Studie: Kosteneffiziente und klimagerechte Transformationsstrategien für das deutsche Energiesystem bis zum Jahr 2050

  • Perfektes Beispiel mitteleuropäischer Arroganz.


    Ich verurteile das nicht, ich möchte nur darauf hinweisen - in der Hoffnung, dass man diese Denke nochmal "überdenkt".


    Hier wird auf "Staaten wie Russland, Saudia Arabien, Katar oder Venezuela" verwiesen und deren Unvermögen zum Klimaschutz beizutragen. Kleine Anmerkung am Rande: Diese Länder "fördern und verbrennen das Zeug nicht wie blöde", sie fördern und verkaufen es. Unter anderem an "uns".


    Vermutlich - kennt man ja - sind diese Länder deswegen nicht in der Lage zum Klimaschutz beizutragen, weil "sie ja sonst pleite gehen", ergo in der Vergangenheit Versäumnisse hatten, sei es durch Korruption, Misswirtschaft, Faulheit, oderwasweißich... und daher nicht fit für eine nachhaltige und klimafreundliche Produktion sind.


    Soweit so gut, das ist die übliche Stereotype. Wir sind ein gut entwickelter Rechtstaat mit einer funktionierenden Infrastruktur und gebildeter Bevölkerung - "Wir schaffen das". Die nicht.


    Doch dann muss man lesen:


    "...bei uns [ist] die nötige Menge an Windkraft und PV zwar technisch baubar, gesellschaftlich aber nicht."


    Ich habe mir erlaubt, das Schlüsselwort hervorzuheben.


    Man sagt ja, jedes Volk hat die Regierung die es verdient. Man sagt auch, wie man sich bettet so schläft man. Ich würde derartige Aussagen kombinieren zu einem: "Jede gesellschaft steigt - oder sinkt - früher oder später auf das ihr zustehende Niveau."


    Ob sie will oder nicht.


    Nun ist leider jede Gesellschaft eben kein homogener Blob, der nur ein Interesse, eine Präferenz, eine Maxime hat, sondern ein kunterbuntes Sammelsurium verschiedenster Interessen (und Deutschland wird zunehmends kunterbunter wie man so sieht). Am Ende eines - im Idealfall - qualifizierten demokratischen Entscheidungsprozesses. [Anm.: qualifiziert bedeutet nicht, dass man z.B. Volksvertreter dannach wählt wie hübsch sie aussehen] muss eben die Gesellschaft entscheiden welches "Level" sie in Zukunft halten möchte und was sie dafür zu tun bereit ist.


    Der Titel hier ist "Transformationsstrategien für das deutsche Energiesystem bis 2050"


    Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen. -- Sokrates


    Das gilt auf allen Skalen. Man schiele nicht auf andere Länder, man fange bei sich selbt an. Man schiele nicht auf andere, man fange in dem eigenen Haushalt an. Man schiele nicht auf andere Familienmitglieder, man fange bei sich SELBST an.


    Und nachdem man das getan hat, kann man sich immer noch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger hinstellen. Man kann nur vorleben.


    Es ist mir wichtig - für mich persönlich - folgendes klarzustellen:


    Das oben Geschriebene mag sich anhören wie von irgendeinem Krishnamurti-Christlich-Spiritualität-Fluffi-Friede-Freude-Eierkuchen-Weltfrieden Prospekt. Obwohl ich die Wahrheit in dem "bei sich selbst anfangen" sehe, bin ich weit davon entfernt dies - wie man vielleicht meinen könnte - in Kombination mit einer pazifistischen und "andere Wange hinhalten" Sichtweise zu praktizieren.


    Im Gegenteil, diesbezüglich bin ich recht militant. Wenn also, wie hier häufig gesehen, irgendein DÖDEL versucht mir zu sagen, wie ich leben sollte, ob ich ein 2t Auto fahren sollte oder dann doch lieber ÖPNV. Dann kann er das natürlich hier gerne unter dem Deckmäntelchen freier Meinungsäußerung und Anonymität tun, aber ich rate dringend davon ab dies Face2Face oder gar in meinen eigenen 4 Wänden zu versuchen.


