Hilfe bei Planung einer PV Anlage - Ost-West Dach im Allgäu (ca. 24 kWp)

  • Liebe Forenmitglieder,


    dank einer intensiven Zeit des Lesens hier im Forum bin ich von meinen ursprünglichen Planungen einer PV Anlage <10 kWp mit Speicher inzwischen abgekommen und möchte eine (sinnvolle) Maximalbelegung meiner Ost-West Dachflächen ohne Speicher und möglichst ohne Optimierer realisieren. Ich würde mich sehr über Unterstützung hier aus dem Forum freuen, insbesondere bei den Fragen zu Belegung, Wechselrichter, Verschattung, Strings und Module.


    Erste Gespräche mit Anbietern aus der Region zeigen leider, dass meine Vorstellungen wenig Anklang finden. Speicher und Optimierer werden gerne angeboten, 'schlanke' Lösungen weniger gerne :(


    Nun muss ich die Anbieter in Gesprächen in meine Richtung bringen :). Dazu sind Eure Empfehlungen und Ratschläge willkommen!


    Gerne stelle ich Euch nachfolgend meinen bisherigen Planungsstand vor:


    Mein Jahresverbrauch liegt bei ca. 5.500 kWh. Ich plane in 2020 die Anschaffung eines Elektroautos, das überwiegend auch tagsüber geladen werden kann. Bereits heute wird mein Verbrauch geprägt durch das Heizen mit einer Split-Klimaanlage in der Übergangszeit, im Sommer durch das Kühlen und zusätzlich einem Luftentfeuchter.


    Standort ist das sonnige Allgäu. Das Westdach hat 30 Grad Neigung, das Ostdach 20 Grad. Von Osten gibt es am Morgen bei flachem Sonnenstand durch einen Hang leichte Verschattung. (PVGIS Horizont siehe Anhang) Auf dem Ostdach sind zusätzlich zwei Kamine. Die Sat-Anlage auf der Westseite wird verlegt, d.h. dort habe ich eine Fläche ohne Verschattung. Bilder der Dachflächen findet Ihr im Anhang. (zwei Luftbilder, da auf einem die Kamine sehr reflektieren)


    Einen ersten Belegungsplan füge ich ebenfalls bei. Hier käme ich auf je 36 Module Ost und West, in Summe also 72 Module mit 24.48 kWp bei 340er Modulen.

    Den unbelegten Steifen auf der Ostseite muss ich wohl für den Kaminkehrer lassen, ebenso muss Platz um die Dacheinführung im Nordosten frei bleiben.


    PVGIS-5 kommt mit den je 12.24 kWp pro Dachfläche auf einen Jahresertrag von 21.400 kWh, was für Ost 858 kWh/kWp und für West 891 kWh/kWp ergibt.


    Macht eine solche Anlage aus Eurer Sicht grundsätzlich Sinn?


    Wie beurteilt ihr die Belegung? Gibt es eine Empfehlung hinsichtlich der Verschattung durch die Kamine? Kann das ohne Optimierer, also nur mit einem geeigneten WR mit Schattenmanagement klappen? Falls ja, gibt es Empfehlungen zum WR? Bisher liebäugle ich mit einem Kostal Pico 20, der ja 3 MPPT hat. Ein Huawei SUN2000 20 ist mir auch sympatisch.








    Vielen Dank für Eure Geduld, das bis hierher zu lesen.


    Beste Grüße

    Norre

  • Norre

    Hat den Titel des Themas von „Hilfe bei Planung einer PV Anlage - Ost-West Dach iim Allgäu (ca. 24 kWp)“ zu „Hilfe bei Planung einer PV Anlage - Ost-West Dach im Allgäu (ca. 24 kWp)“ geändert.
  • klar, das sind für Ost West Dach sehr gute Werte


    wenn je Seite 36 Module passen, kann man folgendes Verschaltung machen

    je Seite 2 Strings mit je 18 Modulen, an einen SMA STP20000TL-30 mit einen SHM 2.0

    Bei den flachen Dächern 30 und 20 Grad, wird man öfters über die 70% kommen

    das ganze dann für unter 1000 Euro pro kWp, wenn es keine sonstigen Erschwernisse gibt

    ZOE intens 10/2014, IONIQ Style electric 11/2017, Kona 12/2018
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de

  • Hallo!

    Kann mich michaell nur anschließen.

    Alternativ könntest du dir aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen auch noch leistungsstärkere Module (z.B. die neuen REC alpha mit 380W) anbieten lassen, um einfach noch mehr Strom vom Dach zu holen und bei bewölktem Winterwetter noch viel für die Grundlast zu haben.

    Nach meiner Überschlagsrechnung dürfte die dann größere Anlage bei leicht verbessertem Ertrag/kwp 125€/kwp mehr kosten. Das könnte aber schwierig einzuhalten sein. Als Wechselrichter käme dann der etwa preisgleiche STP25000TL-30 in Frage, außer bei den Modulen wäre alles preisgleich.

