Planung: 30-40kWp auf Ost-West-Dach

  • Hallo zusammen,


    mein Name ist Dominic und ich bin auf der Suche nach Anregungen und Tipps bei der Planung einer PV Anlage. Es geht um ein 70er Jahre Mehrfamilienhaus (selbst bewohnt, eine Wohneinheit vermietet), welches aktuell und noch eine Weile saniert wird.


    Da wir Stück für Stück vorgehen und das Haus dabei bewohnt ist, versuche ich so viel wie möglich voraus zu denken, um zukünftige Arbeiten zu erleichtern.


    Aktuell wird außerdem von der Gemeinde die Anliegerstraße komplett saniert, weshalb wir unsere Hausanschlüsse erneuern.


    Geplante Schritte:

    - Hausanschlüsse erneuern

    - Dach sanieren und DG ausbauen

    - PV Anlage installieren

    - Schaltschrank für Hausunterverteilung erneuern

    - (e-Auto anschaffen)

    - (intelligentes Laden mit OpenWB)


    Hier ein Foto vom Dach:


    Satteldach, eine Dachhälfte Ost-Süd-Ost, eine West-Nord-West, und eine Garage mit Pultdach in Richtung Süd-Süd-West. Hausdach ist ca. 200qm groß, Garage ca 50qm. Ganz grob komme ich mit den verlinkten Rechnern auf 30-40kWp Anlagengröße. ALLES VOLL habe ich hier schon oft gelesen und werde es berücksichtigen. :) AUßerdem habe ich die FAQ von Pflanze gelesen. :thumbup:


    Erste und akute Frage: muss der Hausanschluss eine bestimmte Leistung haben für das Einspeisen? 65kW sind aktuell beantragt (2 DLEs und ein potentielle e-Auto in der Zukunft).


    Frage 2: unser Schaltschrank zur Haus-Unterverteilung ist schon älter und dank fehlendem freien Zählerplatz auch nicht mehr zulässig. Da für die PV eh einiges geändert werden muss, würde ich diesen in dem Zuge erneuern wollen. Reicht das, wenn dieser am Ende zusammen mit der PV neu gemacht wird?


    Frage 2b: Habe gelesen, dass intelligente Strommzähler verbaut werden müssen. Würde das dann direkt mit machen, also nur einmal neue Zähler kaufen. ComMetering habe ich gesehen und hört sich sehr gut an.


    Frage 3: Das Dach soll eine oder zwei Gauben bekommen, um den Wohnraum im DG besser nutzen können. Westseite auf jeden Fall, Ostseite optional. Für PV wäre ohne Gaube besser, richtig? Sobald der Dach-Entwurf vorliegt, würde ich damit zu einem Solateur gehen, und schauen, ob man für optimale Ausnutzung mit Modulen noch Änderungen machen sollte (Abmessungen etc.).


    Frage 4: Erst später relevant, aber hat jemand eine Idee, was wir mit dem Kaminrohr rechts unten im Bild machen könnten, um die Verschattung auf dem Ostdach zu verrringern? Es ist außen an der Hauswand des Balkons nachträglich angebracht und geht durch das Dach nach oben. Den Kamin im 1. OG zu eliminieren ist keine Option ;)


    Offene Frage zum Schluss: was für einen Tipp habt ihr beim Blick auf das Dach zum momentanen Zeitpunkt noch parat? :)


    Danke und Gruß

    Dominic


    PS: wäre es möglich, den erzeugten Strom teilweise an die Mieter im EG zu verkaufen, damit sich die Anlage schneller amortisiert? Brauch man dafür noch einen zweiten Eigenverbrauchszähler?

    Viele Grüße,

    Dominic

  • 1 - da jetzt erneuert wird: Leitung in ein großzügiges Rohr legen, zB Kabuflex!!! Verlauf mit Fotos auf Papier(!) dokumentieren und zu den Hausunterlagen. Leitung gleich so auslegen lassen dass in 30-40 Jahren mindestens das doppelte der heutigen PV-Leistung darüber gehen könnte! Statt einem dicken Kabel evtl. 2 normale parallel schalten.

    Ja, das wird heute belächelt - aber wir sehen hier fast täglich zu schwache Hausanschlüsse.


    Renovieren und 40 kWp PV passen eher nicht zu DLE. WP ansehen, prüfen, es wird gebuddelt? Prima, gleich RGK ansehen!


    2 im Rahmen der PV erledigen könnte den charmanten Vorteil des VSt-Abzuges haben da ohne PV die Maßnahme nicht nötig wäre.

    Alter Verteiler kann ggf. bleiben, neuer Schrank kommt (technisch) davor.


