Steuerliche Behandlung Senec Cloud (Sonderfall)

  • Hallo, ich benötige mal eure Hilfestellung wie folgende Konstellation steuerlich richtig zu behandeln ist.


    Ist-Zustand:


    - Es existiert schon ein PV-Gewerbe fürs Eigenheim (kein Kleingewerbe)


    - Nicht selbstbewohntes Mehrfamilienhaus mit einem Allgemeinstromverbrauch (Licht und Gasheizung) von ca. 1.000 kWh. Die Kosten werden auf die Mieter umgelegt.


    - Gewerbe 1 (kein Kleingewerbe, nicht im Mehrfamilienhaus) mit ca. 2.000 kWh Stromverbrauch


    - Gewerbe 2 (kein Kleingewerbe, nicht im Mehrfamilienhaus) mit ca. 4.000 kWh Stromverbrauch


    Soll-Zustand:


    - Eine 10 kWp PV-Anlage aufs Mehrfamilienhaus mit dem kleinen 2.5kWh Speicher von Senec.


    - Senec Cloud-Tarif für im Monat 65,95 € inkl. MwSt. wo eine freie Rückliefermenge von 7.000 kWh enthalten ist. Der Rest wird eingespeist (Einspeisevergütung).


    - 2 x das Zusatzpaket Family & Friends (für die Gewerbe) für im Monat je 7,50 € inkl. MwSt.


    Wo entstehen jetzt hier Einnahmen? Sind die 7.000 kWh eine Privatentnahme? Was lege ich auf die Mieter um? Worauf zahle ich Umsatzsteuer und welche MwSt. kann ich mir wiederholen. Oder kurz… wie verbuche ich diese Konstellation?


    Schon mal danke für die Hilfe!

  • Ich glaube nicht dass das 7000 Paket mit einme 2,5 Speicher gehen wird.

    Kann mich da an diverse Mindestgrößen erinnern.


    Ohne es genau zu wissen würde ich spekulieren:


    Rückliefermenge = Eigenverbrauch/Privatentnahme


    Wird die Anlage mit Speicher neu gebaut und der Speicher gleich mit, kannst du evtl die Umsatzsteuer bekommen, mit Abschreibung sieht es etwas anders aus das ist von FA zu FA unterschiedlich.


    Umsatzsteuer zahlst du auf den EV und die Restvergütung

    Meine Anlagen:
    1.) 31 x NeMo 60P-260W, poly. DN 32 Grad, 17xOst/14xWest,
    WR Symo 8,2; 3-phasig, 2 MPP- Tracker.
    2.) 6 x NeMo 2.0 60M-300W, mono, DN 26 Grad, Süd, WR Galvo 1,5; 1-phasig
    SENEC. Home V2.1 LI 7,5 Speicherkapazität

  • Bei Senec wird nur von einer empfohlenen Speichergröße gesprochen... der Solateur hat auch nicht gegenteiliges gesagt. Aber vielleicht weis da noch jemand genaueres?


    Abschreibung und Umsatzsteuer ziehen beim kauf ist mir klar. Zum Rest reicht mir dein spekulieren leider nicht ;-) zumahl sich bei einer Privatentnahme die Frage stellt wie ich das auf die Mieter umlege!

  • Für Bezug aus der Wolke entfällt die Einspeisevergütung. Bei genauem hinsehen erweisen sich fast alle Clouds als Drauflegeheschäft. Bitte lies die FAQ in meinem Benutzerprofil!

  • Ich brauch jetzt keine Grundsatzdiskussion ob sich ein Speicher lohnt. In meinen Fall wäre der Speicher nach knapp 7 Jahren bezahlt. Die PV-Anlage benötigt bei den mageren 10 Cent pro kWh schon über 11 Jahre.


    Senec hat mir im übrigen heute mitgeteilt: "Welche Größe der SENEC Speicher hat, ist bei der Buchung des Cloud Tarifes nicht relavant, gleich welches Paket Sie buchen möchten."


    Hat sonst keiner einen Lösungsansatz für mein Steuerproblem?

  • frag doch mal Scenec und lass uns teilhaben, was sie antworten?

