Planung für PV-Anlage auf WSW/ONO-Dach in 56xxx

  • Moin.


    Auch ich möchte die Energiewende tatkräftig unterstützen, habe aber kein eigenes Haus zur Verfügung. Machts aber nichts, dann plane ich halt eine Anlage auf dem Dach meiner Eltern. Die stehen der Sache offen gegenüber, aber ich muss vorrechnen können, dass sich die Anlage auch rentiert.


    Erstmal die Grunddaten:

    Anhand der Dachziegel komme ich auf eine Dachfläche von 14,55m x 6,93m auf jeder Seite. Das Dach ist leicht geknickt: Die unteren 2m stehen in einem Winkel von 33°, der Rest hat eine Neigung von 37°. Azimut ist 69° bzw. -111°.


    Auf der Westseite ist die einzige relevante Verschattungsquelle der Kamin (steht auf der ONO-Seite, aber verschattet am Vormittag auch auf der anderen Seite). Es bestehen diverse Lüftungsrohre, aber die könnte man zumindest versetzen. In den unten angehängten Fotos ist die Seite auch von einem Baum beschattet, den kann man sich aber wegdenken ;)


    Auf der Ostseite steht wie gesagt der Kamin, außerdem befindet sich dort ein Dachständer mit drei Leitungen. Eine weitere Leitung läuft vor dem Haus quer, so dass im Tagesverlauf insbesondere zwei Leitungsschatten über die gesamte Dachfläche wandern. Zusätzlich wird diese Seite auch teilweise vom Nebengebäude verschattet werden (unten rechts im Google Maps-Bild) - aktuell passiert das noch nicht, aber ich schätze, dass das Ende des Monats schon anders aussieht.


    Ein vernünftiges Luftbild habe ich leider nicht zur Hand, aber hier ist die Ansicht von einem beliebten Kartendienst (genordet):


    Westseite:


    Mehrere Aufnahmen der Ostseite von 7:40 bis 9:25 um die Schattenwanderung zu beobachten:


    Laut PVGIS-CMSAF kommt die Westseite auf einen Ertrag von 871/880 (oberer/unterer Teil des Daches) kWh pro Jahr und kWp. Die Ostseite erreicht 745/763 kWh pro Jahr und kWp.


    Über Zählen der Dachziegeln habe ich In LibreOffice Draw eine Zeichnung im Maßstab 1:100 angelegt (siehe Anhang):


    Nun zu den Fragen, die mich im Moment umtreiben:

    • Lohnt es sich, die Nordostseite zu nutzen? Wie viele Verluste kann ich durch die Schatten von den Leitungen erwarten?
    • Macht es einen Unterschied, wenn Hauseigentümer und Anlageneigentümer unterschiedliche Personen sind?

    Es kommen sicher noch weitere Fragen dazu, vor allem weil ich gerade erst dabei bin mich in die Materie einzulesen. Dieses Forum war dabei schon eine große Hilfe - Danke an Pflanze und Weidemann für die sehr informativen FAQs!

    Dateien

    • Dach.zip

      (7,87 kB, 24 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Sehr gerne!

    West ist gut, leg los, Ost vlt teilweise. Evtl mit PVsol Premium Testversion simulieren.


    Mehrere Ziegel gemessen für Hochrechnung?

  • Für die Nordostseite muss ich ein bisschen Wasser in den Wein gießen, nicht wegen der Prognose (die würde mir ausreichen), aber wegen der Freileitung. Diese schmalen Schatten sind schlimmer als sie aussehen. So ein kleiner Schatten kann in den betroffenen Zellen nicht genügend Gegenspannung aufbauen, um den Strom durch die Bypassdioden zu leiten. D.h. der Strom wird durch die Zelle selbst gedrückt, die dadurch zum Verbraucher wird und heiß. Soweit die Theorie in aller Kürze. Es wäre schön, wenn jemand, der so einen Leitungsschatten wirklich hat, sich mal mit praktischen Erfahrungen meldet.

    Macht es einen Unterschied, wenn Hauseigentümer und Anlageneigentümer unterschiedliche Personen sind?

    Anlagenbetreiber und Anschlussinhaber sollten identisch sein, wer Besitzer der Anlage ist, spielt dabei keine Rolle. Betreiber ist derjenige, der den Nutzen der Anlage hat, also Eigenverbrauch realisiert und Einspeisevergütung erhält.

