Bitte um Beratung für eine 20kWp Anlage auf EFH (Süddach mit Gaube)

  • Hallo zusammen,


    ich interessiere mich für eine Solaranlage im Bereich um die 20kWp Leistung (falls mehr geht, umso besser). Daher bin ich froh, dieses (in meinen Laienaugen) kompetente Forum entdeckt zu haben. :)

    Ich lese seit über einer Woche still mit und bedanke mich hiermit erstmal bei pflanze für seine informative FAQ. :danke:



    Hier nun meine Dachvorstellung:


    PVGIS Ertragsprognose (10% System loss):


    • Süddächer Azimut -7°, DN40° + DN30°: je 1070 kWh/kWp
    • Norddach 173°, DN40°: 568kWh/kWp
    • Nordgarage 173°, DN30°: 665kWh/kWp
    • Gaube -7°, ca. DN20°: 1050 kWh/kWp


    • Windlastzone 1
    • Satteldach mit Gaube und Tonziegeln
    • Jahresverbrauch: ca. 6700kWh
    • brauche wahrscheinlich einen zweiten Zählerkasten
    • leider keine Freirohre vorhanden


    • Hauptdach: 13,365m x 8,30m
    • Garage: 6,59m x 4,647m
    • Gaube: ca. 3,4m x 4,21m


    Maximalbelegung in PVSOL mit IBC 315W Modulen (Monosol 315 VL5 992x1640mm): 73 - 12 (stark verschattete Module) + 1 Hochkant (durch freiwerdenden Platz) = 62 Module (19,53kWp)


    (Verschattung von Umgebungsobjekten geschätzt)








    Nun zu den Fragen:


    1.) Norddächer kann ich gleich vergessen oder macht zumindest je eine Reihe Aufständerung Sinn? Mehrkosten für Aufständerung pro Modul?


    2.) Es gäbe noch einen Westbalkon. 3-4 Module auf 45° aufgeständert würden draufpassen. Macht das überhaupt Sinn (wegen Verkabelung, passenden Strings, Ertrag, etc.)? PVGIS West 83° N45°: 865 kWh/kWp


    3.) Ist ein Wartungsgang nötig?


    4.) Kann ich das Netzbegehren jetzt schon stellen oder erst, wenn die Planung steht? Die volle Einspeisevergütung bekomme ich dann frühestens im November, richtig? Bis dahin nur Börsenpreise oder gar nichts?


    5.) 70% weich oder hart? Bei "weich" wird am Wechselrichter und bei "hart" am Einspeisepunkt abgeregelt, richtig? Welche Vor- und Nachteile ergeben sich jeweils? Habe das noch nicht ganz verstanden.


    6.) Sind die Ergebnisse von PVSOL mit oder ohne Schattenmanagement? Wie kann ich Solaredge simulieren?


    7.) Wie soll man PVSOL einstellen, damit man eine möglichst realistische Wirtschaftlichkeitsprognose erhält? Moduldegradation habe ich linear auf 80% in 20 Jahren gesetzt (zu pessimistisch?). Verschmutzung, Kabelverluste stehen momentan auf 0%. Welche Werte sind hier einzutragen?

    Betriebskosten stehen auf 1,5% der Investitionssumme. Welchen Fixwert kann ich denn für eine 20kWp Anlage hernehmen?


    Welcher Wirtschaftlichkeitsrechner ist sonst noch empfehlenswert?



    Das soll erstmal reichen.


    Danke,

    Jeb

  • 72-Zeller mit ca. 2*1m² hochkant simulieren. Module über 30% Sch

    72-Zeller mit ca. 2*1m²


    atten hier ausklammern.

    Foto Zählerschrank?


    Nordgarage kann wenn das Angebot stimmt was werden.

    Jahresverbrauch finde ich sehr hoch - seid ihr 10 Personen?

    Wächst der Baum vor der Garage noch stark?

    Wo sollen die Balkonmodule hin? Ans Geländer? Evtl. könntest du die mittels Modul-WR nächstes Jahr dezentral (an vorhandenen Stromkreis) anschließen?

    Wartungsgang ist keine Schaden - zeiche mal die großen Module - dann ergibt sich das vlt.

    NAB mit 30 kWp kann schon jetzt - die brauchen oft ein paar Wochen.

    Weich ohne wenn und aber. Außer die Garage wird voll belegt auf Nord. Dann müsste man rechnen / simulieren. Gute Erklärung ist in den FAQ verlinkt.