    Der war gut :thumbup:

    Meine Anlagen:
    1.) 31 x NeMo 60P-260W, poly. DN 32 Grad, 17xOst/14xWest,
    WR Symo 8,2; 3-phasig, 2 MPP- Tracker.
    2.) 6 x NeMo 2.0 60M-300W, mono, DN 26 Grad, Süd, WR Galvo 1,5; 1-phasig
    SENEC. Home V2.1 LI 7,5 Speicherkapazität

  • Die Frage taucht hier öfter auf, ist aber nicht zu beantworten so lang man keine Abrechung hat aus der man ablesen könnte wie die das tatsächlich verrechnen. Auf den Webseiten der Cloudanbieter steht zwar vieles aber leider keine Details, die einem da weiterhelfen könnten.


    freie Rückliefermenge

    Ohne mich ständig mit den Tarifen zu beschäftigen ist die angegebene Menge in aller Regel der Verbrauch und nicht nur die Rücklieferung. Ich denke daß dir das bewußt ist, wollte es nur nochmal erwähnen, weil da schon einige falsch lagen.

    OT:

    10 kWp PV-Anlage auf nicht selbstbewohntes Mehrfamilienhaus

    Da im Fall von Verbrauch in deinem Gewerbe mit Netzdurchleitung immer 100% EEG-Umlage anfällt, brauchst du dich nicht deshalb auf 10kWp beschränken.


    Sind die 7.000 kWh einePrivatentnahme?

    Du nutzt ihn (virtuell) in deinen Geweben, das hat mit Privat nichts zu tun. Zum Allgemeinstrom - keine Ahnung.

  • Vielleicht mal ein Versuch, die - umsatzsteuerlich - schwer / kaum / nicht beurteilbaren Leistungsbeziehungen die in diesem Multi-Use-Produkt stecken, NICHT zu entwirren.... sondern in einer black box zu belassen.
    (Klar.. das birgt Risiken. Deshalb: Ein Versuch)



    Hinter dem Wechselrichter bzw. am Zähler kann man sich ja eine Art Weiche vorstellen:

    Geradeaus... Einspeisung ins allgemeine Stromnetz

    Nach rechts.... Verbrauch in einer steuerlich gesonderten Sphäre; sehr häufig (im Forum wohl "meistens", "fast immer") die Privatsphäre des Betreibers.

    Und: Alles was nicht geradeaus ins allgemeine Stromnetz eingespeist wird - gilt als nach rechts abgebogen. Es gibt keinen dritten Weg und kein Gleis 9 3/4.


    ==> alles was nach rechts abgeht, ist dann ertragsteuerlich eine Sachentnahme und umsatzsteuerlich eine unentgeltliche Wertabgabe.


    I. Z. mit Cloud-Lösungen kommt als nächstes ein Speicher (von dem wir doch alle wissen, dass er nicht der betrieblichen / unternehmerischen Sphäre der PV zuzuordnen ist; Ausnahme.... als einheitliches Zuordnungsobjekt rutscht er umsatzsteuerlich hinein).. und dahinter die Cloud.


    ==> alles was im Speicher stattfindet, ist nicht mehr Bestandteil der betrieblichen / unternehmerischen Sphäre der PV; sondern etwas anderem.
    Das andere... im Regelfall... die Privatsphäre.


    ==> Im Regelfall spielt somit alles was mit der Cloud zu tun hat, im Bereich der Privatsphäre.

    somit keine Abzug als Betriebsausgabe; keine Geltendmachung von Vorsteuer.


    Und nach wie vor..... die in die Privatsphäre abgeflossene Menge ist die nicht eingespeiste Menge (Erzeugung ./. Einspeisung).



    Hier haben wir allerdings nicht den Normalfall.
    Hier kommt am rechten Weichenabgang eben nicht die Privatsphäre - sondern eine andere unternehmerische Sphäre (UST) bzw. ein anderer Betrieb oder eine andere Einkunftsquelle (V+V-Objekt).