    Die beste Transformationsstrategie für das deutsche Energiesystem 2050 (oder auch früher) ist, wenn jeder Einzelne für sich darauf hinarbeiten wird, dass er ruhigen Gewissens mit seinem ökologischen Fußabdruck leben kann.


    Das bedeutet aber gerade NICHT zu maulen, der ÖPNV sei scheisse und "jemand möge das bitte ändern, damit mehr damit fahren". Es bedeutet damit zu fahren so oder so, damit es u.U. an seine Belastungsgrenze kommt und "jemand" gezwungen ist da nachzubessern.


    Aber ein paar Monate zur Arbeit mit dem Zug/Bus/Straßenbahn/U-Bahn zu fahren obwohl man froh ist einen Stehplatz auf vielleicht einem Fuß zu ergattern (und noch nichtmal auf seinem eigenen) - ja dazu müsste man die eigene Komfortzone verlassen und das geht ja nun wirklich nicht.


    Ihr Weicheier!


  • Man sagt ja, jedes Volk hat die Regierung die es verdient. Man sagt auch, wie man sich bettet so schläft man. Ich würde derartige Aussagen kombinieren zu einem: "Jede gesellschaft steigt - oder sinkt - früher oder später auf das ihr zustehende Niveau."

    Treffend formuliert, aber was du darüber hinaus schreibst klingt so, als ob diese gesellschaftlichen Parameter unveränderbare Konstanten wären oder als ob zumindest der Versuch sie zu ändern schon verwerflich und freiheitsbeschränkend wäre. Du drohst sogar mit Gewalt für den reinen Versuch! Das ist unentschuldbar.

    Auch du hast dir deine Meinung nicht unabhängig von anderen gebildet. Aber nicht jeder liest wissenschaftliche Publikationen, nicht jeder kann daraus Verhaltenskonsequenzen ableiten, nicht jeder kann die Wirksamkeit von persönlichen oder gesellschaftlichen Klimaschutzmaßnahmen beurteilen (Korrektur: streiche "nicht jeder", ersetze "kaum jemand"). Die Grenzen zwischen Pressefreiheit, Bildungsangeboten, Nudging, erhobenem Zeigefinger, politischen Rahmenbedingungen und juristischem Zwang sind fließend. Ich würde im Gegensatz zu dir beim Klimaschutz keinen Teil dieses Spektrums ausblenden. Das tun wir in keinem anderen Lebensbereich.

  • Hallo Green_Pirate,


    irgendwie kann ich Deine Ursprungsrechnung nicht nachvollziehen, da mir der Faktor 100 (... als 4200 statt 42 Tankschiffe im Jahr) fehlt:


    > Zitat: 768Mrd kWh entsprechen also bei einem angenommenen Brennstoffzellenwirkungsgrad von 70% mehr als 332.500.to > Wasserstoff.


    Eigene Rechnung: 768 E09 kWh / (33,33 kWh / kg) / 70% = 32917577472 kg H2 im Jahr was doch 32.917.577 t H2 entspricht und damit nahezu 100x mehr, als in Deiner zitierten Rechnung. Oder wo liegt mein Fehler?


    Die scheinbare Selbstverständlichkeit, dass andere Regionen uns ihre Energie-(Roh)-Stoffe auch in Zukunft geben werden, hat der ehemalige Bundespräsident Köhler schon in Frage gestellt, als er von der ggf. auch vorhandenen "Notwendigkeit der militärischen Sicherung der Rohstoffversorgung" sprach.

