Kleinunternehmerregelung oder Umsatzsteuerpflicht?

  • Ja, unter 10kWp reicht dem FA die Differenz zwischen geeichtem Einspeisezähler und dem Erzeugungszähler im WR (ein separater Drehstromzähler ginge auch, falls du den wg. 70%-weich eh hast... und der womöglich etwas 'günstigeres' anzeigt. Ein paar Prozent Toleranz haben die locker...).

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Bis inkl. 10 kWp statt "unter" ist richtig.

  • Natürlich... 'unter' war aber auch richtig, hab ja nix über =10kWp gesagt. ;)

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Ok, klingt gut und ist einsichtig.
    Nur zur Sicherheit noch zwei Nachfragen zum Allgemeinstrom.


    1. Dieser Ausführung der Clearingstelle:https://www.clearingstelle-eeg…files/Hinweis_2018_10.pdf

    entnehmen ich, dass auf den "Allgemeinstrom" KEINE EEG-Umlage fällig wird, und zwar auch auf den Anteil, der rechnerisch (z.B. nach qm-Anteilen) auf die Mieter fällt. Zumindest dann nicht, wenn:

    • Die PV-Anlage und Einspeisung auf meinen Namen läuft und
    • Der Allgemeinstrom-Verbrauch auch auf meinen Namen läuft (wäre in der oberen Konstellation eh der Fall,
      da über den privaten Zähler laufend)
      und ich alle Allgemeinstrom-Verbraucher auch kontrolliere/steuere (was der Fall ist).

    Habe ich die Clearing-Stelle da richtig verstanden?


    2. Zu welchem Preis darf ich denn in der Betriebskostenabrechnung den in den Allgemeinstrom "eingespeisten" PV-Strom aufführen/einrechnen?

    a) Zum Erzeugungspreis (also 5% der Kosten der Anlage durch im Jahr erzeugte Strom)?
    b) Zum (entgangenen) Einspeisungspreis?
    c) Zum Bezugspreis zu dem der sonstige Allgemeinstrom bezogen wurde?
    d) Oder in Anlehnung an den gesetzlich eingeführten "Mieterstrom" mit 90% von c)?

    Bei a) und b) wäre die Einbeziehung des Allgemeinstroms in meinen Augen hauptsächlich ökologisch sinnvoll.
    Ökonomische Effekte ergeben sich hier höchstens, da ich ja
    - zumindest anteilmäßig am Algemeinstrom beteiligt bin und diesen dann auch billiger beziehe und

    - man sich eben einen Mietzähler sparen würde (aber ebene einen eigenen geeichten Zähler investieren muss).

    Dazu habe ich leider auch in den entsprechenden Themen hier im Forum nichts gefunden.
    Kann da jemand helfen?


    Vielen Dank vorab!

  • Habe ich die Clearing-Stelle da richtig verstanden?

    Ja, die Vorgaben sind eindeutig. Siehst du einen Punkt der nicht zutrifft? Ich nicht.


    b) Zum (entgangenen) Einspeisungspreis?

    wäre mein pragmatischer Ansatz da du dich damit nicht bereicherst und dein Unternehmen PV-Betrieb neutral bleibt.

    Es gibt da wirre Regelungen dass du die Kosten nachweisen können musst (Stichwort Brennstoffkosten). Ich würde mit den Mietern eine schriftliche Vereinbarung treffen.

    Den Grundpreis des Bezuges könnte man hälftig teilen. Alternativ den bisherigen Preis ansetzen wenn der "im Rahmen" war.

    Entscheidend ist ob deine Mieter anständig und vernünftig sind oder solche, die man lieber nicht hätte einziehen lassen.

    Der Mieter darf keinesfalls schlechter gestellt werden.

    Weiterer Vorteil kann höhere Nutzung der Ernte über 70% sein.


    > eigenen geeichten Zähler investieren muss

    Dessen Eichung nur wenige Jahre hält. Dann tauschen oder mit Augenmaß und Vernunft schauen ob die Werte plausibel sind. Ja, das wäre mein Ansatz, 5 Jahre geeichte Messwerte, dann sind Ausreißer zu erkennen. Kräht doch normalerweise kein Hahn danach. Und mit eigenem Grundpreis wäre es eh teurer.


    Wie gesagt, es kommt hier ganz auf die Mieter an. Wenn du alles überkorrekt haben möchtest würde das heißen alle 5 Jahre den geeichten Zähler tauschen.


    https://www.bzr-bauer.de/ könnte sowas haben - finde es aber nicht online. Für privaten Zwischenzähler reicht Hutschiene.


