Abschreibung Batteriespeicher - bei DC Speicher doch mgl?

  • Hallo zusammen,


    Thema Abschreibung des Batteriespeichers zusammen mit der PV Anlage wurde ja schon oft hier disktutiert und ist "eigentlich" nicht möglich.


    Da bei mir zusammen mit der PV Anlage am Kostal Plenticore Wechselrichter eine BYD B-Box 6.4 installiert wird bin ich über folgendes gestolpert:


    Zitat

    Abschreibung von Batteriespeichern

    Die Abschreibung von DC Speichern, bei denen der Speicher vor dem Wechselrichter angeschlossen ist, ist möglich, da der Speicher dann als unselbstständiges Wirtschaftsgut gilt und so gemeinsam mit der Photovoltaikanlage abgeschrieben werden kann.Bei einer AC-Anbindung ist die Abschreibung nur in Sonderfällen möglich, wenn nachgewiesen wird, dass der AC Speicher unternehmerisch genutzt wird und mehr als 10% des gespeicherten Stroms in das Stromnetz eingespeist werden. Das ist in der Regel nicht der Fall.


    Heißt es in der Kombination oben mit dem DC Speicher am gleichen Wechselrichter ist eine Abschreibung doch möglich?

  • Zu deinem Problem gibt es eine klare Stellungnahme im Skript "Hilfe für Photovoltaikanlagen" des Bay. Landesamts für Steuern. Dessen Aussagen sind zwar nur für die bay. Finanzämter bindend, werden aber oft auch in den anderen Bundesländern übernommen.

    Dort heißt es auf S. 32 (Hervorhebung von mir):


    Zitat:


    d. Wie sind Batteriespeicher einkommensteuerlich zu behandeln?

    Batteriespeicher können auf unterschiedliche Art und Weise in eine (bestehende) Fotovoltaikanlage integriert werden (Einbau vor oder nach dem Wechselrichter). In Abhängigkeit von der Bauart kann der Batteriespeicher daher steuerlich gesehen, ein selbständiges Wirtschaftsgut oder unselbständiger Bestandteil der Fotovoltaikanlage sein.

    Stellt der Batteriespeicher ein selbständiges Wirtschaftsgut dar und dient er allein der Zwischenspeicherung des selbst erzeugten Stroms zur anschließenden privaten Verwendung des Stroms ist der Batteriespeicher dem Privatvermögen zuzuordnen. (Die Entnahme des Stroms erfolgt in diesen Fällen bereits im Zeitpunkt der Speicherung.)


    Dient der Batteriespeicher auch der Einspeisung ins Netz kann er (bei einer Nutzung hierzu zu > 10 %) bzw. muss er (bei einer Nutzung hierzu über 50 %) als Betriebsvermögen behandelt werden. Die Anschaffungskosten (gemindert um evtl. Zuschüsse, vgl. IV./5.) sind auf die steuerliche Nutzungsdauer von 10 Jahren zu verteilen und in gleichen Jahresbeträgen (jährliche AfA = 10 %) zu berücksichtigen (im Jahr der Anschaffung zeitanteilig).


    Zitat Ende


    Zu beachten ist die zur Solaranlage unterschiedliche Abschreibungsdauer von 10 Jahren.


    Das Skript (Ausgabe 01/2019) kannst du dir hier holen:

    https://www.pv-steuer.com/modu…llery/dlc.php?id=0601F521


    mfg

    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, Direktverbrauchs-Anlagen und Kombinationen beider Arten
    DV-Tools auch für OS X - WIN-DV-Tool (1 Anlage) auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Hallo Paulchen,

    Danke für deine Info, da ich in Bayern wohne kannte ich das Kompendium, allerdings bekomme ich es nicht richtig angewendet?

    Wird bei der BYD B-Box auch eingespeist, doch eigentlich nicht? Allerdings ist ein unselbständiges Wirtschaftsgut aus meiner Sicht wie oben beschrieben?

  • Deinen konkreten Fall und die BYD B-Box kenne ich natürlich nicht, dasrum kann ich dir hier nicht weiterhelfen,


    mfg

    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, Direktverbrauchs-Anlagen und Kombinationen beider Arten
    DV-Tools auch für OS X - WIN-DV-Tool (1 Anlage) auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Hallo Paulchen,

    Danke für deine Info, da ich in Bayern wohne kannte ich das Kompendium, allerdings bekomme ich es nicht richtig angewendet?

    Wird bei der BYD B-Box auch eingespeist, doch eigentlich nicht? Allerdings ist ein unselbständiges Wirtschaftsgut aus meiner Sicht wie oben beschrieben?

    Ja, so richtig steht nicht dabei, wie es sich verhält, wenn es ein unselbständiges Wirtschaftsgut ist, und privat genutzt wird.


    Ich würde diese Stellungnahme ja so verstehen:


    Wenn unselbständiges Wirtschaftsgut

    --> Abschreibung möglich


    Wenn selbständiges Wirtschaftsgut, dann muss man weiterfragen ob

    -Zwischenspeicherung nur für private Zwecke -- keine Abschreibung

    -Zwischenspeicherung für Netzeinspeisung mind. 10% --> Abschreibung möglich


    Ansonsten würde der Hinweis mit der unterschiedlichen Einbindung gar keinen Sinn machen.

