Merkwürdig schnelle Entladung der Solarbatterien

  • Hallo zusammen. Ich bitte euch alle um Hilfe mein Problem mit Solarbatterien zu klären.
    Im Januar dieses Jahres habe ich für mein Gartenhaus eine komplette Insel Solaranlage gekauft: 3 Solarmodule a 250Wp, Laderegler Steca 3030, Wechselrichter Solartronics ES 2000 24V, Victron BP 65 und 2 Solarbatterien Siga Solar Comfort 280Ah 100C in Reihe angeschlossen. Als Verbraucher habe in ein TV (25W), Kühlschrank 160KW/ Jahr und ein Backofen 900W. Nach meiner groben Berechnung können die Batterien 3KWh ohne Tiefentladen verkraften. Nach dem Anschalten vom Backofen für 20 min zeigt der Laderegler komplette Entladung der Batterien und Batterieprotect schaltet den Stromwechsler ab. Victron ist auf 23,6v Spannung eingestellt. Ich schalte Backofen aus, Klemme die Solarmodule ab. Nach wenigen Minuten steigt die Spannung auf 25,6 V , startet wieder der Stromrichter. Kann sein das ich defekte Batterien gekauft habe? Bei sonnigen Tagen merke ich die Entladung nicht, weil die Batterien sehr schnell aufgeladen werden. Was meint ihr ist es so normal oder ist das ein Grund für Batteriereklamation? Vielen Dank im Voraus

  • Servus und willkommen hier Sergej , da kann es gleich mehrere Problemquellen geben.

    Einmal kann es sein dass die 250Wp-Module aufgrund von zu dünnen Kabeln/schlechten Kontakten nicht die erforderliche Ladeendspannung für die Akkus bringen. Bei 30Vmpp der Module parallel an einem PWM-Regler ist das schnell passiert.

    Wenn die Akkus jetzt seit Januar chronische Mangelladung erfahren haben sind sie sulfatiert und damit spannungsweich.

    Also überprüfe ob die Ladeendspannung von je 14,2-14,4V wirklich auch an den einzelnen Batteriepolen erreicht wird.

    Kurze, ausreichend dimensionierte Kabel und gute Kontakte sind dafür Voraussetzung!

    Die Ruhespannung sowie die Spannung unter Last der einzelnen Batterien muss gleich sein!


    Ein Ladestrom von max. 3*8A bei praller kühler Sonne (real eher 15-18A) ist auch nicht grade üppig für die Klötzchen, bei

    einer vorherigen Entladung auf DOD50% brauchst Du mind. 10Std. Sonne um sie wieder einigermaßen voll zu laden.

    Mit schlechter Ausrichtung, kleine Schatten durch Zweige oder etwas Vogelscheiße/Blätter entsprechend länger.

    Was sagt der Steca, wird regelmäßig (Mind 2*/Woche) "Erhaltungsladung" erreicht?


    Damit kommt der nächste Punkt, ein Verbraucher mit 900W zieht über den WR an den Akkus mit > 40A. Die Akkus sind

    auf C100 ( 2,8A *100Std.) spezifiziert, was bedeutet bei 40A Laststrom (= C7!) haben sie nur eine Kapazität von ca 140Ah:shock:

    Für solche Ströme sind die Akkus nicht gebaut und selbst wenn sie topfit wären würde die Spannung mit dieser

    Last ganz schnell auf <23,6V einknicken.

    Also probier mal die Abschaltspannung ein bisschen niedriger einzustellen, z.B 23,2V, vielleicht reicht das ja schon.


    Grundsätzlich sind verschlossene Akkus nicht grade optimal für Inselbetrieb da man nur schwer eine echte

    Ausgleichsladung machen kann und eben diese aber im zyklischen Betrieb an PV öfters erforderlich ist.

