9,9 kwp Anlage mit einem Mieter im Haus

  • Hallo,


    Wir bekommen gerade eine PV Anlage installiert und haben auch einen Mieter im Haus. Klassisch scheint das so zu funktionieren, dass der Mieter nichts mit der Anlage zu tun hat, also nur ein Zweirichtungszähler dazu kommt.


    Jedoch ist das eben schade, der Mieter hat nichts von der Anlage.

    Meine Idee war: Ähnlich wie beim Mieterstrom:

    Man installiert 2 neue Zähler statt einem (hat dann insgesamt 4)

    1. (einer für den Energieversorger (Zweirichtung) an die Grundstücksgrenze,

    2+3. dahinter einen für Mieter und einen Für selbst (1 je Partie) (die aktuell schon da sind)

    4. 1 Einrichtungszähler für die PV Anlage


    Idee, der Mieter kann PV Strom Mitverbrauchen. Man braucht nur noch einen Vertrag mit dem Energieversorger und verrechnet den Mieterzähler dann interner als Nebenkosten. (Mieter bekommt eine Pauschalvertrag, 90% was der Grundversorger haben will)



    Ist das eine komplett falsche/schlechte/illegale Idee? (Warum?) Geht das besser/anders? Geht das überhaupt?

    Ist das für das angemeldete PV Gewerbe alles eine Eigenstromentnahme?

  • 1. hast du die 100% EEG-Umlage bei Lieferung an Dritte vergessen, daher mußt du schon mal anders messen um die berechnen zu können, was aber auch kein Hexenwerk wäre und mit insgesamt zwei Zählern auskommt

    2. hast du vergessen, daß du dem Mieter weiter freie Anbieterwahl gewährleisten mußt; 10% unter Grundversorger würde MICH nicht hinter dem Ofen hervorlocken zu "dir" zu wechseln

    3. natürlich ist das, was du dem Mieter lieferst kein Eigenverbrauch von dir, verbraucht ja dein Mieter


    Machbar ist es, aber vor allem wegen 2. in der Regel nicht sinnvoll.

  • Zu 2. Der Mieter ist einverstanden. Ich gehe davon aus sollte der Mieter nicht mehr einverstanden sein müsste der Elektriker kommen und das wieder umhängen. 10% sind 50-60€/Jahr Mieter sagt: warum nicht.


    Mein interesse ist halt: wenn 1000 kwh mehr Eigenverbrauch raus kommen sind das grob 170€ mehr.(annahme 27 cent vs 10 cent) Die man sich so mit dem Mieter teilen könnte. Zudem kostet ein Stromvertrag um 2000kwh ca 30 cent pro kwh und um 4000 kwh eher gegen 27 cent pro kwh.


    Mir ist eben auch nicht klar wie das mit EEG Umlage funktioniert. Daher die Frage: kann ich das irgend wie Deichseln das der Mieter und ich von dem Mieter seinem Verbrauch profitieren.

  • Mir ist eben auch nicht klar wie das mit EEG Umlage funktioniert. Daher die Frage: kann ich das irgend wie Deichseln das der Mieter und ich von dem Mieter seinem Verbrauch profitieren.

    Die BNetzA hat da einige Publikationen zum Thema Mieterstrom gemacht. Wie ist es aus Sicht von Mieter, Anlagenbetreiber, geförderter und nicht gefördeter Mieterstrom.

    - https://www.bundesnetzagentur.…rom/Mieterstrom_node.html

    - https://www.bundesnetzagentur.…erstrom/weitereInfos.html


    Wenn dir mal langweilig ist, kannst du dir das ja mal vornehmen :roll:. Das "irgendwie deichseln" ist schon möglich, die Frage ist nur ob man sich das wirklich alles antun will für "das bisschen" was da bei rum kommt. Rein rechtlich wirst du als ganz kleiner direkt auf eine Stufe mit den ganz großen gestellt...

    Tell me moooooooore...

  • Dann war da noch

    4. vergleiche niemals brutto und netto, ich hoffe jedenfalls, da die 27/30 ct/kWh brutto sind


    Ich bin kein Experte für Mietrecht, aber ob man als Vermieter am Stromverbrauch des Mieters was verdienen darf, würde mir seltsam vorkommen. Nebenkosten sind 1:1 abzurechnen.


    Natürlich kannst du das EEG ignorieren und angeben den Strom, den dein Mieter verbraucht hat, selbst verbraucht zu haben. Ich werde das nicht empfehlen (obwohl ich vermute, daß du da nicht der einzige wärst). Es geht um ca. 50-100€ im Jahr, die vom Mieter zu tragen wären, nur um eine Größenordnung zu nennen.