    Der Preis pro erzeugter kwh Strom würde zwar von 8,63 auf 9,1 cent (bei Ansatz 1000€/kwp bzw 1125€/kwp) steigen, in der Summe wäre der Überschuss ohne Berücksichtigung des Eigenverbrauchs auf 20 Jahre gerechnet aufgrund der größeren Strommenge gleich.

    Mit steigendem Eigenverbrauch wird dann die größere Anlage rentabler.

  • Sehr schön vorgestellt, Kompliment!


    An der Belegung würde ich noch tüfteln, zB mit 72-Zellern mit 2m*1m.

    Laut Skizze bleibt einiges frei. Schneefang? Schneelast im Allgäu berücksichtigen(?)


    Bei Parallelschaltung die verschatteten Module zeitlich gleichmäßig auf beide Strings verteilen.

    Die Module jeweils direkt nördlich des SSt sehe ich kritisch. Was sagt die Schattenanalyse? Ich würde sie eher weg lassen. Ist da ne Freileitung auf NW?


    Das Ergebnis wird eine traumhafte Anlage! Klar hätte ich die längst gebaut.

  • Ihr seid klasse, vielen Dank für die Reaktionen und Hinweise! pflanze , vielen Dank für das Lob!!


    Gerne gehe ich auf die Fragen bzw. Anregungen ein:


    - Belegung: einen gewissen Abstand zu Traufe/Ortgang halte ich aufgrund der höheren Windlast (exponierte Lage) ein. Mit den größeren Modulen werde ich trotzdem noch experimentieren, Danke für den Tipp. Ich denke, dass es tatsächlich besser ist je ein Modul nördlich der SSt wegzulassen. Mit einer Schattenanalyse wird aus dem Bauchgefühl dann was Belastbares, drückt mir die Daumen, dass ich mit PVSOL zurechtkomme :-)


    - Schneelast: ich werde aus statischen Gründen (Dachüberstand), bzw. auch um die Wirksamkeit des neuen dann verlängerten Schneefangs zu erhalten, einiges an Abstand zur Traufe haben. Den Kompromiss muss ich eingehen, ohne Schneefang hätte ich Probleme mit der darunterliegenden Terrasse bzw. abgestellten Fahrzeugen. Ich werde Blechziegel verwenden, hier in der Region gibt es negative Erfahrungen mit gebrochenen Dachziegeln aufgrund hohen Schneedrucks.


    - Module und Strings: den Hinweis von Stefan nehme ich auf und kalkuliere mit den teureren Modulen ebenfalls, zumal der Rest (Montage usw.) ja dadurch nicht teurer wird. Sobald ich die optimale Belegung habe möchte ich mich mit der Frage der Strings befassen. Ist das die richtige Reihenfolge, erst Belegung, dann Strings, dann WR?


    - Schatten durch Leitung: ich habe auf dem Ostdach an der Nordseite einen Dachständer. Von dort geht die Leitung weiter zum Nachbarhaus, einmal quer über das Haus nach Süden, auf einer Linie mit den Kaminen. Ist eine solche Bündelleitung durch den schmalen Schatten problematisch?



    Ach ja, die beiden Entlüfter werde ich überbauen, mein Dachdecker muss sich darum kümmern.


    Merci

  • 3MPPT sind bei dir nicht nötig.

    Lieber schauen, mit welcher Steuerung du dich anfreundest, ob mit SMA SHM oder alternativen Angeboten der anderen WR Hersteller. Danach dann den WR aussuchen.

    18 x Solarwatt 60M-300Watt (Glas-Glas) mit SMA Tripower 5kW 20° Süd 5,4 kWp
    13 x REC Solar AS Twinpeak 350 Watt mit SMA Sunny Boy 4kW 1° Nord 4,55 kWp

    30 x Q Cells Q.PEAK-G4.1 310W mit SMA Tripower 8kW 20° Nord 9,3 kWp

    70% weich mit Sunny Home Manager 2.0

  • Ich werde Blechziegel verwenden, hier in der Region gibt es negative Erfahrungen mit gebrochenen Dachziegeln aufgrund hohen Schneedrucks.

    Ich habe sauber bearbeitete Ziegel und andere wo die Installateure geschlammt haben, die können natürlich leicht brechen.


    Ergo bei sauberer Arbeit würde ich kein Problem sehen, zumal ja der Schnee dann eher auf den Modulen als auf den Ziegeln liegt.

    18 x Solarwatt 60M-300Watt (Glas-Glas) mit SMA Tripower 5kW 20° Süd 5,4 kWp
    13 x REC Solar AS Twinpeak 350 Watt mit SMA Sunny Boy 4kW 1° Nord 4,55 kWp

    30 x Q Cells Q.PEAK-G4.1 310W mit SMA Tripower 8kW 20° Nord 9,3 kWp

    70% weich mit Sunny Home Manager 2.0

  • Der Druck geht bei fachgerechter Montage auf die HAlter und Sparren, nicht auf die Ziegel. Wenn die Ziegel gedrückt werden ist falsch gebaut.

    Schatten ist kein Grund zur Freude, aber dann steht die Sonne eh auf der anderen Seite. Ist so, was solls. Geteilte Module erwägen. Quermontage nur wenn die deutlich besser passt. DAs sehe ich hier nicht.

    Reihenfolge stimmt!