwirkungen zu rechnen ist. Auch Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge sind dem Netzbetreiber vor deren Inbetriebnahme mitzuteilen. Deren Inbetriebnahme bedarf darüber hinaus der vorherigen Zustimmung des Netzbetreibers, sofern ihre Summen-Bemessungsleistung 12 Kilovoltampere je elektrischer Anlage überschreitet; der Netzbetreiber ist in diesem Fall verpflichtet, sich innerhalb von zwei Monaten nach Eingang der Mitteilung zu äußern. Stimmt der Netzbetreiber nicht zu, hat er den Hinderungsgrund, mögliche Abhilfemaßnahmen des Netzbetreibers und des Anschlussnehmers oder -nutzers sowie einen hierfür beim Netzbetreiber erforderlichen Zeitbedarf darzulegen. Einzelheiten über den Inhalt und die Form der Mitteilungen kann der Netzbetreiber regeln.

    ...

    Was sehen wir?


    Für Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge gibt es eine Mitteilungspflicht. Erst ab 12 kW muss der NB zustimmen.


    Heimerdinger , die 11 kW Wallbox ist dem NB nur vor Inbetriebnahme mitzuteilen. Genehmigung ist da nicht erforderlich.

  • macht schon Sinn, weil ich 30kW beantragt habe, und der Netzbetreiber dann 50A SLS und 63A im HAK festgelegt hat (mach ma immer so).

    Bei uns zahlst du c.a. 80€ pro kVA (bei cos φ 0,9) für den 30kW übersteigenden Teil, für 50A muss man also soweit ich weiß blechen. Ob der SLS hier maßgeblich ist und nicht der HAK ist mir neu, evtl. aber von Region zu Region unterschiedlich. Gibt ja auch noch VNBs, die keinen SLS vorschreiben und dann wäre die Absicherung im unverplombten Bereich, also nicht wirklich im Einflussbereich des VNBs, was der Inhaber hier dann tatsächlich für eine Leistung abruft.


    Ergänzend zum Gesetz: Ich habe letztens noch gelernt, dass selbst eine normale Haushaltssteckdose, die für Ladezwecke gesetzt wurde, als Ladeeinrichtung gilt und unter die Mitteilungspflicht fällt.