Was muss politisch geändert werden für einen größeren Photovoltaik Zubau?

  • Bei 15 Cent baut sich kein privater mehr PV aufs Dach.

    2018 wurden wohl ~ 60000 Anlagen unter 30kWp gebaut. Davon ~50% mit Speicher

    Klingt jetzt nicht nach so wahnsinnig viel, aber wenn die wegfallen hat das Auswirkungen.


    Das die kWh Strom mehr kostet als die kWh Gas/Öl liegt nicht allein an der Steuer/EEG

    Strom ist (für uns) keine Rohform der Energie. Kraftwerke arbeiten nicht mit 100% Effizienz.

    Kohle ~ 40%, Gas liegt der Rekord bei 60%, AKW bin ich mir gerade nicht sicher... hab ewig kein Uran mehr verarbeitet.

    Dazu noch doppelte Kosten für Infrastruktur,Transport, Personal, Lagerung.

    Bei Gas kaufe ich den Rohstoff, bei Strom das Endprodukt.


    15 Cent Endverbraucherpreis könnten mit Ach und Krach gerade noch neueste PV Kraftwerke mithalten.

    Bei 5 Cent Produktionskosten.

    Dummerweise ... und das ist nicht vom Tisch zu fegen wird der größte Anteil dieser Energie eben nicht zu der Zeit bereitgestellt wo er auch gebraucht wird.

    Wir benötigen aber eine 24h Versorgung und der Aufwand (egal in welcher Form) dafür hat Auswirkungen auf den Preis.

    Ob ich nun Wasser den Berg hochpumpen muss, umwandle, speichere

    10-12 Cent kWh sind realistischer wenn ich eine 24h Versorgung sicherstellen muss.


    Wenn die Sone scheint und der Wind weht mag Strom günstig bis billig sein. Die paar Stunden "dunkelflaute" und den generell verminderten Ertrag im Winter müssen wir jedoch auch abdecken und gerade da ist unser Bedarf am höchsten.

    Wem das einfach vorkommt, weil er ja genug PV aufm Dach hat, der gehe mal in den Keller und schalte für ein Jahr die Hauptsicherung aus.

  • ...Trafostationen mit 250/400/630KVA haben derzeit eine Lieferzeit von 38 Wochen. Multimegawatt- Stationen sind dagen wie Sand am Meer zu haben und versperren die Werkshöfe...

    AKW bin ich mir gerade nicht sicher...


    35% MAXIMUM

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601


    "Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt." [Gandi]


    Sämtliche Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung etc.

  • und das ist nicht vom Tisch zu fegen wird der größte Anteil dieser Energie eben nicht zu der Zeit bereitgestellt wo er auch gebraucht wird.

    Andersherum wird ein Schuh draus.


    Solange wir nicht mehr als 100% EE haben, haben wir nichts zu verschenken.


    Also: Alle Abregelungen weg. EEg- Umlage auf Netzanschlüsse mit EEg weg. Egal wie gross.


    Jeder Anschlussinhaber soll was machen müssen, damit die Bequemlichkeit mal aufhört!


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601


    "Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt." [Gandi]


    Sämtliche Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung etc.

  • ...Trafostationen mit 250/400/630KVA haben derzeit eine Lieferzeit von 38 Wochen. Multimegawatt- Stationen sind dagen wie Sand am Meer zu haben und versperren die Werkshöfe...

    Was sagt das dem Laien? Größere PV-Anlagen laufen super und Wind ist tot? :/

  • ...ähm war ein Zitatfehler, bissl aus dem Kontext gerissen, aber sollte heissen mehr grosse PVA´n bauen, Technik ist da, Wille ist da, Geld ist da. Nur die Umgebungsvariablen sind nicht da.


    Und direkt in das Bahnnetz einspeisen, sofort wären wieder 10.000e Flächen attraktiv für PV.


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601


    "Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt." [Gandi]


    Sämtliche Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung etc.

  • EEG auf Mieterstrom abschaffen.

    Vermieter zu einem Abgabe-Preis verpflichten, der Mietern und Vermietern Vorteile bringt.

    Moderne Zähler, die das in Null-Komm-Nix transparent an die Parteien ausgeben können.


    Anreize schaffen, dass auch bei geringer Vergütung EFH-Besitzer nicht nur auf Eigenverbrauch setzen, sondern so viel PV installieren wie sinnvoll möglich ist.


