gemeinsame Messung sinnvoll/möglich bei Photovoltaik mit Wärmepumpe und Elektroauto?

  • Hallo,


    ich habe bereits eine 9,9kWp-PV-Anlage aus dem Jahr 2007, für die ich noch Einspeisevergütung bekomme.

    Außerdem habe ich eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 900l-Pufferspeicher für Heizung und Warmwasser. Für diese brauche ich ca. 6500kWh/a (großes Haus).

    Inzwischen ist auch noch ein Elektro-Auto dazugekommen.


    Ich überlege, einen Carport mit noch einmal ca. 9kWp PV zusätzlich zur bestehenden Anlage zu bauen.

    Am liebsten würde ich den Strom aus der alten PV-Anlage dann komplett einspeisen und den aus der neuen soweit möglich selbst verbrauchen, also insbesondere für die Wärmepumpe und für das E-Auto. Leider habe ich zurzeit getrennte Zähler für den Wärmestrom (HT/NT) und den Haushaltsstrom.


    Ein PV-Anbieter meinte, dass sich das auch mit einer neuen Anlage nicht ändern lässt und daher der Eigenverbrauch für Wärmepumpe und für das E-Auto nicht nach Bedarf aufgeteilt werden kann. Statt dessen müsste ich mich entscheiden, welcher Anteil der neuen Anlage auf den Wärmestromzähler und welcher auf den Haushaltsstromzähler laufen soll.


    Ist das korrekt? Effizient wäre das ja nicht gerade...


    Der Netzbetreiber ist Bayernwerk.


    Edit: Habe gerade das Kaskaden-Konzept von ComMetering gefunden. Also ist ein E-Auto messtechnisch eher eine Wärmepumpe :) Trotzdem fehlt mir noch ein sinnvolles Komplett-Konzept für zwei PV-Anlagen. Gibt es unabhängige, kompetente Berater für solche Fragestellungen?

  • Habe gerade das Kaskaden-Konzept von ComMetering gefunden. Also ist ein E-Auto messtechnisch eher eine Wärmepumpe :) Trotzdem fehlt mir noch ein sinnvolles Komplett-Konzept für zwei PV-Anlagen.


    Das E-Auto kommt aber an den Haushaltsstrom. Ist also eher ein E-Herd. ;-)

    Den günstigeren WP-Strom bekommt man nicht für's Laden vom Auto.


    Gibt es unabhängige, kompetente Berater für solche Fragestellungen?

    Ja, dieses Forum.

    Hier findest Du genug Leute, die sich auskennen.


    Aber Dein Anliegen mit der PV ist nicht schwierig.

    Nur falls Du im Bereich des falschen Netzcenters sein solltest. Das Netzcenter Ampfing z.B. war meist berühmt berüchtigt für deren Ansichten. ;-)


    Aber zu Deinem Vorhaben:


    Die bestehende PV aus 2007 ist sicher Volleinspeisung und bleibt unberührt.

    Die kann nach Ablauf der EEG-Vergütung 2028 über die Zählerkaskade eingebunden werden.


    Für eine neue PV steht nichts im Wege. Also mach voll das Dach. ;-)


    Die Zählerkaskade hast Du ja bereits gefunden. Das ist auch die Lösung.

    Der selbsterzeugte Strom wird zuerst im Haushalt (und vom E-Auto) verbraucht.

    Ist die Erzeugung größer, bekommt die WP den Rest ab.

    Braucht die WP weniger Strom oder ist aus, wird der Rest eingespeist.


    Mehr ist das nicht.


    Auch Bayernwerk sollte die VBEW Meßkonzepte mittlerweile alle unterstützen.

    Für Dich würde das MK C3 in Frage kommen.


    Z3 fällt bei Dir weg, da <=10kWp.

    Bayernwerk wird aber, da >7kWp, versuchen Dir einen Erzeugungszähler auf's Auge zu drücken.

    Du muß dann nur darlegen, daß es ausgeschlossen ist, daß mehr als 10MWh Direktverbrauch genutzt wird.

    z.B. da die Anlage nach Berechnung keine 10MWh/a erzeugen kann.

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 38kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Danke für die ausführliche Antwort.


    Das mit dem E-Auto habe ich dann wohl falsch verstanden - da stand, es wäre ein "steuerbarer Verbraucher" und ich hatte das so interpretiert, dass ich dann auch den Wärmestromtarif verwenden darf. Kommt aber wohl auf den Tarif an.


    Das Messkonzept hilft mir sehr weiter.


  • Das mit dem E-Auto habe ich dann wohl falsch verstanden - da stand, es wäre ein "steuerbarer Verbraucher" und ich hatte das so interpretiert, dass ich dann auch den Wärmestromtarif verwenden darf.

    Nein, das hast du schon richtig verstanden. Die Wallbox für das Auto darf auch als steuerbarer Verbraucher angeschlossen werden, dann wird aber eigentlich ein eigener Zähler und Rundsteuerempfänger benötigt, was zu recht hohen monatlichen Fixkosten führt.

    Wenn du einen Anbieter findest, der sowohl WP, als auch Auto in einem Tarif zulässt, dann kannts du die Wallbox an den WP-Stromkreis anschließen. Ob es so einen Tarif überhaupt gibt, kann ich aber nicht sagen.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE, Nibe F1155-6 mit RGK

  • Da muß ich zustimmen.