    Jedem sollte bewusst sein, dass die Länder die Rohstoffe heute im Austausch gegen überlegene Industrieprodukte geben. Gegen immaterielle Produkte wie z.B. eine noch ausgefeiltere Gendertheorie, wo mittlerweile über 57 Geschlechter sauber definiert sind, werden die genannten Länder zukünftig kaum ihren Wasserstoff herausrücken, oder?


    Dass jeder vor sich selbst Rechenschaft bzgl. eigenem Lebensstil, Resourcenverbrauch und gesellschaftlicher Aktivität ablegen sollte, finde ich auch sehr wichtig. Wobei ich denke, das genau dies auch dazu führen wird, das den meisten in Mitteleuropa der eigene Arbeitsplatz / Einkunft wichtiger sein wird als z.B. das Erdklima.


    Schonender Umgang mit (ggf. militärische zu sichernden) Ressourcen aus der begrenzten Erdkruste (... welche im Gegensatz z.B. der Braunkohle nicht dem direkten eigenen Zugriff unterliegen) ist auch mehr in unserem eigenene Interesse, da wir unser jungen Männer doch sicherlich ungern in Zinksärgen aus den "Sicherungsoperationen" zurück erhalten wollen.


    Gruß


    ElektroZW

  • Ich finde wir kommen nicht umhin, in Richtung H² oder synthetisiertes Methan oder gar Flüssigkraftstoffe weltweit zu produzieren. Gerade Erdwärme bietet absolut konstante Verfügbarkeit in vielen Regionen der Welt und mit diesen Gegenden müssen wir Kooperationen bilden.

    Transport... Leute ... haben Kosten und Machbarkeiten je jemanden bei Gas oder Öl-Pipelines oder Transportschiffen je jemanden gehindert, diese zu bauen?

    NEIN!

    Aber wenn das Zeug nicht direkt aus der Erde gepumpt wird, dann schlage sofort alle die Hände über den Köpfen zusammen und es gib ein einhelliges ... Geht ja gar nicht, rechne mal x * y + Kuh die im Quadrat springt = Unmöglich


    Sorry, aber das einzig unmögliche daran, ist unsere Regierung, die alles verpennt und wenn wir da zu spät beginnen, die Fühler auszustrecken, werden andere schon am Tisch sitzen und die besten Happen für sich bekommen haben.

    Das ist genau das Gleiche wie mit der Autoindustrie... die Deutschen werden ihren alten Kram nicht los und die Asiaten kommen mit der Produktion gar nicht mehr nach, weil sie die Auftragsbücher quellend voll haben.


    Die Deutsche, leider konservative, Politik schadet uns allen und auch die Grünen sind einfach nur Ideenlos und stock konservativ geworden, in ihrem Denken. :(

  • Offenbar habe ich meine Argumentation nicht klar genug darlegen können, daher ein zweiter Versuch.


    Wie sehen in Deutschland, welche enormen gesellschaftlichen Diskussionen, Ängste und tatsächliche Sisruptionen aus dem Ende der heimischen Steinkohleförderung resultierten und welche uns derzeit bei der Barunkohle umtreiben.


    Dabei sind wir ein reiches Land nach 10 Jahren Wirtschaftsboom und die Braunkohle ist bei uns ein wirtscahftlicher Fliegenschiss. Wenn man will (und danach schaut's ja aus), kann man das Problem bei uns ganz einfach mit ein paar Milliarden zuscheissen.


    Und jetzt stell Dir mal vor, die Menschheit nimmt das tatsächlich ernst mit dem Klimaschutz und im jahr 2050 verbrennen wir reichen Industrienationen keine nenneswerten mengen mehr an fossilen Brennstoffen.

    Man kann ausgehen, dass es bis dahin den meisten Leuten dämmrn wird, was der Menschheit mit einer +3K Welt droht (Optimisten!), geschwiege denn bei einer +4K Welt.


    Ich gehe davon aus, dass CO2 Ausstoß über kurz oder lang als krigerische Akt verstanden wird, sobald die Hauptplayer dieser Welt das selbst vermeiden können.

