Miete / Pacht für Dach absetzbar?

  • Hallo zusammen,


    leider habe ich für diesen Fall nichts gefunden.


    Frage 1:

    Ich denke es ist grundsätzlich möglich bei Miet/Pachtkosten für ein Dach, auf das man eine PV-Anlage setzt als Betriebsausgaben steuerlich geltend zu machen?


    Jetzt habe ich die Situation, dass ich aktuell zur Miete in einem EFH wohne (Vermieter=Schwiegervater). Die familiäre Nähe zum Vermieter lässt ja Gestaltungsspielraum.


    Frage 2:

    Ist es nun möglich, die Kosten für das Dach anteilig aus der Miete anzusetzen oder ist ein eigener Vertrag (Miete oder Pacht) notwendig? Falls ja - wie hoch darf dieser Anteil sein?


    Frage 3:
    Wäre es rechtlich zulässig, den bestehenden Mietvertrag neu zu formulieren, so dass dieser sich zukünfitg in Miete für den Wohnraum und die Miete für das Dach aufteilt?


    Ich danke euch im Vorraus für eure Hilfe und freue mich auf Antworten!

    • Na klar ist die Miete für das Dach absetzbar, sofern ... du das ganze als Gewerbe laufen hast.
    • Vertrag: Auf jeden Fall
    • Mietzins, der muss angemessen sein, falls nicht wird das FA nicht mitspielen
    • Überweisung für Dachmiete, führe eine eigene Überweisung aus, transparenter (vergiss nicht die Überweisungsgebühr)
    • Bei deinem Verwandtschaftsgrad könnte auch die Hälfte der üblichen Miete angesetzt werden.


    p.s. Dies stellt keine Rechtsverdrehung dar noch eine Steuerverbratung, also frage jemanden der das beruflich macht! Dies ist nur meine eigene persönliche Meinung

  • Willkommen im Forum!


    Pacht ist absetzbar, muss aber in einem von der Wohnungsmiete unabhängigen Vertrag geregelt sein. Der Vermieter muss die Pacht versteuern. Da heutige PV-Anlagen steuerlich im Grenzbereich zur Liebhaberei betrieben werden, sollte die Pacht "im Rahmen" bleiben, da sonst kein Totalgewinn über die Laufzeit der Anlage mehr möglich ist. Eine Spanne von 50 € bis 100 € im Jahr ist denkbar. Bei Fremden sollte man noch eine Grunddienstbarkeit eintragen lassen, was aber weitere Kosten nach sich zieht und die Wirtschaftlichkeit weiter beeinträchtigt.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Frage 1:
    Ja. Das ist grundsätzlich möglich. Bzw. die Betriebsausgaben SIND anzusetzen.

    Im Hinblick auf den Vermieter gibt es sicherlich Gestaltungsspielraum. Allerdings wird der wieder an anderer Stelle eingeschränkt: Auch mit der Dachpacht darf kein Totalverlust entstehen. Viel Luft ist also kaum vorhanden.


    Frage 2:
    Die anteilige Berücksichtigung gemischter Aufwendungen als Betriebsausgaben / Werbungskosten ist möglich, wenn ein objektiver Aufteilungsmaßstab gegeben ist. Fehlt es an einem objektiven Aufteilungsmaßstab, greift das AbzugsVERBOT.
    Ein geeigneter objektiver Aufteilungsmaßstab wäre das Verhältnis von innerem zu äußerem Nutzen. (Aus der umsatzsteuerlichen Rechtsprechung entliehen; kaum eine Behörde und kein Spruchkörper wird sich trauen, einem Senat am BFH mangelnde Objektivität vorzuwerfen;-) Zu dem Trick darf man also greifen.)

    Beispiel: Der Ortsübliche Pachtpreis für eine vergleichbare PV-Fläche liegt bei 10. Die ortsübliche Miete für eine vergleichbare Wohnung liegt bei 490. Dann wären 10/500 abzugsfähig. (Was dazu führt, dass sich der absolut abzugsfähige Anteil vermutlich atomisiert)


    Frage 3
    In Deutschland besteht Vertragsfreiheit. Selbstverständlich kannst Du den bestehenden Vertrag ändern.
    Das Risiko: Wenn plötzlich die bisherige Miete von 1.000 auf 10 Pacht und 990 Wohnung aufgeteilt wird, ist doch sehr offensichtlich, dass dieser Vertrag nicht nur unüblich ist, sondern auch einzig die Erlangung steuerlicher Vorteile zum Ziel hat. Das nennt man dann "Missbrauch von Gestaltungen". Der Vertrag wäre zivilrechtlich wirksam und steuerlich dennoch unbeachtlich.


    Obwohl der berühmt-berüchtigte Drittvergleich bei weitem nicht mehr die frühere Bedeutung hat, so sollte man dennoch darauf achten, dass man nicht allzu stark von üblichen Marktpreisen abweicht.


    Gretchenfrage: Lohnt das wirklich?
    Vermutlich nicht. Denn die Betriebsausgabe bei Dir - ist Einnahme beim Schwiegervater.
    Ein Vorteil kann sich überhaupt nur noch aus dem Steuersatzgefälle ergeben.
    Beispiel: Grenzsteuersatz bei Dir 40%; beim Schwiegervater 30%
    Die Pacht betrage 100 Euro. Du sparst 40; der Schwiegervater zahlt 30 on top.
    "geschaffenes haftungsfreies Familienvermögen = 10"


    ==> vermutlich "much ado about nothing"

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Danke für eure Antworten. Das hilft mir weiter. Wenn es da einen kleinen Vorteil gibt (Immer nicht vergessen, 50 €/a sind in 20 Jahren auch ein Tausender), dann muss das mein Steuerberater ausgestalten - da ich schon selbstständig bin kriege ich das eh nicht selber hin.