PV-Anlage in 26xxx auf EFH mit nahem Nachbarhaus und SO-NW-Dach

  • Hallo ins Forum,


    ich bin neu hier und möchte mich und mein Vorhaben kurz vorstellen:


    Ich bin 30 Jahre alt und hatte das große Glück, dass ich in Oldenburg in Oldb. (PLZ 26xxx) ein Einfamilienhaus bauen konnte, das ich selbst bewohne und über die nächsten 25 Jahre restlos abbezahlt. Zur zeit wird das Haus von zwei Personen bewohnt, Stromverbrauch pro Jahr ca. 4.000 kWh - der Stromverbrauch ist geschätzt da ich noch keine volle Abrechnungsperiode ohne Bautrockner und Baumaschinen habe, in der Bauphase lag ich bei 4.700kwh. Voraussichtlich kommen noch 2 Kinder dazu. Wohnfläche (falls relevant): 153m²


    Am Haus bestehen eigentlich mehrere Dachflächen (Satteldach / ausgestellter Erker / Carport):


    - Zwei Hauptdächer mit einer Ausrichtung gemäß Anlage (ca. 137° SO / 317° NW) Dachneigung ggü. Bodenplatte: 48°, Dachfläche: gute Frage, weiß ich nicht genau: Das Haus ist 8,49m breit und 11,86m tief:

    - Ein Flachdach eines Carports mit 3m Breite und 9m Tiefe (Ausrichtung: SW)

    - Ein Flachdach auf dem Erker, ca. 3m Breite und 3m Tiefe

    - Perspektivisch kommt noch ein Gartenhaus mit einem Flachdach mit einer S-SW-Ausrichtung, das Gartenhaus wird ca. 20m² Dachfläche haben.


    Problematisch könnte die Verschattung durch das Nachbarhaus sein.


    Im Haus selbst ist eigentlich die gewöhnliche Technik verbaut, erwähnenwert ist vielleicht eine große Tiefbrunnenpumpe die 1,5kw zieht und im Sommer recht viel läuft, Kühlschränke, Gefriertruhe, etc. sehe ich als normal an. Nach den heißen Sommern habe ich aber (ernsthaft) auch schon über eine Klimaanlage nachgedacht.


    Etwas mehr Technik ist es im Bereich Netzwerk verbauht, es läuft 24 / 7 ein Server der ca. 40 Watt zieht, dazu kommen diverse kleinere Verbraucher wie Switche, AccessPoints und so weiter.


    Was habe ich nun vor:

    Eigentlich wollte ich mit einer kleinen Guerilla-Anlage anfangen, halte das aber nicht für sehr sinnvoll.

    Ich möchte das Thema "PV" eigentlich aus mehreren Gründen angehen - sofern sinnvoll


    1.) Aus Technikinteresse und der "grünen Idee" Strom selbst zu produzieren

    2.) Ggf. den einen oder anderen Euro einzusparen

    3.) Das ganze locker als "Hobby" zu sehen und sich über die technischen Möglichkeiten zu erfreuen

    4.) Da ich bald auch ein neues Auto benötige, ggf. auch das Tanken zu Hause


    Wir haben damals am Hausbau sehr viel selbst gemacht, sodass ich gerne weiter viel in Eigenleistung erbringen möchte.

    Einen guten (Senior) Elektriker habe ich an der Hand, der hat bei mir die E-Installation begleitet und abgenommen.


    Es liegen beispielsweise mehrere große Leerrohre auf den (nicht ausgebauten) Spitzboden um dort Leitungen einziehen zu können.

    Im Hauswirtschaftsraum oder Spitzboden (wird aber sehr warm da) wäre auch gut Platz für einen Wechselrichter etc. vorhanden.


    Nun zu meinen Fragen:


    - Macht das ganze bei meinen Bedingungen (PLZ, Dachneigung, Dachfläche, Verbrauch) etc. überhaupt Sinn?

    - Mit welchen Kosten muss ich ganz grob rechnen? Ich würde lieber einmal "richtig" investieren als immer wieder zu merken, dass man rumgegeizt hat. Schön wäre auch, wenn die Anlage nach und nach erweiterbar wäre (siehe Gartenhaus).

