Was muss politisch geändert werden für einen größeren Photovoltaik Zubau?

  • Die EEG-Umlage wird zukünftig weiter fallen, da in den nächsten Jahren die Altanlagen mit den hohen Förderungen rausfallen.

    Ja, aber... Die vorherrschende Meinung hier im Forum ist doch, das wir ein Vielfaches der derzeitig installierten PV brauchen und dass die weiter gefördert werden soll. Das passt dann irgendwie nicht zusammen.

  • Aber richtigen Zubau werden die kleinen Anlagen nicht bringen, da muß man an die großen Dächer ran.

    diese bleiben leider häufig leer da sich eigentümergemeinschaften nicht zu einer weiteren steuerkomplikation verleiten lassen wollen... mein befreundeter immobilienmakler hat in zahlreichen gesprächen mit wohnraumverwaltungen als auch eigentümergemeinschaften das thema "steuerrechtliche betrachtung einer pv-anlage" als größtes hemm-/hindernis raus gearbeitet... da muss dringend was zur senkung des verwaltungsoverheads geändert werden... macht sonst kaum wer...

  • Neue PV-Freiflächenanlagen, deren Vergütung per Auktion festgelegt wurde liegen doch nur noch bei 4,8ct/kWh. Wie soll das die EEG-Vergütung auf dem jetzigen Niveau halten?


    Tagsüber liegt der Börsenstrompreis ja meist bei 3-6ct/kWh.

    Bei einem Börsenstrompreis von 3,8ct/kWh erhält die neue Freiflächenanlage 1ct/kWh aus der EEG-Umlage.

    Bei einem Börsenstrompreis von 4,8ct/kWh erhält die neue Freiflächenanlage 0ct/kWh aus der EEG-Umlage.

    Bei einem Börsenstrompreis von 5,8ct/kWh erhält die neue Freiflächenanlage genau -1ct/kWh aus der EEG-Umlage und senkt sie dadurch sogar.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0

  • Larry03 Dann ist aber doch eigentlich die Marktfähigkeit erreicht und wir können uns den Thread sparen. Für die Interessenten von kleinen Dachanlagen mag das bitter sein, aber die müssen sich dann eben andere Hobbys suchen (z.B. Speicher 8)).

  • "Muss" PV in Zukunft denn noch groß gefördert werden, bzw. braucht es das jetzige Modell der Einspeisevergütung ?


    Jein


    Grundsätzlich sollte für neue Gebäude eher ein Pflicht bestehen.

    Die zusätzlichen Kosten beim Neubau sind gering und so bringt man mehr PV an den Start.


    Die EEG Umlage sollte abhängig von der Stromerzeugung ausfallen.

    Wer 100% Strom aus erneuerbaren bezieht ... warum soll der noch EEG Umlage bezahlen ?

    Wer dagegen seinen Mix aus Kohle, KK etc. bezieht hat höhere Kosten.


    Auf eine komplette Förderung (schnell) zu verzichten wird nicht funktionieren.

    Letztendlich müssen wir aber an den Punkt kommen wo sich PV von selbst trägt.

    Nehmen wir mal einen kWp Preis von 1200€ an


    Einspeisevergütung von 6 Cent wäre immer noch ausreichend um eine PV über 20 Jahre auf 0 zu bringen.

    Der Eigenverbrauch sorgt für den Gewinn.


    Allerdings müssten dafür einige Vorraussetzungen geschaffen werden.


    - Forcierung Power 2 Gas

    - Unterstützung der Gaskraftwerke um Kohle schneller vom Netz zu bekommen.

    - Weiterentwicklung um diese Gaskraftwerke Wasserstofftauglich zu bekommen.

    - Einheitliche einfache Regelung für die Abnahme von EE Strom unter 500kWp

    - EEG Umlage, Steuer etc. auf Eigenverbrauch komplett weg

    - Weniger Bürokratie bei Anlagenerweiterung, Repowering etc.


    Die Ertragsspitzen umzuwandeln würde die Preise stabilisieren. Erreichen wir dadurch einen stabilen Mindestpreis von 5 Cent braucht es keine EEG geförderte Einspeisevergütung mehr.

    Smartmeter wird uns irgendwann alle treffen und dann kann mit dem VNB direkt zum Börsenpreis abgerechnet werden.

    Je weiter wir uns von den fossilen Brennstoffen entfernen, desto höher wird unser Bedarf an elektrischer Energie.

    Höherer Bedarf geht meist mit steigenden Preisen einher, es sei denn man deckt diesen Bedarf durch ein höheres Angebot.