    SE würd ich hier nicht einsetzen.

    Betriebskosten werden allgemein zu hoch angesetzt - gute Anlagen halten lange. Aus dem Bauch reicht 1% locker.

  • Hallo pflanze,


    danke für die flotte Anwort. :thumbup:


    72 Zeller hochkant (Sharp 370W NU-AF370). max. 57 Module mit 21,09kWp.



      


    • Ja, unser Jahresverbrauch ist viel zu hoch (4 Personen). Keine Ahnung an was es liegt. Eventuell veraltete Ölheizung? Sollte man auch mal sanieren und durch Wärmepumpe oder Pelletheizung ersetzen. Wollte mich aber erstmal um die Solaranlage kümmern (wg baldigem 52GW Deckel).
    • Der Baum vor der Garage wächst kaum noch, kann auch gestutzt werden, falls nötig. Ebenso die beiden hausnahen Bäume im Süden. Momentan wirft keiner Schatten aufs Hauptdach. Der Garagenbaum ganz leicht an die Dachunterkante.
    • Ja, die Module sollen ans Balkongeländer, Ertrag wird nochmal durch Dachüberstandsschatten geschmälert. Denke, das sollte sich ein Solarteur vor Ort mal anschauen. Die Modul-WR-Idee werde ich im Hinterkopf behalten, danke.


    Kann man generell alles unter 30% Verschattung drin lassen oder gilt das nur für 72 Zeller? Ist Hochkantmontage immer besser für Verschattung?

  • 5.) 70% weich oder hart? Bei "weich" wird am Wechselrichter und bei "hart" am Einspeisepunkt abgeregelt, richtig? Welche Vor- und Nachteile ergeben sich jeweils? Habe das noch nicht ganz verstanden.

    Weich, schon alleine wegen der Regelung die du für die Verbraucher nutzen kannst.


    leider keine Freirohre vorhanden

    Alurohr ans Regenfallrohr mit Kabelschellen aus Edelstahl und unten in den Keller


    2.) Es gäbe noch einen Westbalkon. 3-4 Module auf 45° aufgeständert würden draufpassen. Macht das überhaupt Sinn (wegen Verkabelung, passenden Strings, Ertrag, etc.)? PVGIS West 83° N45°: 865 kWh/kWp

    Bei der Größe nichts unter 6 bis 8 Modulen, das wir dzu teuer. Genauso nur Module mit nicht zu viel Verschattung.

    18 x Solarwatt 60M-300Watt (Glas-Glas) mit SMA Tripower 5kW 20° Süd 5,4 kWp
    13 x REC Solar AS Twinpeak 350 Watt mit SMA Sunny Boy 4kW 1° Nord 4,55 kWp

    30 x Q Cells Q.PEAK-G4.1 310W mit SMA Tripower 8kW 20° Nord 9,3 kWp

    70% weich mit Sunny Home Manager 2.0

  • Das Dach ist so vermutlich zu dicht belegt, zu minimale Abstände zu den Kanten, da wird sich der Anlagenbauer weigern.

    Mein Vorschlag: 36 St. Halbzellen-Module wie z.B. QCells Peak Dou mit 335W, ergibt 12 kWp.

    Gaube, Dach unter Fenster und Garage nicht belegen, hat im Verhältnis zum Rest hohe Montagekosten.

    Außerdem wären 36 Module optimal für einen Wechselrichter mit 2 MPPT Eingängen, ab > 20 Module pro String wird es kritisch mit der Spannung.

    Das Süddach wird auch mit nur 12 kWp sehr Einspeise-lastig, mittags gibt es Leistung satt, morgens und abends eher zu wenig für den Eigenverbrauch.

    Schon mal über einen Speicher nachgedacht, würde meiner Meinung nach zu den 12 kWp recht gut passen?

  • schoenue

    Auf den Bildern sind es 5cm bis zum Dachrand links und rechts und 1,8cm Modulabstand. Um auf 13 St. hochkant zu kommen (mit 992mm Modulbreite), würden auch 10cm Randabstand und 2cm Modulabstand reichen. Falls quer gebaut werden soll, zählt allerdings jeder cm.