    Korrekt baut man das am einfachsten wie folgend auf:

    Hausanschluß

    Zweirichtungszähler

    Mieter

    Zweirichtungszähler

    Deine Wohnung

    PV


    Die Differenzen zwischen den Zählern sind dann in bezugsrichtung der vom Mieter verbrauchte bezugsstrom und in Einspeiserichtung der umlagepflichtige vom Mieter verbrauchte PV-Strom. Die Summe aus den beiden dann der Vom Mieter insgesamt verbrauchte Strom.


    edit: irgendwas stimmt heute nicht, meine Beiträge gehen nicht immer raus

    Mieterstrommodell (mit Mieterstromzuschlag) geht hier nicht; ich komme aber gerade nciht drauf warum, sch... Alz.....

  • Boecke

    Ne, "Mieterstrom" lassen wir weg, das ist viel zu aufwändig für eine Mietparte. Das geht wesentlich einfacher!


    Hab nicht alles gelesen, weil allein die "9,9" mich schon stutzig werden lassen!

    Sind damit alle deine interessanten Flächen voll? Echt nichts mehr frei?


    4 Zähler ist Murks, dein Vorhaben ist mit 2 2RZ umsetzbar - schau dir mal das erste MK in meiner Signatur an!


    Wenn du dir mit dem Mieter wirklich einig bist - schriftlich festhalten!!! - dann kannst du das machen.

    Statt vollem Grundpreis fallen für den 2. Zähler (mME) nur 20 EUR brutto POG an.


    Ein sehr guter Zeipunkt für https://www.robinwood.de/schwerpunkte/ökostrom-wechsel ! Schon gewechselt?

  • Mein interesse ist halt: wenn 1000 kwh mehr Eigenverbrauch raus kommen sind das grob 170€ mehr.(annahme 27 cent vs 10 cent) Die man sich so mit dem Mieter teilen könnte.

    nur weil etwas einfach gedacht ist, muß es deswegen nicht unbedingt richtig sein.

    das was du da schreibst ist eine typische Milchmädchenrechnung.

  • Wenn ich das hier so sehe:

    Hausanschluß

    A Zweirichtungszähler

    Mieter

    B Zweirichtungszähler

    Meine Wohnung

    (C Einrichtungszähler)

    PV

    Fehlt mir doch ein Einrichtungszähler C für die PV Anlage um deren Erzeugung bestimmen zu können?

    Verbrauch eigene Wohnung ist ja dann B Rein- B Raus + C Durch(Raus)

    Verbrauch Mieter ist = A Rein - A Raus + B Raus - B Rein


    SolarStrom an Mieter ist dann SM = B Raus - A Raus

    SolarStrom selbst verbrauch SV = C Durch(Raus) - B Raus

    EEG Umlage müsste ich dann auf SM Zahlen. SV ist Eigenentnahme. Und A Raus ist die übrige Einspeisung des PV Stroms.

    Auf Zähler A Läuft der Stromvertrag mit dem Grundversorger.



    --------

    Zum Thema mehr Frei/9.9 kwp... nur auf der schlechten Dachseite... die gute Westseite ist voll belegt.

  • Auf Zähler A Läuft der Stromvertrag mit dem Grundversorger.

    das kann und sollte man ändern:

    Ein sehr guter Zeipunkt für https://www.robinwood.de/schwerpunkte/ökostrom-wechsel ! Schon gewechselt?


    Deine Formeln hab ich nicht geprüft aber es sieht aus als ob du das Prinzip verstanden hast.


    Zähler C kommt auf die Anlagengröße an - siehe https://www.photovoltaikforum.…-pflanze/#wall/comment201

    Wie viel Platz hast du?

  • Boecke

    Ne, "Mieterstrom" lassen wir weg, das ist viel zu aufwändig für eine Mietparte. Das geht wesentlich einfacher!

    Ja, Mieterstrom anzubringen war eher als Abschreckung gemeint. Viele, vor allem kleine Netzbetreiber, bekommen alleine schon bei dem Wort Schnappatmung. Egal ob es Mieterstrom ist oder nicht. Ich wollte damit nur aufzeigen, das dieser Themenkomplex extrem komplex ist. Vor Allem aber aufzeigen das es einen unterschied zwischen "Mieterstrom" und Mieterstrom gibt.


    Die rechtliche Lage dazu ist halt pervers komplex, vor Allem wenn man Mieter und Vermieter ist und keine pauschale Vereinbarung hat. Also eben "normaler Mieter" versus z.B. Quartierslösung, monatliche Vermietung etc.

    Naja tobt euch mal aus, ich nehm auch jeden Input mit :)


    Tell me moooooooore...