Wie werde ich schnell "Nicht-Unternehmer"

  • Hallo,


    ich habe seit 2017 eine PV-Anlage in Betrieb und damals nicht die Kleinunternehmer-Regelung gewählt. PV-Anlage, Stromvertrag, etc läuft alles auf mich.


    Jetzt bin ich dieses Jahr überraschend Testamentsvollstrecker geworden, im Erbvertrag namentlich benannt und Miterbe. Dafür werde ich irgendwann "ordentlich" bezahlt werden. Es wäre verdammt blöd, wenn ich darauf dann Umsatzsteuer zahlen müsste, da das einige tausend EUR wären.


    Deshalb muss ich möglichst schnell in die Kleinunternehmer-Regelung. Wie mache ich das am besten?

    1) PV-Anlage und alles was damit zu tun hat auf meine Frau oder eines der minderjährigen Kinder überschreiben. Wäre ich damit den "Unternehmer"-Status sofort los und könnte mich nächstes Jahr als neugeborener Unternehmer (als Testamentsvollstrecker) für "Kleinunternehmer" entscheiden?

    2) PV-Anlage in GBR auslagern

    3) Testamentsvollstreckung verschleppen und erst 2022 vollenden (Dann hätte ich die 5 Jahre doch voll von 2017 - 2021?)

    4) Finanzamt mitteilen dass ich sofort in die Kleinunternehmer-Regelung möchte. Geht das? Dann muss ich die Umsatzsteuererstattungen rückabwickeln, oder?


    Steuern sind echt ein äzendes Thema. Diese Sonderregelungen gehören alle abgeschafft. Umsatzsteuer immer auf alles und aus die Maus. Dann müsste man sich mit solchen Themen gar nicht erst rumschlagen.


    Ich hoffe auf Tipps.

    8,26 kWp, 28xHeckert NeMo 2.0 black 295W + Froinius Symo 8.2-3. 35° Dachneigung, 20° Ost.

  • Soweit ist das klar. Und dass ich die Einkünfte daraus der Einkommenssteuer unterliegen ist ja auch ok. Aber ich möchte vermeiden, dass darauf dann auch noch Umsatzsteuer gezahlt werden muss.

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  • Lass dich mal beraten, aber nicht hier. Glaube du bringst da ganz viele Sachen durcheinander. Bist du Testamentvollstrecker oder hast du eine Generalvollmacht erhalten?


    Jedenfalls ist Umsatzsteuer noch nie auf einem Bescheid zusammen mit Einkommensteuer genannt worden. (...dürfte auch noch keine steuerrechtliche Beratung gewesen sein, oder?)


    ;-)


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg


    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung, Anlagenplanung und -Neubau

  • Hm, nein ich glaube nicht dass ich viel durcheinander bringe.

    1) Ich bin Unternehmer und umsatzsteuerpflichtig. Eben weil ich eine PV-Anlage betreibe und mich so entschieden habe.

    2) Jetzt bin ich zusätzlich auch noch Testamentsvollstrecker. Dafür werde ich, wenn alles abgeschlossen ist, irgendwann in vermutlich einem Jahr, bezahlt werden. Weil es so im Testament bestimmt ist und ich das Amt angenommen habe.


    Die PV-Anlage ist ein Gewerbe, die Testamentsvollstreckung eine zweite selbstständige Tätigkeit die mich jetzt getroffen hat (ich hätte sie ablehnen können, habe ich aber nicht). Die Umsatzsteuerpflicht hängt ja an mir als Person. Deshalb möchte ich sie gerne los werden und suche dafür nach Wegen.

    Und für die beste Variante eine PV-Anlage abzugeben müsste ich doch hier gut beraten werden können?!


    Das Umsatzsteuer und Einkommenssteuer völlig getrennte Dinge sind ist mir absolut klar. Und die Umsatzsteuer hätte ich jetzt gerne los, indem ich auf dem besten Wege Kleinunternehmer oder "gar kein Unternehmer" werde.


    Oder "klebt" die Umsatzsteuerpflicht 5 Jahre lang an mir, selbst wenn ich mein Unternehmen an jemanden verkaufe/verschenke/übertrage?

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  • beim Überschreiben aber aufpassen: wenn der Betreiber nicht gleichzeitig der Anschlussinhaber des Stromanschlusses ist, ist das dann Stromlieferung an Dritte und somit EEG-Umlagepflichtig.

    Für den Rest würd ich mich mal bei einem fähigen Steuerberater beraten lassen.

  • Es wäre verdammt blöd, wenn ich darauf dann Umsatzsteuer zahlen müsste

    Die zahlen deine Kunden, also die Erben, du führst sie nur ab. Blöd, daß du als Miterbe da anteilig mitzahlst, sonst könnte es dir recht egal sein ;) Auch ich rate dir aber dich da beraten zu lassen, insbesondere auch, ob du 17500/50000€ nicht reißt und gar keien Wahl hast. Nur so eine Idee - gibt es da vielleicht eien Chance das in eienr GbR zu machen?


    Zur PV: natürlcih kannst du zur KUR wechseln, ich meine aber nur fürs Kalenderjahr, also bevorzugt ab 1.1.2020. Dann zahlst du halt anteilig 1/60 für jeden Monat, der auf die 60 Monate fehlt die erstattete Vorsteuer zurück (keine Ahnung ob plus Zinsen oder ohne), zahlst aber auch nichts mehr für die unentgeltliche Wertabgabe. Das teilst du deinem Kunden, dme VNB, und dem Finanzamt mit.

  • die PV Anlage kann doch vorübergehend die Ehefrau oder ein anderes Mitglied der Familie betreiben. Und das unabhängig vom Eigentümer der Anlage.

    Steuerlich bleibst du aber bis Jahresende an die Regelbesteuerung gebunden.

    Als Kleinunternehmer kannst du also erst im nächsten Jahr starten. Das geht dann sogar einmalig bis 50.000€ Umsatz.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • die PV Anlage kann doch vorübergehend die Ehefrau oder ein anderes Mitglied der Familie betreiben. Und das unabhängig vom Eigentümer der Anlage.

    Das könnte zu Komplikationen bei der gezogenen Vorsteuer führen.

    machtnix überlässt der Ehefrau die Anlage zum Betrieb und erhält nichts dafür

    Risiko: zeitanteilige Korrektur der Vorsteuer nach § 15a UStG

  • Moin,


    möglicherweise ist der Versuch, der Unternehemereigenschaft (mit PV-Anlage) vorab zu entkommen, überhaupt nicht zielführend. Denn die Tätigkeit als Testamentsvollstrecker kann für sich genommen bereits eine unternehmerische Tätigkeit sein und somit genauso die Umsatzsteuerpflicht auslösen. Da gab es vor Jahren deshalb mal einen Streit, der bis zum BFH gegangen ist. BItte suche Rat bei Angehörigen der steuerberatenden Zunft.


    Cheers,

    Photonenfang.