    - Kann man bei der Installation und Inbetriebnahme Kosten durch das Einbringen von Eigenleistungen einsparen?

    - Was ist von den "DIY"-Anbietern wie "solar-pac" und "greenakku" zu halten?


    Zu den Fotos in der Anlage:

    Auf dem Google Maps Fotos ist das Haus zu erkennen, welches hier vorher auf dem großen Grundstück (1400m², nun 2x 700m²) stand.

    Die Ausrichtung ist aber komplett identisch.

    Das Carport wird zum Teil auch durch das Nachbarhaus verschattet, auf dem Dach kann ich natürlich nicht die volle Breite (3m) nutzen sondern nur ca. 2,5m.


    Die Fotos sind heute morgen (10.08.2019 um ca. 07:30 aufgenommen worden)

    Ich brauche ein neues Handy :-) Die Fotos sind deutlich dunkler als in natura.


    Ich bin nun auf Meinungen und Rückmeldungen gespannt :-)


    Danke,

    Moritz

  • Ich antworte mal mit noch mehr Text: bitte lies die FAQ in meinem Benutzerprofil!

  • Hallo Pflanze,


    okay, nun zwei mal durchgelesen.

    Mir fehlt irgendwie das, was euch fehlt um helfen zu können.


    Ergebnisse aus dem JRC für das Süd-Ost-Dach:


    Provided inputs:
    Location [Lat/Lon]: 53.1xx, 8.1xx
    Horizon: Calculated
    Database used: PVGIS-CMSAF
    PV technology: Crystalline silicon
    PV installed [kWp]: 1
    System loss [%]: 10



    Simulation outputs:
    Slope angle [°]: 42
    Azimuth angle [°]: -45
    Yearly PV energy production [kWh]: 992
    Yearly in-plane irradiation [kWh/m2]: 1170
    Year to year variability [kWh]: 25.00
    Changes in output due to:
    Angle of incidence [%]: -3
    Spectral effects [%]: 1.7
    Temperature and low irradiance [%]: -4.7
    Total loss [%]: -15.4



    Ergebnisse aus dem JRC für das Nord-West-Dach:


    Provided inputs:
    Location [Lat/Lon]: 53.1xx, 8.1xx
    Horizon: Calculated
    Database used: PVGIS-CMSAF
    PV technology: Crystalline silicon
    PV installed [kWp]: 1
    System loss [%]: 10



    Simulation outputs:
    Slope angle [°]: 42
    Azimuth angle [°]: 135
    Yearly PV energy production [kWh]: 591
    Yearly in-plane irradiation [kWh/m2]: 736
    Year to year variability [kWh]: 15.20
    Changes in output due to:
    Angle of incidence [%]: -5.3
    Spectral effects [%]: 1.6
    Temperature and low irradiance [%]: -7.4
    Total loss [%]: -19.8



    Nun habe ich viele Werte, was sagen die nun aus?

    Total loss ist beides negativ: Lohnt sich nicht?

  • Guten Abend,


    ich habe mich das Wochenende hier eingelesen und erstmal gemessen und gezeichnet.

    Ihr findet untenstehend links zu Sketchup-Skizzen / Animationen die ich gemacht habe.


    1.) Der Verlauf des Schattenwurfes über ein Jahr gesehen, morgens, mittags abends.

    2.) Den Schattenwurf an einem einzelnen Tagen im jeweilig genannten Monat


    Gelb sind die Dachflächen, die für eine PV-Anlage nach meiner Einschätzung in Frage kommen könnten.


    Das SO-Dach hat 131° (Azimuth -49°) und eine Schräge von 48°.

    Das Dach ist 12,85m breit und 7,30m "hoch" (Regenrinne bis First gemessen).

    Problematisch ist in meinen Augen insbesondere der Schattenwurf des Nachbarhauses, da fehlen mir gerade die Ideen das zu berechnen.


    Das NW-Dach hat 310° (Azimuth +130°) und ebenfalls eine Schräge von 48°.

