74182 | 8.68kWp || 1234€ | AEG

  • dann der 8.5 WR aus dem ursprünglichen Angebot?


    Jedoch lese ich hier immer wieder, dass die PV Module nie ihre 100% Leistung bringen und sogar selten über 70% kommen.

    Bei "nur" 27° DN steht die Sonne bei Dir im Sommer zwar sehr gut über den Modulen, jedoch ist die Spannung aufgrund den hohen Temperaturen niedriger. Deshalb werden an heißen Tagen max. ca. 80% erreicht. Im Frühjahr/Herbst sind die Temperaturen für die Zellen natürlich deutlich günstiger, jedoch hat man dann einen schlechteren Einstrahlwinkel. Über´s Jahr gesehen sind die 27° DN aber schon als optimal zu sehen.

    Noch etwas anderes zum Thema 70% dynamisch.

    Ich habe gelesen, dass hier die erlaubten 70% eingespeist werden und der restlich erzeugte Strom dann als Eigenverbrauch genutzt werden darf.

    Das scheinst Du noch nicht richtig verstanden zu haben: Bei 70% wird der WR auf 70% begrenzt, die Einspeisung ist die Erzeugung minus dem gerade anliegenden Verbrauch. Bei 70% dynamsich kann die Anlage auch mehr als diese 70% erzeugen, es muss aber alles was darüber liegt unmittelbar verbraucht werden. Könnte z.B. eine 10 kWp Anlage gerade 9 kW leisten, Du aber nur einen Verbrauch von 1 kW im Hause hast, wird der WR automatisch auf 8 kW begrenzt, d.h. die noch mehr möglichen anderen 1 kW verpuffen auf dem Dach. Als Faustregel rechnen wir hier im Forum mit einem Verlust von 3-5% bei 70% hart zu RSE. 70% weich liegt dann irgendwo dazwischen. Ein RSE wird wohl im Zuge von iMS irgendwann Geschichte werden, dann ist das Ding unnütz, hast aber viel Geld dafür ausgegeben.

    Kann man das auch so regeln, dass ich den erzeugten Strom dann erst mal für den Eigenverbrauch verwende und alles was darüber hinaus geht dann einspeise?

    Das ist Standard.


    Sieht man bei einem RSE, wieviel der Netzbetreiber gerade abgeregelt hat?

    Zahlt man bei dieser Art der Einspeisung irgendwelche zusätzlichen, monatliche Gebühren?

    IMHO hat der VNB eine Informationspflicht, wenn abgeregelt wird. Und ob monatliche Kosten anfallen, musst Du bei Deinem VNB erfragen. Alles in allem ist das ein Rechenspiel, könnte sich aber bei Dir tatsächlich auszahlen. Möchtest Du aber ohnehin ein ordentliches Monitoring und etwas mehr sehen als nur die gerade erzeugte Leistung, kommst Du um einen SHM2.0 (ggf. reicht auch ein Energymeter) bei SMA nicht drumrum, womit der RSE sinnfrei wäre.


    Benötigt man bei 70% weich und einer größeren Dachbelegung mit 9.6 whp dann auch einen größeren WR oder reicht hier dann der 8.5 WR aus dem ursprünglichen Angebot?

    Der WR liefert abzgl. Blindleistung 8,5 kVA * 0,9 = 7,65 kW. Gehen wir jetzt im Sommer von einer max. Leistung der Module von 80% aus, kommen nicht mehr als 7,68 kW vom Dach. Da würde ich behaupten wollen, dass der 8.5-er ausreichend wäre. Auf der anderen Seite kostet der 10-er mal gerade €50 - €60,- mehr....und Du bist auf der "sicheren" Seite.


    Was ist eigentlich, wenn man die Anlage mit RSE Einspeisung aufbaut und dann nach 20 Jahren keine Einspeisevergütung mehr bekommt?

    Müsste ich dann theoretisch auf weich umbauen bzw. zu 100% auf Eigenverbrauch?

    Was hat der RSE mit der Einspeisevergütung zu tun?

