"Spass" mit der OVAG oder der Versuch einer Anmeldung einer Stecker PV

  • Moin,


    nach meinem Verständnis "muss" sowieso nur angezeigt werden;...

    ja, gelesen habe ich das auch irgendwo. In der TAB der OVAG steht aber explizit, dass auch Stecker PV genehmigungspflichtig.

    Mir würden dann da die Gegenargumente fehlen.

    Ob das nun Anzeige, Anmeldung oder Genehmigung heißt, ist in dem Fall zweitrangig, da der NB die Form der Kommunikation und die zu übermittelnden Daten bestimmen kann. Zu den Rechtsgrundlagen (auch der Meldepflicht) s. hier:
    https://machdeinenstrom.de/sind-mini-solar-kraftwerke-legal/

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  • Die Masse an (unnützen) Unterlagen, die da angefordert werden verwundert mich schon. Als wollte ich ein Atomkraftwerk betreiben wollen. Warum zum Henker braucht man einen Lageplan, in welchem eingezeichnet ist, wo die PV Module installiert sind - egal ob große oder kleine Anlage?

    Nach der neuen Niederspannungsrichtlinie (VDE AR-N-4105:2018-11 5.5.3.) ist kein Lageplan mehr erforderlich.

    Zitat

    5.5.3 Steckerfertige Erzeugungsanlagen

    Für steckerfertige Erzeugungsanlagen gilt neben den in dieser VDE-Anwendungsregel formulierten Anforderungen DIN VDE V 0100-551-1 (VDE V 0100-551-1). Wird eine steckerfertige Erzeugungsanlage über eine vorhandene, spezielle Energiesteckdose (z. B. nach VDE V 0628-1 (VDE V 0628-1)) angeschlossen und ist ein Zweirichtungszähler auf dem zentralen Zählerplatz vorhanden, dürfen im Inbetriebsetzungsprotokoll E.8 die Unterschrift des Anlagenerrichters und die Angaben zum Anlagenerrichter entfallen. Ein Lageplan ist in diesem Fall nicht notwendig. Dies gilt nur bis zu einem SAmax ≤ 600 VA je Anschlussnutzeranlage.

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  • Ob das nun Anzeige, Anmeldung oder Genehmigung heißt, ist in dem Fall zweitrangig


    Moin,


    da wage ich doch mal fröhlich zu widersprechen: es ist schon etwas mehr als nur eine semantische Spitzfindigkeit, wenn der Netzbetreiber hier den Eindruck erwecken möchte, daß der legale Betrieb von seinem guten Willen abhinge. Dieses Vorgehen schafft eine psychologische Hürde bei den Interessierten und ist genauso so beabsichtigt.


    Tatsächlich ist der legale Betrieb doch nur von der (nachweisbaren) Einhaltung der technischen Rahmenbedingungen abhängig. Und dafür ist ausschließlich der Betreiber verantwortlich.


    Cheers,

    Photonenfang.

  • Das mit der psychologischen Hürde würde ich so unterschreiben. Allerdings muss der Netzbetreiber in die Lage versetzt werden, die Netzverträglichkeit der Anlage zu prüfen, und das geht nunmal nur über eine Offenlegung der Komponenten im Rahmen einer Anmeldung.

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  • Das mit der psychologischen Hürde würde ich so unterschreiben. Allerdings muss der Netzbetreiber in die Lage versetzt werden, die Netzverträglichkeit der Anlage zu prüfen, und das geht nunmal nur über eine Offenlegung der Komponenten im Rahmen einer Anmeldung.



    Moin,


    "Netzverträglichkeit" kann sich hier ja nur auf die theoretisch höchst mögliche Einspeiseleistung ins NS-Verteilnetz beziehen, da alle anderen Parameter durch Einhaltung der technischen Rahmenbedingungen als gegeben angenommen werden können.


    Der Witz bei dieser Art der Kleinstanlagen ist aber doch gerade, daß für die max. Einspeiseleistung von 600 Wp pro Haushaltsanschluß eben gerade keine "Netzverträglichkeitsprüfung" vom VNB durchgeführt werden muss. Der Großteil der eigenerzeugten Energie passiert die Zählerschranke sowieso nicht.