    Der Untergang von Städten durch den steigenden Meeresspiegel ist die Vernichtung einer Stadt, die in der Langfristigkeit über das hinaus geht, was seinerzeit die Bombardierung von Hamburg war oder auch die von Hiroshima. Beide Städte waren kurze Zeit später wieder in gutem Zustand, eine vom Meeresspiegel geflutete Stadt wird es nicht sein.


    Nehmen wir also an, all unsere grünen Träume werden war und wir haben eine regenartive Energieversorgung in Deutschland, Europa, USA, China....


    Was macht das mit einem Land wir Russland oder Saudi Arabbien.


    Dort geht es nicht um ein paar tausend Arbeitsplätze im Energiesektor wie bei uns mit der Braunkohle, dort macht das Fördern von fossilen Energieträgern den Unterschied aus zwischen Wohlstand und Elend und welche Industrie soll dort die Förderung fossiler Energieträger nicht nur ersetzen, sondern auch noch Wirtschaftswachstum leisten, und das in nur 30 Jahren?


    Die Leute in Saudi Arabien und Russland diese Problem nicht diskutieren liegt daran, dass sie nicht an Klimaschutz glauben, nicht im geringsten. Niemand glaubt daran.

    Wie kann ein Unternehmen wie Saudi Amraco das wertvollste Unternehmen der Welt sein, wenn sein Geschäft doch keinerlei Zukunft hat?


    Irgendwas geht sich da nicht aus und ich sehe niemanden, der das Problem mal beim Namen benennt, geschweige denn eine Lösung anzubieten hat.


    So eine Lösung kann aber sein, dass Russland oder Saudi Arabien künftig grüne Energieträger herstellen und verkaufen, einfacher geht's mit Wasserstoff, aber auch synthetische Kraftstoffe wären zumindest denkbar.


    Dann muss man diesen Leuten aber auch einen Absatzmarkt bieten und eine glaubwürdige Perspektive, also künftige Geldströme, die in hunderten Milliarden Dollar/Jahr zu messen sind.


    So wie damals mit dem Solarstrom. Erst als klar war, dass man damit 20 Jahre lang 50ct/kWh garantiert bekommt haben die Investitionen begonnen und wir sind heute dort wo wir sind. Hätte man das nicht gemacht würde wir heute noch im Megawattbereich herum krebsen.

    Und wir haben 20 Jahre dafür gebraucht und sind noch keineswegs am Ziel.


    Die grundlegenden Weichen für Wasserstoff aus Russland im GW Bereich muss man HEUTE setzen, nicht im 15 Jahren.


    Wer sich hinstellt und es blöd findet, Wasserstoff aus Russland zu kaufen behindert diese Entwicklung. Russland hat gar keine Alternative dazu, weiterhin Öl und Gas zu fördern und zu verkaufen und eines Tages in die Ecke gedrängt werden die Russen möglicherweise der Ansicht sein, dass sie in ihrem riesen Land mit globaler Erwärmung besser klar kommen als andere, während andere das dann als Kriegsakt sehen.


    Und dann?


    MfG

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • Geht ja gar nicht, rechne mal x * y + Kuh die im Quadrat springt = Unmöglich

    Gehen tut das, aber es kann kostenmäßig niemals mit dem Transport der elektrischen Ursprungsenergie über HGÜ-Leitungen mithalten. Die Deutschen verpennen das nicht, weil sie es nicht wüssten, sondern weil es industrielle Gasverbraucher und Profiteure des alten Systems gibt, die unbedingt wollen, dass die Allgemeinheit ihnen die Kosten für ihre Gas-Infrastruktur trägt. Wenn du also aus einem Bauchgefühl heraus ("ich finde wir kommen nicht umhin...") deren Propaganda hier verbreitest, dann bist du eher ein Opfer genau dieser Lobby.