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL (2x14) & SB2100-TL (1x10), DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Sunnyportal

    Seit 28.01.2020 24/14 am SMA STP8.0-3AV-40

    Sunnyportal

  • Andererseits ist der WG im Trüben bei größeren WR oft geringer. Bei 9,etwas sollte 8,5 reichen. Blindleistung fällt selten mit cos phi 9 an, aber das ist abhängig vom Netz.

  • Das scheinst Du noch nicht richtig verstanden zu haben: Bei 70% wird der WR auf 70% begrenzt, die Einspeisung ist die Erzeugung minus dem gerade anliegenden Verbrauch. Bei 70% dynamsich kann die Anlage auch mehr als diese 70% erzeugen, es muss aber alles was darüber liegt unmittelbar verbraucht werden. Könnte z.B. eine 10 kWp Anlage gerade 9 kW leisten, Du aber nur einen Verbrauch von 1 kW im Hause hast, wird der WR automatisch auf 8 kW begrenzt, d.h. die noch mehr möglichen anderen 1 kW verpuffen auf dem Dach. Als Faustregel rechnen wir hier im Forum mit einem Verlust von 3-5% bei 70% hart zu RSE. 70% weich liegt dann irgendwo dazwischen. Ein RSE wird wohl im Zuge von iMS irgendwann Geschichte werden, dann ist das Ding unnütz, hast aber viel Geld dafür ausgegeben.

    Das ist Standard.


    Wow, lieben Dank für die ausführliche Antwort :)


    pflanze : dir natürlich auch vielen Dank ;)



    Ich glaube, ich habe das bis jetzt wirklich falsch verstanden.

    Dachte nämlich, dass man bei 70% hart bzw. mit RSE immer alles komplett einspeist und den erzeugten Strom nicht für den Eigenverbrauch verwenden kann.


    Würde das gerne noch einmal mit meinen eigenen Worten zusammenfassen, kontrolliert mich bitte, ob ich das nun richtig verstanden habe :)



    Rechnung:


    Anlagendimensionierung auf dem Dach: 9,6 kwp

    angenommene max. Wirkleistung (80%): 7,68 kwp

    WR: 8.5 kwp

    Wärmepumpe mit Kühlfunktion (12-24Std. Laufzeit im Sommer): 1,5 kW Verbrauch


    70% hart im Sommer:

    6,72 kwp zulässig (70%), bei einer erwarteten Wirkleistung von 80% erzeugt man auf dem Dach max. 7,68 kwp, somit gehen 0,96 kwp verloren.

    Von den 6,72 kwp gehen 1,5 kW für die Kühlfunktion ab, daher werden bei 70% hart ca. 5,22 kwp eingespeist.


    70% dynamisch im Sommer:

    7,68 kwp werden auf dem Dach erzeugt, davon gehen 1,5 kW für die Kühlfunktion der Wärmepumpe als Eigenverbrauch ab.

    Werden also ca. 6,18 kwp eingespeist, also gut 1 kwp mehr als mit der 70% hart Regelung.


    RSE im Sommer:

    durch den permanenten 1,5 kW Eigenverbrauch durch die Wärmepumpe, hat man im Vergleich zu 70% dynamisch keinen Vorteil, da man dadurch im Sommer immer unter der 70% Grenze bleibt.

    Im Frühling und Herbst (dann ist ja die Kühlfunktion nicht aktiv) könnte man, wenn die Anlage hier dann auch eine Wirkleistung von 80% hat, im Vergleich zu der 70% dynamisch Variante ca. 1 kwp mehr einspeisen bzw. zu der 70% hart Variante ca. 2 kwp.



    Ist das so alles richtig? :)


    Falls ja, dann wäre noch die Frage, wieviel Geld man durch einen RSE im Frühling und Herbst zusätzlich gut machen kann.

    Ich denke, dass wäre dann ja nur im April, Mai, September, Oktober der Fall, in allen anderen Monaten wird vermutlich entweder die Kühlfunktion genutzt oder mit der Wärmepumpe geheizt.

    Laut Angebot beträgt die aktuelle Vergütung 0,1078€/ kWh.

