Was muss politisch geändert werden für einen größeren Photovoltaik Zubau?

  • Würde ja schon helfen die EU-Richtlinie umzusetzen, dann wäre sowas wie die EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch bis 30kWp schon mal erledigt ebenso wie der Anspruch nach 20 Jahren weiter ohne große Umbauten einspeisen zu dürfen.

    70% muß man den Leuten nur richtig erklären und vor allem darf man nicht müde werden zu sagen, daß das nur eine Option ist (und zwar fast immer die wirtschaftlichste verglichen mit einem RSE). Wenn im Angebot der Aufpreis und der Mehrertrag ohne 70% stehen würde, würde "Geiz ist geil" das von selbst regeln.


    Wer nichts mit dem FA zu tun haben will (ich bleibe dabei - es wird kein extra Steuerrecht für PV geben), sollte für kleinen Anlagen optional eine Einmalförderung wie bei ST z.B. über die KfW bekommen können. Alle z.B. 10 Jahre (also auch für Anlagen, die nach 20 Jahren aus der Vergütung fallen) könnte man eien Folgeförderung beantragen. Damit wäre die gesamte Einspeisung abgegolten, die VNB würden den Strom vermarkten und die Erlöse entweder an die KfW abführen oder mit den Netzentgelten verrechnen. Wer die Anlage nicht mindestens 7 Jahre betreibt (z.B. ein Jahr lang keine einzige kWh einspeist), zahlt anteilig zurück (mit Härtefallregelung bei Brand, Sturm oder so).


    Aber richtigen Zubau werden die kleinen Anlagen nicht bringen, da muß man an die großen Dächer ran. So lang 1. die Großabnehmer den Strom billiger beziehen können als ihn mit PV zu erzeugen und 2. die Rendite so eienr PV deutlich hinter dem zurückbleibt, was man im normalen Geschäftsbetrieb in den meisten Branchen erwartet, sehe ich nur eine Chance - CO2 endlich so zu bewerten, wie es nötig ist. Ablaß ähm Zertifikatehandel zwar zulassen aber nur wenn das Unternehmen selbst auch tätig wurde. Geschlossene oder deutlich verkleinerte (und evtl. ins Ausland, in dem das anders gehandhabt wird, verlegte) Betriebsteile werden rausgerechnet.

  • Welcher Unternehmer kennt denn sonst seine zukünftigen Preise? Irgendwann muss auch bei der PV Normalität einkehren.

    Das ist doch gerade der Punkt. Du siehst doch hier im Forum und vermutlich in hunderten Privatgesprächen, dass Privatdach-PV-Strom-Erzeuger eben nicht Unternehmer werden wollen. Auch für den Staat lohnt sich das nicht. Für ihn steht der bürokratische Aufwand ebenfalls in keinem lohnenden Verhältnis zu den Steuererträgen.


    Aber wenn du das gigantische Potential der Privatdächer und vor allem auch des Privatkapitals heben willst, musst du es für Privatleute halt einfach machen. Natürlich muss es dann eine Abgrenzung zu wirklicher gewerblicher Stromerzeugung geben. Von mir aus 30 kWp.

  • Die 70%-Regel wird aber sehr viel Netzausbau in den Ortsnetzen sparen, es können so quasi 50% mehr Anlagen ohne Netzausbau betrieben werden.

    Da ist schon was dran, aber lauf doch mal durch die Wohngebiete und schau die Dächer an. Ein Faktor 10 ist da locker noch drin für den PV-Ausbau. Wenn wir das nutzen wollen, dann retten die 70% die Netze auch nicht. Mit einer Abregelung, die von der tatsächlichen Netzbelastung gesteuert wird, könnte ich leichter leben, als mit dieser doch sehr willkürlichen Pauschale.

  • Mit einer Abregelung, die von der tatsächlichen Netzbelastung gesteuert wird, könnte ich leichter leben, als mit dieser doch sehr willkürlichen Pauschale.

    Dann lass dir einen Rundsteuerempfänger einbauen. Die 70%-Regelung gibt es ja nur, damit nicht jede kleine Anlage einen RSE braucht. Die Anlagentechnik kann dadurch möglichst einfach und günstig gehalten werden.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE, Nibe F1155-6 mit RGK

  • Mit einer Abregelung, die von der tatsächlichen Netzbelastung gesteuert wird, könnte ich leichter leben, als mit dieser doch sehr willkürlichen Pauschale.

    Dann lass dir einen Rundsteuerempfänger einbauen. Die 70%-Regelung gibt es ja nur, damit nicht jede kleine Anlage einen RSE braucht. Die Anlagentechnik kann dadurch möglichst einfach und günstig gehalten werden.

    Das geht jetzt imo zu sehr ins Detail. Vorstellen könnte man sich auch eine Regelung ähnlich der neuen Blindleistungsregel anhand der Spannung. Da würden aber die Letzten an der Leitung den schwarzen Peter ziehen und die VNB würden sich evtl. entspannt zurücklehnen statt auszubauen.

  • Das ist doch gerade der Punkt. Du siehst doch hier im Forum und vermutlich in hunderten Privatgesprächen, dass Privatdach-PV-Strom-Erzeuger eben nicht Unternehmer werden wollen. Auch für den Staat lohnt sich das nicht. Für ihn steht der bürokratische Aufwand ebenfalls in keinem lohnenden Verhältnis zu den Steuererträgen.


