Anlagen von 2010 und 2011 auf Eigenverbrauch umstellen

  • Hallo,


    ich bräuchte ein wenig fachmännische Beratung und Ideen wie ich folgendes am besten umsetzen kann...


    Ausgangslage:

    - Bestandsanlage vom April 2010 mit 8,28 kW Peak und eine Bestandsanlage von Mai 2011 mit 5,56 kW Peak alle mit Volleinspeisung.

    - Verbrauch jährlich zwischen 11000 und 12000 kWh mit 2 Parteien im Haus, Heizen und Kühlen mit Wärmepumpe, Brauchwassererwärmung mit extra BWWP und natürlich der normale Verbrauch.

    - 4 Zähler im HK, 1 Verbrauch Haushalt - 1 Strom für WP über WP-Tarif - 1 Einspeisung Anlage 1 - 1 Einspeisung Anlage 2


    Planung:

    - ab November ein neues Elektroauto (weitere ca. 4000 - 5000 kWh Verbrauch)

    - Umstellung der beiden Bestandsanlagen auf Eigenverbrauch.

    - evtl. Speicherlösung


    Fragen:

    - unterschiedliche Vergütung der beiden Bestandsanlagen wobei die neuere einen niedrigeren Ertrag hat (geringe Neigung, Verschattung), wie kann eine Lösung aussehen um beide Anlagen noch separat vergütet zu bekommen mit den vorhanden 4 Zählerplätzen?

    - würde sich ein Speicher rechnen?

    - das Elektroauto kann nur einphasig 7,4 kW Strom ziehen...(habe irgendwo mal gelesen Thema Schieflast wäre nur für den Punkt ab HK relevant) gibt es da evtl. eine Lösung durch eigenen Speicher das Thema zu umgehen, sodass man mit 7,4 kW laden kann?


    Ich hoffe auf die Kompetenz in diesem Forum und bedanke mich schon recht herzlich für die Hilfe.


    Gruß Sonnenbad

  • - evtl. Speicherlösung

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    Was sagt dein VNB zum Auto laden? Wann soll geladen werden?


    Kaskadenmessung siehe Signatur.


    Da bei April 10 und Mai 11 wenn ich richtig erinnere jeweils 16,38 Cent Einspeisevergütung entgehen bei EV ist es egal aus welcher Anlage ihr vorrangig Strom verwendet. In DIESEM Fall KÖNNTE die ÄLTERE Anlage für vorrangigen Verbrauch genutzt werden, dann wäre schon alles geschaltet für die Zeit nach Ablauf der hohen EEG-V.

    ABER da EV oberhalb 30% Erzeugung höher vergütet müsste man gegenrechnen die neue, kleinere Anlage vorrangig zu schalten (in der Kaskade weiter weg vom Netz anzuordnen).


    Wie viel kWh je kWp liefert jede Anlage?

    Wenn es nur wenig unterschied ist gegenrechnen die Anlagen zusammen zu messen, aber dann Nachteil bei Erreichen der höheren EVV (ab 30%) - dafür Vorteil, die WP in die Kaskade packen zu können.


    Alternative wäre zwei Überschusseinspeisungen, einmal Haushalt, einmal WP.


    Ist die Verschattung nicht zu beeinflussen?

    Habt ihr noch Dächer frei, zB Garage, Carports, ... Nordseite, ...? Bitte stell ggf. deine Dächer vor!


    Gier frisst Hirn oder warum wurden die in Volleinspeisung gebaut?

    Was für Zähler sind aktuell verbaut?


    Was NICHT geht ist 2 Verbraucher und 2 Erzeuger zusammenzuwerfen und getrennt zu messen/erfassen/rechnen.

    Insgesamt beliebige (in deinem Fall ) 3 kann man aber zusammenschalten und ohne komplizierte Messung auseinanderhalten. Wenn es 4 werden würde (zumindest teilweise) teure RLM erforderlich, das möchtet ihr nicht.


    Verbrauch Haushalt?

    Verbrauch WP?

    Was sagt VNB zu Auto? Manche VNB wollen dafür nen extra Zähler, ... Pfeifen!


    Das einfachste muss nicht das günstigste sein.

    Bei WP beachten dass Bedarf überwiegend außerhalb hoher Erzeugung anfällt usw usf. Da hilft nur frohes rechnen, da kannst du einige Szenarien durchspielen!

  • Vielen Dank erstmal für die ausführlichen Tipps und Erklärungen!


    Was sagt dein VNB zum Auto laden? Wann soll geladen werden?

    Da sollte es kein Problem geben...habe mündliche Zusage das zumindest 11kw gehen würde evtl. sogar 2 mal 11kw für ein 2. EV. Dafür sollte der Hausanschluss mit 50 Ampere Sicherung aufgerüstet werden wenn ich das richtig verstanden habe.

    Da ich in 2 Schichten arbeite wäre das Laden abwechselnd morgens bis ca. 12:30 Uhr und nachmittags ab ca. 15 Uhr.