    Bereicher dich nicht an den Mietern, dann sollten die sehr einsichtig und dankbar sein. WEnn einer blöd tut dann ist der Strom eh ein eher kleineres Problem.

  • Hätte da auch noch eine Steuerfrage, möchte deswegen aber kein eigenes Thema aufmachen.


    Entscheide ich mich dazu, Umsatzsteuerpflichtig zu werden, kann ich mir die Märchensteuer für die Anlagenerrichtung und deren direkte Betriebskosten grob gesagt vom FA zurück holen. Für einen Speicher theoretisch auch, wenn er als Teil der Anlage errichtet und betrieben wird.


    Nun ist das Speicherthema ja ein sehr sperriges. Sollte das Thema in 5 Jahren anders bewertet werden, dann wäre der Speichererwerb Privatvergnügen. Soweit richtig?


    Würde der Speichererwerb mit einer mit einer Anlagenerweiterung zusammen fallen, dann wäre es wieder möglich? Gehört zu einer Anlagenerweiterung nur die Vergrößerung des Generators (ohne eigenen WR) oder muss es eine eigenständig betriebsfähige Anlage sein?


    Danke.

  • Ich wollte gerne noch deinen Punkt bestätigen, dass die AfA Bemessungsgrundlage bei Regelbesteuerung vom Netto ist und bei KUR vom Brutto.


    Ein paar Sachen würde ich noch ergänzen, die hier im Forum in den Berechnungen oft zu kurz kommt:


    Es wird immer von 5 Jahren USt auf Eigenverbrauch gerechnet, das ist aber nur in den seltensten Fällen richtig. Man ist für zwar insgesamt 5 Kalenderjahre an die Regelbesteuerung gebunden, der Wechsel kann aber nur zu Beginn eines Kalenderjahres folgen. Das sind im blödesten Fall 5 Jahre und 364 Tage. Entscheidend ist hier der "Beginn der unternehmerischen Tätigkeit", das bedeutet die erste Handlung, die man für den Zweck dieser Tätigkeit vorgenommen hat. Das kann also z.B. auch die Nachfrage nach den Kreditkonditionen für eine PV sein.


    Woher will das Finanzamt wissen, wann ich angefangen habe?

    Genaue Verfolgung und Überprüfung gibts natürlich nur im Streitfall, z.B. vor Gericht, aber gibt ja auch erstmal genug offensichtliche Indikatoren, wie z.B. die Eingangsrechnung, über die das Finanzamt ja spätestens mit Einreichung der entsprechenden Voranmeldung Bescheid weiß. Eine taggenaue Betrachung ist also praxisfremd, da aber auch so selten der Januar zu Grunde gelegt werden kann, sind es in den meisten Fällen mehr als 5 Jahre.


    Eine weitere Option, die oftmals ignoriert wird, ist die anteilige Zuordnung. Hier muss man zwei Sphären unterscheiden, die private und die unternehmerische. Im üblichen Fall bei der Regelbesteuerung sagt man, dass 100% der PV-Anlage dem unternehmerischen Zweck dient, hier wird deshalb auch 100% der Vorsteuer erstattet. Man hat hier aber auch die Option nur einen Teil dem Unternehmen zuzuordnen, üblicherweise der Anteil, der voraussichtlich nicht eingespeist wird, also Eigenverbrauch = private Sphäre. Wenn man z.B. sagt 30% ist Eigenverbrauch (privat) und 70% unternehmerisch, dann könnte man hier 70% der Vorsteuer zurückbekommen. Der Vorteil ist, dass man dann auf den "privaten" Strom keine USt zahlen muss.

    Wichtig: In der Einkommensteuer gibt es diese anteilige Zuordnung nicht, hier gibts nur ganz oder gar nicht. Das ist besonders für Speicherfans interessant, weil ein nachträglich gekaufter Speicher normalerweise immer nur privat genutzt werden kann. Aus dem Grund gibts auch für nachträglich gekaufte Speicher keine AfA. Wenn irgendwer Strom speichern sollte, der dann später eingespeist wird (egal wie bescheuert das ist), dann wäre das theoretisch ok.


    Diese Punkte sollte man also noch bei der Ermittlung der besten Variante berücksichtigen.


    Nachtrag: SKH Mein Beitrag hat sich mit deiner Frage überschnitten. Prinzipiell geht es beim Speicher darum, ob er selbstständig oder unselbstständig ist. Das ist also immer eine Einzelfallprüfung. In deinem Fall könntest du wahrscheinlich davon ausgehen, dass eine AC-seitige Nachrüstung, also wenn der andere WR theoretisch auch Strom speichern kann, du wenig Chancen hast.


    Das ist hier natürlich keine Steuerberatung!