Wie ist die EEG-Umlage auf den Direktverbrauch zu erfassen?

  • Das würde ich natürlich gerne machen, aber hier steht:

    Naja, die Urteile behandeln Situationen bis zu 2010, wenn man nach den Aktenzeichen geht.

    Daher gehe ich dort von Volleinspeiseanlagen aus.

    Wenn die PV dazu dient, die Strombedarf eines Gewerbetriebs durch Direktverbrauch z.T. zu decken, bin ich der Meinung, daß die Anlage durchaus Bestandteil des Unternehmens sein kann.

    Allerdings haben die Urteile nur Auswirkung auf die steuerliche Seite. Diesmal zu "Lasten" der Kommunen, da dann weniger Gewerbesteuer anfällt.

    Selbst, wenn man die PV-Erzeugung und den "eigentlichen" Gewerbebetrieb buchführungstechnisch trennt, unterliegt der der durch das Gewerbe genutzte Strom nicht der uWA oder einer Sachentnahme.

    Natürlich muß man das dann zwischen den beiden Geschäftsbereichen buchhalterisch erfassen.

    Umsatzsteurlich würde das in jedem Fall neutral bleiben, egal ob als zwei Gewerbe oder ein gemeinsames.

    Einkommensteuerlich ebenso. Nur für den Ertrag der PV könnte das eine Auswirkung haben.

    Da sollte aber einer, der hier Erfahrung damit hat, zwischen zwei Geschäftsbereichen Leistungen auszutauschen, schreiben, wie man das bucht.

    Ich habe den Fall nicht, da meine Anlage komplett zur Deckung des betrieblichen Strombedarfs dient.


    Sorry, jetzt wo ich es rechen will, verstehe ich es doch ÜBERHAUPT nicht!


    Du hast hier bereits einen Denkfehler, aber das Ergebnis paßt.


    Du gehst in Deinem fiktiven Beispiel von einer 14kWp-Anlage aus, die € 20.000,- gekostet hat?

    Vergütung 10ct/kWh

    Erzeugung 14.000kWh

    DV: 4000kWh

    EEG-Umlage 6,405 ct/kWh, davon 40% = 2,562 ct/kWh


    Ausgabenseite:

    - sonstige Betriebskosten lassen wir der Einfachheit mal außen vor (Zählermiete, Wartungskosten etc.)

    Afa: € 1.000,-

    EEG-Umlage DV: € 102,40


    Einnahmen:

    Einspeisung: € 1.000,-

    Sachentnahme: 4000 kWh * (0,10€/kWh + 0,0256 ct/kWh) = 502,40


    Ertrag: € 400,-


    Und ja, die EEG-Umlage verhält sich betrieblich neutral, solange 100% des DV-Stroms privat genutzt werden.

    Hat Deine PV keinen Eigenverbrauch? (z.B. Datenlogger, FRE ...)

    Denn dieser unterliegt weder einer Sachentnahme noch der uWA.


    Die Sachentnahme soll dafür sorgen, daß privat entnommene Leistungen/Waren keinen Einfluß auf das Betriebsergebnis haben, vereinfacht ausgedrückt.


    Aber es ging ja beim Ansatz der EEG-Umlage nie darum das Betriebsergebnis zu verändern, sondern um den umsatzsteuerlichen Aspekt.


    Auf die € 102,40 berechneter EEG-Umlage werden wahrscheinlich € 19,46 USt. berechnet.

    Diese werden als Vorsteuer geltend gemacht.

    Das war's.


    Für den privat genutzen Strom wird umsatzsteuerlich die uWA genutzt.

    Bemessungsgrundlage sind die Kosten des Strombezugs.


    Das alles ist nur meine persönliche Meinung.

    Allerdings gab es in der Vergangenheit schon kuriose Auslegungen der Finanzbehördern, die nicht logisch nachvollziehbar waren.


