Hilfe bei Anlagenplanung Industriebetrieb 245 kWp -

  • Hallo liebes Forum,

    Ich plane aktuell eine größere PV-Anlage auf meinem Industriebetrieb. Da hier eine Menge Wissen unterwegs ist und man bei 3 Firmen, die ein Angebot machen 5 Meinungen bekommt wollte ich auf eure unabhängige und wertvolle Expertise zurückgreifen.


    Situation

    Der Betrieb hat einen Jahresverbrauch von 460.000 kWh. Dieser wird in der Regel in 2 Schichten von 6-22 Uhr verbraucht. Der aktuelle Strompreis beträgt 17,821 €Cent inkl. EEGUmlage.

    Am Wochenende wird unregelmäßig gearbeitet. Dem vorliegenden Lastgang (15 Min) zufolge haben wir am eine Grundlast von Min. 4 bzw. Durchschnittlich 8 Watt am Wochenende/in der Nacht. Maximale Last 250 kW.


    Dach

    Die Dachneigung beträgt 25°. Es handelt sich um ein Satteldach das genau Richtung Süden ausgerichtet ist zum Süddach zählt ein kleines Vordach. Verschattung ist im Grund keine vorhanden.

    Auf das Süddach sollten ca. 135 kWP passen, auf Nord ca. 110 kWp. Eine detaillierte Planung steht aus. Macht also 245 kWp


    Alte PV vorhanden

    Aktuell befindet sich noch eine 9,9 kWp Anlage auf dem Dach aus dem Jahr 2000, die Förderung endet 2021. Die Anlage liefert aktuell noch ca. 5000kWh (warum so wenig, habe ich noch nicht weiter hinterfragt). Die vorhandene PV-Anlage muss weichen, zur Not auch vor Ende der Förderung (hier gibt es evtl. die Möglichkeit die Förderung noch 2 Jahre mitzunehmen durch „Tausch“ der Module).

    PVGIS Süd = 970 kWh / kWP

    PVGIS Nord = 655 kWh / kWP


    Mein Plan

    Mein aktueller Plan ist relativ einfach, ich habe vor, die komplette Dachfläche voll zu belegen um möglichst viel produzierten Strom selber zu verbrauchen. Mit der Nord-Seite bin ich noch nicht ganz sicher, wobei die Tendenz klar zu belegen geht.


    Angebote

    Bisherige Angebote die mir vorliegen als grobe Indikation zur Berechnung der Witschaftlichkeit.

    192 kWp = 870 € p kWp

    99 kWp = 920 € p. kWp


    Bevor ich zu tief ins Detail gehe, würde mich eure Meinung dazu interessieren, also lasst euren Gedanken freien Lauf. Ich bin über jeden Input dankbar!


    Hier noch ein Bild, von mir in PV*SOL erstellt.


  • Hallo,


    DAS ist mal ne Größenordnung.
    Die Angebote sehen noch (zu) teuer aus(?)

    Das jedoch sind Spähren in denen ich nur theoretisieren kann.
    Freu dich schon ma falls es gelingt die richtigen User hier zu "wecken". Bauerfeind ?


    Überschlagen wir mal die Südseite:

    99kWp * 970 kWh/kWp = 96mWh/a

    rechnen wir mit deinem Bezugspreis rückwärts:

    Angenommen du verbrauchst 80% des erzeugten Stroms - (zu hoch gegriffen?) - könntest du so

    ~77MWh *17,82ct =13700€/a einsparen -

    Bei Anlagenkosten von ca 99kWp*920€/kWp = 91080€ Armotisiert sich die Anlage (ohne die Einspeisevergütungen - [unter 100kWp wären das für 19MWh knapp 1500€/a] die ich für Instandhaltung und ggf Rückstellungen (WR?) verwenden würde)

    - in knapp 7 Jahren.

    Die Nordseite kommt bei gleichartiger Rechnung, unter Berücksichtigung des günstigeren Anlagenpreises auf gut 9 Jahre Armortisation.


    Das sind rein theoretische Annahmen - und davon viele.

    Insbesondere der Lastgang wäre interessant zu sehen und mit einer Erzeugungskurve abzugleichen.

    Beachte dass es sinnvoll sein könnte zunächst <=100kWp zu bauen
    - für mehr habe ich im EEG keine Einspeisevergütung gesehen - ich gehe davon aus dass dann Direktvermarktung nötig wird.

    Ob es sinnvoll ist diese zu vermeiden kann ich nicht beurteilen.


    Gruß Flo

  • ...,die preise sind bestimmt mit Trafostation,...


    mfg

    PV-Korten GmbH, Industriestraße 11 48739 Legden, Ihre Nr.1 in Sachen Photovoltaik !

  • Ich habe den Lastgang in PVSOL eingelesen und komme auf 67% Eigenverbrauch bei Komplettbelegung.


    Hier der Lastgang.



    Bei der Anlagegröße greift die Direktvermarktung.



    Finanzierung (ergänze ich noch im Eingangsthread)

    Da eine solche Anlage mit ca. 230.000 € Finanzierungsbedarf leider nicht aus der Portokasse gezahlt werden kann, wird eine Finanzierung notwendig sein. Denkbar sind 2 Varianten:

    a) Finanzierung über 10 Jahre - danach beginnt dann das Geldverdienen..

    b) Finanzierung über 20 Jahre - die Einsparungen durch die Anlage werden direkt realisiert und schlagen sich in der Liquidität nieder.


    Zur Zeit Tendenz zur Variante b)

  • Wenn der EEGDeckel wirklich fällt, könnte es sinnvoll sein, ein Jahr zu warten, denn dann könnten die Preise purzeln. Aber das ist Spekulatius.

    Ich mache halt ca. 9000 € pro Jahr Gewinn auf 20 Jahr gerechnet. Ein Jahr zu warten muss dass dann reinholen.

    Wie denkst du, könnte die Entwicklung sein?


    ...,die preise sind bestimmt mit Trafostation,...


    mfg

    Laut Angebot "Elektrischer Anschluss" ca. 12.000 €. Da steht nichts von einem Trafo, ich habe aber auch keine Ahnung.


    Hier einmal die Wirtschaftlichkeitsberechnung etc. aus PV*SOL



  • Ich bin kein Techniker. Aber wenn da die Leitungen für einen derart hohen Verbrauch liegen, ist vllt nicht mehr viel nötig. Sind die Wochenenden bei der Eigenverbrauchsquote berücksichtigt? Da fallen ja fast 2/7 weg. Insofern wären 67 Prozent schon viel.

    Wenn ich sehe, dass hier schon 9 kwp Anlagen für 950 Euro netto vorgestellt wurden und dein Dach nicht so kompliziert aussieht, müsste doch was gehen.

    0,6 kwp + X ohne EEG;)

  • Beachte dass es sinnvoll sein könnte zunächst <=100kWp zu bauen

    Hmm, wo liegt der Vorteil? Kannst du mir das genauer erklären?

    über 100kWp gibt es nicht einfach 7,7ct/kWh sondern der Strom muss via Direktvermarktung verkauft werden - wie das geht? ehrlich - ich wollte DAS wäre meine Baustelle ;)


    Je nach dem welcher Betrieb das unter dem Dach ist könnte ich mit auch gewisse Arbeiten in Eigenleistung vorstellen was sicherlich VIEL billiger ist als Fremdvergabe.

    Ich hätte bei der Größenordnung auf unter 800€/kWp getippt - vll bin ich da aber auch zu Optimistisch.


    Gruß Flo

  • Hallo Matthias,


    100 statt 250! Niemals!!

    Bei den Voraussetzungen hast du schon viel zu lange gewartet um alle Dachflächen zu belegen.


    Da man auch eine 250 kWp-Anlage nicht ohne Netzanschlusszusage montieren sollte, würde evtl. hier trotz des hohen Eigenverbrauchs eine Inbetriebnahme im Januar 2020 Sinn machen.


    Hast du bereits jetzt einen eigenen Trafo?


    Edit:

    Uuups, passt das überhaupt: Direktvermarktung und so hoher Eigenverbrauch!?

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)