    Vorliegend habe wir zwar viele Informationen (vor allem, dass es sich nicht um ein Kleingewerbe handelt..... wobei ich nicht weiß, was das ist; allerdings mit Sicherheit sagen kann, dass es zur Beurteilung des Sachverhalts irrelevant ist) - aber leider nicht die entscheidenden Informationen, wer die anderen Steuersubjekte o. Steuerobjekte wirklich sind.
    (Sind das z.B. mehrere Supermärkte die der TO betreibt; oder sind das mehrere Supermärkte in Form einer Kapitalgesellschaft an denen evtl. der TO der alleinige Gesellschafter und Gf ist?; oder sind das fremde Dritte?)


    Das eröffnet nun leider viele Lösungsmöglichkeiten.
    Trennen wir uns deshalb vom Fall des TO.. und gehen wir zu einem in der Realität (zumindest ohne Cloud) häufiger vorkommenden Fall:
    Auf dem rechten Abgang der Weiche (nicht ins allgemeine Stromnetz) kommt nicht oder nur teilweise die Privatsphäre des Anlagenbetreibers, sondern zumindest teilweise geht es auch in ein V+V-Objekt des Betreibers. Der Strom wird dabei durch den / die Mieter (fremde Dritte) genutzt.
    (Holen wir uns zur Vereinfachung wieder ein Detail aus dem Sachverhalt des TO zurück: Die Mieter seien gewerbliche Miete; es gilt nicht das Mietrecht für Wohnraum.)

    Nun dann liegt ja eine Lieferung (USt) bzw. Verkauf (EStG) von Strom an die Mieter vor.
    Vermutlich gibts dann auch ein Entgelt.
    Bzw.: es gibt ein Entgelt. Im schlimmsten Fall in Form einer Bruttomiete. Dann gibt es nur einen imaginären Anteil an der Miete, der auf die Stromlieferung entfällt.

    Das Thema "Sachentnahme" oder "unentgeltiche Wertabgabe" stirbt hier zwei sichere Tode
    a) Die subjektiven Voraussetzungen entfallen; der Verbrauch des Stromes erfolgt nicht mehr in der Privatsphäre des TO
    b) Die Abgabe erfolgt entgeltlich.

    Nein. Raum für eine Entnahmehandlung bietet sich hier nicht mehr. Das Thema ist vom Tisch.


    Ungeachtet dessen sind Speicher und Cloud aber nun ein Teil der betrieblichen / unternehmerischen Sphäre des Betreibers; oder zumindest einer anderen Einkunftsquelle.
    ==> Am Ende landen die Kosten in den Betriebsausgaben (oder Werbungskosten)
    ==> die Vorsteuer kann - unter den übrigen Bedingungen - abzugsfähig sein.


    Die spannenden Fragen die sich dann zunächst stellen.... und sich möglicherweise als praxisirrelevant erweisen könnten:
    Ist der Speicher; oder die gesamte PV evtl. einem Betriebsvermögen
    - als notwendiges Betriebsvermögen zuzuordnen
    - wahlweise als gewillkürtes Betriebsvermögen zuzuordnen
    Wobei sich immer die Frage stellt... WELCHEM Betriebsvermögen?
    Das macht sich aber daran fest, ob und inwieweit welche selbständig bewertbaren Wirtschaftsgüter zu mehr als 50% einem Betriebsvermögen dienen (==> notwendiges BV); oder zu 10-50% einem oder mehreren Betriebsvermögen dienen (==> Zuordnungswahlrecht).


    Die Option "notwendiges Privatvermögen" scheidet hier aus - da ja offensichtlich kein einziges kWh in die Privatsphäre gelangt; geschweige mehr als 90%.


    So.. der Ball ist im Spiel.
    Viel mehr kann man weder abstrakt noch anhand der Sachverhaltsangaben des TO nicht machen.



    Risiko bei dem Ansatz:
    Im Leistungspaket der Cloud (das wir hier bewusst nicht entwirrt haben), steckt doch noch eine umsatzsteuerpflichtige Komponente bzw. Betriebseinnahmen drin.
    Ich halte das für "more likely than not" - kann für den Fall aber auch keine Lösung anbieten. Deshalb hab ich mich mal auf den Ansatz zurückgezogen, das Leistungspaket nicht aufzudröseln. (Was man aber - im Rahmen einer vollständigen Sachverhaltsprüfung - wohl machen müsste.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung