Wäre Speicher nicht doch besser gewesen?

  • Liebe Forenexperten


    ich weiß, es ist ein oft diskutiertes Thema, aber auch ich habe eine theoretische Frage zum Speicher. Theoretisch, da ich bereits seit Januar eine Anlage habe (9,92 kWp, Dach voll mit 310W-Modulen, kein Speicher). Übrigens vielen Dank für die vielen Tipps hier, das hat mir total geholfen!


    Nun haben wir seit zwei Monaten einen Kia Niro Plugin-Hybrid. Er hat eine Batterie mit 8,9 kWh Kapazität und wird fünfmal die Woche abends am Stromnetz aufgeladen. Am Wochenende laden wir ihn, falls Sonne da ist, vom Dach.


    Jetzt bin ich doch ins Grübeln geraten, ob der Kauf eines Speichers nicht doch die bessere Variante gewesen wäre und habe das mal durchgerechnet. Ich weiß: "Hätte, hätte Fahrradkette". Aber trotzdem! ;-)


    Nun denn: Durch das Laden steigt unser jährlicher Stromverbrauch von 4800 kWh um 2314 kWh (260 Tage mal 8,9 kWh) auf 7114 kWh.


    Mein Strompreis (Ökostrom) beträgt 0,27 EUR/kWh.


    Ohne Photovoltaik beträgt meine jährliche Stromrechnung für 7114 kWh also 1.920,78 EUR.


    Situation mit PV ohne Batterie


    Mit Photovoltaik sieht das so aus: Die Anlage produziert nach der Prognose meines Solateurs im Jahr 9.523,20 kWh. Im Moment bin ich bei 9.250 kWh, das kommt also hin. Beim Eigenverbrauch rechnet er mit 24 Prozent, der "Unabhängigkeitsrechner" der HTW Berlin sieht bei 7114 kWh 23 Prozent. Ich nehme den niedrigeren Wert. Die Rechnung:


    Code
    1. kWh EUR
    2. Erzeugung:     9.523,20 kWh
    3. minus Eigenverbr. (23%)   2.190,34 kWh -112,36 EUR MwSt
    4. ergibt Einspeisung 7.332,86 kWh +841,08 Einspeisevergütung (0,1147 EUR/kWh)
    5. Strombedarf     7.114,00 kWh
    6. minus Eigenverbr. (23%) 2.190,34 kWh
    7. ergibt Strombezug 4.923,66 kWh -1.329,39 EUR Stromkosten
    8. Summe -600,67 EUR (Kosten)


    Der Eigenverbrauch im Wert von 591,39 EUR muss auch noch bei der Einkommenssteuer erklärt werden, das macht aber kaum was aus und in den ersten Jahren habe ich ja aufgrund der Abschreibung der Anlage Vorteile, so dass ich das hier mal außen vor lasse.


    Gegenüber der Situation ohne PV spare ich im Jahr also nun (1.920,78 minus 600,67 EUR) 1.320,11 EUR.


    Die Anlage hat mich netto 13.320 EUR gekostet. Geteilt durch die jährliche Einsparung von 1.320,11 EUR heißt das:


    Die Anlage hat sich nach 10 Jahren amortisiert.


    Situation mit Batterie


    Jetzt hat mich interessiert, wie das ausgesehen hätte, hätte ich eine Batterie dazu gekauft. Ich gehe von einer BYD B-Box aus, mit 10,24 kWh Speicher. Nach dem "Unabhängigkeitsrechner" der HTW Berlin kann ich damit meinen Eigenverbrauch auf 51 Prozent steigern. Zwei Freunde von mir haben PV mit Speicher und nach ihren Erzählungen scheint mir diese Eigenverbrauchsquote realistisch.



    Durch die Batterie wären also die jährlichen Kosten nochmal ein gutes Stück gesunken. Gegenüber der Situation ohne PV spare ich im Jahr nun (1.920,78 minus 384,53 EUR) 1536,25 EUR.


    Bei der Anlage (Preis 13.320 EUR) hätte man statt dem Symo 10.0-3-M Wechselrichter (Nettopreis ca. 1600 EUR) zwei Fronius Symo Hybrid 5.0-3-S genommen für zwei mal netto 2.234,90 EUR. Und die BYD B-Box H 10,24 kWh sehe ich im Internet zum Preis von 5.096,64 EUR. Damit hätte sich der Anlagenpreis auf netto 20.572,77 EUR erhöht.


    Geteilt durch die jährliche Einsparung von 1.536,25 EUR hätte sich die Anlage damit nach 13 Jahren und 4 Monaten amortisiert.


    Fazit:


    Eine Anlage mit Batterie braucht drei Jahre länger, um sich zu amortisieren. Danach würde sie mir aber jedes Jahr etwa zweihundert Euro mehr sparen.


    Unsicher ist noch die Haltbarkeit. Zehn Jahre garantiert BYD. Aber auch danach sollte es genügen, bei Bedarf einzelne Zellen auszustauschen. Wenn man die Batterie mit der Anlage bestellt, kann man außerdem die Kosten dieser Reparaturen von der Mehrwertsteuerschuld und bei der Einkommensteuer absetzen.


    Von daher scheint mir eine Investition in eine Batterie jetzt auch nicht dramatisch schlecht zu sein. Unter Klimagesichtspunkten scheint mir sympathisch, dass hier der jährliche Strombedarf nochmal um die Hälfte sinkt.


    Interessieren würde mich sehr, ob ich bei der Berechnung einen gravierenden Fehler gemacht habe. Danke!!

    (Und ich hoffe, es ist nicht zu schlimm, dass ich das Thema hier nochmal aufgebracht habe...)

  • schön übersichtlicher rechenweg... nur auch hier das schön rechnen... kalkuliere das ganze mit einer neuen batterie nach zehn jahren... von mir aus dann preiswerter als aktuell für eine zu bezahlen ist... und falls dann auch noch eine andere komponente ausfällt rutscht die kalkulation ins minus... ich würde bei mit ohne speicher bleiben...

  • Ich habe einen Speicher (BYD 10kWh) und muss sagen, ich bin zumindest ein bisschen überrascht, wie schwach jetzt der Oktober aussieht (Siehe Anhang).


    Entweder ist die Anlage mit ihren 10kWp (davon 2,5 auf Nord, erst auf SÜD) zu klein, oder mein Speicher zu klein.

    Bin gerade schwer ab überlegen, ob ich bei der Anlagenerweiterung auf 60kWp nächstes Jahr den Speicher (4000€ Netto EK für 10kwh) wirklich erweitern soll oder nicht.

  • Das geht einfacher: kWh aus dem Speicher kostet idR ca 45 Cent. Die aus dem Netz 27. Wo soll die Ersparnis liegen?

    Ökologischen Vorteil im vernichten von ca 20 Prozent des eingesetzten Stroms sehe ich nicht.


    EWS hat einen recht ausführlichen Rechner, hast du denn mal angeschaut bevor du ne neue Rechnung aufmachst die garantiert von anderen zerlegt wird?


    Speicherzeugs mit Gewinn aus der PV schönzureden ist ein weit verbreiteter Irrtum.

    Verrechne doch den Gewinn mit deinem Leitungswasser- oder Gemüseeinkauf.

  • Entweder ist die Anlage mit ihren 10kWp (davon 2,5 auf Nord, erst auf SÜD) zu klein, oder mein Speicher zu klein.

    du meinst wohl zu groß. Wenn die Anlage den kleinen Speicher nicht voll bekommt, dann einen größeren doch erst recht nicht. Du musst den Akku möglichst viel nutzen, damit er in die Nähe der Wirtschaftlichkeit kommt. Also Akku am nächtlichen Verbrauch bemessen, nicht an der Anlagengröße.


    Am wenigsten defizitär ist der Speicher, wenn die PV groß und der Speicher klein ist.

  • Ich habe einen Speicher (BYD 10kWh) und muss sagen, ich bin zumindest ein bisschen überrascht, wie schwach jetzt der Oktober aussieht (Siehe Anhang).

    Wer hätte das Gedacht 8o

    Dann warte mal ab, wie die Erträge in den nächsten 2-3 Monate noch schmelzen werden.
    Kannst nur damit kompensieren mit "mehr Module aufs Dach". Der Speicher frisst zunächst mal Strom (Verluste) und kann keinen Strom erzeugen!

  • Danke hutschiwutschi ! Die Kalkulation nach zehn Jahren ist auch keine schlechte Idee - vielleicht sogar früher, falls das noch mal gefördert wird.


    Nach zwanzig Jahren muss ja eh ein Speicher her, wenn die Einspeisevergütung wegfällt.

  • Ab Oktober bis März ist der Akku Tageweise nicht mehr voll:



    d.h. in der Zeit bringt dir der Akku nicht viel, also schau Dich nach guten Stromanbietern um die Dir dein Auto Nachts günstig voll-laden können.

    https://www.awattar.de/tariffs/hourly


    Der Zähler kommt bei mir von ComMetering die Kosten dafür sind der PV - Anlage zugewiesen.

    3.2018 40 x BenQ Solar Sun Vivo PM060MB2 -> 12kWp bei DN 38° mit ca. -18 ° SO

    8.2019 22 x Ja Solar JAM60s03 - 325 WP mit 22 X SE P370 -> 7,15 kWp bei DN 10 mit ca. -18° SO

    an 25000TL-30 mit SHM 2.0
    SBS 3.7 und BYD HV 9,0 kWh
    PVGIS - Prognose 980 kWh/kWp (für die 12 kWp)

    Zähler von ComMetering

    aWATTar als Stromlieferant

  • Wenn du jetzt im Oktober schon überrascht bist, dann sammle erstmal über ein ganzes Jahr Erfahrungen und denke dann nochmal nach. Dein Verbrauch ist enorm hoch, ist da eine WP dabei? Strom einsparen kostet oft weniger als selbst produzieren.