Was muss politisch geändert werden für einen größeren Photovoltaik Zubau?

  • Hallo,

    aus Regierungskreisen hört man:

    Die Koalition hat sich darauf verständigt, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen. Dies wird ohne eine Förderung von Photovoltaik-Dachanlagen nicht gehen....


    Welche Stellschrauben muss die Regierung ändern oder drehen, dass wir wieder einen deutlich grösseren Zubau in Deutschland bekommen?


    Gruss Elektron


    P.S. Vielleicht liest der eine oder andere Politiker(in) hier mit... :S


  • Der aus meiner Sicht wichtigste Punkt ist, dass JETZT sehr schnell an einer Lösung für einen Nachfolger des EEG gearbeitet wird. Der Deckel ist schon greifbar nahe, spätestens zum Jahresende wird es eng für die Planung vieler Interessenten.


    Sollte das nicht passieren dann werden viele Interessenten nicht mehr bauen und zwar aus Angst es nicht mehr bis zum erreichen des Deckels zu schaffen.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Hallo,


    dass der Altmaier-Deckel weg muss, darüber sind wir uns einig. Der Deckel würde auch das Ende der PV-Förderung bedeuten.
    Wenn der Deckel verschwindet, wird sich damit der Zubau noch nicht erhöhen.
    Was muss aber passieren, dass wir einen höheren Zubau erhalten, damit wir bis 2030 65% EE erhalten, wo sicherlich auch PV eine grosse Rolle spielen wird?

    Was ist der grösste Hemmschuh für einen ordentlichen Zubau?

  • Für die Fortführung des EEG und zu welchen Konditionen, darüber sollte schnellstens Klarheit geschaffen werden, noch in diesem Jahr!

    Es gibt -zigtausende Industriedächer in DE (200 - 750 kWp) und -zig zehntausende von Häusern (5-10 kWp) die noch keine PV haben. Dazu sollten die Freiflächenanlagen wieder attraktiver werden. Ich denke da an die ganzen Hersteller von Elektrofahrzeugen. Die könnten schon mal einen Teil des E-Flottenstroms mit PV erzeugen.

    Und für die Balkonanlagen bzw Mini PV sollte überlegt werden, ob man das nicht bis auf 2 kWp zulassen könnte, allerdings mit einfacher Verrechnung über 2R Zähler und ohne FA.

  • - Folgeregelung damit ein Weiterbetrieb von Anlagen nach dem Ablauf des EEG Vergütungszeitraumes wirtschaftlich möglich ist. Wenn das nicht kommt, werden ab 2020 Anlagen stillgelegt oder abgebaut werden, die technisch noch funktionieren.

    - Durchforstung / Verschlankung des EEG im Sinne des Anlagenbetriebs. So wie das sich jetzt darstellt, blickt ja keine Sau mehr durch. Wahrscheinlich auch nicht die, die solche Gesetze verabschieden. Vorbild sollte das EEG 2004 sein.


    - Verbesserung der Festlegung des Netzzugangs. Was 2004 eine tolle Sache war (30 kWp am Hausanschluß) "lockt heute keinen Hund mehr aus der Hütte".

  • Man könnte den atmenden Deckel sogar behalten, wenn man den Korridor ab sofort oder in großen Schritten auf 15 GW erhöht. Das ist eine ganz einfache Rechnung. Wir haben maximal 30 Jahre Zeit für 400 GW.


    Extrem helfen würde auch eine vereinfachte steuerliche Behandlung und die Abschaffung jeglicher Umlagen und Abgaben auf Eigenverbrauch sowie der 70% Abregelung.


    Klare und unbürokratische Regeln für Klein-PV. Das ist doch ein Dschungel an Gerüchten, Unklarheiten und Interpretationen sowie ein Flickenteppich an Verfahren.


    Und vor allem muss es schnell (!) entschieden werden

  • die Einspeisevergütung muss an den Strompreis gekoppelt werden. So wie jetzt, das es immer weniger Vergütung giebt, ist es ein totes Pferd. Es bleibt nur noch der Eigenverbrauch welcher wirklich rentabel und steuerfrei ist.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • die Einspeisevergütung muss an den Strompreis gekoppelt werden

    Wozu soll denn das gut sein? Das ist nicht nur unnötig kompliziert, sondern absolut kontraproduktiv. Die Rentabilität hängt an den Kosten und der Vergütung, nur für den Eigenverbauch spielt der Strompreis eine kleine Rolle. Eine Anlage muss auch ohne Eigenverbrauch ein positives Ergebnis haben, sonst geht das so weiter, dass die Leute kleine "eigenverbrauchsoptimierte" Anlagen bauen.


    Eine strompreisgekoppelte Einspeisevergütung würde zusätzlich die Anlagen über den Abschreibungszeitraum völlig unkalkulierbar machen. Wer kennt schon halbwegs seriös den Strompreis von 2040?

  • Eine strompreisgekoppelte Einspeisevergütung würde zusätzlich die Anlagen über den Abschreibungszeitraum völlig unkalkulierbar machen. Wer kennt schon halbwegs seriös den Strompreis von 2040?

    Welcher Unternehmer kennt denn sonst seine zukünftigen Preise? Irgendwann muss auch bei der PV Normalität einkehren.

  • Abschaffung jeglicher Umlagen und Abgaben auf Eigenverbrauch sowie der 70% Abregelung

    Die 70%-Regel wird aber sehr viel Netzausbau in den Ortsnetzen sparen, es können so quasi 50% mehr Anlagen ohne Netzausbau betrieben werden. Das Ortsnetz ist die teuerste Netzebene, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zu den Gewinnnen durch den Wegfall der Regelung.

    Die Verluste für den Betreiber gehen doch fast im Rauschen unter. Mit gut realisierten Eigenverbrauch wird auch fast nichts mehr abgeregelt. Zudem sind so auch Ost/West-Anlagen interessanter, die viel besser zum Lastgang passen.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0