    In deinem Fall könntest Du zur Batteriepflege nach erfolgter Vollladung zwei Module abklemmen und beim

    Steca eine Ausgleichsladung aktivieren. Dann lädt er bis >28,8V (sofern das Modul sie bringt) mit dem limitiertem

    Ladestrom des einen Moduls. Kontrolliere die Akkus auf ihre Einzelspannung,Temperatur/Geräusche,

    handdwarm und ganz leises Zwitschern ist noch okay, Spannung muss gleich sein (+-0,05V)

    So eine schonende Ausgleichsladung solltest Du jeden Monat oder nach jeder Entladung >DOD60% machen.


    lg,

    e-zepp

  • Was meint ihr ist es so normal oder ist das ein Grund für Batteriereklamation?

    Nein da gibt es keinen Grund da die Batterien durch falsche Auslegung der Anlage wie auch nicht passende Zusammenstellubereits mit Garantie nachhaltig geschädigt sind. Darauf hat man weder Garantie Gewährleitung oder sonst was. e-zepp hats ganzs gut beschrieben. Du hast keine Problem mit den Batterien sondern mit der gesamten Anlagen und der Dimensionierung, das erst dann in Probleme der Batterien resultiert.

  • Hi.

    23,6V bzw 11,8V Tiefendentladeschutz ist etwas hoch unter der Last.

    Durch den Hohem Strom knickt die Spannung schon ein.

    Da ist es nicht verwunderlich wen er abschaltet.


    Da die Spannung wieder auf 25,6V bzw 12,8V steigt ist der Akku schon noch recht voll.

    Insel mit Schütz Netzumschaltung über BMV702
    3,24kWp O/S, 1,44kW W/N, 0,54Wp S/W an MPPT

    ~1-2kWp Restleistung O 14x250W Hagelschadenmodule an PWM, 1,4kWp W/N Dünnschicht an MPPT

    10-12kWp die noch warten verbaut zu werden....
    PZS 48V 420Ah ~10jahre alt ~360Ah Restkapazität SD 1,21-1,25, 1400kWh runter

    ECTIVE SI 4kW Sinus Wechselrichter.

    6000kWh Jahresverbrauch, Boiler im Sommer.

  • Guten Morgen E-Zepp und pezebaer. Vielen Dank für eure schnelle Antwort.

    Kurz zur Dimensionierung meiner Anlage: ich habe die PV- Anlage in einem Set bei Bautech- solar Shop gekauft. Einziges was ich im Set ausgetauscht habe waren ein China- Laderegler und ein kleiner Stromrichter.

    Bezüglich Mangelladung: Ladespannung der Batterien habe ich ständig kontrolliert.

    Die Batterien waren beim trüben Wetter bis 26,4 V- 26,6 V geladen. Bei sonnigen Tagen bis 28,8V.

    Außerdem besitzt der Laderegler Steca PR 3030 eine automatische Batteriepflegefunktion: abhängig vom Batterieverhalten werden automatisch verschiedene Ladeverfahren wie Normalladen 27,8V, Boost- Laden 28,8 V und Ausgleichladen 29,4 V durchgeführt. Diese Lade- Prozesse habe ich auch beobachtet.

    Ich habe keine Erfahrungen mit Solarbatterien, schon nach dem ersten Einschalten waren die Batterien so spannungsweich: sie haben schnell die Energie abgegeben und schnell bis 100% Ladung aufgenommen...

    Wen ihr meinet, dass meine Batterien sulfatiert sind, kann man sie noch retten? Gibt es bestimmte Ladeverfahren z. B. mit Ladegerät o.a.? Oder bleiben sie jetzt für immer spannungsweich? Wass kann man noch ertwas tun, um die Leistung der Anlage zu verbessern? Ein neues Paar Batterien parallen anschliessen? Kann diese Paar AGM- Batterien sein?

    PS. Ich versuche an einem sonigen Tag zwei Module abzuklemmen und mit kleinem Strom die Batterien aufzuladen.

