Modultausch aufgrund eines Ausnahmetatbestands + Regelung des Standorts, Dachausrichtung

  • Hallo zusammen,

    gemäß gültiger Gesetzesnorm ist das Ersetzen von Modulen aufgrund eines technischen Defektes bei einem Sicherheitsmangel oder bei einer übermäßigen Leistungsdegradation möglich.


    In meinem Fall trifft beides zu und in der Folge werde ich alle Module austauschen lassen. Die neuen Module werden effizienter sein, so dass es mir möglich sein wird mehr Leistung auf das Dach mit der besseren Ausrichtung zu platzieren. In der Folge wird sich der spezifische Ertrag trotz gleich gebliebener Anlagengröße erhöhen. Dies ist mit Sicherheit nicht im Sinne des Netzbetreibers. Daher würde ich gerne vorab Wissen ob es zu einem solchen Fall Erfahrungen gibt?


    Zusammengefasst: Der Standort der Module bleibt gleich (gleiche Postadresse der Anlage) jedoch wird sich die Ausrichtung einzelner Module ändern.


    Besten Dank!

  • Standort und Ausrichtung der Module sind egal.

    Wenn du die Module austauschst gegen welche mit höherer Leistung, dann (und das ist dein Denkfehler) bleibt die Anlagengröße nicht gleich

    Die Anlagen"größe" richtet sich nicht nach der Fläche sondern nach der installierten Generatorleistung.


    Wenn du also alte Module erstetzt gegen neue mit höherer Leistung, dan ist die "Mehrleistung" eine neue Anlage die auch wie eine neue Anlage zu behandeln ist. Also Netzanschluß anfragen, neue Anlage anmelden, aktuelle Normen für die Wechselrichter einhalten, Messung überlegen

  • Dies ist mit Sicherheit nicht im Sinne des Netzbetreibers.

    Dem ist das völlig egal, ist ja nicht sein sondern unser aller Stromverbraucher Geld. Du darfst die Module jederzeit besser positionieren.


    Sicherheitsmangel

    Diesen Tatbestand kennt das EEG nicht, nur und ausschließlich "technischen Defekt, Beschädigung oder Diebstahl" (§38b EEG2017).

    Auf jeden Fall gut dokumentieren, warum ausgetauscht wurde, das ist das einzig Entscheidende, da sonst eine komplette Neuananlage mit aktueller Vergütung vorliegt (sonst nur der Teil, der größer als der Bestand ist). Sofern dort breits gemeldet ist der Eintrag im MStDr zu aktualisieren, womit es deer VNB automatisch mitbekommt.

  • Hallo,

    danke für die rasche Antwort. Es werden dann natürlich weniger Module installiert um wieder auf die gleiche Anlagengröße zu kommen. Also die Anlagenleistung bleibt definitiv die gleich. Die Neuanlage wäre dann ein anderes Thema (Diskussion vielleicht dann an einer anderen Stelle im Forum).


    Ich hatte gelesen das grundsätzlich die Module nur am gleichen Standort wie die beschädigten installiert werden dürfen. Unter Standort verstehe ich persönlich die gleiche Postadresse . Somit könnte ich problemlos die besser ausgerichtete Dachseite bevorzugen. Allerdings kenne ich keine Praxisbeispiele hierzu. Daher interessiert mich eure Einschätzung hierzu.

  • Es steht doch nirgendwo das die Module nur einen bestimmten Ertrag liefern dürfen. Du könntest sogar Bifaciale Module Installieren, bei denen zählt auch nur die STC Nennleistung der Vorderseite.

  • Du könntest sogar Bifaciale Module Installieren, bei denen zählt auch nur die STC Nennleistung der Vorderseite.

    ist das tatsächlich so?

    wo ist das festgelegt daß nur ein Teil der installierten Leistung (hier: Vorderseite) zählt?

  • Hallo,

    danke für die Infos!


    Zitat

    Diesen Tatbestand kennt das EEG nicht, nur und ausschließlich "technischen Defekt, Beschädigung oder Diebstahl" (§38b EEG2017).

    Ich glaube ich hatte mich auf eine veraltete EEG Norm bezogen. In der von 2016 wurde wohl noch eine übermäßige Leistungsdegradation als zulässigen Grund angegeben. Ist aber nicht so schlimm, da zu den jetzt verbauten Modulen ein Warnblatt zum Rückruf von der europäischen Kommission vorliegt (Brandgefahr).




    Wir haben den Netzbetreiber über den geplanten Abtausch bereits per Mail informiert. Dieser hat uns bisher natürlich nur telefonisch den geplanten Abtausch abgenickt. Sind aber noch im Austausch. Wichtig, war ihm scheinbar lediglich, dass die Module verschrottet werden und wir dies belegen können. Diese Bedingung ist glaube ich nicht OK. Der Netzbetreiber kann uns nicht zwingen mein Eigentum zu verschrotten. Vielleicht gibt es hierüber aber auch Erfahrungen im Forum.


    Zitat

    Du könntest sogar Bifaciale Module Installieren, bei denen zählt auch nur die STC Nennleistung der Vorderseite.


    Über Bificiale Module habe ich auch schon nachgedacht, insbesondere da ein Teil der Module aufgeständert installiert sind. Würde das Thema dann aber in einem anderen Thread (Anlagenplanung) besprechen. Voraussgesetzt der Einsatz dieser Module ist für meinen Zweck erlaubt.

  • Da sind ja nicht vorne und hinten Zellen drauf sondern es ist die selbe Zelle und die hat nur eine einzige (STC-)Leistung. Auch bei Standardmodulen hat man einen geringfügig höheren Ertrag, wenn der Hintergrund hell ist. Man sieht ja mit dem bloßen Auge, daß da Licht durchkommt und das geht natürlich auch anders rum.

  • Angenommen Zusage für Neuanlage wären gegeben und es wird ein (defektes) Modul mit 100 Wp durch eines mit 300 Wp ersetzt. Kann das Modul in 1/3 Altanlage und 2/3 Neuanlage geteilt werden?


    Eine einzelne Adresse kann doch nicht "gleich" sein. Siehe http://www.selbe-gleiche.de/