Fragen zur Modulwahl für Womo -> sollen ca. 400W werden mit Victron SmartSolar 100/30 (vorhanden)

  • Hallo,


    Ich möchte unsere Solarmodule erneuern. Insgesamt sollen es ca. 2x200 Watt werden (durch Dachfläche begrenzt, 2x 2mx0,8m je Fläche oder 1x 2,2mx1m Fläche). Der Regler ist schon neu (Victron SmartSolar 100/30). Momentan ist es so, dass der Ladestrom auf 15% einkracht, wenn die Module nur geringfügig (vllt 10% der Fläche) verschattet werden. Ich weiß nicht, ob es bei modernen Paneelen auch so stark einbricht. Eine bestmögliche Leistung bei Verschattung würde ich vorziehen, vor einer Spitzenleistung unter Idealbedingungen. Was wären Eure Empfehlungen?


    Meine Überlegungen sind folgende:


    Polykristalline Module - weil besser bei Verschattung


    Parallelschaltung - weil bessere Ausbeute bei Verschattung eines Moduls


    2x18V-Module parallel oder 2x36V-Module parallel? - bringen 36V-Module bei schwachen Lichtverhältnissen etwas gegenüber 18V (Herbst/Winter)?


    Die Aufbaubatterrie hat 12 V / 180 Ah; System sollte auch bei 12 V bleiben, weil Licht und andere elektr. Geräte auf 12 V ausgelegt sind.


    Danke schon mal

    Andreas

  • Größte Schattentoleranz beim durchschnittlichen WOMO Dach hat man, wenn man möglichst viele kleine Module parallel oder zumindest in 2 er Gruppen serienparallel schaltet.


    Beispiel Autarker Wohnwagen:



    Dort sind 4 Zweiergruppen jeweils an einem Victron MPPT Laderegler seriell angeschlossen.


    Tests haben ergeben, dass wahrscheinlich bedingt durch das Schattenmanagement beim Victron

    die 2er Gruppen mit ca. 44V Leerlaufspannung auch bei Schattensituationen in Summe eine etwas

    höhere Ausbeute brachten und zusätzlich die Verkabelung etwas einfacher ist.

  • Größte Schattentoleranz beim durchschnittlichen WOMO Dach hat man, wenn man möglichst viele kleine Module parallel oder zumindest in 2 er Gruppen serienparallel schaltet.

    Schaltet man an einem Regler Module/Stränge parallel deren Vmpp im unverschatteten Zustand nur wenig über der Mindestspannung des MPP-Regler liegt, so fällt das Modul schon bei Teilverschattung komplett aus, da dann entsprechend X Bypassdioden sich die Vmpp um mindesten 1/X reduziert. Dadurch liefert das Modul keinen Beitrag mehr.


    Hat man gelegentlich Teilverschattung dann ist es besser so viele Module wie möglich in Reihe zu schalten. Dann bleibt auch bei geringer Teilverschattung die Vmpp über der Mindestspannung des Reglers.


    Ansonsten wäre es ideal wenn man für jedes Modul einen eigenen Regler hätte, oder aber PV-Optimizer nutzt. Allerdings gilt auch hier dass wenn die Vmpp bei Verschattung unter die Mindestspannung des Reglers fällt vom Modul keine Leistung mehr kommt, und es ist teuer.


    Bezüglich der Fragen:

    Ich sehe keinen Vorteil für Polykristaline Module bei Teilverschattung. Wenn Teilverschattung häufig auftritt dann sollte man erst mal nach Wegen suchen die Teilverschattung ganz zu vermeiden.


    Wie geschrieben, ist die Reihenschaltung mit möglichst hoher Vmpp besser. Ich würde die 36 V Module in Reihe schalten, wenn Teilverschattung auf beiden Modulen häufig vorkommt. In dieser Konfiguration dürften 3/4 der mit Bypass-Dioden versehenen Bereiche verschattet sein und es würde immer noch mit 1/4 der Leistung geladen.


    Man kann auch mit einem Gruppenschalter zwischen der Parallelschaltung und Reihenschaltung umschalten, wie bei meiner Anlage. Dann kann man bei 0 Verschattung den besseren Wirkungsgrad der Parallelschaltung, und bei Teilverschattung die höhere Vmpp nutzen.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III

  • egn


    wir konnten bei umfangreichen Tests nicht festeetellen dass die MPP Spannung bei Teilverschattung von mehreren

    Modulen unter die Mindestspannung gefallen wäre, wenn mindestens 2 Module parallel geschaltet waren.


    Dieser Effekt tritt eher auf, wenn ein einzelnes 12V Modul beschattet wird.



  • Wenn ihr die Module an einem Regler in Reihe geschaltet habt dann liegt ja auch die Vmpp deutlich über der Mindestspannung des MPPT-Reglers im 12 V Betrieb.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III

  • Muß ich dir sagen ist meiner Erfahrung nach komplett gegenteilig. Ich empfehle hier klar parallel vor Reihe bei Mobilen Fahrzeugen mit regelmäßiger Teilverschattung. Parallel hat unsere Erfahrung nach eindeutig die Nase vor der Serie... Die Sache mit der hohen Spannung und aktivierten Bypassdioden setzte sowieso generell Verschattungsmanagemen des MPPTS voraus, ohne ist das sowieso nicht möglich und de rErtrag bescheiden, welche jedoch permanent arbeiten müsste und nicht nur in Abständen. Abgesehen davon führt ein permanentens aktivieren der Bypassdioden ganz gerne mal zu ausfällen, vorallem bei den kleinen Billigsdorfer Modulen, welche bei Ausfäll der Diode das ganze System zum erliegen bringt... Dahingehen für mich Stationär mit keiner Verschattung Serie.. aber bei geplanter regelmäßer Verschattung wie Fahrzeugen parallel..

  • Eine bestmögliche Leistung bei Verschattung würde ich vorziehen, vor einer Spitzenleistung unter Idealbedingungen. Was wären Eure Empfehlungen?

    Generell unabhängig des oben erwähnten allgemein der komplett falsche Ansatz.. wenn du PV am Wohnmobil nutzen willst dann gibt es nur einen einzigen Ansatz. Schatten so gut wie möglich meiden. Der Ertrag im Schatten oder unterm Baum ist immer beschi.. Sogesehen wenn du permanent so gut wie möglich unterm Baum stehen und deshalb maximalen Schatten ertrag willst dann kannst dir die ganze PV sparen weil dann ist PV vollkommen umsonst für dich, weil es wird immer fast nichts sein. Ich hab selber eine Unisolierten T4.. Steh ich unterm Baum ja.. Hab ich PV drauf Nein => weil ich für einen unterm Baumertrag niemals ein Modul mir aufs Fahrzeug bauen würden

  • Ja Pezi Du hast natürlich wie meistens recht.


    Aber die gemeinsten Schatten sind die versteckten, die man gar nicht registriert die von einer Sat Antenne oder einem Abgasrohr oder einer Entlüftungshaube verursacht werden.


    Da ist das beste Gegenmittel die Bluetooth App auf dem Handy, die sofort zeigt ob Verschattung vorliegt.


    Und dann kann der Autark Camper mal eben einen Halbkreis fahren und alles ist gut.

  • Klar, die laufenden Schatten sind natürlich ein Thema. Allerdings sollte der Aufbauer hier schon ein Augenmerk drauf legen wie und wo er die Sachen montiert. Leider seh ich immer wieder das Module hier zb. direkt neben unter einer Reling montiert werden oder so das der Satspiegel fast sowieso irgend wie das Modul verschatte. Solche Plätze darf man einfach nicht nehmen. oft ist es besser nur ein 100er an passender Stelle als ein 130 an nicht optimaler steller ansonsten muß das Modul höher gesetzt werden usw usw. Ich bin sehr froh das die Satspiegel bei allen Neuausbauten fast nimmer drauf kommen weil einfach Netflix und CO gegen Satspiegel den Vorrang gewinnt ;)


    Ich selber finde ja BT auch supi, allerdings sollte es nicht si ausarten das der Betreiber nix andere tut als permanent auf die App schauen muß gerade passiert. Er sollte sich ja entspannen

  • Tja, da sieht man schon, wie sich die Geister scheiden. Danke für die Antworten.


    Bei der 10%-Teilverschatting mit 85%Leistungsabfall, war es so, dass die Dachbox einen Schatten auf 2 Module (mit eigenem Regler) geworfen hat. D.h. Reihenschaltung bringt da vermutlich nichts, da der Schatten fast ausschließlich auf beide Module fällt. Dieser Platz wird für die neuen Module nicht mehr genutzt werden, sonst muss man je nach Sonnenstand regelmäßig (zumindest 2x am Tag den Wagen drehen).


    egn , abgesehen von der Verschattung durch die Dachbox ist Verschattung von meiner Seite teilweise sogar gewünscht, weil dann stehe ich mit dem Camper nicht in der prallen Sonne. Teilweise ist es auch gar nicht anders möglich durch Bäume etc. nichtsdestotrotz sollte die Solaranlage noch einen Teil Energie liefern. In den kälteren Jahreszeiten stelle ich mich soweit möglich und vorhanden in die Sonne.


    Habe ich das richtig herausgehört, dass alle die 36V-Module den 18V-Modulen vorziehen würden?


    Ist das denn bei modernen Modulen immer noch so, dass bei 10%-Verschattung fast kein Ertrag mehr da ist (bei einem Modul)? Bringen die 36V etwas gegenüber den 18V?