Ertrag in der Mittagszeit unter meiner Erwartung

  • Hallo,

    seit zwei Wochen ist meine Solaranlage in Betrieb.

    Allerdings fällt mir im Vergleich zu anderen, ähnlichen Anlagen auf, dass die Peakleistung um die Mittagszeit nicht so optimal ist.


    Folgende Daten zu meiner Anlage:

    Wechselrichter SUNNY BOY 5.0 mit SMA SMART CONNECTED

    Sunny Home Manager 2.0

    15x LG Neon2 mit 340 Watt

    15x Leistungsoptimierer SMA/Tigo


    Anbei das Layout der Module: Design_[00001880].pdf

    Leider sind diese nicht im Block, sondern sehr fragmentiert, daher auch die Optimierer.

    Die Ausrichtung ist etwa so, dass das Ostdach ca. 15 Grad nach Süden gedreht ist.

    Das Westdach entsprechend nach Norden ;-)

    Die Dachneigung beträgt 45 Grad.


    Auf der Ostseite sind 7 Module a 340 Watt (Summe 2380 Watt), auf der Westseite 8 Module (also 2720 Watt).


    Hier ist eine annähernd optimale Ertragskurve vom 23.08.2019:

    Wie man sieht wird schon gegen 10 Uhr ca. 2000 Watt erzeugt.

    Zu diesem Zeitpunkt hat die Westseite noch keine direkte Sonneneinstrahlung.

    Zwischen 12 und 15 Uhr sind alle Module unter direkter Bestrahlung, natürlich nicht im optimalen Winkel,

    aber trotzdem würde ich dann mit etwa 60% der Peakleistung, also ca. 3000 Watt, rechnen.

    Aber die Leistung erreicht gerade mal kurzzeitig 50%.


    Ich habe den Eindruck, dass wenn beide Strings (Ost und West sind jeweils ein eigener String) unter Last stehen, es nicht optimal funktioniert.

    Oder kann man mit 45 Grad Dachneigung bei einem Ost-/Westdach Ende August bei wolkenlosen Himmel nicht mehr als 50% der Peakleistung erwarten?


    Gerne reiche ich Informationen nach, wenn ich was Wichtiges vergessen habe.


    Vielen Dank an alle, die bis hierhin gelesen haben.

    Dirk


    PS: Der Standort ist natürlich noch relevant: Berlin-Spandau

  • Also der Wechselrichter ist für so eine Anlage viel zu groß!

    Was haben die sich denn dabei gedacht?

    Rein für ne Fragmentierung braucht man doch keine Optimierer?? Die sind eher was für Verschattung einzelner Module. Wenn die tatsächlich auftritt z.B. durch die Gauben, dann wundert es sicher nicht.

    Also bei der Dachneigung und Ausrichtung scheint mir das schon plausibel. Die Sonne ist Ende August recht flach schon.

    Ich bin auch etwas enttäuscht vom Ertrag meiner Nord-Anlage. Ende August bringt die grade mal gut 40% der Peak-Leistung.


    Bei dir hätte es der 4 kW-Wechselrichter auch getan. Der Sunny Home-Manager bzw. 70% weich bringt in deinem Fall gar nix, weil sie eh selten mehr als 70% erzeugen wird.

  • Bei Deiner Anlage kannst Du doch selbst bei quasi STC Bedingungen nur mit 62% der Modulnennleistung am Wr Eingang rechnen. Wie soll da bei höheren Temperaturen noch 60% zusammen kommen?

    Ein Wr mit 64% der Modulnennleistung wäre mehr als ausreichend gewesen.


    Ciao


    Retrerni

  • Paar Module dazu - laut Zeichnung ist auf dem Dach noch Platz - dann steigt die Stringspannung.

    Spannung ansehen - sicher dass alle Module angeschlossen sind?

  • Mit 2,3kWp auf der O-O-S Seite erreichst du kurz nach 9Uhr 2 kW, da steht die Sonne noch lange nicht im Zenit, aber gegen 9:30 steht sie ziemlich genau senkrecht zu deiner Dachausrichtung. Auf der W-W-N Seite steht die Sonne gegen 17:00 genauso hoch wie um 9:30 auf der Ost Seite und die Leistung fällt wieder unter 2 kW, aus meiner Sicht spiegeln die Kurven die Sonnenverläufe gut wieder.

    In Summe ein Tages-Energieertrag von 21kWh, das sind ca. 5% des Monatsertrag für August auch dies halte ich für nachvollziehbar.

    Bei der Maximalleistung denke ich, dass es nicht korrekt ist die Summendaten zugrunde zu legen.

