ESt-Verluste nicht anerkannt = Liebhaberei?

  • Und diesen Satz verstehe ich nicht: "Diese AfA geht dann auch in die Entnahmebewertung der Stromentnahme für den Direktverbrauch ein."

    Die eigentliche Bemessung der Entnahme wäre ja die Gestehungskosten (progressive Methode) und die sinken, wenn man den Speicher mit abschreiben kann. Bezug §6 EStG Abs (1) Satz 1

    "Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem an deren Stelle tretenden Wert, vermindert um die Absetzungen für Abnutzung, erhöhte Absetzungen, Sonderabschreibungen, Abzüge nach § 6b und ähnliche Abzüge, anzusetzen."

  • Dann geht aber die Afa für den Speicher in die Herstellungskosten des Stroms ein (weil nur den Strom aus dem Speicher zu bewerten, wäre unzweifelhaft jenseits der Einspeisevergütung).

    Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.

    Rechtschreibhilfe besser ausschalten statt unlesbare Texte zu produzieren.

  • Dann geht aber die Afa für den Speicher in die Herstellungskosten des Stroms ein (weil nur den Strom aus dem Speicher zu bewerten, wäre unzweifelhaft jenseits der Einspeisevergütung).

    JA!

    Gesamtanschaffungskosten (netto bei Regelbesteuerung, Brutto bei KUR) zzgl. Betriebskosten ( Zins, Versicherung, Reparatur) geteilt durch erzeugten kWh in 30 Jahren = Herstellkosten des Stroms in kWh.


    Bsp 9,9 kWp incl. Speicher 18000 netto, pro Jahr 100 Euro Versicherung und Rücklage für Reparatur * 30 = 21000

    je kWp pro Jahr erzeugt 850 kWh * 9,9 kWp * 30 Jahre = 252450 kWh. Herstellkosten 21000/252450 = 8,32 ct / kWh


    Also müsste es zulässig sein, die Sachentnahme (egal ob aus Speicher oder direkt von der PV) mit nur 8,32 anzusetzen und nicht mit 10+x ct aktueller Einspeisevergütung.


    UND: weil 252450 mit aktuell 10 ct/kwh für 20 Jahre anzusetzen sind, danach mit 8,32 ct ist die Gewinnprognose:

    21000 - (232450 * 2/3 * 0,10) - (232450 * 1/3 * 0,832) = 938 Euro Gewinn und somit trotz Speicher keine Liebhaberei.


    Kauft man aber ein E3DC mit 9,9 kWp für netto 27000 wird es schwierig werden einen Gesamtgewinn nachzuweisen -> Liebhaberei, also auch kein IAB!!

  • Versuch macht klug. Aber selbst da brauchst du die letzten 10 Jahre fast 5ct/kWh "(Misch-)Vergütung" (gemischt aus Direktverbrauch und "Einspeisevergütung"), sonst machst du total immer noch keinen Gewinn. Nicht völlig daneben.

    edit: die Anführungszeichen bedeuten, daß ich damit nicht das meine, wie es heute im EEG steht

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  • Na.. dann wollen wir mal:


    Alle Fälle, in denen der Direktverbrauch (mit temporärer Zwischenspeicherung im Batteriespeicher oder nicht) in einem anderen Unternehmen verbraten wird ("Metallbaubetrieb versorgt die Schweissgeräte"), ist die gesamte Anlage incl. Speicher (unabhängig von der Bauart) ohnehin (notwendiges) Betriebsvermögen dieses Betriebes. Die gesamte Diskussion erledigt sich. (und den Fall haben wir hier ja auch selten).


    Ansonsten.... wie hier schlussendlich auch im thread erarbeitet: Es ist wohl technisch möglich, Strom aus der Batterie (gegen Entgelt) ins Netz einszuspeisen; aber.... es ist wohl nicht so wirklich legal (da bin ich mir nicht sicher)... vor allem aber unwirtschaftlich und es macht keiner.
    (Entsprechend - das hat hier auch keiner bezweifelt - wenn die gespeicherte Energie zu mehr als 10% (bis zu 50%) gegen Entgelt eingespeist wird, handelt es sich unstreitig um gewillkürtes Betriebsvermögen. Mehr als 50%: Notwendiges Betriebsvermögen)
    Da schreibt er nichts überraschendes. (Auch hier: der Fall geht zwar gut aus - aber den haben wir wohl nicht)


    Das man den Prognosezeitraum über die 20 Jahre hinaus erweitern kann....ist nicht neu.
    Nur überraschend.
    Alles was über die 20 Jahre hinausgeht..... hat doch tendentiell weniger Einnahmen (glaubt hier einer, man erzielt nach den 20 Jahren am Markt mehr als in den 20 Jahren gesetzlich garantiert?????); dafür aber höhere Kosten (Reparaturen) bei einer leistungsschwächeren Anlage.
    Der Speicher.... wird doch vermutlich auch alle X Jahre zu erneuern sein... und ist schon heute in Verruf, eher unwirtschaftlich zu sein.