  • Ja, eben, wo wir wieder bei der konservativen Regierung sind, die alte Zöpfe bewahren will... :(


    Problem, wenn man alles per Strom macht kennst du doch aber ... Speicherproblem!

    Unsere Infrastruktur bietet eine Ballance aus vielen Energieträgern und die haben alle ihre Begründung und ihre Vorteile. Eigentlich können wir alles lassen, wie es ist, nur müssen wir aus anderen Quellen schöpfen.


    Alles über ein Netz geht nunmal nicht ... mittlerweile kommen Lokale Netze an ihre Grenzen, nur weil jetzt paar Leute schon Ladestationen zuhause hin stellen ... was soll das werden, wenn dann auch noch alle elt. heizen würden. Sorry, das kann nie gehen. Nie!

    Wir brauchen genau den gesunden Mix, den wir jetzt haben, nur dass nichts mehr von unter der Erde gefördert wird, sondern eben aus anderen Energievorkommen erzeugt wird.

  • Treffend formuliert, aber was du darüber hinaus schreibst klingt so, als ob diese gesellschaftlichen Parameter unveränderbare Konstanten wären oder als ob zumindest der Versuch sie zu ändern schon verwerflich und freiheitsbeschränkend wäre. Du drohst sogar mit Gewalt für den reinen Versuch! Das ist unentschuldbar.

    Auch du hast dir deine Meinung nicht unabhängig von anderen gebildet. Aber nicht jeder liest wissenschaftliche Publikationen, nicht jeder kann daraus Verhaltenskonsequenzen ableiten, nicht jeder kann die Wirksamkeit von persönlichen oder gesellschaftlichen Klimaschutzmaßnahmen beurteilen (Korrektur: streiche "nicht jeder", ersetze "kaum jemand"). Die Grenzen zwischen Pressefreiheit, Bildungsangeboten, Nudging, erhobenem Zeigefinger, politischen Rahmenbedingungen und juristischem Zwang sind fließend. Ich würde im Gegensatz zu dir beim Klimaschutz keinen Teil dieses Spektrums ausblenden. Das tun wir in keinem anderen Lebensbereich.

    Gesellschaftliche Parameter sind natürlich nicht unveränderbar. Sie sind die Summe individueller Parameter.


    Mal das "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" außen vor gelassen:


    Erstmal ist die Gesellschaft die Summe ihrer Mitglieder. Wollen die Mitglieder eine bessere Gesellschaft, ist es bequem dies von den anderen Mitgliedern dieser Gesellschaft zu "fordern" und anstrengend "selbst mit gutem Beispiel voranzugehen".


    Wer was fordern will, soll Politiker werden. "Politiker X fordert Y" - liest man häufig genug. Ein Beispiel:


    Altmaier fordert neue Steuerregeln für Google und Co.

    Altmeier fordert Klimaschutz bei Koalitionsverhandlungen hohen Stellenwert einzuräumen

    Altmeier fordert Einhaltung des Mindestlohns

    Altmeier fordert mehr Reichweite und günstigere Elektroautos von den deutschen Herstellern.

    Altmeier fordert Einigkeit

    Altmeier fordert Reallabore und eine intensive Zusammenarbeit mit den Nachbarländern in Europa.

    Altmeier fordert von Wulff Transparenz


    etc. etc.


    Ich könnte aber auch andere als Altmeier hernehmen. Gut, der Mann ist Politiker, die haben das in ihrer Jobbeschreibung und da kommen ja auch spezielle Charaktere zusammen.


    Ist es unentschuldbar - wenn sagen wir - "so jemand wie Altmeier" bei mir im Wohnzimmer stünde und fordern würde ich solle meinen Tesla gegen den ÖPNV tauschen, meine Heimserver in die Klaut bringen, ... wenn ich mir das vielleicht 2-3 Minuten anhören würde und dann den Mann hinauskomplementieren würde? Also mein Gewissen wäre da rein.