    ...Natürlich muss es dann eine Abgrenzung zu wirklicher gewerblicher Stromerzeugung geben. Von mir aus 30 kWp.

    Sehe ich ähnlich, für WR und Module, also die zur Energiegewinnung notwendigen Teile sollte die Mehrwertsteuer auf 7% gesenkt werden. Brennholz kann schließlich auch mit dem verringerten Steuersatz erworben werden, da kann dann ja dafür auf 19% erhöht werden. Selbiges bei Wärmepumpen da könnte dafür Bürokratische Förderung entfallen.

    Eine Vergütung brauchen wir weiterhin, denn wenn Strom notwendigerweise günstiger wird um Öl und Gas zu ersetzen fällt der Eigenverbrauch als Zusatzgewinn einer PV Anlage fast gänzlich weg(Strompreis ~ 0,10-0,15€/KWh).

    Die 70% Regelung könnte abgeschafft werden, wenn dafür der Hausanschluss um einen angemessenen leistungsabhängigen Grundpreis erweitert wird. Für Mieter steigt die Grundpreis dann auch weniger stark wenn sie in einem Gebäude mit vielen WE wohnen.

  • Der Punk der mich fast von der Pv Anlage abgehalten hätte ist definitiv die Steuer. Wenn man dies einfach mal wahnsinnig vereinfachen würde, dass man nur noch ab Anlagen größer 30 kW etwas mit der Steuer zu tun hätte, wäre das super


    Dann kommen bei Altbauten oder kleineren Flächen die Punkte Zählerschrank und die Pflicht einen Elektriker haben zu müssen.

    Ich sehe nicht ein, weshalb ich den ganzen Zählerschrank erneuern soll, nur weil ich ein zusätzliches Gerät anschließe. Der Umbau sollte hier auf das notwendigste beschränkt werden, damit alles erforderliche rein passt oder ggf. Ein weiterer Schrank direkt daneben gehängt wird. Dann die Pflicht einen Elektriker zu haben ist doch auch Blödsinn. Wenn ich die entsprechende Fachkenntnisse habe, sollte ich das auch selbst machen können. Diejenigen die bei mir die Elektrik gemacht haben hatten davon keine Ahnung und ich stand glücklicherweise daneben und habe die Fehler korrigiert.


    EEG Umlage auf Eigenverbrauch gehört natürlich auch abgeschafft aber hier sollte man meiner Meinung nach weiter gehen und die Kosten für klimaneutrale Energieerzeugung auf alle Energieverkäufe umlegen die nicht klimaneutral sind.


    Der 52 GW Deckel muss weg und eigentlich kann es doch dann so weiter laufen. Die Vergütungen fallen doch regelmäßig weiter und das ist gut so. Wird doch nicht mehr so lange dauern bis die Vergütung sich dem dudurchschnittlichen Börsenpreis nähert. Sobald der Preis erreicht ist, kann man das Regime ja auch auf Direktvermarktung umstellen.

  • Annahmen:

    a) Bei kleinen Anlagen von Privatleuten / Eigenheimbsitzern und Mietern ist mittlerweile der Overhead (Steuer usw) das größte Hindernis für viele potentielle Kunden.

    b) Bei größeren , gewerblichen Aufdachanlagen ist die Rendite nicht hoch genug für mehr Volumen.

    c) Bei Freiflächenanlagen brauchen wir einfach mehr Ausschreibungen und dann kommt auch mehr Menge.


    -> ich würde mich auf a) und c) konzentrieren, weil das niemanden Geld kostet ( eine gute Lösung für a) vermutlich sogar dem Staat viel Geld / overhead spart)

    a1) Anlagen bis 1KW Einspeiseleistung sind genehmigungsfrei und anmeldefrei und steuerfrei.

    a2) Anlagen bis 10KW sind genehmigungsfrei und steuerfrei, bekommen aber im Gegenzug auch nur noch 5 Cent für die Einspeisung. Diese Anlage rechnen sich vor allem durch den Eigenverbrauch, der dann aber (steuerlich) komplett unkompliziert ist.

    c) mehr Ausschreibungen

  • Eine Vergütung brauchen wir weiterhin, denn wenn Strom notwendigerweise günstiger wird um Öl und Gas zu ersetzen fällt der Eigenverbrauch als Zusatzgewinn einer PV Anlage fast gänzlich weg(Strompreis ~ 0,10-0,15€/KWh).

    Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum Strom billiger werden sollte oder könnte, ganz im Gegenteil. Aber wenn du daran glaubst, magst du mir erklären, wie die wegfallenden Steuern auf Öl, Gas und Strom gegenfinanziert werden?

  • Einen großen Teil der Stromkosten (~80%) für Endverbraucher machen ja Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen aus. Wird eine Gasheizung durch WP ersetzt, wird das Stromnetz stärker genutzt und die Netzentgelte teilen sich auf mehr kWh auf, E-Autos sorgen da auch für.

    Die EEG-Umlage wird zukünftig weiter fallen, da in den nächsten Jahren die Altanlagen mit den hohen Förderungen rausfallen.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE, Nibe F1155-6 mit RGK