Zweite Anlage planen

  • Da ich hier gelernt habe, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, um von der jetzigen EEG-Vergütung zu profitieren, will ich mich gleich ins nächste Projeklt stürzen.


    Ich bin am 24. Oktober 2018 mit 9,9 kW PV-Modulen und einem 9 kW Wechselrichter von SMA ans Netz gegangen. Wir haben einen FRSE installiert, der über einen Schütz die Anlage vom Netz trennt, falls dieser unwahrscheinliche Fall jemals eintreten sollte. Da das Scheunendach unverschattet und nach Süden ausgerichtet ist, war dies die günstigste Option, zumal der Empfänger bei e.dis in Brandenburg unter 300 € zu bekommen war und keine weiteren Gebühren verlangt werden. Da das Scheunendach mit alten Asbestwellplatten belegt war, konnte ich diese gegen Trapezblech austauschen lassen und damit auch die Dachsanierung über die EEG-Umlage finanzieren. ;). Ich habe das so kalkuliert, dass nur noch ein knapper Gewinn von rund 200 € jährlich für die Steuer anfällt. Als Selbständiger habe ich keinen Freibetrag für Nebeneinkünfte.


    Ich denke nun darüber nach, die Anlage zu erweitern. Auf dem Scheunendach wäre sogar noch etwas Platz, und es gibt noch zwei oder drei Nebengebäude, die auch ein neues Dach gebrauchen könnten. Kann sein, dass ich hier insgesamt nochmal auf 9,9 kWh komme. Jetzt meine Frage:


    Wann kann ich mit einer zweiten Anlage frühestens ans Netz, damit sie nicht zu der bestehenden Anlage hinzugerechnet wird, sondern als eigenständige Anlage unter der 10 kWh Grenze für die Eigenverbrauchs-EEG-Umlage liegt? Zum 1. oder 24. Oktober 2019 oder 1. November 2019 oder ???


    Braucht es einen zweiten FRSE oder kann das über den bestehenden geschaltet werden?


    Und kann jemand einen günstigen und kompetenten Solateur im Südwesten von Brandenburg (Fläming) für ein Vergleichsangebot empfehlen? Die erste Anlage wurde von Elektro Schandert aus Zahna errichtet, mit ihm könnte ich auch wieder, aber vergleichen lohnt sich immer.


    Ich freue mich auf Eure Antworten. <3:idea::thumbup:

  • §9 EEG

    (3) Mehrere Solaranlagen gelten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung der installierten Leistung im Sinne der Absätze 1 und 2 als eine Anlage, wenn

    1.sie sich auf demselben Grundstück oder Gebäude befinden und
    2.sie innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind.


    Du kannst also ab 01.10.2019 in Betrieb nehmen

  • Braucht es einen zweiten FRSE oder kann das über den bestehenden geschaltet werden?

    Kommt m.W. auf den VNB an. Da RSE hier freiwillig ist (und auch 70% hart/weich gehen würde) alle Varianten vergleichen.


    Ich sehe auch den 01.10.2019 - aber dann bitte das NAB noch diesen Monat mailen!

    Ggf. vorher den VNB abklopfen ob er das EEG verstanden hat und den 1.10. genauso sieht. Falls er blöd tut würde ich, das ist hier der einfachere Weg, evtl. auf 1.11. gehen - aber nur wenn es auf 20 Jahre keinen großen Unterschied macht.

    mit ihm könnte ich auch wieder

    Zufriedenheit ist sehr viel wert! Sauber montiert, anständig beraten, da würd ich bei fairem Preis nicht lang überlegen.


    Belegungsplan, Luftbild?


  • Das Luftbild stammt noch vom Mai 2018. Auf die rot umrandeten Flächen plane ich zu bauen.




    Im Oktober 2018 kam dann auf das Scheunendach eine neue Eindeckung und 36 mal 275 Watt Module von Viessmann.


    Der Solateur meinte heute, dass der bestehende FRSE ausreicht, damit der Netzbetreiber die beiden Anlagen zusammen abregeln kann. Auf dem kleinen Gebäude links hätten wohl 12 Module Platz und auf dem größeren rechts die doppelte Menge. Dort muss allerdings ein Trapezdach mit Unterkonstruktion erst noch errichtet werden. Der Dachdecker schaut sich das diese Woche noch an und schreibt dann sein Angebot.


    Nach dem PVGIS habe ich allerdings eine geringere Ertragsprognose wie auf dem Scheunendach, welches nach Süden mit Azimut 24 Grad ausgerichtet ist und 47 Grad Neigung hat. Laut PVGIS kann auf der Scheune mit 987 kWh/kW p.a. gerechnet werden.


    Die Pultdächer haben rund 6 Prozent Neigung und links Azimut -66 Grad sowie das rechte 114 Grad.

    Der spezifische Stromertrag nach PVGIS ist hier nur 897 kWh/kW, bzw, 850 kWh/kW.


    Der Netzbetreiber wird allerdings die Einspeisung je zur Hälfte auf die alte und die neue Anlage rechnen, obwohl die alte Anlage mit der höheren Vergütung mehr einspeist. Das Verhältnis wäre laut der Prognose eigentlich 53/47 und nicht 50/50. Insgesamt dürfte es allerdings nur knapp 11 € im Jahr ausmachen, was hier fehlt und somit ist die Wirtschaftlichkeit der alten Anlage nicht gefährdet.


    Die Rendite für die neue Anlage wird jedoch wegen der niedrigeren Ertragsprognosen und der geringeren Einspeisung sehr niedrig ausfallen, aber immerhin sind dann zwei Dächer neu gedeckt und falls mal ein E-Auto angeschafft wird, reicht die Leistung für eine kleine 11 kW Wallbox aus. Die lässt sich kostengünstig über das Mehrzweckmodul im Wechselrichter steuern. Jetzt bin ich auf die Angebote vom Dachdecker und Solarteur gespannt. Letzterer meinte heute am Telefon, dass die PV Erweiterung unter 9.000 netto realisierbar sein müsste. Er verwendet Viessmann Module und den SMA Wechselrichter STP 9000 TL.

  • Warum letztes Jahr die Module aus der Mottenkiste? Lass mich raten, 10kWp-Schwelle.


    Ist das Brandschutzabstand oder gingen nur die Module aus?

    Mit Kaskadenmessung kann bevorzugt der neue Strom genutzt werden, allerdings kostet der EZ 20 brutto im Jahr. Wenn eh ein EZ kommt kann man sich diesen Umstand zu nutze machen. Wenn es wieder max 10 werden braucht es keinen EZ.

  • Warum letztes Jahr die Module aus der Mottenkiste? Lass mich raten, 10kWp-Schwelle.

    Genau, außerdem war es das kostengünstigste Angebot. Das Alternativangebot mit 300 Watt Modulen von Longi und 10 kW Wechselrichter Fronius Symo wäre 1.500 € teurer gekommen.


    Ist das Brandschutzabstand oder gingen nur die Module aus?

    Siehe oben, die 10 kW Schwelle. Wollte mich erstmal vorsichtig rantasten an das PV Thema.


    Hinter der Scheune hat es noch eine Wiese mit rund 1.200 qm unverschatteter Fläche. Soll ich mir einen Gewerbeschein holen? Oder doch lieber Obstbäume pflanzen?

  • Früchte der Bäume kann man essen, Strom nicht. Pflanz Bäume, alte robuste Sorten, auch Feigen wenn sie bei dir wachsen.


    Pflanzt mehr Essbares!


    Wärst du damals hierher gekommen wäre es ein großer Guss geworden, das wäre am günstigsten geworden. Schade dass der Installateur dir nicht gesagt hat worum es geht. Für alle Neulinge: Bitte lies meine FAQ https://www.photovoltaikforum.…-pflanze/#wall/comment201

  • Leider habe ich bisher keine Lösung gefunden, bei der sich das eingesetzte Kapital angemessen rentiert. Ein Dachdeckerbetrieb hat sich meinen Hof angeschaut und ein Angebot unterbreitet. Das Gebüde rechts könnte er mit einem Stahltrapezblech 135/310 überdeckenm welches bis zur Scheune reichen soll. Dort will er es über eine Breite von 6 Metern mit der Scheunenwand verbinden, so dass es sich leicht nach Süd-Südwest neigt. Kostenpunkz: knapp 5.000 €. Dann wäre eigentlich für bis zu 39 Module Platz auf knapp 67 qm. Für eine 10 kWh PV-Anlage müsste ich mit 10.000 € rechnen, meint der Solateur. Über die EEG-Einspeisevergütung würden dann 18.000 € zurück fließen.


    Das ist mir zu dünn. Im günstigsten Fall, also wenn kein Wartungsfall auftritt, erhalte ich für die eingesetzten 15.000 € eine mittlere Rendite von 1,9 %. Da ist es für mich optimaler, die Kröten im Wertpapierportfolio zu belassen, wo ich mit mindestens 5 % Rendite fest rechnen kann. Für die 4.000 € von der Börse kann ich auch eine Menge Strom einsparen, ohne selbst einen Finger krumm zu machen.


    Nur wenn mir jemand ein Angebot unter 8.000 € für die PV-Anlage macht, dann würde ich mich darauf einlassen. Optimal wären maximal 7.000 €. Anschlusskosten wären gering, da direkt hinter der Scheunenwand eine Unterverteilung existiert, der FRSE von der bestehenden Anlage mitgenutzt werden kann und auch der Stromzähler von E.DIS bereits getauscht wurde. Die bestehende Anlage hat einen SMA Wechselrichter. Wäre schick, wenn ich bei dem Hersteller bleiben könnte, dann hätte ich es einfacher mit dem Monitoring.



  • Wertpapierportfolio zu belassen, wo ich mit mindestens 5 % Rendite fest rechnen kann

    5% und "fest damit rechnen" passt nicht zusammen. Aber wenn das deine einzige Sichtweise auf die Energiewende ist, dann lass es eben. PV soll ja schließlich glücklich machen und nicht unglücklich.

  • "fest rechnen" heißt vernünftig langfristig anlegen und zu einem geeigneten Zeitpunkt wieder verkaufen. Bei entsprechender Marktlage sind auch locker 8 % Rendite möglich. Aber ich kann nicht fest damit rechnen, dass der Markt dermaßen gut ist, wenn ich verkaufen muss.