    Man muß aber dazu sagen, daß man, falls man ähnliche Konditionen wie für den Heizkostenbetrieb bekommt, die extra Grundgebühr die Ersparnis aufressen wird.

    Allein schon bei Wärmepumpen muß man mittlerweile spitz rechnen, ob sich ein separater Heizstromtarif und damit eine extra Grundgebühr rechnet.

    Bei 6500kWh/a für die WP wird dies meist der Fall sein.

    Bei Häusern mit weniger Heizbedarf, wie sie heute gebaut werden, meist nicht mehr.

    Daher ist oft weniger mehr. Also lieber einen Zähler weniger. ;-)

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 38kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Das mit dem E-Auto habe ich dann wohl falsch verstanden - da stand, es wäre ein "steuerbarer Verbraucher" und ich hatte das so interpretiert, dass ich dann auch den Wärmestromtarif verwenden darf. Kommt aber wohl auf den Tarif an.

    E-Autos wenn steuerbar fallen unter den 14a EnWG und damit gibt es hier grundsätzlich auch die Möglichkeit von reduzierten Netznutzungsentgelten zu profitieren. Hier also Zustimmung.


    Das Problem: Für ein E-Auto gilt in der Beschaffung ein anderes Lastprofil als für die WP und entsprechend wird hier der Netzbetreiber wahrscheinlich widersprechen, dass beides hinter einen Zähler kommen. Es geht wahrscheinlich weniger darum einen Lieferanten zu finden, sondern der Netzbetreiber könnte die Hürde sein. Aber frag hier doch nzunächst mal beim Netzbetreiber an... Zur Kaskade hier auch noch die ein paar Infos: Kaskade

  • Bezüglich neuer PV empfehle ich die FAQ in meinem Benutzerprofil.

    Kaskadenmessung ist der richtige Weg.

    Möchtest du alle deine Dächer und den Zählerschrank vorstellen?


    Volleinspeisung läuft über Ferraris-Zähler?

  • Hallo pflanze und alle anderen fleißigen Forums-Schreiber,


    zuerst einmal herzlichen Dank und ein großes Lob für die vielen herausragenden Informationen in der FAQ und den anderen verlinkten Seiten. Wie da auch schon steht, so viel hochwertigen Input bekommt man woanders in vielen Stunden nicht...


    Gerne stelle ich meine Planungen vor und freue mich über gute Vorschläge:


    vorhanden:

    • PV-Anlage, Volleinspeisung, Inbetriebnahme 8/2008, 9,9kWp
      Standort: Region Nürnberg/Neumarkt i.d.OPf
    • Dach: 45° Neigung, fast nach Süden ausgerichtet (15° Abweichung Richtung Ost), voll belegt mit
      46 Modulen Sunpower SPR WHT 215Wp
      1 WR SMA SB2800i-D und 2 WR SMA SB3300-D
      Datenlogger SolarLog 500PM nachgerüstet 8/2013
    • Fertig-Doppelgarage, 6x6 m², Flachdach mit Kies, noch ohne PV
    • Zähler:
      1x Ferraris-Zähler für vorhandene PV
      1x Ferraris-Zähler für Haushaltstrom
      1x kürzlich zwangsgetauschter HolleyTech Digital-Zweitarifzähler für Wärmepumpenstrom mit Funk-Abschaltvorrichtung
      keine weiteren freien Zählerplätze

    Verbrauch bisher:
    Wärmepumpe ca. 6.500 kWh/a (fast 50/50 Tag und Nacht)
    Haushaltsstrom ca. 6.000 kWh/a

    neu E-Auto ca. 1.500 kWh/a
    Ertrag PV ca. 10.500 kWh/a


    geplant:

    • Carport vor der Garage, Fläche ca. 6x8 m²
    • neue PV-Anlage (so viele Module wie möglich) auf Garagendach + Carportdach (wobei falls sinnvoll die Module auch gleich das Dach des Carports bilden dürfen, dann aber nicht geneigt werden können (oder doch?))
    • kein Speicher
    • alte PV-Anlage: weiterhin Volleinspeisung (1 Zählerplatz)
    • neue PV-Anlage: Kaskadenzählung (wie auf Kaskadenmessung beschrieben
      Damit müssten die 3 vorhandenen Zählerplätze reichen. Evtl. könnte man sogar Messkonzept 1 wählen und auf den WP-Tarif verzichten.


    offene Fragen:

    • Ist es sinnvoll, die neuen Module als Dach des Carports zu verwenden oder bringt es mehr, ein normales Dach zu bauen und darauf aufgeständert die Module?
      Ich könnte auch das Dach des Carports komplett 15° nach Süden neigen.
    • In der FAQ steht ganz klein, dass für ein Flachdach Zick-Zack-Aufständerung mit 15° sinnvoll wäre (ohne Erklärung, vermutlich weil mehr Module auf die Fläche passen?) - das würde ja auf jeden Fall für das Garagendach gelten.
    • Ist 70% weich für die neue Anlage die richtige Wahl?
    • Brauche ich einen weiteren Datenlogger für die neue Anlage?

    Fehlen noch Angaben? Ich habe mir Mühe gegeben, mich aber schon lange nicht mehr mit PV-Technik befasst...


    Vielen Dank für Eure Zeit!

  • Sehr gut vorbereitet! Vorab: 15 Grad Süd ist in Ordnung - Dichtheit kann ein Thema sein.

    Schau nach Terrassenüberdachung da gibt's einige Threads.