    Das Dach ist unterteilt in drei Abschnitte, wobei der letzte Abschnitt wegfällt.


    Abschnitt 1: Normales Satteldach, 4,12m breit, 7,30 "hoch"

    Abschnitt 2: Flachdach auf dem Erker, ca. 4,60m breit x 3,40m tief

    Abschnitt 3: Oberer Teil vom Satteldach, ca. 4,60m breit x 2,08m hoch bis zum First


    Auf dem gesamten Nordwest-Dach ist kein Schattenwurf.


    Vom Vorgehen so erstmal richtig?

    Bevor ich nun das Dach "digital belege" wäre es interessant zu wissen, ob das ganze Sinn macht.

    Ich würde mich wirklich über eine Rückmeldung freuen :-)


    Danke,

    Moritz

  • 591 auf Nord minus etwas Gaubenschatten ist zu schwach - außer ggf. zum Aushebeln.
    SO ist gut!


    Das Dach ist 12,85m breit und 7,30m "hoch" (Regenrinne bis First gemessen).

    Problematisch ist in meinen Augen insbesondere der Schattenwurf des Nachbarhauses, da fehlen mir gerade die Ideen das zu berechnen.

    Tröten überbauen, Sat woanders hin, dann 4*12 60-Zeller oder 3*12 72-Zeller hochkant, jeweils abzüglich DF.

    Der Nachbar der Schatten wirft ist Süd-östlich? Wenn der nicht erheblich höher gebaut hat als du ist das nicht tragisch. Gerannt wird tagsüber, nicht am morgen.


    Du könntest über Querbelegung nachdenken, 7*7 60Zeller oder 7*6 72-Zeller.

    Das kommt dem von unten wandernden Schatten entgegen, aber quer hinter der Gaube wäre Murks.


    Oder hoch mit quer mischen.

    Flachdach auf dem Erker, ca. 4,60m breit x 3,40m tief

    6 72-Zeller passen da ca. drauf. PVsol wenn dus genauer wissen möchtest, besonders wegen Schatten!


    (Switche wenn es viele ggf. etwas zentralisieren und mit Y-Adaptern ein 8er-Kabel für 2 100 mbit Ports nutzen.)

  • Hallo pflanze ,


    Danke dir erstmal.

    Ich frage mal direkt im Zitierstil nach.

    591 auf Nord minus etwas Gaubenschatten ist zu schwach - außer ggf. zum Aushebeln.

    Zum Aushebeln der 70% Regelung? Also insgesamt mehr kWp auf das Dach um somit auch die 70%& Regelung (absolut) zu verschieben? Muss ich mir dann mal später näher im Detail ansehen.


    Frage aber noch dazu: Wie siehst du das Dach auf dem Carport? Dort wäre ja auch noch gut Fläche verfügbar, die ich sehr gut nach Süden ausrichten könnte. Da könnten dann quergelegte 72 Zeller (2m breit, 1m hoch) sinnvoll sein, oder?

    Das Dach vom Carport ist vorne ca. 2,50m breit (Dachüberstand vom Haus reduziert hier Dachbreite) und 4m tief, der hintere Teil ist 3,30m breit und 4,90m tief (da endet das Haus und das Carport läuft weiter).

    Der Nachbar der Schatten wirft ist Süd-östlich?

    Ja, genau. Im Video ist dass das Haus rechts neben mir - er hat ziemlich genau gleich hoch gebaut wie ich - vielleicht ein paar Zentimeter höher.


    (Switche wenn es viele ggf. etwas zentralisieren und mit Y-Adaptern ein 8er-Kabel für 2 100 mbit Ports nutzen.)

    Sorry, da kann ich dir nun nicht folgen :( Also auf dem Spitzboden ist eine Zuleitung mit 1 Gigabit, im Spitzboden läuft dann ein kleiner 8 Port Switch an dem zwei Access Points hängen (ja Giebelseite einer). Netzwerk (kabelgebunden) ist in der Hütte sogut wie an jeder Ecke - ich habe von meiner 500m Draka CAT7-Trommel zur Not aber noch ca. 100m über :)

    Oder meinst du das "zentralisieren" um den Eigenverbrauch zu reduzieren?