    Ich stimme Dir zu dass die - wir hatten das ja - Dunning Kruger Pandemie um sich greift und manchmal sind halt Leute nicht so informiert. Ich bin sogar bereit das zu akzeptieren und ich verstehe vollkommen, wenn jemand in dieser Hinsicht überhaupt nicht bewandert ist, weil er "anderes Zeug macht".


    Sagen wir eine Krankenschwester, die sich in der Paliativmedizin um Schwerstkranke/Sterbende kümmert und halt mit Energie nix am Hut hat. Wenn ich der Frau in der Hinsicht helfen/raten kann, mache ich das gerne auch in meiner Freizeit.


    Aber wenn - ich sag's nochmal - ein Dödel wie ein Berufspolitiker, oder ein ungelernter arbeitsloser Hauptschüler mit tausenden von Stunden League-of-Legends Kompetenz sich hinstellt und "fordert"... Weiste was? Ich kann damit leben, dass es für Dich unentschuldbar ist, wenn ich so jemanden bei der erstbesten Gelegenheit erde. Mein gewissen ist rein - ich sehe das als Dienst an der Gesellschaft.

  • Etwas zu fordern ist doch noch lange keine Ausübung von Zwang. Vielleicht forderst du ja auch, die EE schneller auszubauen, und es ist sicher eine gute Idee, da bei sich selber anzufangen. Aber dann stößt man irgendwann an seine Grenzen. Dann kann man seine Nachbarn fragen, warum sie eigentlich noch keine PV haben, in eine Genossenschaft investieren oder selber eine gründen, aber auch da kommen ziemlich schnell Grenzen. Und selbst wenn man gar kein Dach oder kein Geld hat, darf man und muss man natürlich politische Forderungen stellen. Und wenn die Politik sich das zu eigen macht, muss sie diese Forderungen an die Gesellschaft weitergeben. Das kann mit Appellen beginnen und über Förderungen, Steuern und Abgaben, bis hin zu Vorschriften und Verboten gehen.


    Eine Gesellschaft, die nur aufgrund von individueller Einsicht in Notwendigkeiten lebt, kann nicht funktionieren. Sie ist noch nicht einmal eine Gesellschaft. Jeder darf etwas fordern, und wenn er eine demokratische Mehrheit dafür bekommt, dann wird das so gemacht.

    Für deine erneuten Gewaltphantasien gibt es keinen anderen Kommentar als :thumbdown:

  • Etwas zu fordern ist doch noch lange keine Ausübung von Zwang.

    Du hast natürlich recht. Da gibt es eine lange Kette von Nuancen. Zwischen


    "Hallo Nachbar."

    ...

    "Hallo Nachbar, nette PV Anlage da auf dem Dach. Interessiert mich - vielelicht können wir bei Gelegenheit darüber reden."
    ...
    "Hallo Nachbar. Ich sehe sie haben eine nue PV Anlage. Lohnt sich das denn?"
    ...
    "Hey Nachbar. Nette PV Anlage, aber bei all Ihren Flugreisen im Jahr eher ein Feigenblatt - was?"
    ...
    "Also so geht's nicht Herr Nachbar, Ihre PV Anlage verschandelt das Straßenbild mit all den schönen roten Dächern. Da werde ich mich beim Amt beschweren. Ich fordere dass sie die Anlage wieder abbauen."


    und


    Nachbar klettert auf mein Dach und fängt an die Panele abzurupfen


    gibt es einen großen Unterschied. Aber die Forderungen sind schon weit oben in der Kette mit aufsteigendem Nerflichkeits-Faktor.


    Und Gewaltphantasien? Ich habe keine Gewaltphantasien und bin mir ziemlich sicher, dass die Reaktionen, die mir vorschweben bequem durch die Gesetzgebung (stichwort Hausfriedensbruch) gedeckt sind.