Solaredge-Zweitanlage: Validierung und Fragen zum Aufbau

  • Moin zusammen,

    jetzt schreibe ich hoffentlich meinen letzten Eintrag mit neuem Thema zu meiner geplanten Zweitanlage. :ironie:

    Im Prinzip ist das auch schon weit fortgeschritten, ich würde halt gerne nochmals draufschauen lassen, auch weil die erste Anlage von meinem Installateur gebaut wurde, und diese hier jetzt muss ich was Module und Kabel bis Wechselrichter angeht, selbst bauen (wegen selbst gebauter Unterkonstruktion, Gewährleistung). Da das nun auch etwas praktischer ist und ich das noch nie gemacht habe, ergeben sich wohl auch Anfängerfragen...

    Den Anschluss des Wechselrichters und weiteres würde dann mein Installateuer machen.


    Süddach ist schon voll, das Terrassendach sieht man auf dem Foto auch noch nicht.


    Gebaut werden sollen 20 Module Aleo X59 black mono 320 Wp, zusammen 6,4 kWp:

    • 5 Module Ost (90°), Neigung ca. 15° auf Konsole (1,6 kWp)
    • 3 Module Süd (180°), Neigung ca. 8° auf Trapezprofilblechdach (0,96 kWp)
    • 12 Module West (270°) auf einer Ebene auf Holzkonstruktion, Neigung ca. 6° (3,84 kWp)

    Das Ganze soll mit einem einphasigen Solaredge SE5000H HD Wave SetApp und 20 Optimieren SolarEdge P370 realisiert werden, da drei unterschiedliche Ausrichtungen und zusätzlich Verschattung (hauptsächlich auf der Westseite durch Haus und Baum und nachmittags evtl. auch Süd).

    Die zweite Anlage (der SE-WR) soll an den externen AC-Eingang meines E3/DC-Speichers der ersten Anlage angeschlossen werden. Abregelung im SE-WR also auf 100%, der Speicher wird auf die kWp beider Anlagen zusammen eingestellt und regelt dann wie bisher 70% weich ab. So der Plan...


    Ich hab' das mal in den Solaredge-Designer eingegeben:



    Die Validierung des Tools hat ergeben, dass die Komponenten zueinander passen:



    So würde ich den einen String in Serienschaltung/Reihenschaltung bilden:



    Da ich es nicht hinbekommen habe mit dem Tool irgendwelche Mauern oder Schatten zu modellieren, ist die Prognose vermutlich deutlich zu hoch, aber darauf kommt es mir auch nicht so sehr an (ich weiß, dass mir die Schatten Ertragsverluste bringen werden und bin bereit mich überraschen zu lassen).



    Frage 1) Die Werte, die man hier sieht, z.B. Cos Phi = 0,95, wurden vom Tool nach Eingabe der Adresse automatisch gesetzt. Bei letzterem weiß ich beispielsweise, dass die erste Anlage auch diesen Wert hat. Verstehen tu ich den Kram nicht, aber wird wohl schon stimmen?


    Frage 2) Wenn ich das richtig verstanden habe, braucht der einphasige WR eine DC-Nenneingangsspannung von 380 V und jedes Modul mit Optimierer kann max. 60 V liefern. Problematisch könnte das morgens sein, da stehen auf der Ostseite fünf Module mit also 300 V in der Sonne. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie gut die drei Süd-Module da schon in der Sonne liegen (auch durch die leichte Neigung nach Süd). Kann man sagen, wie massiv 300 anstatt 380 V wären? Läuft fast gar nicht mehr, oder nur mit 50% Stromerzeugung oder 80%? Naja, Sonne bekommen alle 8 Module wohl gleichzeitig, aber die südlichen halt nur von der Seite. Das wird spannend... ;-)


    Frage 3) SE scheint ja echt einfach zu verkabeln zu sein: Jeweils ein Modul an einen Optimierer, den ersten Plus-Anschluss zum WR und mit dem Minus immer weiter in den jeweils nächsten Optimierer. So wie ich das verstanden habe, habe ich dabei auch maximal 60 V am Modul Spannung anliegen beim Verbinden der Stecker, weil jeder Optimierer genau nur 1 V addiert weitergibt solange der WR nicht angeschlossen ist und läuft. Also keine Gefahr was Stromschläge oder Lichtbogen bei der Montage angeht (wichtig für mich als Anfänger).



    Fortbildungsfragen für mich dazu:

    - Bei den Steckern liest man ja "Nicht unter Last trennen" wegen Lichtbogenvermeidung. Wenn der WR heruntergefahren ist, dann kann man Stecker aber trennen ohne dass die Gefahr eines Lichtbogens entsteht, oder? Also quasi Strom fließt nicht mehr, (hohe) Spannung liegt aber trotzdem noch an (für den Laien wie mich)?