    Nehmen wir mal an, die Anlage schafft in den oben genannten 4 Monaten so ca. 6 Std. pro Tag ihre max. Leistung von 7,68 kWh??, dann hätte man gegenüber der 70% dynamisch Regelung einen monatlichen Gewinn von ca. 19,40 € (0,1078€/kWh * 6 Std. * 30 Tage), wären im Jahr dann max. ca. 77€.

    Natürlich ist es im April, Mai, September, Oktober nicht immer schön Wetter, somit werden keine 30 Tage zusammen kommen und somit auch keine zusätzlichen 77€ im Jahr gegenüber der 70% dynamisch Regelung.

    Durch Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner hat man in diesen Monaten ja auch Verbraucher, dadurch wird der Vorteil mit einem RSE dann auch noch kleiner werden, weil man dann für ein paar Stunden sofort wieder unter die 70% Marke fällt.


    Braucht man für die 70% dynamische Regelung zwingend einen SMA Home Manager oder kann das vielleicht der ABB Umrichter schon von Haus aus?

  • Habs aus Zeitgründen nur überlogen da zu viel Text, einiges richtig, teilweise falsche Einheiten.


    Weich kann auch ein sma energy meter. Welcher Sensor bei ABB nötig/möglich ist weiß ich nicht.

    Mit RSE darf, solang nicht abgeregelt wird, volle Leistung eingespeist werden. Weich und RSE schließen sich nicht aus, sind aber der Logik nach nicht beide nötig. Bei Abregelung auf 30% dürfte man mit weich 30+Verbrauch erzeugen, aber dazu muss dann die Weich-Regelung mit dem RSE kommunizieren. Akademisch.


    Solang du dauerhaft bei 10 kWp bleibst statt dein Dach voll zu nutzen (auch wenn das geringfügig mehr Aufwand ist) brauchst du dir um wenige Prozentpunkte Ertrag keine Gedanken machen - m.E. bist du da auf der falschen Spur.


    Oder geht der Plan Richtung 12, 13 kWp?

  • Daher noch einmal die Frage, stimmen meine Berechnungen ungefähr, kommt das so hin?

    Ich hab's dem Abschnitt "Rechnung" auch mal überflogen, grundsätzlich stimmt's schon.


    Was nicht stimmt ist deine Annahme, daß ein ABB Wechselrichter mit einem SMA Sunny Home Manager funktioniert.

    Der Sunny Home Manager funktioniert nur mit SMA Wechselrichtern, für den ABB Wechselrichter bräuchtest du zusätzlich z. B. einen Solarlog mit S0 Zähler für die dynamische 70 % Regelung.


    pflanze

    Die dynamische 70 % Regelung und RSE schließt sich gegenseitig schon aus, man muss sich gem. EEG §9 (2) für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden.

    Beides gleichzeitig geht nicht, noch nichtmal theoretisch ;)

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Ok, das war in einem anderen Thread missverständlich. (Erinnere nicht mehr in welchem.)


    Könnte/konnte mir vorstellen können dass der RSE die Leistung am NVP vorgibt und mittels weich zusätzlich der HH bedient werden könnte.

  • Um bei Deinem Beispiel zu bleiben:

    Bei Bereitstellung von 10% Blindleistung kann ein WR mit 8,5 kVA max 7,65 kW leisten.

    70% hart: Die Anlage erzeugt nie mehr als 6,72 kW. Einspeisung = Erzeugung - Verbrauch.

    70% weich: Die Leistung steigt um den Wert über 70%, der gerade im Haus verbraucht wird.
    Beispiel1: Dein momentaner Verbrauch liegt bei 0,5 kW und die Anlage kann 7,5 kW leisten. Der WR regelt sich auf 6,72+0,5=7,22 kW ein. Es wird erst gar nicht mehr erzeugt.
    Beispiel2: Dein momentaner Verbrauch liegt bei 1,5 kW und die Anlage kann 9 kW leisten. Hier wird durch den (zu kleinen) WR auf 7,65 kW (~80%) begrenzt (Im Sommer ist aber mehr auch eher nicht möglich).
    RSE: Die Leistung wird nicht gedrosselt (außer evtl. durch den VNB, was aber bei Kleinanlagen eher nicht vorkommt). Was an Verbrauch anliegt wird auch direkt verbraucht, der Rest eingespeist.