    Ich knüpfe an diese Aussage an:

    Grundsätzlich soll der Unternehmer, der einen Gegenstand aus seinem Unternehmen für Zwecke entnimmt, die außerhalb des Unternehmens liegen (§ 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 1 UStG), mit der USt belastet werden, die im Zeitpunkt des Verbrauchs tatsächlich auf einem derartigen Gegenstand oder einem gleichartigen Gegenstand anhand der aktuellen Marktsituation lastet. Die Bemessungsgrundlage des § 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG knüpft an den jeweiligen Gegenstand und dessen aktuelle Bewertung an. Der sich selbst versorgende Unternehmer wird damit systemgerecht nicht wie ein Verkäufer, sondern wie ein sich fremd versorgender Käufer – allerdings auf der Handelsstufe des Unternehmers – behandelt, der den (je nach Marktsituation niedrigeren oder höheren) aktuellen Preis bezahlen würde bzw. müsste. Dieser – fiktive – Einkaufspreis entspricht in der Regel dem Wiederbeschaffungspreis zum Zeitpunkt der Entnahme (BFH Urteil vom 12.2.2012, XI R 3/10, BStBl I 2014, 809 unter II.2.c aa).


    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Vielen Dank nochmal für die ausführlichen Ausführungen!!!


    OK, dann hatt ich's doch verstanden und wir sind wieder beim Ausgangspunkt.


    D.h. EEG-Umlage ändert nichts am Gewinn.


    Abzuführen hab ich aber dann nachher als Privatmann 102,40 * 1,19 EUR

  • Nein, eben nicht.

    Als Berechnungsgrundlage für die uWA dienen nur die Strombezugskosten.

    Die USt. auf die EEG-Umlage des DV ist hier irrelevant, da Du sonst umsatzsteuerlich schlechter gestellt wirst, als wenn Du den Strom aus dem Netz bezogen hättest.

    Die EEG-Umlage auf DV hat nichts mit den Strombezugskosten zu tun.

    Und wenn man das bejaen würde, müßte man die EEG-Umlage des DV mit der des Strombezugs gegenrechnen.

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Andre78 - ...aber wo genau zahle ich dann mit einer Anlage >10kWp die EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch?


    - In der EÜR ist ja scheinbar vollständig Gewinn-neutral ist (also den zu versteuernden Gewinn nicht ändert) und --

    - Privat zahl ich es "eben nicht" (so verstehe ich den Post gerade)

    - wo dann?

  • Was ist "privat"?

    Die EEG-Umlage zahlt Dein PV-Gewerbe an den VNB.

    Aus Sicht des EEG ist die Sache damit erledigt.

    Das EEG hat nichts mit Steuerrecht zu tun.


    Schritt zwei ist die einkommenssteuerliche Würdigung des privat genutzen Stroms:

    Sachentnahme: 4000 kWh * (0,10€/kWh + 0,0256 ct/kWh) = 502,40

    Hier wird einfach die die Einspeisevergütung plus die EEG-Umlage pro kWh für die Sachentnahme berücksichtigt.

    Und fertig.


    Kann es sein, daß Du etwas verwirrt bist, da Du nicht zwischen Einkommensteuer (via EÜR) und Umsatzsteuer unterscheidest?

    Man muß beides strikt trennen.

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Der VNB berechnet auf die EEG-Umlage keine Mehrwertsteuer (da keine Leistung zugrunde liegt; beim Versorger folgt es der Hauptleistung "Stromlieferung", da wird natürlich auch Mehrwertsteuer fällig, genau wie auf die Stromsteuer und die ganzen anderen Abgaben und Umlagen).


    Nur als Denkhilfe: das Geld ist aber von dir als Privatperson zu zahlen, so steht es im EEG. Es wird aber vom Firmenkonto abgebucht (noch schlimmer, es wird mit der Einspeisevergütung verrechnet du mußt das also auch noch da rausrechnen). Solltest du am Firmenkonto deine gesamten Betriebseinnahmen haben wollen, müßtest du es von deinem Privatkonto dahin überweisen (genau wie die entgangene Einspeisevergütung für den Direktverbrauch).

    Praktisch machst du das nur auf einem Stück Papier (oder am Computer) und überweist nichts hin und her (außer vielleicht du hast die Anlage finanziert und du müßtest das Firmenkonto teuer überziehen um die Rate zahlen zu können, während du am Privatkonto negative Zinsen zahlst).

  • Die EEG-Umlage zahlt Dein PV-Gewerbe an den VNB.

    Danke Andre78, alterego, -- ich habe evtl. ein fundamentales Verständnisproblem zur EEG-Umlage.


    Mir geht es sich rein um die einkommensteuerliche Frage. Alle Werte sind Netto-Werte ohne USt.