    Da bei April 10 und Mai 11 wenn ich richtig erinnere jeweils 16,38 Cent Einspeisevergütung entgehen bei EV ist es egal aus welcher Anlage ihr vorrangig Strom verwendet. In DIESEM Fall KÖNNTE die ÄLTERE Anlage für vorrangigen Verbrauch genutzt werden, dann wäre schon alles geschaltet für die Zeit nach Ablauf der hohen EEG-V.

    ABER da EV oberhalb 30% Erzeugung höher vergütet müsste man gegenrechnen die neue, kleinere Anlage vorrangig zu schalten (in der Kaskade weiter weg vom Netz anzuordnen).

    Vergütung ist für die 2010er Anlage komplett 22,76 Cent pro kWh und für die 2011er Anlage 12,36 Cent für die ersten 30% und 16,74 Cent für alles darüber...


    Wie viel kWh je kWp liefert jede Anlage?

    Wenn es nur wenig unterschied ist gegenrechnen die Anlagen zusammen zu messen, aber dann Nachteil bei Erreichen der höheren EVV (ab 30%) - dafür Vorteil, die WP in die Kaskade packen zu können.

    Die 2010er Anlage liefert ca. 8400 kWh, die 2011er ca. 4800 kWh...

    Hatte mit dem VNB darüber gesprochen ab man evtl. die Daten der letzten 10 Jahre auswerten könnte um einen anteiligen Ertrag zu berechnen aber bis jetzt noch keine Aussage dazu erhalten.

    Vielleicht weiß jemand ob sowas überhaupt geht!?


    Gier frisst Hirn oder warum wurden die in Volleinspeisung gebaut?

    Was für Zähler sind aktuell verbaut?

    Volleinspeisung war damals sinnvoller da wir zu diesem Zeitpunkt viel weniger Stromverbrauch hatten ( ca. 75% weniger). Das hat sich im Laufe der Jahre stark verändert durch Wärmepumpe, BWWP, KWL und demnächst EV.

    So sieht das natürlich Stand heute anders aus :-)

    Zähler sind digital, irdendwas mit EHZ36....


    Ist die Verschattung nicht zu beeinflussen?

    Habt ihr noch Dächer frei, zB Garage, Carports, ... Nordseite, ...? Bitte stell ggf. deine Dächer vor!

    Verschattung ist nicht zu beeinflussen da auf einem relativ niedrigen Carport - ist aber noch im grünen Bereich ca. 850 kWh/Kwp im Jahresdurchschnitt.

    Weitere Dachfläche mit NNO Ausrichtung wäre noch frei aber im Moment nicht realisierbar - vielleicht später mal.

    Verbrauch Haushalt?

    Verbrauch WP?

    Was sagt VNB zu Auto? Manche VNB wollen dafür nen extra Zähler, ... Pfeifen!

    Verbrauch Haushalt ca. 7000 kWh, Verbrauch WP (Heizen und Kühlen) ca. 4500 kWh und Verbrauch EV voraussichtlich ca. 5000 kWh.

    Von extra Zähler hat der VNB nichts gesagt...



    So...Fakten sind zusammengetragen...:-)

    Hauptsächlich geht es mir darum wie eine sinnvolle Belegung der 4 Zählerplätze aussehen könnte da ich keinen neuen Zählerkasten einbauen möchte.

    Ich weiß, die Sache stellt sich äußerst kompliziert dar weil erstens 2 verschiedene Einspeisevergütungen und zweitens die begrenzten Möglichkeiten im Zählerkasten wegen der Verschaltung.

    Vielen Dank für die Unterstützung!

  • Vergütung ist für die 2010er Anlage komplett 22,76 Cent pro kWh und für die 2011er Anlage 12,36 Cent für die ersten 30% und 16,74 Cent für alles darüber...

    = jeweils 16,38 Cent ENTGANGENE Einspeisevergütung bei EV bis 30%.

    Wie viel kWh je kWp liefert jede Anlage?

    Siehe Hervorhebung.

    Daten der letzten 10 Jahre auswerten könnte um einen anteiligen Ertrag zu berechnen aber bis jetzt noch keine Aussage dazu erhalten.

    Vielleicht weiß jemand ob sowas überhaupt geht!?

    ? Was meinst du damit?

    Weitere Dachfläche mit NNO Ausrichtung wäre noch frei

    Neigung?


    Äußerst kompliziert ist das nicht, nein, aber deine Antworten sind nur bedingt hilfreich, daher diese Nachfragen.

  • Sorry manchmal sollte man wohl besser hinschauen :-)


    2010er Anlage hat 8,28 kWp und 2011er Anlage hat 5,56 kWp.


    Wollte nach der Möglichkeit fragen ob beide Anlagen zusammengelegt werden und dann anteilig berechnet werden können...wird aber nicht funktionieren wegen der unterschiedlichen Einspeisevergütungen (bis 30% und über 30% wird nicht darstellbar sein)


    Neigung ca.34°.

  • Doch, hier ist eine gemeinsame Messung möglich


    Spezifischer Ertrag ist gemeint. Ertrag / kWp => damit sind die Anlagen vergleichbar.