    Damit wäre das Argument "Strom ist durch die erneuerbaren teuer" vom Tisch bzw. wäre Strom ohne massiven Zubau der erneuerbaren noch teurer.


    Keine EEG Einspeisevergütung = weniger Hürden bei der Anlagenerweiterung.

    E-Mobil, WP, Leistungsfähigere Module etc. in 5 Jahren kann der Bedarf schon doppelt so hoch sein wie zum Errichtungszeitraum.


    Das ganze wäre irgendwo in 5-10 Jahren realisierbar. Anfangs müsste man noch Geld in Power 2 Gas und die Gaskraftwerke selbst stecken. Möglicherweise müssen diese auch dauernd subventioniert werden. Was solls... machen wir bei AKW und Kohle schon seit Jahrzehnten und sind immer noch nicht verhungert.


    Unsere Energie wurde von daher schon immer irgendwie subventioniert, man hätte die Gelder nur umleiten müssen.

    Hätte keinen Cent mehr gekostet.


    An der Stelle fehlt es einfach an Aufklärung.

    Buhu Strom kostet bald 30Cent/kWh.

    Dann einfach mal ausrechnen was er kosten würde wenn die Subventionen der Kohle und die zu erwartenden Kosten der Kernkraft realistisch auf die kWh umgelegt werden müssten.

  • Eine Vergütung brauchen wir weiterhin, denn wenn Strom notwendigerweise günstiger wird um Öl und Gas zu ersetzen fällt der Eigenverbrauch als Zusatzgewinn einer PV Anlage fast gänzlich weg(Strompreis ~ 0,10-0,15€/KWh).

    Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum Strom billiger werden sollte oder könnte, ganz im Gegenteil. Aber wenn du daran glaubst, magst du mir erklären, wie die wegfallenden Steuern auf Öl, Gas und Strom gegenfinanziert werden?

    Die Zeit, also unser CO2 Budget, drängt, und wenn die 2 Grad Grenze auch nur wenigstens noch um den Bruchteil eines K (<< 0,5K) unterschritten werden soll müssen wir schnellstens aus Öl, Gas und Kohle raus. Wir müssen also den gesamten Energiesektor elektrifizieren und das wird nur mit deutlich geringeren Strompreisen(Endkunden) funktionieren.

    EEG Umlage und Stromsteuer machen bereits 0,1€ vom Strompreis aus, wenn diese Abgaben auf alle fossilen Energieträger verteilt würden, dann gäbe es dadurch Strompreise(Endkunden) um ~0,15€.

    Die Alternative wären bei gleich bleibenden Strompreisen sonst nur 2-3 mal so hohe Öl und Gas Preise, oder das Aufgeben der 2 Grad Grenze.

    Als Bonus könnte es noch vermiedene Strafzahlungen geben wenn mal die Klimaziele eingehalten werden würden.

  • Wenn ich hier so umschaue, einigermaßen neue Häuser, beste Verhältnisse für PV (Südbayern), aber immer noch eher wenig PV auf Dächern, dann würde ich eher in die Richtung denken, dass die Gesetze so angepasst werden, dass weiterer Zubau von PV auf Dächern attraktiver werden soll, auch wenn die Hausbesitzer es selber nicht wollen (sondern der Nachbar/Bekannter/Bekannter_vom_Nachbar sein Dach mietet und ihm Strom verkauft). Es soll ältere Herren geben, die meinen, Klimawandel wäre eine Erfindung, PV bringe nichts usw usf.
    Sowas wie Pflicht zur Vermietung des Daches (für unter ...€/a), falls Hausbesitzer PV nicht selber betreiben will, und natürlich die Vereinfachung von EEG, insbesondere für solche Fälle. Weil die Hausdächer ist der bester Platz für, und da ist noch viel Platz für viele Dutzende GWp.
    Atmender Deckel ok, aber die Grenze soll bei 10-15 GW/a liegen,

    83% landwirtschaftlichen Flächen für 18% Kalorien, für das 6-te Massenaussterben [1] und für Ihre Zivilisationskrankheiten [2]:
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  • Wir müssen also den gesamten Energiesektor elektrifizieren und das wird nur mit deutlich geringeren Strompreisen(Endkunden) funktionieren.

    Man kann die anderen Energieträger auch einfach verbieten. Bei Atom und Braunkohle haben wir das (mit Zeitverzögerung) ja schon getan. Und wenn Strom der einzig noch erlaubte Energieträger ist, warum sollte der dann billig sein? Da fehlt mir einfach die Fantasie.