    Ich beschäftige mich wohl mal mit PV*SOL, oder?


    Danke und Gruß,

    MOritz

  • Ja, zum Aushebeln der 70% Regelung = hart bauen.


    Carport fehlt auf Luftbild?

    Wie immer, wenn dort lang genug Sonne ist: nutzen.

    Wie sind deine Beobachtungen?


    Gaube evtl nach SW aufständern.


    (Netzwerk überall ist toll!

    Es klang eingangs so als hättest du eine Kaskade an Switchen aufgebaut. AP könnte ein zentraler ca. in der Mitte reichen.)

  • Hi,


    ja, das Carport fehlt tatsächlich. Das Luftbild ist entstanden, als dort noch ein Haus (gleiche Ausrichtung) stand.

    Von der neuen Bebauung gibt es noch kein Luftbild, daher das alte Bild.


    Ja, da auf dem Carport ist relativ lang Sonne, die Ausrichtung des Carports ist 220°SW, also +40° Azimuth.

    Ich könne die Module auch weiter nach Süden drehen, solange ich mir mit dem süd-östlichen Haus nicht in die Quere komme.


    Ich mache heute Abend mal ein paar Draufsichten, dann wird es einfacher.

    Die Fläche vom Carportdach ist in der Anlage - das war gestern am 11.08.2019 um 12:52.

    Die Sonne wandert dann nach rechts weiter...


    Dann noch eine Frage:

    Wenn man nun mehrere Flächen hat (z.B. das Südost-Dach, das Carport und das Nordwest-Dach) geht das mit einem Wechselrichter und mehreren Strings oder wie funktioniert das ganze technisch?


    Danke,

    Moritz

  • Eigentlich ist alles gesagt. Carport und SO sind geeignet, außerdem die Gaube auf NW, die Logik hinter einer möglichen kleinen Erweiterung auf NW hast du ja selbst schon erklärt. Carport könnte man zusammen mit der Gaube (Flachdach?) in dieselbe Richtung aufständern, ich würd das flach nach SW machen.

    Schatten ist bei dir ein Thema, aber kein Drama. Wenn die Strings lang genug werden (Richtung 20) kannst du das dem Schattenmanagement überlassen. Dann solltest du Querbelegung prüfen, denn es sieht so aus, als würde der Schatten von unten reinwandern. Wenn es dagegen auf kurze Strings auf Carport und Gaube sowie eine Reihe NW herausläuft, oder auch auf parallele Strings auf SO mit unterschiedlicher Verschattung, würd ich auch Solaredge in Erwägung ziehen.


    Aber erstmal muss jetzt die mögliche Belegung geklärt werden. Also messen oder Dachziegel zählen und puzzeln, was mit Standardmodulen (102*169) draufgeht. Dann sehen wir weiter. Belüftungstürmchen können überbaut werden, Satschüssel sollte idealerweise weg (an Fassade oder auf die Gegenseite) - sonst musst du da halt ein Modul opfern.

  • Moin,


    so, ich habe mal etwas gespielt.

    Gemessen ist schon recht genau, das wiederhole ich aber noch mal und zeichne das dann exakt mit Google Sketchup - da bin ich etwas "fitter".


    In der Anlage mal die Hochkant und Querbelegung.

    Ich würde in eine Querbelegung ein Modul mehr rein bekommen (46 Module anstatt 45 Module), jedoch ist das dann schon gequetscht und knirsch.


    Frage dazu:

    Gewählt ist das Modul Heckert NeMo 1,006m breit x 1,670m hoch, Spalten- und Zeilenabstand sind jeweils 2cm - passt das so mit den 2cm?


    Das könnte mit dem DF sehr eng werden, da das ungefähr bei ca. 5m beginnt - da geht es also um jeden cm...


    Die SAT-Schüssel würde ich dann umbauen und zwar ganz nach rechts zum Heizungsabluftrohr, dann verschattet sie auch nichts.