Ölheizung raus / Wie viel Strombedarf der WP über PV abdeckbar?

  • Die Art der Heizung hängt ganz klar von den bauphysikalischen Gegebenheiten ab.

    Mein Haus z.B. ist z.T. sehr massereich und nur mäßig dämmbar. Das bedingt Heizkörper, die vor Allem mit Strahlungswärme arbeiten, die wiederum eine relativ hohe Vorlauftemperatur benötigen.

    So gerne ich auch auf eine ökologischere Heizungsart als meine Gastherme umsteigen würde, zweifle ich sehr, dass etwas Anderes in meinem Haus funktionieren würde.

    Ok, ich könnte einen Feststoffofen kaufen und morgens Holzhaken gehen, aber ich bin alt und hab Rücken ;)

    In Anbetracht dessen, dass meine Anlage in Betrieb ist, ändere ich womöglich meinen Nick in KannManchmalDochWas 8)

    Bereits an den Start gebracht: 17 Stück JaSolar JAM60S10-340/PR, Montagesystem Novotegra, Pultdach Tonziegel Ausrichtung Süd 25° Neigung, Huawei SUN2000-5KTL-M0, ComgeMetert (wird sobald es da ist)

  • ich bin quasi am selben Thema dann. Gasheizung schrittweise ersetzten.

    Haus 1898 , Klinkerfassade die nicht mit VWDS vollgeschmiert wird !!, Dach gedämmt, neue Fenster, Verbrauch ca. 20.000kWh,

    ich komme jetzt schon im Winter mit max 55°C Vorlauf aus


    Mein Plan:

    Step 1: Einsatz Abends kleiner Kaminofen 4kW > schwupps 16.000kWh

    Step 2: mit Split-Klima in Übergangszeit tagsüber heizen ( bester COP so da kleinstmöglichstes dT)

    Step 3: Warmwasser im Sommer + Übergangszeit mit PV-Strom aus Insel (reiner Überschuss)

    Step 4: teilweiser Austausch der Type 22 gegen Type 33 Heizkörper

    Step 5: Panasonic Geisha 5kW mit 8.000ltr Speicher im Keller ( kleiner Nutzkeller wird halbiert, 20cm Iso, Eigenbautank mit hochwertiger EPDM-Folie, kann bis >100°C!!! ).Geisha soll nur tags laufen wg PV-Strom und höherer A-Temp


    ich gehe davon aus das ich damit bis auf Dez & Jan nahezu erschlagen kann, dann bleiben max. 7.000kWh Gas übrig.

    Damit wäre ich mit120m² Wohnfläche quasi bei KFW85 mit einem 120 jahre altem, frei stehendem Haus.

    PV1 = Insel: 10xTalesun 320Wp + 6xRisen 310 + 8xKyocera 175WP + MPPT150/60 + MPPT150/35+ Multigrid 3000/48 + CCGX+ 3x Pylontech 2,4kWh
    PV2 = EEG: 31x Hanwha QCells 315 black + 2 SUN2000-4KTL

  • Dezentralisierung ist ein guter Ansatz, der jedoch relativ unkomfortabel ist. Das lässt sich nur mit ausgeklügelter Technik oder viel Einsatz kompensieren.

    Die Idee mit dem Wassertank hatte ich auch schon. Allerdings verwarf ich diese nach den ersten Überschlagsrechnungen. Tendenziell bräuchte ich eher 80m³ Iso-Tank ...plus Kraft-Wärme-Maschine :roll:

    In Anbetracht dessen, dass meine Anlage in Betrieb ist, ändere ich womöglich meinen Nick in KannManchmalDochWas 8)

    Bereits an den Start gebracht: 17 Stück JaSolar JAM60S10-340/PR, Montagesystem Novotegra, Pultdach Tonziegel Ausrichtung Süd 25° Neigung, Huawei SUN2000-5KTL-M0, ComgeMetert (wird sobald es da ist)

  • ich komme jetzt schon im Winter mit max 55°C Vorlauf aus

    Nach JAZ-Rechner erreichst du damit, je nach NAT, eine JAZ von 3,5-4 mit der Geisha. Warum willst du die Gasheizung behalten? Rechne mal die Kosten für eine kWh Wärme aus Gas inkl. Grundgebühr, Schornsteinfeger und Wartung aus...


    Hat die Klinkerfassade eine Hohlschicht? Die kann man recht günstig dämmen lassen, ein Bekannter nimmt ca. 1000€ pro EFH.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE, Nibe F1155-6 mit RGK

  • Das sind ja extrem viele Hinweise! Tausend Dank.

    Kurz zum Hintergrund: Ich wohne bei Nürnberg, Schnee ist also eher ein seltenes Thema - und das Dach ist bereits voll, passt also keine zusätzliche PV drauf.

