• Hallo!
    Ich habe ein Haus (80qm) auf Teneriffa und möchte dort nun eine Photovoltaikanlage montieren lassen.
    Worauf muss ich achten?

    Mit wie hohen Kosten muss ich ca. rechnen?
    Mein Ziel ist es, mich ganz vom Stromnetz abzukoppeln. Ist es sinnvoll, zuerst noch 1-2 Jahre am Stromnetz zu bleiben, um zu schauen, ob alles klappt?
    Um eine möglichst grosse Sicherheit zu haben, habe ich mir überlegt, ob es vielleicht besser ist, 2 unabhängige Systeme einzurichten, ist sowas nötig?
    Würdet ihr mir Lithiumbatterien empfehlen?
    Vielen Dank im Voraus für eure Antworten!

  • Zu welchen Jahreszeiten wohnst du denn da? Vollständige Autarkie ist im Allgmeinen nur sehr aufwendig und teuer zu erreichen, aber wenn du nur im Sommer da bist, könnte dein Plan klappen. Aber was ist der Sinn, sich vollständig vom Netz zu verabschieden, wenn es zu Verfügung steht?

    Wie es um Einspeisevergütung in Teneriffa steht, keine Ahnung. Aber wenn das ein wenig genutztes Ferienhaus ist, dann werden die unvergüteten Überschüsse bei vollständiger Trennung vom Netz deinen selbstgemachten Solarstrom garantiert zum teuersten Strom aller Zeiten machen.

  • Warum der Inselzauber? Ist das Netz schlecht?

  • Mein Ziel ist es, mich ganz vom Stromnetz abzukoppeln.

    Wieso das? Idiologische Gründe?


    Im Allgemeinen liest man auf den Kanarischen Inseln häufiger von netzparallelen Inseln oder wenn noch mehr Netzbezug "tolleriert" wird - Nulleinspeiser.

    Eine Vollinsel ist auf jedenfall DEUTLICH teurer als netzparall - selbst wenn eine Monatliche Grundgebühr anfällt.


    Fragen wir mal andersrum (ich hab deine Fragen nicht überlesen - ist nur zum gegewärtigen Informationsstand nicht zu beantworten) -

    Wie sind die Dächer beschaffen die dir zur Verfügung stehen? (-> Prognose Ertrag besonders im Winter)

    wie ist dein Lastprofil (große Verbraucher?) (->Prognose Speichergröße)

    Was hat es mit dem (Wunsch der Trennung vom) Netzanschluss aufsich? (USV vs Vollinsel)


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Liebe Beantworter meines Posts
    Danke für die schnelle Reaktion.

    Meine Gründe für die "Vollversion" sind einerseits ökologischer Natur, andererseits si der Strom hier sauteuer. Ich bezahle im Winter (bin in den Bergen, habe elektrische Fussbodenheizung) spielend 100€ pro Monat.

    Der Strommonopolist hat Photovoltaikplatten und Windmühlen aufgestellt, weil aber Verträge mit Erdöllieferanten bestehen, werden nur 30% des Gesamtstroms "sauber" erzeugt. Dies passt mir politisch nicht.

    Ebenso wird für überschüssigen selbstproduzierten Strom nichts mehr vergütet. Zudem ist es so, dass es recht oft Stromunterbrüche gibt.

    Mein Haus ist wie gesagt 80qm gross, es hat eine Dachterrasse (üblicher Baustil hier), die ich voll für die Platten hergeben kann, da ich sie nie nutze, d.h. also, dass ich über 75qm flache Fläche habe.

    Die Frage Sommer/Winter stellt sich hier kaum, da es fast nie regnet und sich die Photovoltaikplatten ja auch bei Nebel aufladen.

    Wir haben im Moment 8,05 kW Leistung. Das reicht normalerweise gut, wenn jedoch die Fussbodenheizung läuft und gleichzeitig Backofen und Spülmaschine an sind, knallt es die Sicherung raus.

    im Moment ist es noch unser Ferienhaus, in einem Jahr wohnen wir aber fix hier.

    Da wir viel Landumschwung haben, würde ich gerne die Wege beleuchten etc., was ich bis jetzt nicht mache, weil sonst noch mehr Strom weggefressen wird. Und vielleicht werden wir zum Vermieten Tiny-Häuser aufstellen, was natürlich auch nochmals Strom braucht.

    Ich hoffe, ihr erkennt nun meine Motivation besser, sonst fragt gerne wieder - danke!

  • Wie viele kWh verbrauchst du für diese 100 Euro im Monat? Also was kostet dich die kWh inkl. Steuern, Gebühren, Netzentgelte etc.? Grundgebühr?

    Darf man die Anlage Netzparalell ausführen, auch wenn man für den eingespeisten Strom nichts bekommt?

    Habt ihr eine Klimaanlage, die über Wärmepumpentechnik (Klimakreislauf wird quasi umgedreht) auch heizen kann? Das ist effiktiver als die Fußbodenheizung. Andererseits: Könnte man die Fußbodenheizung benutzen, um Wärme zu speichern, also z.B. Mittags den Fußboden aufheizen, und er ist bis Abends oder gar am nächsten Morgen schön warm?