    - Beim Aufbau einer Anlage ohne SE-Optimierer addiert sich die Spannung ja mit jedem zusätzlich montierten Modul. Da hilft dann alles nichts und man muss eben aufpassen, dass man nicht ungeschickt an/in die Stecker kommt?


    Frage 4) Potenzialausgleich: Für das Befestigungssystem SOL-50 steht geschrieben:

    "Der PV Generator, (das Montagegestell) muss in den Potenzialausgleich mit einbezogen werden. Zur Herstellung des Potenzialausgleiches verwenden sie ein 10mm² Kupferkabel und den beiliegenden Erdungsbausatz. Der Erdungsbausatz wird mit zwei der selbstschneidenden Edelstahlschrauben an einem geeigneten Platz des Vertikal– oder Modulträgerprofils befestigt. Das Gegenstück wird auf die Potenzialausgleichsschiene aufgelegt. Der Potentialausgleich ist gemäß VDE 0100 auszuführen."


    Potenzialausgleichsschiene? Ich hab' weder auf meinem Terrassendach noch auf dem Carport wirklich was zum Erden in der Nähe...jeweils ne Steckdose mit Erdung wäre greifbar, aber ich meine mal gelesen zu haben, dass das nicht gut sei? Leitet einen Blitz evtl. direkt ins Hausnetz, oder so ähnlich...

    Ich frage mich auch, wie das die Installateure bei meiner ersten Anlage auf dem Hausdach gemacht haben?! Da kommt kein zusätzliches Kabel mit den zwei DC-Kabeln herunter und auf dem Dach hat's nichts als Dachziegel. In der Abnahme stand Potenzialausgleich aber als angehakt mit drin...hmmm.


    Ich glaube das wäre es erstmal - weitere Frage- und Problemstellungen nicht ausgeschlossen, wenn erstmal das Material da ist und es losgehen kann... ;-)

  • DC-Nenneingangsspannung von 380 V

    Das ist in jedem Fall nicht die minimal mögliche EIngangsspannung, die steht nur sinniger weise nicht in den Datenblättern, bei SMA ist das immer dabei incl. einer Kurve, die den Wirkungsgrad je nach Spannung angibt.

    Vielleicht in den englischen Originaldatenblättern.

    Einphasig ist eigentlich bei 480V Schluss, du hast 20 Module im String geplant, das wird wohl nicht gehen.

    18 x Solarwatt 60M-300Watt (Glas-Glas) mit SMA Tripower 5kW 20° Süd 5,4 kWp
    13 x REC Solar AS Twinpeak 350 Watt mit SMA Sunny Boy 4kW 1° Nord 4,55 kWp

    30 x Q Cells Q.PEAK-G4.1 310W mit SMA Tripower 8kW 20° Nord 9,3 kWp

    70% weich mit Sunny Home Manager 2.0

  • Bei SE gehen einphasig bis 25 Module, die Optimierer regeln ja die Spannung passend.


    Zum Potentialausgleich: an Steckdose ist ne blöde Idee. Du kommmst mit 10mm² Kabel und willst die an den Steckdosen PE mit 1,5mm² anschließen?

    Vielleicht ist der Solateur bei der Altanlage z.B. an ein Dachrinnen Fallrohr gegangen, was dann am PA dranhängt. Weiß aber nicht ob das noch zulässig ist.

    Die Potenzialausgleichsschiene befindet sich doch meist in der Gegend des Zählerschranks. Falls dein WR auch da hinkommt, musst du doch die DC Leitungen da hin verlegen, da ist nun die PA Leitung kaum zusätzlicher Aufwand.

    Achtung, gefährliches Halbwissen!;)

  • Einphasig ist eigentlich bei 480V Schluss, du hast 20 Module im String geplant, das wird wohl nicht gehen.

    Naja, dann hätte ja aber der Designer nicht gesagt, dass 20 Module in Ordnung wären. Ich hab das gerade nochmals getestet und versucht mehr Module einzubinden: Ab 21 meckert der Designer und wird rot.

    Wenn ich 25 Module vorgebe, dann erzeugt die Auto-Verstringung zwei Stränge mit einmal 10 und einmal 14 an einem einphasigen WR. Mehr als 24 scheinen dann nicht zu gehen und auch nur parallel. Aber meine 20 in Reihe findet er in Ordnung...

    Zum Potentialausgleich: an Steckdose ist ne blöde Idee. Du kommmst mit 10mm² Kabel und willst die an den Steckdosen PE mit 1,5mm² anschließen?

    Ähmm, ja, jetzt wo du's schreibst. ;-) Anfänger halt. :-)

    Die Kabel für das Terrassendach wurden gleich mit der ersten Anlage innerhalb des Daches gelegt; nun muss ich dann halt wohl die Dachziegel in Dachrinnennähe nochmals abheben/verschieben um das Potenzialausgleichskabel durchzuführen. Und die schon mit Silikon versiegelten Löcher, wo die Kabel wieder austreten um in einen Kanal vorne an der Hauswand entlang zu münden, wieder aufpopeln; hätte damals eigentlich auch einer mitdenken können von denen...