    Schau Dir mal die Daten der Wärmepumpe an, dann verstehst Du auch warum "wir alle" so auf der Vorlauftemperatur rumreiten. Bei fast 50° geht der COP auf unter 3, da kannst Du auch schon (fast) mit Strom direkt heizen.

    Wie schon geschrieben, erstmal warten und testen wie weit Du runter kannst, ggf. schauen ob Du noch was dämmen kannst (ohne alles zu verschandeln). Dann "auf Kante" planen. Wenn ein Schornstein "über" ist, kannst Du ggf. über einen Ofen (ich meine einen mit Holz) zusätzlich nachdenken.


    Wir haben unseren Ofen, um plötzliche Wetteränderungen zu kompensieren, oder um das "mir ist kalt" meiner Frau ;-).

    Fußbodenheizung ist halt sehr träge und wir haben keine zusätzlichen Speicher (außer für WW).

  • ich will die Gasheizung nicht behalten, Ziel ist das die am Ende rausfliegt....

    die Hohlschicht ist leider sehr eng und ungleichmäßig. im Mittel 2cm

    und auch nur im Haus untere Etage, nicht oben und nicht im Anbau,

    betrifft somit nur den (allerdings wärmer beheizten) Wohnbereich.

    Habe es mal per u-Wert-Rechner kalkuliert, spart max € 50,- Gas p.a.

    macht allerdings die Innenwandtemp gut 1°C wärmer.

    Aaaaaber, wenn der kleine Kaminofen an ist....macht man eh schonmal das Fenster auf 8):saint:

    PV1 = Insel: 10xTalesun 320Wp + 6xRisen 310 + 8xKyocera 175WP + MPPT150/60 + MPPT150/35+ Multigrid 3000/48 + CCGX+ 3x Pylontech 2,4kWh
    PV2 = EEG: 31x Hanwha QCells 315 black + 2 SUN2000-4KTL

  • Wer eine derartige Sanierung jetzt macht, wird sich sehr darüber ärgern, wenn es vllt. bald hierfür fette/fettere Zuschüsse gibt.


    Hat der Heizungsbauer denn schon einen Preis genannt? Der würde mich sehr interessieren...

    0,6 kwp + X ohne EEG;)

  • Wir haben Gasheizung, Wärmepumpe, Kaminofen, FB und nun auch neue Fenster.


    Wärmepumpe läuft tagsüber, wenn die Sonne scheint (halbe Stunde nach Sonnaufgang bis halbe Stunde vor Untergang) Vorlauf zurzeit so bei 29 Grad. Gasheizung erzeugt tagsüber nur Brauchwasser und hängt sich abends zum Heizen mit rein, aber mit annähernd gleicher Heizkurve. Schaltet sich dann gegen 22:00 Uhr ab. Kaminofen bedarfsweise, aber mehr für die Gemütlichkeit. Mal sehen, wo ich noch nachsteuern muss, wenns kälter wird, aber bisher bin ich ganz zufrieden.

  • Ich habe meine Vorlauftemperaturen auch massiv verringert, Haus Bj. 1964, Wand mit 8cm Einblasdämmung, Dach und Kellerdecke gedämmt, komplette Beheizung über Gastherme mit Heizkörper. Voraussetzung dafür ist unbedingt ein hydraulischer und danach ein thermischer Abgleich der Heizungsanlage. Ausserdem sollten Grundkenntnisse über die richtige Anwendung der Heizkurve vorhanden sein. Der Rest ist viel ausprobieren und die Heizflächen mittels zusätzlichem Heizkörper oder Austausch der vorh. Heizkörper vergrößern.


    Ich bin jetzt (nach 3 Jahren tüfteln) bei einer VL Temperatur von 37 Grad bei 0 Grad Aussentemperatur angelangt, ohne irgendwelche Komfortverluste. Das Problem bei mir ist die Übergangszeit mit extrem niedrigen Vorlauftemperaturen und somit schlechten Wirkungsgraden der Heizkörper und dem takten der Gastherme, deswegen fahre ich die Heizung mit einem Fusspunkt von 25 Grad und einer geringen Neigung von 0.4, damit klappt es hervorragend. Nachtabsenkung sollte man dabei vergessen, die Heizung läuft durch!


    Sobald die Förderungen für die WP erhöht werden fliegt die Gastherme raus ;)

    6,24 kW SSO an Kostal Piko, 6 kW NNW an Infini 4k
    Tesla Li-Ion 6 kWh mit Energus BMS und AEC350
    BEV ZOE Q210 mit Bettermann-Box und PV-gesteuerter Ladung
    WW und Heizungsunterstützung mit Heizpatrone (WP in Planung)
    Steuerung Eigenentwicklung auf RasPi