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL (2x14) & SB2100-TL (1x10), DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Sunnyportal

    Seit 28.01.2020 24/14 am SMA STP8.0-3AV-40

    Sunnyportal

  • Danke für die ausführlichen Antworten, hat wieder etwas mehr Licht ins Dunkle gebracht :)

    Oder geht der Plan Richtung 12, 13 kWp?

    Nein, möchte mich auf die 9,6 kwp auf dem Süddach festlegen.


    Reicht ein Solarlog 300 um mit dem ABB WR 70% weich umzusetzen oder müssen noch andere Geräte bzw. Kosten dafür eingerechnet werden?


    Mal abgesehen vom etwas knappen WR, wäre die RSE Variante ja dann eigentlich die effektivste Variante.

    Der RSE kostet mich komplett mit Montage 500€, ein SMA Home Manager (dann in Verbindung mit einem SMA WR) oder ein Solarlog sind, wenn man sich die Preise im I-Net anschaut, ja nicht günstiger.

    Dafür kann ich dann mit dem RSE aber 100% einspeisen, anstatt 70%.

    (Bitte korrigieren, wenn ich mit meiner Aussage falsch liege)



    Bei den meisten Herstellern, z.B. auch bei ABB und SMA hat der nächst größere WR ja 10 kwp.

    Ist das dann nicht wieder deutlich zu groß für eine 9,6kwp Anlage?


    Von welcher Modulleistung kann man im Frühling und Herbst ausgehen, was wird so eine Anlage max. erreichen können?

    Bei "nur" 27° DN steht die Sonne bei Dir im Sommer zwar sehr gut über den Modulen, jedoch ist die Spannung aufgrund den hohen Temperaturen niedriger. Deshalb werden an heißen Tagen max. ca. 80% erreicht. Im Frühjahr/Herbst sind die Temperaturen für die Zellen natürlich deutlich günstiger, jedoch hat man dann einen schlechteren Einstrahlwinkel. Über´s Jahr gesehen sind die 27° DN aber schon als optimal zu sehen.

    Wenn das stimmt, dann müsste doch ein 8.5 WR ausreichen.

    Mit 5% Blindleistung leistet der WR 8kW (83% der Modulleistung, mit 10% 7,65kW (79,5% der Modulleistung).


    Von welcher Blindleistung ist auszugehen?



    Bis gestern fand ich die 70% weich Variante vor allem auch verlockend, weil man dann da ja alle Daten, wie z.B. den Eigenverbrauch schön übers Web einsehen kann.

    Allerdings hat mir nun gestern ein Arbeitskollege seine Übersicht von seinem ABB WR über das Web gezeigt.

    Der wurde so angeschlossen, dass über eine Phase der Eigenverbrauch läuft, somit sieht er in der ABB Web-Übersicht nun auch den Eigenverbrauch, würde mir im Grunde genommen vollkommen ausreichen.

    Ist zwar nicht so schön gemacht, wie z.B. mit einem Smart Home Manager, aber es funktioniert auch :)

  • Im I-Net wird auch oft von 5% Blindleistung ausgegangen, dann wären wir bei dem 8.5 WR bei 8kw, entspricht 83% der Modulleistung auf dem Dach.

    Das war einmal...
    Was Dein VNB letztlich verlangt, musst Du mit diesem klären.

    Reicht ein Solarlog 300 um mit dem ABB WR 70% weich umzusetzen oder müssen noch andere Geräte bzw. Kosten dafür eingerechnet werden?

    Jepp, der reicht aus.

    Bei den meisten Herstellern, z.B. auch bei ABB und SMA hat der nächst größere WR ja 10 kwp.

    Ist das dann nicht wieder zu groß für eine 9,6kwp Anlage.

    Zu groß nur deshalb, weil der WR wohl selten bis nie an sein Maximum kommt. Bei €50,- Preisdifferenz würde ich auf den großen WR setzen, ansonsten reicht der Kleinere.

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL (2x14) & SB2100-TL (1x10), DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Sunnyportal

    Seit 28.01.2020 24/14 am SMA STP8.0-3AV-40

    Sunnyportal