8-10 kWp Anlage auf Süddach

  • Hi nochmal,

    sind bei Vollast 800 VA Blindleistung zu erbringen. Da der WR 8000VA kann, bleiben dann gerade einmal 256 W für Direktverbracht übrig.


    Nur, damit es korrekt wird: Beim Leistungsfaktor 0,9 sind bei 8000 VA Scheinleistung nur 7200 W Wirkleistung möglich. Das bedeutet NICHT wie oben behauptet 800 VA Blindleistung, weil das ja geometrisch addiert werden muss. Ändert aber nichts an der Aussage.


    Viele Grüße,


    Jan

  • So, ich habe nochmals die Module in alle Richtungen hin und hergeschoben. Mehr als 29 (60 Zellen-Module) bekomme ich nicht drauf, dafür jetzt aber alle in einer Ausrichtung (quer). Jemand Bedenken bezüglich dieser Lösung (siehe Skizze)? Welche Leistung sollten die PV-Module haben bzw. welche sind wirtschaftlich (Preis/Leistung) zu empfehlen?


    Viele Dank für die Infos bezüglich der WR-Geräuschentwicklung. Der Tenor ist ja, dass es da keine großen Bedenken gibt, diesen an eine ans Schlafzimmer angrenzende Wand zu montieren. Bei sagen wir mal 320Wp Modulen käme ich insgesamt auf 9,28kWp Gesamtleistung.

    Wir haben leider kein Leerrohr, das vom Spitzboden in den HWR führt. Das heisst, die oder das Kabel der PV-Anlage müsste dann wohl an der Hausaußenwand entlang geführt werden und von da aus durch die Außenwand rein in den HWR.


    Ich möchte auf jeden Fall alle Möglichkeiten der Auswertung bezüglich generierter Leistung, Eigenverbrauch, etc. haben (mittels Rechner, bzw. App). Ist zu jedem WR dafür ein Zusatzmodul möglich oder könnnen einige das von Hause aus?


    Achso eins noch, die in den letzten Beiträgen geführte Diskussion bezüglich der Berechnung der Blindleistung habe ich leider nicht verstanden.

  • Hi,


    Ich möchte auf jeden Fall alle Möglichkeiten der Auswertung bezüglich generierter Leistung, Eigenverbrauch, etc. haben (mittels Rechner, bzw. App). Ist zu jedem WR dafür ein Zusatzmodul möglich oder könnnen einige das von Hause aus?


    Bei Fronius geht das problemlos ohne weiteres Zubehör, von dem für die 70weich-Lösung erforderlichen Smartmeter bzw. S0-Zähler mal abgesehen. Da ist der Aufwand bei z.B. SMA größer. Fronius hat dafür das Problem, dass die großen WR lauter sind.



    Achso eins noch, die in den letzten Beiträgen geführte Diskussion bezüglich der Berechnung der Blindleistung habe ich leider nicht verstanden.


    Die AR4105, die für netzparallele Erzeugungssysteme gilt, fordert, dass sich solche Systeme an der Netzstabilität beteiligen. Dafür müssen sie Blindleistung bereitstellen. Blindleistung ist Leistung, die im Netz nur hin und her pendelt - z.B. wenn man einen Kondensator an eine Wechselspannung anschliesst. Er lädt sich (Strom wird gezogen) und entlädt sich bei der nächsten Halbwelle (Strom wird geliefert). Die Bilanz ist dann Null, aber es fliesst Strom, der die Kabel belastet und dafür sorgt, dass weniger Wirkleistung übertragen werden kann. Selbiges gilt für eine Spule. Diese beiden brauchen induktive bzw. kapazitive Blindleistung. Die Idee ist nun, dass man so einspeist, dass Blindleistung schon vor Ort bereitgestellt wird, um den lokalen Bedarf zu decken. Das entlastet dann die Leitungen im Netz und hilft, die Spannung zu stabilisieren. Gibt dafür viele Erklärungen im Netz, falls du es genauer haben willst.


    Wirkleistung und Blindleistung zusammen sind Scheinleistung. Die muss man geometrisch addieren - das kannst du dir als rechtwinkliges Dreieck vorstellen: Die beiden kurzen Seiten sind Blind- und Wirkleistung, die Hypothenuse ist die Scheinleistung. Eine simplere Erklärung ist das mit dem Bierglas: Das Bier ist die Wirkleistung, der Schaum die Blindleistung und beides zusammen die Scheinleistung. Da sieht man dann gut, dass die Kapazität des Glases die Scheinleistung bestimmt und die Wirkleistung immer kleiner ist, sobald man Blindleistung braucht (sonst läuft das Glas über).


    Der WR hat eine bestimmte Scheinleistung (in VA), die er bereitstellen kann. Wenn man mit CosPhi=1 einspeist, also ohne Blindleistung, dann ist Scheinleistung=Wirkleistung, unser Bier hat also keinen Schaum und wir können das Glas randvoll machen. Die Netzbetreiber können aber eine Q(P)-Kurve fordern, die z.B. besagt, dass ab 50% Last von CosPhi=1 linear auf CosPhi=0,9 bei 100% Last heruntergegangen werden muss. Bei Vollast kann der WR dann also nur noch 90% Wirkleistung bringen, obwohl er die volle Scheinleistung bringt. Der Rest (geometrische Addition!) ist Blindleistung. Anders gesagt, wird eine bestimmte Menge Schaum gefordert. Da der WR eine bestimmte Scheinleistung (Glasgröße) kann, ist dann halt weniger Wirkleistung (Bier!) übrig.


    Nach AR4105 kann das bis CosPhi 0,9 gehen. Ein 8 KVA-WR bringt also dann im Worst Case nur 7,2 KW Wirkleistung im Maximum.


    Das wäre an einer 10 KWp-Anlage dann schon fast 70-hart. Du darfst ja 70% der Modulleistung einspeisen. Alles darüber könnte man selbst verbrauchen, das wäre hier aber nahe Null bzw. etwas über 200W. Erfahrungsgemäß bringen die Anlagen durchaus mehr als 70% (wenn auch nicht an Tagen wie heute mit 38 Grad), so dass es sinnvoll ist, etwas höher zu gehen. In dem Fall wären dann z.B. 9 KVA sinnvoller, denn das wären dann 8,1 KW. Man könnte also bei 70weich noch 1,1 KW Eigenverbrauch haben und trotzdem voll einspeisen.


    Da die Module selten Vollast bringen, macht es wenig Sinn, da noch extrem viel höher zu gehen, es sei denn, man will später am gleichen WR erweitern. Darum habe ich z.B. an 9,9KWp einen 10 KVA-WR, der nach der alten Variante der AR4105 noch mit CosPhi=0,95 laufen darf, also 9500W Wirkleistung bereitstellen kann. Mit 9,9 KWp habe ich eine solche Leistung nur ganz selten gesehen, aber da kommen demnächst auch noch 2,7 KWp dazu.


    Bei dir wären also je nach ständig vorhandener Grundlast irgendwas zwischen 8,2 und knapp 10 KVA sinnvoll.


    Nun klarer?


    Viele Grüße,


    Jan