    Ich setze ca. 4h für das Leistungsmaximum an, d.h. 9:30 bis 13:30 auf der Ost Seite und 12:30 bis 16:30 Uhr auf der Westseite. Ca. 90 Minuten vor/nach diesen Zeiten sinkt die Leistung auf ca, 50% der Peakleistung ab. Die Westseite hat ca. 0,4kWp mehr und die sieht man auch deutlich in der höheren Ertragskurve.

    Das Leistungsmaximum taxiere ich auf der Westseute zeitlich auf ca. 14:30 mit ca. 85%-90% der Peakleistung des Westdaches und zu dieser Zeit taxiere ich die Leistung auf der Ostseite auf ca. 10-20% der Peakleistung-Ostdach . Das Ganze im Sommer und bei hohen Temperaturen. Ich halte das alles schon für sehr realistisch.

    Gibt es eine Möglichkeit die Spannungen und Ströme (und damit die Leistungen) der West-/Ostseitenstrings auszulesen ?

  • Vielen Dank für die Antworten.

    Sorry, dass ich erst jetzt antworte.


    Den Wechselrichter habe ich mir nicht direkt ausgesucht, sondern er wurde mir vom Solarteur so im Komplettpaket angeboten. Das er etwas zu groß ist, merke ich jetzt erst im Betrieb.


    Ob alle Module angeschlossen kann ich selber nicht prüfen.

    Ich habe habe beim Solarteur angefragt, aber der meint der Ertrag liegt im erwarteten Bereich.


    Der Grund für meine Annahme, dass der Ertrag nicht optimal ist, ist der Vergleich mit der Anlage eines Kollegen, den ich immer verliere ;-)

    Vergleichsanlage: 19 Module LG 335W, also 6,365 kWp.

    11 Module West, 8 Module Ost, Ausrichtung 97 Grad (also ca. 10 Grad Abweichung von meiner Anlage)

    Dachneigung 35 Grad (statt 45 Grad bei mir)


    Beim normalisierten Vergleich des Ertrags pro kWp würde ich da keine deutlichen Abweichung erwarten.

    Meine Anlage steht im Westen von Berlin, die Vergleichsanlage im Osten, also gleicher Breitengrad, Luftlinie ca. 30 km Entfernung, daher kann es natürlich bei Bewölkung auch unterschiedliche Erträge geben.


    Hier der Vergleich der letzten 22 Tage (Ertrag in kWh pro kWp):


    Die Vergleichsanlage ist mit einer Ausnahme (am 07.09.) immer besser.

    Wegen der 35 Grad Dachneigung würde ich 10% mehr Ertrag auch noch nachvollziehen können,

    aber im Durchschnitt der letzten 22 Tage ist der Ertrag 21% höher (oft sogar bis 40%)!

    In der Mittagszeit erreicht die Vergleichsanlage in dem Zeitraum oft die 4 kW.

    Von 6,365 auf 5,1 runtergerechnet wären das 3,2 kW.

    Bei meiner Anlage habe ich nur einmal etwas mehr als 2,5 kW gesehen.


    Ist dies mit den Unterschieden der beiden Anlagen zu erklären?


    Kennt jemand eine Anlage, die eher meiner Konfiguration entspricht?

  • Unglaublich, was da geplant wurde: Teure Module an unnützen Optimierern, einem nicht (zwangsläufig) benötigtem SHM2.0 an einm viel zu großen WR und ein Preis, den ich sicherlich nicht wissen möchte. 8)
    Seit der Forumskollege Broadcasttechniker hier über seine schlechten Erfahrungen mit den Tigos berichtet hat, traue ich diesen Dingern nicht mehr. Aber selbst wenn sie hier gut funktionieren sollten, tragen sie was zur Verbesserung bei? Ich sehe da nichts....
    Der SHM kann doch bestimmt beide Strings einzeln darstellen, oder? Stell' diese Diagramme doch einmal ein.

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL & SB2100-TL, DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Meine Ertag

  • Noch eine Frage im Prüfbericht steht:

    Der erste String mit den 8 Modulen auf der Westseite hat einen deutlich geringeren Isolationswiderstand.

    Hat das eine Auswirkung auf die Produktion?

  • Der erste String mit den 8 Modulen auf der Westseite hat einen deutlich geringeren Isolationswiderstand.

    Hat das eine Auswirkung auf die Produktion?

    Der Isolationswiderstand ist ok. Aber der Kurzschlussstrom ist auffällig, haben die Mitternacht gemessen? Es sollte schon Tag und einigermaßen sonnig sein, sonst kann man mit den Werten Kurzsschlussstrom und Leerlaufspannung nichts anfangen...


    Zum Zeitpunkt der Messung hat dein String 1 rechnerisch 3Watt und String 2 gar nichts produzieren können, dass geht nur wenn es dunkel ist.