  • Kleines Update. Habe heute mit drei Solateuren in der Umgebung telefoniert, aber die Auftragslage ist im Moment überall sehr gut und eine Installation noch in diesem Jahr vermutlich nicht zu erreichen. Mit einer Firma habe ich einen vor Ort-Termin im Dezember vereinbart, bei der zweiten soll mich der Vertriebsmitarbeiter noch zurückrufen. Der dritten schicke ich jetzt erstmal alle wichtigen Daten für eine grobe Planung vor einem vor-Ort-Termin.


    pflanze: Hab nochmal etwas genauer nachgemessen (über mehrere Ziegel und an zwei verschiedenen Stellen auf dem Dach) und dadurch ein kleines bischen Platz gewonnen - die Breite hat mit 30cm gestimmt, aber in der Höhe sind es doch 34 statt 33cm. Nicht viel, aber dadurch passen jetzt *theoretisch* drei Standardmodule quer über die Fenster. Theoretisch, weil ich da doch nochmal genauer nachmessen will wenn es so knapp ist, und die Fenster muss man ja auch noch öffnen können ;)


    Trotzdem komme ich "nur" auf 44 Module a 1,65m x 0,99m (mit 2cm Abstand), und beim Schornstein müsste ich dann auch nochmal prüfen ob das hin haut. Wenn man mit 260Wp pro Modul rechnet sind das 11,44kWp. Da lohnt es sich wohl eher nicht, über 10kWp zu gehen - es sei denn, effizientere Module würden den Preis pro kWp nicht zu sehr erhöhen, oder man kann den Platz unter den Fenstern noch besser ausnutzen. Ist aber eher fragwürdig ob das Sinn macht, denn wenn die Module von unten bis an die Fenster gebaut werden schaut man erstmal nur auf die Modulunterseiten wenn man das Fenster aufmacht ;)


    Dateien

    • Dach.zip

      (7,8 kB, 22 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Ne, 260 Wp ist Altsilizium!

    Nimm ca. 32X Wp!

  • Ich habe inzwischen an zwei Firmen Informationen für ein "grobes" Angebot gegeben (ein richtiges Angebot gibt es dann nach einem vor-Ort-Termin).


    Eine Frage die mich im Moment noch umtreibt ist, in wiefern man Solarthermie bei der Planung berücksichtigen sollte. Es ist gut möglich, dass wir uns "irgendwann" noch ein paar Kollektoren aufs Dach holen wollen, aber ich würde jetzt ungern noch ein Fass aufmachen und das gleichzeitig angehen, auch wenn man dann die Kosten für das Gerüst nur einmal hätte.


    Daher ist im Moment hauptsächlich die Frage, ob wir auf der Westseite noch etwas zusammenhängenden Platz frei lassen sollten, oder ob für diese Anwendung auch die Ostseite gut geeignet wäre. Verschattung durch Stromleitungen ist da ja kein so großes Thema. Andererseits wäre ja auch bei meinem oben gezeigten Vorschlag noch links Platz für eine Reihe Kollektoren, auch wenn ich eigentlich eher dazu geneigt hätte statt dessen die Zwischenräume zwischen den Spalten zu vergrößern.

  • ST stört sich nicht an Freileitung. Nachmittags ist es meist wärmer.

    ST gut zu überlegen, keinesfalls ohne genaue Berechnung und Betrachtung der vor und Nachteile.

  • würde beide Seiten voll belegen, quer passt das auch gut mit der Freileitung.


    Statt thermie dann Wärmepumpe,

    mit ~25kWp schafft das auch was.

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 16+16 G5 Duo und 15 Sharp NU-SC 360 (15,64kWp)

    an Fronius Symo 12,5

  • Ich versuch mich gerade an PVSol, um vielleicht doch etwas genauer herauszufinden wie rentabel die Ostseite ist. Die Dachgeometrie habe ich jetzt recht gut drin, das Nachbargebäude ist zumindest grob skizziert. Schornstein und Dachständer sind eingebaut, aber ich finde keine Möglichkeit die störenden Stromleitungen einzuziehen. Ist das in dem Programm überhaupt vorgesehen?