Wie ist die EEG-Umlage auf den Direktverbrauch zu erfassen?

  • Liebes Forum,


    ich habe schon viel hier gelesen über die Steuerliche Betrachtung von PV-Anlagen, dabei auch vielen Dank insbesondere an kpr, seine Beiträge sind oft einfach dermaßen toll zu lesen - unbezahlbar!


    Aber folgende Frage konnte ich bislang nicht klären. Vielleicht ist sie so trivial, dass es allen klar ist außer mir.


    Wie ist die 40%-EEG-Umlage auf den Direktverbrauch (PV-Anlage über 10 kWp) steuerlich zu erfassen?


    (a) als unternehmerische Ausgabe (mindert den Gewinn und damit die Steuerlast).


    (b) als Einnahme, neben der Einspeise-Vergütung zusammen auf die Sachentnahme Direktverbrauch (erhöht den Gewinn und damit die Einkommensteuerlast) [vermutlich nicht, denn es ist ja logisch eine Ausgabe]


    (c) als private Ausgabe, ohne Auswirkung auf die Einkommensteuer, die ich also von versteuertem Geld zu zahlen habe (so wie die Breze beim Bäcker).


    Danke...

  • Das kommt darauf an wofür du den Strom nutzt. (c) deutet darauf hin, daß es privat ist, dann ist das richtig.


    (b) verstehe ich überhaupt nicht, das ist eine Ausgabe, keine Einnahme.

    (a) wäre richtig, wenn du den Strom in deinem Unternehmen nutzen würdest, wenn es nicht das selbe ist, würdest du es an das andre weiterberechnen (können).


    Wenn ich in der Situation wäre, würde ich aber ernsthaft überlegen ob die Basis für die unentgeltliche Wertabgabe mit dem netto Bezugstrompreis (der ja auch 100% EEG-Umlage enthält) korrekt ist, wenn ich (40% ) EEG-Umlage auch auf den Eigenverbrauch zahle (aber blöderweise bei Anlagen nach 3/12 umsatzsteuerfrei, also liegt wohl keine Doppelbesteurung vor).

    Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.

    Rechtschreibhilfe besser ausschalten statt unlesbare Texte zu produzieren.

  • Ja, die Frage bezog sich auf die EEG-Umlage, die auf privat entnommenen Strom fällig wird.

    :danke:


    OK, und wer stellt mir die dann in Rechnung? Wo melde ich den Privatverbrauch hin?


    Nutzung des Stroms im Unternehmen -- das wäre Verkauf an Mieter? Oder wie kann ich das im Unternehmen nutzen?

  • Soweit ich verstanden habe, erhebt der VNB die EEG-Umlage. Die wird dann wohl praktischerweise von der Einspeisevergütung abgezogen. Mit der Jahresendabrechnung.

    Ist aber nur ne Vermutung, ich bin noch im ersten Jahr und kenne das Prozedere noch nicht am eigenen Leib.

    14+13 Module OSO+22 Module WNW Heckert NeMo Black 310 Wp

    Kostal Piko 15 70% hart

  • Anhand der Zählerstände wird die U idR von der Software beim VNB berechnet und von der Vergütung abgezogen. Sie ist dann in der EÜR bzw. Buchführung als Sachentnahme auszugleichen.

    ob die Basis für die unentgeltliche Wertabgabe mit dem netto Bezugstrompreis (der ja auch 100% EEG-Umlage enthält) korrekt ist, wenn ich (40% ) EEG-Umlage auch auf den Eigenverbrauch zahle

    Sehr interessanter und logischer Gedanke!

    Andererseits möchte der Fiskus durch EV keinen Nachteil haben - damit stimmt auf den ersten Blick der Nettopreis wieder.

  • Deshalb sollte man die EEG-Umlage erst als Ausgabe des PV-Betriebs ansetzen und dann über die Sachentnahme berücksichtigen.

