Eigenverbrauch & Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch in Umsatzsteuererklärung ,Einkommensteuererklärung & Einnahmen-Überschuss-Rechnung

  • Wenn man kein Kleinunternehmer ist - z.B. in den ersten 5 Jahren des Betriebs, weil man bei den Anschaffungskosten die Mwst. sparen möchte -, muss auch Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch berechnet werden.


    Für die Berechnung der Umsatzsteuer in den Umsatzsteuervoranmeldungen bzw. der Jahres-Umsatzsteuererklärung auf muss streng nach Vorgabe des BMFin berechnet werden:

    Pro kWh sind die Nettokosten inkl. aller Nebenkosten anzusetzen, die man bei seinem Stromversorger pro kWh bezahlt, siehe https://www.pv-steuer.com/modu…allery/dlc.php?id=04D3BC7 (Quelle: paulchen)


    Für die Berechnung des Gewinns in der Einkommensteuererklärung dürfen verschiedene Varianten verwendet werden:

    a) Berechnung nach Wiederbeschaffungswert (analog zur Berechnung der Umsatzsteuer)

    b) Berechnung 0,20 €/kWh pauschal

    c) Berechnung auf Basis der Einspeisevergütung, z.B. 0,122 €/kWh

    d) Berechnung auf Basis der Stromerzeugungskosten (Gesamtausgaben pro Jahr/Gesamtstromproduktion* Eigenverbrauch), z.B. ca. 0,08 €/kWh


    Verwendet man nicht die ungünstigste Berechnungsvariante, passt der Wert, der in Zeile 16 "Vereinnahmte Umsatzsteuer sowie Umsatzsteuer auf unentgeltliche Wertentnahmen" für die Umsatzsteuer auf unentgeltliche Wertentnahmen verwendet wird, nicht zum Wert in Zeile 20 "Sonstige Sach- Nutzungs- und Leistungsentnahmen" verwendet wird, weil unterschiedliche Berechnungsmethoden angewandt wurden. Es stimmt nicht die Gleichung "Umsatzsteuer = 19 % vom Nettobetrag".


    Richtig?

  • ????????????????


    Umsatzsteuer und Einkommensteuer sowie die dazugehörigen Erklärungen sind zwei verschiedene Paar Schuhe, das hast Du doch schon richtig geschrieben. Durch die unterschiedlichen Berechnungsarten der unentgeltlichen Wertabgabe und der Sonstigen Sach- Nutzungs- und Leistungsentnahmen kommen natürlich verschiedene Werte heraus und können nicht zueinander passen.

    Bei Einspeisevergütung =0,122 € und Berechnung nach c) sollte die Sachentnahme (Direktverbrauch) also einiges geringer ausfallen als die unentgeltliche Wertabgabe.

  • Das Gegenteil ist der Fall. die ueWA von ca. 5 Cent je kWh fällt kleiner aus als die Sachentnahme.

  • Nein ... ca. 5ct sind doch nur die USt auf die ueWA!


    Und bzgl. der Sachentnahme hat man streng genommen keine Wahl... Es ist der Wert anzusetzen, der den Gewinn des Unternehmens nicht beeinflusst und das ist bei PV nunmal eindeutig einzig und allein c)!

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • jx7

    Du hast recht. Die Bemessungsgrundlagen (BGL) der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer unterscheiden sich.


    Deshalb gilt:


    BML (USt) x 19% = UST

    BML (ESt) + USt weicht von den 119% ab.


    Einkommensteuerlich ist im Ergebnis zu versteuern:

    BGL (ESt) + USt


    Wobei die günstigste Wahl idR die Herstellungskosten sein dürften. Also die Summe der Kosten der Anlage (einschließlich Abschreibung) dividiert durch die im Jahr produzierte Strommenge. Das sind bei meiner (neuen) Süd-Anlage laut Planung 6 oder 7 Cent/kWh.


    Den Eigenverbrauch einkommensteuerlich wie folgt versteuern:


    7 Cent + ca 5 Cent UST = ca 12 Cent

  • Wieso wird der EV in ESt Brutto versteuert?


    Die USt darauf ist doch Einnahme (von Privat) UND Ausgabe (ans FA) in der EÜR und hebt sich damit weg... Wenn auch ev. nicht im gleichen Jahr (sofern ich keine UStVAs mehr mache, und so die USt auf EV erst im Folgejahr deklariere).

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  • In der Gesamtrechnung hast du recht. Man versteuert die 7 Cent bei der ESt (maximal also rund 3,5 Cent) und zahlt rund 4 bis 5 Cent USt.


    Einkommensteuerlich hat man allerdings die vollen Betriebsausgaben von rund 7 Cent.

  • Das ist klar... ähhh,... du meinst Betriebseinnahmen,... sonst müsst ich ja keine Steuer drauf zahlen. ;)


    Und wenn das mit den Herstellungskosten durchgeht, umso besser... Man sollte nur nicht zu sehr aufbegehren falls nicht. Und sich schon gar nicht auf den Bayern-Deal mit den 20ct oder gar den privaten Einkaufspreis einlassen. Das war 2012 vielleicht nicht so blöde, aber bei heutigen Preisen schon...

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  • Ich meine, dass man einerseits hinsichtlich des selbstverbrauchten Stroms den Eigenverbrauch zu versteuern hat (so wie du sagst)


    Und andererseits auf die Gesamtanlage, also auch hinsichtlich des selbstverbrauchten Stroms, die vollen Betriebsausgaben hat.


    Der Ansatz für den Eigenverbrauch und die anteiligen Betriebsausgaben neutralisieren sich also.


    Das ist ein normales steuerliches Prinzip. Wenn das nicht anerkannt werden sollte, kann und sollte man aufbegehren. Das wird aber kein Finanzbeamter in Frage stellen.


    Nur hinsichtlich der etwas verworrenen Regelungen hinsichtlich der Umsatzbesteuerung dürfte es in der Praxis bei Steuerpflichtigen, Steuerbeamten und auch bei Steuerberatern in einer Reihe von Fällen zu Missverständnissen und/oder Fehlern kommen.