Planung einer PV-Anlage in Köln

  • Hallo, liebe PV-Fans,


    ich plane für unser Haus eine PV-Anlage. Als geeignete Dachflächen stehen eine Dachfläche Richtung Ost-Süd-Ost (Hausvorderseite) sowie zwei Dachflächen Richtung West-Nord-West zur Verfügung. Diese Dachflächen haben eine Neigung von ca. 25 Grad. Zudem gibt es noch ein bekiestes Flachdach Richtung Süd-Süd-West. Ich hoffe, Ihr könnt dies am Screenshot erkennen, der aus Richtung Süden aufgenommen ist.


    Das Flachdach möchte ich für eine Solarthermieanlage mit Heizungsunterstützung nutzen. Hintergrund dessen ist, dass ich die Solarthermie-Module dort steiler aufstellen kann, was im Winter bei der Heizungsunterstützung hilfreich sein soll. Insofern würde ich an dieser Stelle gerne primär über die (drei) Dachflächen sprechen, sofern Ihr mir nicht deutlich von einer Nutzung für die Solarthermie abratet. Das Flachdach ist durch einen Kamin leicht verschattet.


    Ggf. problematisch ist, dass die Dachflächen nicht mit normalen Ziegeln belegt sind, sondern mit einer Art Kunstschiefer (Bitumenschindeln). Ich habe bei verschiedenen deutschlandweit tätigen Anbietern angerufen, die deswegen abgewunken haben. Einer dieser Anbieter prüft dies jedoch noch.


    Unser Eigenstromverbrauch lag zuletzt bei 6.000kWh p.a. Da ich bei den Stromspeichern für die nächsten Jahre sinkende Preise erwarte, würde ich gerne erst in ein paar Jahren einen Stromspeicher nachrüsten.


    Wichtig ist mit bei der Anlage eine gewisse Ästhetik, d.h. ich will die Module an der Vorderseite des Hauses nicht mosaikartig unter vollständiger Nutzung der Fläche planen, sondern ich tendiere beim OSO-Dach (Hausvorderseite) zu 2 Blöcken (getrennt durch den Schornstein) á 3x3 Modulen, sprich zu 18 Modulen. Auf dem mittleren Dach Richtung WNW würde ich gerne 1 Block á 2x6 Modulen, sprich 12 Modulen, sowie auf dem oberen Dach Richtung WNW 1 Block á 2x5 Modulen, sprich 10 Modulen, anbringen lassen. In Summe wären das also 18+12+10=40 Module. Aus den genannten ästhetischen Gründen möchte ich "Black"-Module installieren (mir ist bewusst, dass ich dadurch Einbußen bei der Leistung in Kauf nehmen muss).


    Ich würde aus dieser Modulanzahl gerne die maximale Leistung herausholen. Ich habe hier gelesen, dass es Ende des Jahres SunPower-Module mit 400w auch komplett in Schwarz geben soll (wer kennt die Primärquelle?). Das wäre derzeit meine erste Wahl, da ich somit dann stolze 40x0,4=16kWp installieren könnte. Nach meinem Verständnis ist dies nicht die renditestärkste Wahl. Hintergrund dieser Wahl ist jedoch ein Faible für eine hohe Leistung und für maximale Effizienz.


    Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir Eure Meinung zu meiner Planung geben könntet. Insbesondere interessiert mich hierbei Eure Einschätzung zu...

    1. Bitumenschindeln

    2. Wahl der Module

    3. Dimensionierung der Anlage

    4. Temporärer Verzicht auf Stromspeicher


    Vielen Dank vorab!


    Tobias

  • Einerseits sehr teure starke Module und andererseits aus Befindlichkeiten Dach frei lassen widerspricht sich aus Sicht der meisten User hier. Skizzier Module auf deine Flächen und lass das Speicherzeugs weg.

  • Da du keine Maße angegeben hast, kann dir natürlich niemand sagen, wie passend oder sinnvoll deine geplante Belegung und Dimensionierung ist. Grundsätzlich ist es technisch und wirtschaftlich unsinnig, Dachfläche frei zu lassen und das mit sündhaft teuren Modulen ausgleichen zu probieren. Aber wenn das dein ästhetischer Wunsch ist, kannst du das natürlich trotzdem machen. Deinem Bild nach hat das Haus allerdings drei Stockwerke und ein recht flaches Dach, das siehst du doch von unten praktisch gar nicht?

    Beachte bei der Belegung, dass die Sunpower etwas größer sind als Standardmodule.

    Zu den Schindeln kann ich dir nichts sagen.

    Die Solarthermie würde ich höchstens bauen, wenn das Dach gar nicht für PV geeignet ist. Ansonsten ist das ein teures und aufwendiges Projekt mit m.E. sehr fraglichem Nutzen.