    Mein Verständnis ist:


    Eingespeister Strom:

    - Betrieb bekommt Einspeise-Vergütung (von ca. 10 Cent pro kWh bei neuer Anlage).

    - EEG-Umlage wird nicht fällig auf Einspeisung (egal ob <10kWp oder nicht).


    Selbstgenutzter Strom:

    - Betrieb bekommt Sachentnahme Direktverbrauch (genauso hoch wie EV-Vergütung pro kWh)

    - EEG-Umlage muss auf den privat genutzten Strom zu 40% gezahlt werden (2.x Cent pro kWh) (*)


    Und die Frage ist, wo genau taucht (*) jetzt auf?


    Ich versuch's nochmal:


    In der Rechnung von Andre78 oben ist die EEG-Umlage auf den DV Gewinn-Neutral (bitte einhaken wenn ich das falsch versteh):


    Kleine Anlage unter 10kWp:


    Ausgabenseite:

    Afa: 1.000,-

    EEG-Umlage DV: 0 EUR, da nicht fällig


    Einnahmen:

    Einspeisung: 1.000,-

    Sachentnahme: 4000 kWh * (0,10 EUR/kWh) = 400 EUR


    Ertrag 400 EUR, den versteuere ich mit einem Einkommensteuersatz und streiche ihn privat ein.


    Größere Anlage über 10kWp:


    Ausgabenseite:

    Afa: 1.000,-

    EEG-Umlage DV: 102,40


    Einnahmen:

    Einspeisung: 1.000,-

    Sachentnahme: 4000 kWh * (0,10 EUR/kWh + 0,0256 ct/kWh) = 502,40


    Ertrag 400 EUR, den versteuere ich mit einem Einkommensteuersatz und streiche ihn privat ein.


    Und jetzt? Egal wie groß die Anlage, ich hab genauso viel verdient. Wo steckt die EEG-Umlage auf den DV?

  • Was ist "privat"?

    Die EEG-Umlage zahlt Dein PV-Gewerbe an den VNB.

    ...aber doch nur für den selbst entnommenen Strom oder? Oder willst du mir sagen, dass auf jede eingespeiste kWh die EEG-Umlage fällig wird? Mein Verständnis ist, EEG-Umlage zahlt der PV-Betreiber nur auf den Eigenverbrauch, nicht auf den eingespeisten Strom.


    Wie gesagt - ich habe evtl. ein fundamentales Verständnisproblem zur EEG-Umlage...

  • Egal wie groß die Anlage, ich hab genauso viel verdient.

    Genau, deienr Firma ist das völlig Wurst, was du mit dem Strom machst, für die kommt am Ende immer das selbe raus. Die hat also keienerlei Vor- oder NAchteil aus dem Direktverbrauch, genau so soll es sein (weiteres lasse ich mal weg).


    Wo steckt die EEG-Umlage auf den DV?

    Die hat der VNB einbehalten und du buchst es als Sachentnahme, damit die Buchhaltung auch stimmt (bei EÜR ist das alles nicht so leicht zu sehen, daher dachte ich dir hilft die Vorstellung mit dem Firmenkonto vielleicht). Das Geld ist also nicht auf einem deienr Konten sondern bei dem (bzw. beim zuständigen ÜNB an den er das weiterleitet).

    Ansonsten verstehe ich deine Frage nicht (wenn man das alles verstanden hat, sieht man halt die Probleme nicht mehr, weil das in sich alles völlig schlüssig ist).


    fundamentales Verständnisproblem zur EEG-Umlage

    Das ist ganz einfach, die zahlt immer der Letztverbruacher (gräßlich, ich will nur korrekt in der Bezeichnung bleiben) des Stroms, mehr braucht man sich dazu nicht merken. Es gibt aber Letztverbraucher, die für gewisse Strommengen nichts oder weniger zahlen. Und in manchen Fällen bezahlt es (zur Vereinfachung) jemand anderes, da fällst mehr oder weniger du drunter, wo es von deiner Firma einbehalten wird auch wenn du als Privatperson der Letztverbruacher bist und sie schuldest. Mahct aber (aus Sicht des Staats und des VNB) hier nichts, weil ihr personenidentisch (vielleicht hast du ja da ein Problem dir eine gespaltene Persönlichkeit vorzustellen) seid,es also den richtigen trifft.