    Ich glaube Stromwender erahnt das mit seiner Frage


    Zitat

    Allerdings ist die Frage: welcher Wert wird für die Erzeugung nach 20 Jahren angesetzt? Sind es zu erwartende 3-5 ct/ kWh für eine Einspeisevergütung, die Gestehungskosten oder oder??


    auch schon.


    Ich fürchte, die Antwort auf die Frage ist: Die Frage macht keinen Sinn.

    In der Prognoserechnung prognostiziert man schön weiterhin Jahr für Jahr den Ertrag in kWh (eine gewisse Degradation wird man ja berücksichtigen müssen)
    und dann prognostiziert man die Vergütung die man dafür erhält. Die wird ja kaum steigen....
    Dagegen hält man die Kosten die man weiterhin erwartet.

    Afa nicht mehr. Dafür wohl mehr Reparaturen.
    (Jetzt wird die Prognoserechnung mal annähernd so, wie sie in jedem anderen Unternehmen aussieht; abgesehen davon, dass hier der Absatz immer noch viel sicherer prognostiziert werden kann, als meinetwegen der Absatz von Schlittschuhen.


    Ich kann mir vieles vorstellen... aber im Moment hab ich das Gefühl, die Prognoserechnung wird schlechter.


    Zitat

    Besonders der letzte Absatz ist durchaus ungewohnt, bisher ging ich davon aus, daß eine PV auf die Dauer der garantierten Einspeisevergütung abgeschrieben wird. Offensichtlich kann man nun aber auch mit 30 Jahren den Totalgewinn ermitteln und wird damit sicher in die Gewinnzone kommen.


    Moment. Weil die Lebensdauer 30-40 Jahre betragen kann, darf man den Prognosezeitraum entsprechend erweitern.
    Die Abschreibung erfolgt.. wie eh und je:
    a) über die BETRIEBSGEWÖHNLICHE Nutzungsdauer, und
    b) da hierzu noch niemand irgendwelche Erfahrungen in seinem Betrieb hat (wer hat schon "einige" Anlagen die wirklich "ausgelutscht" sind in seinem Betriebsvermögen????????),
    Insbesondere aber eine kürzere Nutzungsdauer nicht nachgewiesen werden kann,
    ist weiterhin die AfA-Tabelle des BMF mit 20 Jahren verbindlich anzuwenden.



    Zitat

    kann man, insbesondere wenn es um 40% IAB geht, den Kunden nur raten, beim zuständigen Finanzamt schriftlich eine rechtsverbindliche Auskunft (§89 AO Abs.2 ) anzufordern, das kann u.U. aber mit Gebühren belegt sein.

    Ich bin überzeugt, das kann man sich schenken.

    a) Das kann nicht mit Gebühren belegt werden. Die Gebühren SIND zu erheben.

    b) Die Honorarsätze sind höher als die Stundensätze günstiger Berater; wer also aus der Beraterrechnung schon überfordert ist, ist es aus dem Gebührenbescheid erst Recht

    c) die "Verbindlichkeit" ist selten gegeben. Sobald der realisierte Sachverhalt auch nur einen Hauch vom beauskunfteten Sachverhalt abweicht, ist die Verbindlichkeit dahin
    d) der IAB löst im schlimmsten Fall ein paar Euro Zinsen aus. Die sind allemal günstiger als eine Auskunft

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • es ist wohl nicht so wirklich legal (da bin ich mir nicht sicher)...

    Ist es schon, aber nur, wenn im Speicher EE-Strom (KWK gibt es analoge Regelungen) ist.


    Zur erwarteten Lebensdauer:

    einstein0 hat (allerdings in der Schweiz) Anlagen die (aus dem Kopf) weit über 30 Jahre alt sind und immer noch laufen. Damals waren die WR "für die Ewigkeit" gebaut (und einstein0 ist versiert genug sie auch noch selbst reparieren zu können, Kosten ein paar Cent ähm Rappen für Ersatzteile) und die Module ja noch fast handgefertigt. Vor allem, was die WR angeht, wird einer Baujahr 2019 eher keine 30 Jahre halten8) den Modulen traue ich das aber schon zu (über 80% der Nennleistung).

    OT: ich mag mich irren, aber die Abschreibungsdauer hat imo oft sehr wenig mit der Lebensdauer der Güter zu tun. Ein Auto, das nach 5 Jahren nicht mehr sinnvoll nutzbar gewesen wäre, ist mir noch nicht untergekommen, das schafft wohl nicht mal Dacia. Andererseits muß man in manchen Branchen den Computer alle Jahre wechseln, weil man mit dem zwar noch die Rechungen schreiben kann, aber seine eigentliche Arbeit erledigt er nicht mehr schnell und zuverlässig genug.

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