  • Ich glaube, da geht es allen so ähnlich oder gleich wie Paulchen .


    Diejenigen die den Sachverhalt verstehen ... kommen meist aus der Gedankenwelt von Ingenieuren... und tun sich wahnsinnig schwer damit, JEDEN lebensnahen Sachverhalt nach bestimmten steuerlichen Merkmalen zu beurteilen.

    Diejenigen, die mit den steuerlichen Begriffsdefinitionen kein Problem haben - verstehen den technischen Sachverhalt nicht


    Anlagenbuchhalter erleben dieses Dilemma jeden Tag.


    Und die dritte Gruppe hat weder vom einen noch vom anderen Ahnung ;-)


    Das letzte Gespräch das ich mit einem Solarteur in der Sache geführt habe, endete mit der Erkenntnis, dass es im Regelfall unwirtschaftlich ist, den Speicher "vor den Wechselrichter" zu setzen - und somit zum Teil der Sachgesamtheit zu machen;
    sondern dass im Regelfall der Speicher "hinter der dem Wechselrichter" verbaut wird - und somit ein selbständiges Wirtschaftsgut darstellt.

    Ich kann nicht prüfen, ob die Aussage stimmt oder möglicherweise ihre Berechtigung hat oder kompletter Unfug ist.

    Mein Fazit: Gut. Dann ist doch alles geklärt. Beides ist denkbar. Nur wird man in der Praxis nur den Fall antreffen, bei dem der Speicher eben keine betriebliche Nutzung erfährt.
    Oder andersherum: Wer die letzten Cents über die Abschreibung des Speichers retten will ... hätte lieber 50 Euro Scheine durch Verzicht auf den Speicher sparen sollen.



    Mit den Aussagen in den zitierten Quellen kann ich durch die Bank gut leben.
    Da ist aber auch nichts anderes gemacht worden, als allgemeine Regeln nochmal anders niederzuschreiben.
    Um zu den Ergebnissen zu gelangen, würde man die Quellen nicht brauchen. Reines Basiswissen.

    Das nützt alles nichts, wenn man den lebensnahen Sachverhalt nicht zu fassen bekommt.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Und was ist,wenn der Speicher selber keine eigene Position in der Rechnug ist sondern mit dem WR in einer Position genannt worden ist?:/(ausgenommen explizit beschriebene Arbeitsstunden oder eindeutig dem zuzuordnen ist)

  • Bei mir ist es folgendermaßen gewesen:

    Erste PV mit DC-Akku, der netto auf der Rechnung als eigener Posten drauf war. Der Akku ging in die Abschreibung mit rein.

    Zweite PV mit AC-Akku, wofür es nur einen Gesamtbetrag gab (Akku zwar aufgeführt, aber ohne Betrag), ging auch in die Abschreibung mit rein.

    Beides über die 20 Jahre mit der PV.


    Ich gehe davon aus, daß Finanzbeamte lesen können. Zu den Akkus wurde ich nicht explizit befragt, ich habe aber auch nicht selbst darauf hingewiesen. Den Rechnungen war das Vorhandensein von Akkus aber durchaus eindeutig zu entnehmen.

    Von daher ... nachhaken werde ich nicht, bloß keine schlafenden Hunde wecken ...

  • Auszug von heute aus Steuer:Blick das Steuermagazin von buhl:


    Umsatzsteuer

    Vor allem Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vertreten bei der Frage nach der Umsatzsteuer unterschiedliche Auffassungen.

    Nach Meinung der Oberfinanzdirektion (OFD) Karlsruhe teilt der Batteriespeicher das umsatzsteuerliche Schicksal der Fotovoltaikanlage.

    Das bedeutet: Wird die Anlage insgesamt zu mehr als 10 % unternehmerisch genutzt, besteht auch für den Speicher anteilig ein Recht zum Vorsteuerabzug.


    Einkommensteuer

    Die Inkonsistenz der Handhabung in den einzelnen Bundesländern zeichnet sich auch bei der Einkommensteuer ab.

    Folgt man der Verfügung der OFD Karlsruhe, sind Batteriespeicher und Fotovoltaikanlage als Einheit anzusehen. Das bedeutet, dass Sie den eingebauten Speicher zusammen mit der gesamten Fotovoltaikanlage über die Nutzungsdauer von 20 Jahren abschreiben können.

    Eine ganz andere einkommensteuerliche Behandlung ergibt sich aus der Auffassung der OFD Nordrhein-Westfalen und der Landesfinanzverwaltung München: Hier wird wie bei der Umsatzsteuer unterstellt, dass Speicher und Anlage zwei eigenständige Wirtschaftsgüter sind. Damit dürfen Sie den Batteriespeicher überhaupt nicht abschreiben, da die gespeicherte Energie rein privat genutzt wird.


    Interessanterweise hat sich die Bundesregierung bereits zur Frage der ertragsteuerlichen Behandlung von Batteriespeichern geäußert (BT-Drucksache 17/14413). Dabei wurde festgelegt, dass die Speicher zusammen mit der Fotovoltaikanlage zu aktivieren und abzuschreiben sind.

    Die Frage ist also, warum sich die OFD Nordrhein-Westfalen sowie die Landesfinanzverwaltung München darüber hinwegsetzen können. Es bedarf seitens der Regierung also eine klare Positionierung zu den unterschiedlichen Verfahren der Länder.