    Damit hat sich dann das Thema, daß man ggf. eine höhere USt.-Last durch die EEG-Umlage auf Direktverbrauch hat, erledigt.

    Maßstab für die uWA sind weiterhin die Kosten des Strombezugs.

    Und die einkommensteuerliche Sachentnahme des Stroms ist dann eben EEG-Vergütung + abgeführte EEG-Umlage.

    So würde ich das zumindest machen.

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 38kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Ja, die Frage bezog sich auf die EEG-Umlage, die auf privat entnommenen Strom fällig wird.

    Die EEG-Umlage hat nichts damit zu tun, ob der Strom privat genutzt wurde oder nicht.

    Diese fällt auch für Betriebe an, die eine Anlage >10kWp betreiben und mit dem Direktverbrauch im Betrieb nutzen.

    Die EEG-Umlage wird vom Netzbetreiber zuerst dem PV-Betrieb berechnet. Wird der Strom im Betrieb verwendet, ist die EEG-Umlage eine ganz normale Ausgabe.

    Wird der Strom (oder ein Teil davon) privat verwendet, ist, wie gerade geschrieben, die EEG-Umlage bei der Sachentnahme zu berücksichtigen.

    Es soll ja auch Leute geben, die Daheim einem Nebengewerbe nachgehen und ein Arbeitszimmer oder Räume nur für dieses nutzen.

    Hier kann man dann einen Zwischenzähler wärmstens empfehlen, da dann ein Teil des PV-Stroms vom Gewerbe genutzt wird.

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 38kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Sehr klar und nachvollziehbar erklärt. Frage geklärt. Vielen Dank! :danke::danke:


    Aber hier muss ich nachhaken:

    Es soll ja auch Leute geben, die Daheim einem Nebengewerbe nachgehen und ein Arbeitszimmer oder Räume nur für dieses nutzen.

    Hier kann man dann einen Zwischenzähler wärmstens empfehlen, da dann ein Teil des PV-Stroms vom Gewerbe genutzt wird.

    Das würde ich natürlich gerne machen, aber hier steht:

    https://www.deubner-steuern.de…diger-gewerbebetrieb.html


    "Betrieb einer Photovoltaikanlage ist eigenständiger Gewerbebetrieb... Einkünfte aus Sonnenenergie und normaler unternehmerischer Tätigkeit können in der Gewinnermittlung nicht zusammengefasst werden, so dass nur der Saldo steuerlich erfasst wird. Gewinne oder Verluste aus den beiden Unternehmensbereichen können nicht verrechnet werden.... Das hat aktuell der BFH entschieden. Tenor des Urteils: Der Betrieb eines Einzelhandels und der einer Photovoltaikanlage kann i.d.R. nicht als einheitlicher Gewerbebetrieb angesehen werden. Es handelt sich um ungleichartige Betätigungen, die einander i.d.R. nicht fördern oder ergänzen."


    Die Frage ist also, wann kann man zwei Betriebe, von denen einer die PV-Anlage ist, zusammenfassen?

  • Andre78 - Sorry, jetzt wo ich es rechen will, verstehe ich es doch ÜBERHAUPT nicht!


    Beispiel, einfache Zahlen:


    10 Cent/kWh EV

    10000 kWh Einspeisung

    4000 kWh Direktverbrauch


    Einnahmen nach EÜR:


    Einspeise-Vergütung: 1000 EUR (netto)

    Sachentnahme Direktverbrauch: 400 EUR (netto)

    Sachentnahme EEG-Umlage auf DV: 6.405 * 40% * 400 = 102 EUR (netto) ????


    Ausgaben nach EÜR:


    AfA-Betrag der Anlage: 1000 EUR (netto)

    EEG-Umlage auf DV: 102 EUR (netto) wie oben??? Dann neutralisiert sich das ja? ???????


    EÜR Gewinn: 1000 + 400 + 102 - 1000 - 102 = 400 -- kann nicht sein