    Bei 15-16 MWh/a Verbrauch wird die Vergütung über 30% sehr interessant - deshalb erstmal eine Anlage auslasten und die zweite nachrangig verwenden (Kaskade).

    Das sind letztlich diverse Rechenspiele die auch vom Eigenverbrauch abhängig sind.

  • Ok jetzt hab ich verstanden.

    Also 2010er hat einer Ertrag von ca. 1050 kWh/kWp die 2011er 850 kWh/kWp

    Wobei die 2011er morgens besser läuft wegen geringer Neigung des Daches.

  • 04/2010: 8,28 * 1050 * 0,3914 => 3420

    05/2011: 5,56 * 850 * 0,2874 => 1360

    => 4780 €

    vs.

    (8,28 * 0,3914 + 5,56 * 0,2874) / (8,28+5,56) = ca. 0,3496 anteilige Vergütung.

    (8,28 * 1050 + 5,56 * 850) * 0,3496 => 4690 €


    Dafür würde ein Zähler entfallen, dass sind ca 10-16 EUR netto p.a. weniger. Somit bleiben bei anteiliger Messung ca. 80 EUR Verlust pro Jahr, dafür können aber Nachtspeicher und Haushalt getrennt gemessen UND versorgt werden.


    Zu durchdenken wäre, ob das Problem mittels "seitlichem" Zähler innerhalb der Kaskade umgangen werden könnte. So wären zumindest die Erzeugungen sauber messbar und nur der EV würde anteilig zugeordnet.


    Beides hat den Nachteil, dass zunächst jeweils die 30% zu überschreiten sind bevor es die höhere Vergütung für EV gibt.


    Update

    => So könnte es gehen:

    Netz [2RZ] Nachtspeicher/WP [2RZ] (Anlage 2010 und [EZ] für Anlage 2011) [Bezugszähler] Haushalt.

    Damit bleiben es 4 Zähler; eine Anlage wird weiterhin gemessen, die zweite berechnet. Damit kann die höhere Vergütung fließen - und nur der Eigenverbrauch wird auf die Anlagen verteilt und von der jeweiligen Vergütung mit 16,38 Cent abgezogen.


    Mehrere Werte werden dabei aus Differenzen ermittelt, so z.B. der EV der WP und der EV des Haushalts. Haushalt wird vorrangig mit PV-Strom versorgt.

    EV Haushalt + EV WP + Überschuss ins Netz - Erzeugung 2010 = Erzeugung 2011.

  • Danke für die Berechnung!


    Die Vergütung würde ja bei Zusammenlegung nur gering sinken...das hätte ich nicht so eingeschätzt!

    Da sieht man wieder dass man öfter mal rechnen sollte statt nur auf sein Gefühl zu vertrauen :-)


    Wie sieht es bei folgendem Lösungsansatz aus:

    VNB sagt Haushalt und Lademöglichkeit für EV geht nicht zusammen...(hatte ich vorher leider noch nicht erwähnt)

    Wenn ich den Stromzähler für die WP mit dem Wärmepumpentarif jetzt abschaffe habe ich ja einen Zählerplatz frei.


    - Haushaltsstrom würde ich dann über die 2010er Anlage per Eigenverbrauch abrechnen.

    - Wärmepumpe und Lademöglichkeit E-Auto über die 2011er Anlage. Vorteil wäre ein rel. hoher Verbrauch um die 30%

    Grenze zu überschreiten.

  • Wie gesagt, hier ist viel zu rechnen. Wenn du den Ansatz verstanden hast rechne bitte selbst nach, ich hab nur auf die Schnelle grob gerechnet.

    Habe in Beitrag 8 ein Update ergänzt. Wer ist dein VNB und was genau sagt er zu E-Auto und wie viel kW Ladeleistung sind zugelassen ohne Extra-Zähler?

    Wenn es wirklich nötig wäre könnte man die in #8 skizzierte Kaskade um einen Abschnitt Auto erweitern.

    In erster Linie geht es denen wohl darum die Autos schaltbar zu haben, oder? An/Aus bzw. Sperrzeiten durch den VNB bedingen jedoch keinen eigenen Zähler.


    Kurzfassung nach viel Text: Alles erneut in Ruhe lesen und dich nicht vom VNB und "das geht so nicht" einschüchtern lassen! Wenn du wirklich verstanden hast was deine Möglichkeiten sind dann kannst du die Varianten alle berechnen und dich für eine Mischung aus einfach und günstig entscheiden!


    Eigene kWh kostet 19,4922 brutto. Wie es mit EEG-U aussieht weiß ich nicht. Es gibt hier Aussagen, dass die 40% Umlage unabhänig der Anlagengröße anfallen da du nicht vor Stichtag auf EV umgestellt hast. Andere sagen dass auch hier eine Freigrenze von 10 kWp je Anlage gilt.


    Wenn du noch mehr rechnen möchtest kannst du mal vergleichen welche Module bei gemeinsamer Messung wo am besten aufgehoben wären, ...

    Wie gesagt halte ich es für möglich, die Vergütung NICHT zu verwässern und dennoch EV nutzen zu können, siehe oben.