    Da wir außerdem in Windlastzone 1 wohnen, sollte es doch kein Problem darstellen. Oder gibt es noch andere Gründe, warum Solarteure so knapp nicht bauen wollen? Zumindest habe ich schon einige Bilder gesehen, in denen ebenfalls sehr nah zum Rand hin montiert wurde.


    Zum Speicher:

    Inwiefern lohnt sich das? Trotz der Förderung hier in Bayern (500€ für 3,9kWh + 100€ für jede weitere kWh), endet meine Rechnung im Minus. In ein paar Jahren vielleicht, gerne. Momentan eher nicht.

  • Zwecks Angebotsanfrage:

    Reicht es Dachmaße + Wunsch zur Maximalbelegung anzugeben oder soll ich gleich die PVSOL Bilder mitschicken, eventuell sogar die Projektdatei? Habe hier irgendwo gelesen, dass 90% der Solarteure eh PVSOL benutzen.

  • Mein Solarteur hat gesagt, bei zu nah an den Kanten landet der Regen nicht mehr in der Dachrinne, sondern schießt über das Dach hinaus. Am besten gleich nachfragen bei Übermittlung der Wunschbelegung.

    Dem Solarteur würde ich beides schicken, mit dem Wunsch, das Dach maximal zu belegen.

    Ob sich Speicher lohnt, muss jeder selbst abwägen. Meiner Meinung nach würde es sich lohnen, wenn morgens und abends viel verbraucht wird. Und mit Speicher gäbe es nie Probleme mit der 70% Abregelunggrenze.

  • schoenue deine Tipps sind allsamt keine guten

    Das Dach ist so vermutlich zu dicht belegt

    das bezweifle ich.

    Mein Vorschlag: 36 St. Halbzellen-Module wie z.B. QCells Peak Dou mit 335W, ergibt 12 kWp.

    um zwar EEG Umlagepflichtig zu sein aber keine Vollbelegung zu riskieren? :thumbup::ironie:


    Das Süddach wird auch mit nur 12 kWp sehr Einspeise-lastig

    das ist quatsch - besonders bei dem Energieverbrauch. Die "Mittagsspitze" lässt sich durch Verbrauchssteuerung besser ausbügeln als durch eine zu kleine Anlage.

    morgens und abends eher zu wenig für den Eigenverbrauch.

    da hilft nur eine maximal große Anlage :/:roll:


    Außerdem wären 36 Module optimal für einen Wechselrichter mit 2 MPPT Eingängen, ab > 20 Module pro String wird es kritisch mit der Spannung.

    Käse² - 21 Module geht selbst bei modernen Hochleistungs 60Zellern - meistens (noch) sogar 22 Zellen.


    Schon mal über einen Speicher nachgedacht, würde meiner Meinung nach zu den 12 kWp recht gut passen?

    genau das kompelettiert den Unsinn.




    Zum Thema:


    Ich finde die Hochkantbelegung nicht nur im Bezug auf den Schattenverlauf deutlich vorteilhafter.

    Rechts und Links der Gaube würde ich die stärker verschatteten Module wegkürzen - Unter der Gaube die beiden queren weglassen - damit käme man auf 2x18 auf dem Hauptdach.

    Ausgehen von Axitec 144 Halbzellern 390Wp ergibt ein 18er String bei -20°C 983V.


    Gaube und Garage könnte man aufgrund der geringen DN Differenz gut zusammen verstringen - mit:
    wäre das ein 13er String - max 710V Umppt=527V

    Ich würde in der Schattenstudie nochmal prüfen ob man das Modul ganz oben links besser quer legen kann.


    In Summe 49*(z.B) 390Wp=19,11kWp z.B an 20kVA WR weich. Das Hauptdach wird dabei parallel auf einen - Gaube+Garage auf den anderen Tracker geführt.


    Bei Belegung mit 60Zellern würde ich vom Giebel kommen 3 Reihen quer und darunter hochkant belegen.

    Die Garage mit 1 Reihe quer oben (falls interessant nochmal Schattenanalyse dieser Konstellation zeigen!)

    So käme man auf 2x22 auf dem Hausdach - Gaube und Garage zusammen 1x18 - ca 20,15kWp (@325Wp)


    Ich hoffe das hilft etwas beim basteln!


    Gruß Flo

  • Green_Pirate , du lässt mir hier zu viele Module weg. Ansonsten volle Zustimmung.

    Die ganzen 10 Prozent Schatten würde ich nicht entfernen, dann lieber einen Mini-WR dazu.