    Den Verzicht auf Stromspeicher halte ich für die richtige Entscheidung. M. E. werden die Strompreis politisch gewollt ohnehin nicht steigen, eher sogar fallen.

  • "Das Flachdach möchte ich für eine Solarthermieanlage mit Heizungsunterstützung nutzen. Hintergrund dessen ist, dass ich die Solarthermie-Module dort steiler aufstellen kann, was im Winter bei der Heizungsunterstützung hilfreich sein soll. "


    Laß dir bitte vorher vorrechnen, was die Thermie in den einzelnen Monaten bringt.

    Ich habe längere Zeit in Köln gewohnt, so viel Sonne gab es da in den Wintermonaten nicht.

    Da hätte "steiler aufstellen" nur wenig geholfen. ;(

  • Vielen Dank, Monsmusik. Mit "Dimensionierung" meinte ich die kWp-Leistung. Die Module passen alle (locker) auf die Dachflächen (man könnte bei den beiden WNW-Flächen noch jeweils 2 dazu quetschen). Was die Leistung angeht, hat mir ein PV-Berater der Verbraucherzentrale gesagt, dass eine Anlagengröße zwischen 10kWp und 15kWp nicht so sinnvoll wäre wg. der EEG-Abgabe. Daber habe ich versucht, durch leistungsfähige Module über diese Grenze zu kommen.


    Das Flachdach ist generell für PV geeignet. Da würden sicher noch mal 8+ Module aufgeständert drauf passen.


    Das Haus hat nur zwei Stockwerke (EG und OG). Das eine Fenster Richtung Süden ist das von einem Kellerangang (also UG).

  • Bei 25° DN sollte man i.d.R. auch ein WNW-Dach mitnehmen. Da Du uns aber den Standort noch nicht verraten hast, können wir natürlich auch den Ertrag nicht prognostizieren (lassen). Wohnst Du in Düsseldorf hätte ich als Kölner natürlich Verständnis dafür :mrgreen::mrgreen::mrgreen:
    Zu Deinen Fragen:
    1) Keine Ahnung X/
    2) Das ist der Ferrari, welche sind es genau?
    3) So groß wie möglich ist schon ok
    4) Passt nicht zur Wahl der sauteuren Module - einerseits zahlst Du viel Geld für die Module, andererseits willst Du aber keinen unwirtschaftlichen Speicher. :/

    Hier im Forum wird fast generell von einer ST abgeraten, um die Fläche für PV zu nutzen. 16 kWp sind schon mal nicht schlecht, aber wohl nioioch nicht das Maximum und mit dieser Auslegung auch nicht einfach zu verstringen, wenn man nur auf einen WR setzen möchte. Aber für eine genaue Aussage müssten wir zunächst einmal den genauen Modultyp wissen. Welche Heizung hast Du?

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL & SB2100-TL, DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Meine Ertag

  • Was die Leistung angeht, hat mir ein PV-Berater der Verbraucherzentrale gesagt, dass eine Anlagengröße zwischen 10kWp und 15kWp nicht so sinnvoll wäre wg. der EEG-Abgabe. Daber habe ich versucht, durch leistungsfähige Module über diese Grenze zu kommen.

    Da hat er grundsätzlich recht, auch wenn die meisten hier die Grenze eher bei 12 kWp setzen würden. Der Versuch, das mit den teuersten Hochleistungsmodulen zu umschiffen, kann wirtschaftlich natürlich nicht aufgehen :).


    PV kommt dich sicherlich billiger als die ST, und die Überschüsse kannst du im Gegensatz zur Wärme verkaufen.

  • Vielen Dank für Deine Antworten, hgause!


    Ich wohne in der Nähe des Flughafens KölnBonn.


    Zu 2) Die Nicht-Black-Version dieser Module ist diese hier: https://www.sunpower.de/sites/…wendungen-400-390-370.pdf Die Black-Version ist diese: https://www.sunpower.de/sites/…x3-375blk-355blk-de_0.pdf

    Zu 4) Das wäre ja nur eine temporäre Lösung. In ein paar Jahren würde ich schon einen (dann deutlich günstigeren) Speicher anschaffen.


    Die Heizung ist eine Vitodens 300 mit einem Vitocell 300 Speicher. Beides Baujahr 2009.

  • Der Versuch, das mit den teuersten Hochleistungsmodulen zu umschiffen, kann wirtschaftlich natürlich nicht aufgehen.


    PV kommt dich sicherlich billiger als die ST, und die Überschüsse kannst du im Gegensatz zur Wärme verkaufen.

    Da hast Du wohl Recht.