  • scauter2008 .. das wird ihm auch nix bringen weil mit dem Steca und den 250er wie von Phillip erwähnt reicht die Spannung nicht aus das er die Sulfatierung regelmäßig beseitig .. schöner Fall von schleichender Sulfatierung bei SMF, kombiniert mit einer Schichtung die sich dann ergibt. Da gehört ein anderer Regler rein. Wie auch die Spannungsgeführte Ladezustands anzeige beim Steca ist hier für A&F im Fall eines WR an der Batterie. Wenn er es wissen will kommt er um einen Batteriemonitor nicht herum


    BTW mit einem 65A Batterieprotect einen 2000W WR zu schalten ist echt sportlich :)

  • Hi.

    Er weiß jetzt wo das Problem liegt.

    Der Wechselrichter schaltet nicht aus, die Akkus sind (noch nicht) Defekt.

    Das die Spannung so schnell sinkt, könnte auch an einer schon vorhandene Sulfatierung liegen.


    Der Lademangel ist wieder eine andere Sache, da hilft nur Dach Voll oder Gaskocher.


    Am besten wäre es wen man jeden Tag die 28,8V erreicht werden für 1-2 Stunden , und nur so viel entnimmt das der Akku auch wieder voll wird.


    Mach mal einen Tag eine richtige Ladung mit Hauptladung und EQ ohne Entnahme.

    Insel mit Schütz Netzumschaltung über BMV702
    3,24kWp O/S, 1,44kW W/N, 0,54Wp S/W an MPPT

    ~1-2kWp Restleistung O 14x250W Hagelschadenmodule an PWM, 1,4kWp W/N Dünnschicht an MPPT

    10-12kWp die noch warten verbaut zu werden....
    PZS 48V 420Ah ~10jahre alt ~360Ah Restkapazität SD 1,21-1,25, 1400kWh runter

    ECTIVE SI 4kW Sinus Wechselrichter.

    6000kWh Jahresverbrauch, Boiler im Sommer.

  • BTW mit einem 65A Batterieprotect einen 2000W WR zu schalten ist echt sportlich

    Was habe ich hier falsch gemacht?

    Wie auch die Spannungsgeführte Ladezustands anzeige beim Steca ist hier für A&F im Fall eines WR an der Batterie. Wenn er es wissen will kommt er um einen Batteriemonitor nicht herum

    Was würden Sie hier verbessern? Würden Sie mir diese Geräte nennen bzw. empfehlen?

  • BMV700

    TOYO ML2440 oder Victron MPPT 100-30


    Noch ein viertes Modul und je 2 in reihe damit der MPPT Regler gut arbeiten kann.

    Das kann jedes beliebige 250-270Wp Module sein, muss nicht der gleiche Hersteller sein.


    Schau auch mal nach gebrauchten OPZS oder einer Kleinen Staplerbatterie PZS.

    Da hast mehr von als von den Billig Solarbatterien die nicht lange halten.


    24V x 65A = 1560W DC bzw mit 15% Wechselrichterverlust 1300W AC.

    Mehr kann der BP nicht, solange du aber darunter bleibst ist das kein Problem.

    (mit den Akkus wäre das eh kein langer Spaß)

    Insel mit Schütz Netzumschaltung über BMV702
    3,24kWp O/S, 1,44kW W/N, 0,54Wp S/W an MPPT

    ~1-2kWp Restleistung O 14x250W Hagelschadenmodule an PWM, 1,4kWp W/N Dünnschicht an MPPT

    10-12kWp die noch warten verbaut zu werden....
    PZS 48V 420Ah ~10jahre alt ~360Ah Restkapazität SD 1,21-1,25, 1400kWh runter

    ECTIVE SI 4kW Sinus Wechselrichter.

    6000kWh Jahresverbrauch, Boiler im Sommer.

  • Noch ein viertes Modul und je 2 in reihe damit der MPPT Regler gut arbeiten kann.

    Meine Module sind 24V, wenn ich je 2 in Reihe schalte, ist das dann 48V. Geht dann der Regler kaputt, oder?