    Lässt mich so langsam vermuten, dass das bei der ersten Anlage vielleicht auch nicht bedacht wurde...an dem einen Dachrinnenfallrohr ist jedenfalls sicher kein Kabel angebracht oben.

    Die Potenzialausgleichsschiene befindet sich doch meist in der Gegend des Zählerschranks. Falls dein WR auch da hinkommt, musst du doch die DC Leitungen da hin verlegen, da ist nun die PA Leitung kaum zusätzlicher Aufwand.

    Stimmt, der Wechselrichter im Hauswirtschaftsraum wird ja zwecks Potenzialausgleich wahrscheinlich an dem geerdeten Speicher angeschlossen (da hab ich das definitiv gesehen) und da könnte ich das Kabel dann auch hinführen.

    Das Potenzialausgleichskabel darf also direkt neben den anderen Stromleitungen im Kabelkanal liegen (Wallboxkabel geht da auch durch)?

    9,93 kWp Aleo (180° Süd, 40° Neigung) mit 13 kWh E3/DC-Speicher S10 E PRO

  • DC-Nenneingangsspannung von 380 V

    Das ist in jedem Fall nicht die minimal mögliche EIngangsspannung, die steht nur sinniger weise nicht in den Datenblättern, bei SMA ist das immer dabei incl. einer Kurve, die den Wirkungsgrad je nach Spannung angibt.

    Vielleicht in den englischen Originaldatenblättern.

    Einphasig ist eigentlich bei 480V Schluss, du hast 20 Module im String geplant, das wird wohl nicht gehen.

    Diese Aussage ist Käse und trifft bei einen SE-System nicht zu. Das mit SMA zu vergleichen ist einfach falsch.

    Die Eingangsspannung ist IMMER 380V bei einem 1-phasigen WR. Diese Spannung wird durch die Optimierer in Zusammenspiel mit dem WR eingestellt.

  • D.h. es könnte also kritisch werden, wenn die Optimierer mit max. 60V Ausgabemöglichkeit die 380 V mit 5 Modulen voll in der Sonne und 3 von der Seite nicht erreichen können sollten? Angenommen die schaffen nur 370 V, dann liefert das ganze System solange null Strom bis die 380 V komplett erreicht werden? Oder halt mehr oder weniger deutlich viel Strom weniger als wenn 380 V erreicht würden?

    9,93 kWp Aleo (180° Süd, 40° Neigung) mit 13 kWh E3/DC-Speicher S10 E PRO

  • Du hast doch nicht nur die 8 Module, sondern 20??? Du musst ALLE Module betrachten. Die im Schatten liefern minimal 5V, sind bei 15 Modulen 75V. Verbleiben für die "besonnten" 5 Module dann 305V, also für jedes 61V. Reicht noch nicht ganz, aber vielleicht liefern die 12 West ja 6V, dann passt es. Das wird halt durch das System permanent ausgeregelt und neu verteilt.

  • Okay, also wenn Optimierer bei totalem Schatten nur durch Restumgebungslicht mind. 5 V liefern, dann sollte es ja funktionieren.

    12 x 5 V (West) = 60 + 5 x 60 V (Ost) = 360 V. Fehlen also noch 20 V für die 3 Süd-Module, sprich 6,7 V. Da die ja zumindest von der Seite beschienen werden, ist also ziemlich wahrscheinlich, dass sie auf den Wert kommen und das hinhaut. *uff*


    Die Aussage, dass so ein Moduloptimierer mind. 5 V liefert, auch bei Schatten, die war mir neu. Ich meinte mal gelesen zu haben, dass sie bei Schatten evtl. komplett abschalten und sich aus dem System nehmen würden? Falsche Info oder wie passt das zusammen?

    9,93 kWp Aleo (180° Süd, 40° Neigung) mit 13 kWh E3/DC-Speicher S10 E PRO

  • Ich kenne das nur mit den 5V...

  • Bei den P370 Optimierern steht MTTP Betriebsbereich von 8V-60V, also minimum 8V?

    Ist aber auch egal, bei insgesamt 20 Modulen kommen bei Tageslicht die 380V doch locker zusammen.


    Zum PA:

    Bin zwar schon 20 Jahre weg von der Elektroinstallation, aber ich seh da kein Problem das alles in einen Kabelkanal zu legen, PA ist ja kein Blitzschutz. Allerdings hab ich in einem anderen Thread gelesen, dass dafür massiver Draht und keine Litze genommen werden soll? Das ist mir neu. An meiner PA Schiene sind nur Litzedrähte und nur der Fundamenterder ist massiv.

    Achtung, gefährliches Halbwissen!;)