    Ich vermute hier eher, daß der VNB durch Aufbauen bürokratischer (Papierkram, "Genehmigungsverfahren") und praktischer (konzessionierter Elektriker) Pseudo-Hürden schlecht informierte Bürger davon abhalten will, massenweise solche Kleinstanlagen auf der NS-Ebene zu installieren. Typisches Monopolistengehabe eben.


    Cheers,

    Photonenfang.

  • Der Großteil der eigenerzeugten Energie bleibt im Haushalt, ein kleinerer Teil aber wird nunmal eingespeist. Dass bei potenziell 10 Mio. Geräten da auch mal etwas mehr Energie bei rum kommt, muss eben heute schon antizipert werden. Daher Zweirichtungszähler. Und die automatische Abschaltvorrichtung in den Wechselrichtern muss eben auch nachweisbar sein, sonst kriegt der Techniker nach Abschalten des Hausstroms eine gewischt.
    Ich spreche ja viel mit Netzbetreibern. Ja, manche wollen ihre Pfründe sichern. Die meisten haben aber einfach Angst, sich irgendwie angreifbar zu machen und sind deshalb lieber übervorsichtig. Kein Grund für Verschwörungstheorien. ;)

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  • Moin,


    mit "Verschwörungstheorien" hat meine Anmerkung gar nichts zu tun. Es ist die Erfahrung mit VNB und deren "Behäbigkeit" im Umgang mit Ungewohntem/Neuem, die mich regelmäßig ärgert.


    An keinem NS-Verteilnetz hängen 10 Mio. Haushalte. Die minimale Überschußenergie, die möglicherweise von diesen Kleinsterzeugern ins Netz rückgespeist wird, wird die NS-Ebene auch nicht verlassen. Und genau hier dürfte das eigentliche Problem der Netzbetreiber liegen: die Netze sind Top-Down ausgelegt und die Netzbetreiber verdienen an der Durchleitung. Wenn nun im untersten Segment vermehrt Eigenerzeuger auftreten, die nicht nur die eigene Grundlast, sondern möglicherweise auch noch (ungezählt) einen kleinen Teil der Nachbarn an 1/3 des Tages decken, fehlen Abnehmer für Energie aus den höheren Verteilnetzstrukturen. Bei einigen wenigen Microanlagen ist das kein Problem; bei mehreren Mio. hat das Auswirkungen auf die Erzeugungsleistung der Großkraftwerke bzw. die Energieverteilung auf höherer Ebene.


    Auch die Sache mit "Zweirichtungszählern" für solche Kleinstanlagen ist VNB-Unsinn (= Hürde mit konzessionertem Elektriker, Kosten, Papierkram, usw.). Wenn vom Anschlußinhaber/Betreiber auf EEG-Vergütung verzichtet wird, muss am Hausanschluß die möglicherweise minimal rückgespeiste Energie auch nicht erfasst werden. Für den VNB würde die saldierende (Echtzeit-) Erfassung am NS-Verknüpfungspunkt ausreichen, um Netzstabilität gewährleisten zu konnen.


    Bei Allem gehe ich natürlich immer von technisch zulässigen Kleinstanlagen mit den entsprechenden Sicherheitseinrichtungen aus, die fehlerfrei angeschlossen sind.


    Cheers,

    Photonenfang.

  • Kurzes Update von der OVAG Front.

    Habe eben einen Anruf vom Sachbearbeiter erhalten. Was soll ich sagen, ich bin fast vom Stuhl gekippt. Er eröffnete mir, dass sie meinen Antrag positiv bescheiden werden und nicht mehr auf einen eingetragenen Elektriker bestehen, da ja die Energiesteckdose schon vorhanden sei und man daher davon ausgehen müsse, dass sie vorschriftsmäßig installiert worden sei und da auch der Zähler getauscht würde, wären ja alle Vorschriften erfüllt.
    Auf meine Nachfrage, ob man denn auch den Zähleraustausch künftig nun ohne Elektriker beantragen könne, konnte er keine Auskunft geben. Das ist wohl noch nicht final entschieden. Na ja, für mich ohnehin zu spät, da ich durch die Diskussionen im Vorfeld schon einen MSB-Wechsel beantragt hatte.


    Es geschehen noch Zeichen und Wunder - hatte ich mich doch auf einen sehr langen Kampf gefasst gemacht.