Wie eine Pylontech US2000Plus richtig anbauen inkl. der Sicherungen.

  • Wenn ich Google richtig verstanden habe, enthalten NH-Trenner >Schmelz-Sicherungen. Welchen NH-Trenner würdet ihr empfehlen? Ich habe zwei Pylontechs US2000 (oder B+) und will sie auch im Extremfall nicht über die Dauerspezifikation belasten. Also max 25A pro Modul. D.h. wenn der NH->Trenner zwei 80er Sicherungen (pro Leitung eine) enthalten würde, müsste es eigentlich reichen.

    Was spricht dagegen, einfache Sicherungsautomaten mit vergleichbarer Auslöse-Stromstärke zu nehmen?

  • Sowohl NH, als auch „normale“ Sicherungsautomaten sind für Wechselstrom gemacht. Beim trennen von Gleichstrom kann ein Lochtbogen stehen bleiben und zum Brand führen! Für DC bitte ANL nehmen, schau mal im KfZ Bereich. Ansonsten, die Pylontech haben ein sehr gutes BMS und dieses beinhaltet auch Überlastsicherung.


    Gruß Simon


    So sieht’s bei mir aus...

  • Danke für die Fotos lieber lightfreak. Die Sicherung ist ja mal richtig fett. Aber in einem Video, das ich leider nicht mehr finde, wurde eine Anlage aus zwei Pylontechs und einem Multiplus aufgebaut. Da wurde die Verbindung über so ein Ding geschaltet. Das sah aus wie ein Sicherungsautomat, nur dass beim Umlegen der Klappe zwei fette Schmelzsicherungen eingelegt und fast schon eingepresst wurden. Ich meine, der Typ hat gesagt, dass das wichtig wäre.


    Aber mal ne andere Frage: Warum soll bei Gleichstrom ein Funke überspringen und bei Wechselstrom nicht? Ich würde es verstehen, wenn die Trenner auf einen Nulldurchgang warten würden. Dann könnte man funkenfrei schalten. Da es bei Gleichstrom keinen Nulldurchgang gibt, könnte es evtl funken. Aber wie soll ein rein mechanischer Trenner auf den Nulldurchgang warten?

  • Hallo, der Lichtbogen entsteht immer, weil so ein fließender Strom gerne weiterfließen möchte. Bei Wechselstrom ist das aber nicht so kritisch, da beim nächsten Nulldurchgang der Lichtbogen von alleine löscht.

  • Ach deshalb. Im Prinzip einleuchtend. Wobei das mit dem Abreißen des Lichtbogens im Nulldurchgang nur bedingt stimmt. Ich hatte als Jugendlicher (vielleicht 12 oder 13 Jahre) mal einen Lichtbogen gebaut. Zwei angespitzte Kohlesstäbe (oder woraus die scharzen Stäbe aus alten Baby und Monozellen bestanden) so in einer Vorrichtung aus Holz befestigt, dass sich die Spitzen geradeso berührt hatten. Damit die Sicherung nicht rausflog, habe ich einen alten 2 KW- Heizlüfter in Reihe geschaltet und diese Reihenschaltung in an 220V angeschlossen über einen ganz normalen Schukostecker. Das ergab einen schönen Lichtbogen, der immer größer wurde, je weiter die Kohleelektroden abgebrannt sind. Der Lichtbogen hat gefühlt Minuten lang gebrannt und im Keller war es so hell, wie wenn mein Vater etwas Elektroden schweißte.

    Da das ganze mit Wechselstrom durchflossen war, hätte der Lichtbogen eigentlich sofort abreißen müssen, tat er aber nicht.

  • Hallo,


    solche Sicherungshalter gibt es für einen relativ schmalen Taler z.B. bei Reichelt

    https://www.reichelt.de/kfz-si…dqXwXKIaAjV6EALw_wcB&&r=1


    Bitte nicht von den 32V verunsichern lassen, ich bin als Ing. im Kfz Bereich tätig und kann Dir versichern, die funktionieren auch tadellos im 48V Netz...


    Das was Du meinst sind diese hier:

    https://de.rs-online.com/web/p…AjoBEALw_wcB&gclsrc=aw.ds


    Die können nicht den Strom, dafür aber hohe Spannungen, die werden als Stringsicherungen auf der PV Seite eingesetzt. Da gibt es spezielle 10x38 Einsätze mit der Kennzeichnung gPV die das Trennvermögen für bis zu 1000V DC haben.


    Viele Grüße


    Simon

  • Der Wechselstromlichtbogen reißt bei Nulldurchgang schon kurz ab, aber weil die Kohlespitzen so heiß sind emittieren sie gut und der Bogen zündet wieder sobald die Zündspannung überschritten wird - nächste Halbwelle.

  • Ja Lightfreak, genau die Teile aus deinem zweiten Link wurden in dem Video verwendet. Danke für den Link! Ich muss mal schauen, ob ich das Vid noch finde. Darin wurde das Teil ganz bewusst als Schalter 'mißbraucht'. Ob es wirklich nötig ist, weiß ich nicht, vermutlich nicht, wie oben schon mal erklärt wurde, aber schaden kann es denke ich mal auch nicht.


    Wie das mit dem Lichtbogen aussieht, wenn den Kontakt öffnet, während dort 50 Ampere Gleichstrom fließen, würde mich auch sehr interessieren. Hängt sicherlich auch davon ab, welche Induktivitäten sich im Stromkreis befinden, denn die versuchen ja bekanntlich die Stromstärke weiter zu erhalten, auch nachdem man den Kontakt öffnet. Das ist ja auch das Prinzip der Zündspule bei fremdgezündeten Ottomotoren.