  • Zunächst Lesestoff:

    Photovoltaik Kanaren

    Zitat

    Der Strommonopolist hat Photovoltaikplatten und Windmühlen aufgestellt, weil aber Verträge mit Erdöllieferanten bestehen, werden nur 30% des Gesamtstroms "sauber" erzeugt. Dies passt mir politisch nicht.

    Bist du ganz sicher? Ich könnte mir eher vorstellen dass man die Regelarbeit scheut oder nicht bereit stellen konnte (daher die Ausfälle) und sich dann entschieden hat eine Grundlastsicherung durch ein fossiles Kraftwerk einzurichten - nix was es nicht überall auf der Welt gäbe.


    Zitat


    Wir haben im Moment 8,05 kW Leistung

    Eine wichtige Frage ist ob das Hausnetz 3 Phasig ausgeführt ist und welche Leistung auf den einzelnen Phasen benötigt wird.

    Stell dich darauf ein bei einem Inselnetz nicht zu jeder Zeit heizen und alle Geräte betreiben zu können - wenn das Budget (und PV Fläche) limitiert ist kann nur während der Erzeugung hohe Leistungen abgerufen werden - der Akku dient der Nachtversorgung und um Leistungsspitzen abzufangen die die PV (aktuell) nicht liefern kann.


    Zitat

    andererseits si der Strom hier sauteuer. Ich bezahle im Winter (bin in den Bergen, habe elektrische Fussbodenheizung) spielend 100€ pro Monat.

    Bitte auch die Fragen von Jorch beantworten - 100€ ist eine pauschale Aussage - wenn du eine elktrische Fussbodenheizung betreibst kann der Leistungshunger schon sehr groß werden. In D bekäme man für dieses Geld rund 4500kWh - nicht wenig für einen kleinen Haushalt - mit Elektroheizung aber vorstellbar. Die hohen Kosten sind nur zum Teil den Stromkosten geschuldet - ein großer Faktor ist die uneffiziente Heizmethode - die wird mit eigen produziertem PV Stom aber noch MEHR zu Buche schlagen da die benötigte Leistung richtig Geld kostet! Die Luftheizung ist da ein effektiver Tipp und kann locker 60-80% der Enerige/Kosten sparen!


    Wenn man deine Insel auf 15 Jahre umlegt hättest du also 100*12*15=18000€ zur Verfügung

    was kannst du dafür bekommen?


    Eine Solaranlage die deine 75m² voll ausnutzt würde aufgeständert (zeig mal gern Bilder - damit man sich das bezüglich Schatten und co vorstellen kann!) wohl in etwa 7kWp bedeuten (mehr wenn man eine zweiseitige Auslegung (z.B O/W) realisiert) - die kann im schlechtesten Monat bei bester Ausrichtung etwa 700kWh (beachte bitte die Schreibweise für Energiemengen) erzeugen. Um die nicht direkt verbrauchte Energie zu speichern und auch mal Schlechtwetter zu überbrücken müsste dein Speicher wohl (theoretische Annahmen - hier sollten "Isländer" mal was zu sagen) den Bedarf von 2-3 Tagen speichern können. Die Heizung am Speicher zu betreiben ist illusorisch - Heizen muss man wenn die Leistung (tagsüber) da ist! Je nach dem wie kalt es bei dir in den Bergen wird würde ich auch über eine alternative Wärmequelle nachdenken. (Gas?)

    Der Speicher muss aus Kostengründen so klein wie möglich (aber so groß wie nötig) ausfallen - es sollten daher keine Großverbraucher in der "Akkuzeit" betrieben werden.


    die 7kWp Solaranlage bekommst du in D für etwa 1000€/kWp zuzüglich Installation - bei dir kommen mit Sicherheit hohe Frachtkosten dazu (beachte bitte auch das Angebot in oben genanntem Thema)

    Ein Speicher mit 14kWh sowie der nötigen Elektronik und dem Batterie WR frisst gern ~10.000€


    Machbar ist vieles - alles gute aber teuer.

    Wenn dein Netzanschluss keine exorbitant hohen monatlichen Kosten aufweist würde ich das Thema anders angehen und zwar eine PV (als Nulleinspeiser) netzparallel aufbauen um die Energiekosten zu senken aber auf das Thema Speicher verzichten (wenn die Ausfälle nicht zu häufig sind um eine USV zu rechtfertigen).

    Alles andere wird für mein Empfinden KEIN Geld sparen.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Oder den Überschuss verschenken - das ist ökologisch besser als Nulleinspeisung!

  • Einspeisung ist idR in Spanien nur zugelassen wenn ein Vertrag mit dem liefernden Energiekonzern besteht. (Siehe Links im zitierten Thema "PV auf Kanaren"

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Lieber Flo

    Danke für deine Ausführungen und Erklärungen!

    Für mich ist es sehr schwierig, alles zu verstehen, da ich grundsätzlich keine Ahnung habe von der Materie 🤪.

    Ich habe nun drei lokale Fachleute kommen lassen, die mir je einen Kostenvoranschlag machen. Den ersten habe ich schon gekriegt. Ich denke, wenn ich alle 3 habe, poste ich diese hier, dann siehst du, ob das, was die mir anbieten, Sinn macht.

    Ich weiss natürlich schon, dass ich die hohen Kosten ewig lange nicht amortisiert haben werde. Hier geht's einfach um ein Abwiegen zwischen meinen ideologischen ökologischen Vorstellungen und der ökonomischen Seite.