    Steuerliche Vereinfachung und/oder Einbindung der Zählerstände ins ElsterPortal, so dass diese ganze Abrechnerei von jedem erledigt werden kann.


    Was politisch von den Politikern getan werden muss ist, denke ich, klar.

    Endlich etwas tun und nicht nur lamentieren. Da haben wir es mit einer Kaste zu tun, die augenscheinlich in sehr kurzen Perioden denkt und je nach Stimmung das Fähnchen in den Wind stellt.....nicht zu vergessen: auf die Bremse steht

  • Hab ich im vorherigen Post ja schon geschrieben... wir brauchen mehr ... mehr, mehr EE 100% Bedarfsdeckung sind zu wenig, wir BRAUCHEN Überschüsse. Müssen diese jedoch auch sinnvoll umwandeln können.



    Ich wehre mich jedoch gegen Aussagen wie "der Endverbraucherpreis kann und soll 15 Cent sein", weil PV ja so günstig produziert.

    Das ist einfach nicht realistisch und nicht zu Ende gedacht.

    PV & Windkraft sind ein wichtiger Teil der Energiewende.... aber eben nur ein Teil.


    So wie man bei fossilen Brennstoffen die "externen Kosten" betrachten muss die als Subvention einfliessen, muss man bei den erneuerbaren eben die Kosten für eine 24h Versorgung mit betrachten.


    Wir wollen die AKW & KKW vom Netz.

    Dann müssen wir auch bereit sein die Kosten dafür zu tragen.

    Sind wir aber nicht.

    Sonst hätten wir alle Speicher im Keller.

    Rechnet sich aber für uns (dank EEG Einspeisevergütung) nicht und die Nacht/Winterversorgung sollen gefälligst die Netzbetreiber/Energielieferanten übernehmen

    Für 15 Cent/kWh und möglichst ohne Zählergrundgebühr

  • Wir müssen also den gesamten Energiesektor elektrifizieren und das wird nur mit deutlich geringeren Strompreisen(Endkunden) funktionieren.

    Man kann die anderen Energieträger auch einfach verbieten. Bei Atom und Braunkohle haben wir das (mit Zeitverzögerung) ja schon getan. Und wenn Strom der einzig noch erlaubte Energieträger ist, warum sollte der dann billig sein? Da fehlt mir einfach die Fantasie.

    Ich dachte schon das ich radikale da Vorstellungen habe, das jedem nur noch sein CO2 Budget (BudgetDeutschland gesamt/Einwohner) jährlich in Form von Emissionsrechten zugeteilt wird, die dann bei Einkäufen verrechnet werden und der Rest an die Industrie verkauft werden kann.

    Wie willst du denn Öl(Benzin/Diesel) und Gas verbieten, vor allem wann, ohne das es zu Aufständen kommt?

    Wenn 90-95% aller Heizungen und Fahrzeuge erst mal elektrifiziert(keine Hybride) sind mag das eine Möglichkeit darstellen, da müssen wir aber erst mal hin kommen.

  • Wie willst du denn Öl(Benzin/Diesel) und Gas verbieten, vor allem wann, ohne das es zu Aufständen kommt?

    Wo ist das Problem? Andere Länder haben sich doch schon festgelegt, wann der letzte Verbrenner zugelassen werden darf. Gleiches könnte man auch für Heizungen machen. Den Rest regelt der Markt, steigende Strompreise inklusive.

  • Dann gibts vor dem Stichtag noch mal einen ordentlichen Run auf Öl und Gas Heizungen und die laufen dann bis 2045/50 wenn 2030 das Zulassungs/Verkaufs Verbot kommt. Das wäre vor 20-30 Jahren sicher eine Option gewesen nur jetzt fehlt uns die Zeit(CO2 Budget) dafür.

    Wir haben noch 8,3 Jahre wenn nix passiert und gerade mal ~17 wenn wir ab heute die Emissionen linear verringern könnten.

    https://www.mcc-berlin.net/forschung/co2-budget.html

    Wir können aber sicher davon ausgehen das in den nächsten Jahren noch nicht all zu viel eingespart werden wird. Dann sind es noch 5,3 bzw. ~11 Jahre (3Jahre nix eingespart) für die komplette Umstellung. Dabei ist aber auch noch kein Gramm CO2 oder Methan aus tauendem Permafrost berücksichtigt.