    2b Zähler kauft man heute nicht mehr, außer private Zwischenzähler, zB für Allgemeinstrom.

    Mit Mieter vereinbaren dass PV-Strom zum Satz der Einspeisevergütung weiterverrechnet wird.

    ComMetering ist gut.


    Mit 3 kannst du hierher kommen. Wenn du kannst schieb die GAube auf den nördlichen Teil des Dachs und spar dir den Schatten. Gaube so bauen dass PV drauf kann!

    |[ Gaube ] PV PV PV |

    statt

    |PV mit Schatten [ Gaube ] PV PV |

    Statt zum Installateur zu gehen einfach mal selber Module skizzieren auf die Fläche.


    4 Kamin wenn möglich an der Wand umlenken und zum First führen, evtl. abspreizen.


    5 Schon jetzt die Anlage skizzieren UND GANZ WICHTIG WIE GESAGT ROHRE LEGEN zwischen ALLEN Gebäuden. Du beißt dir in den ... wenn da später was fehlt und nicht einfach nachgezogen werden kann. Siehe Beginn meines Beitrages!


    Speedpipe für Glasfaser gleich in den Keller legen.

  • 1 - OK.


    Renovieren und 40 kWp PV passen eher nicht zu DLE. WP ansehen, prüfen, es wird gebuddelt? Prima, gleich RGK ansehen!

    Guter Hinweis. WP muss ich mir ansehen. Heute gibts es dezentrale Warmwassererzeugung auf jeder Etage, davon bereits ein DLE, ein weiterer war geplant. Wofür steht RGK?


    2 - gute Idee!


    2b - OK. Aber genau dafür braucht man doch einen Zähler, oder? Um meinen Verbrauch von dem der Mieter zu unterscheiden und dann noch den für Allgemeinstrom.


    3 - mach ich, danke. Werde dann auch selber skizzieren. Nördlicher Teil des Daches ist leider das Treppenhaus. Wir brauchen die Gaube in der Mitte, und evtl. Richtung Süden. PV drauf geht klar.


    4 - das wäre super, wenn das geht.


    5 - werde ich tun, danke!


    Speedpipe für Glasfaser: meinst du von der Straße bis zum Keller? Oder im Haus? Im Haus nach oben gibt es schon normale Leerrohre in das 1.OG.

    Viele Grüße,

    Dominic

  • Hauptsache das Glas kann bis in den Keller. Inhouse kann man bei Bedarf nachrüsten. Wird wohl eh einen Verteiler (APL) in den Keller geben.


    Ringgrabenkollektor.


    Na Mieter wird weiterhin seinen Zähler am Netz mit eigenem Vertrag / EVU haben?


    Für Allg.strom privaten Zwischenzähler, klar. Mit Mieter vereinbaren dass die entgangene Einspeisevergütung als Strompreis für den Anteil aus der PV angesetzt wrid.

  • Danke, das Prinzip eines RGK kannte ich noch nicht. Speedpipes werden wir berücksichtigen. Leider sieht es im Moment nicht danach aus, als ob Glasfaser in der Straße verlegt wird. Aber irgendwann vielleicht mal.


    Ja das wäre gut, wenn die Mieter den Strom mit abnehmen.

    Viele Grüße,

    Dominic

  • Wenn keiner anfängt wird es nie was. Wenn die Stadt die Straße aufreißt soll sie halt noch 1€ je Meter in Spedpipe-Verbund investieren. In 10-15 Jahren wird sonst extra dafür aufgerissen, unfassbar.

  • Und da sie das nicht wollen/machen/dürfen/werden da schon andere TK-Firmen aus heutige genug Bandbreite liefern sollen sie wenigstens ein anständiges Rohr reinlegen, dann braucht es später "nur" noch Kopflöcher. Dieses Gegeize geht mir sowas von auf den Senkel. Da wird "gespart", koste es was es wolle.

  • Wenn du kannst schieb die GAube auf den nördlichen Teil des Dachs und spar dir den Schatten.

    Gaube so bauen dass PV drauf kann!

    |[ Gaube ] PV PV PV |

    statt

    |PV mit Schatten [ Gaube ] PV PV |

    gemeint ist die Gaube z.B da:


    Wenn das Gaubendach flach (kein Sättelchen sondern "ordentliche Schleppgaube) ist kann es ebenfalls belegen - gerne auch bei der Planung schon die Maße der PV berücksichtigen damit nicht später 10cm fehlen!!!


    Beispiel (natürlich ohne den Schlot/Luftansaugung oder was auch immer dieser Phallus da ist)


    Gruß Flo