Anlagenerrichtung in Österreich Eigenbedarf oder Einspeisen

  • Hallo erstmal,


    nachdem wir nun unsere Heizungsanlage von der anderen Partei hier im Haus abgekoppelt haben betreiben wir nun alles über Strom.
    Unser Verbrauch liegt bei ca. 7200KWh im Jahr. Dabei fallen im Sommer ungefähr 180 Tage 10KWh an und im Winter 30KWh 180 Tage.

    Wir zahlen ungefähr 16,5ct pro KWh, ergo 1200€ im Jahr für alles.


    Im Verbrauch sind mit drin: Heizung (Luft-Luft-Wärmepumpe), Warmwasser (Durchlauferhitzer), täglich kochen, täglich Spülmaschine, alle 2 Tage Waschmaschine und Trockner, Gefrierschrank, Kühlschrank, Kühlen (s.o. Wärmepumpe jetzt im Sommer auf 24°C wegen Dachgeschoss).


    Wir werden demnächst den Wohnraum vergrößern. Es sind jetzt ca. 65qm und danach um die 130qm. Die Räume werden gut gedämmt. Ich rechne dann mit:

    Winter ca. 8000KWh und im Sommer 2000KWh. Warmwasser wird dann per Brauchwasserwärmepumpe und Tank erwärmt.

    Wären 1650€ Stromkosten im Jahr.


    Nun überlegen wir eine PV-Anlage aufs Dach zu machen aber es ist fraglich was sich hier in Österreich überhaupt lohnt.


    Gegebenheiten: 2-Parteienhaus mit 2 alten schwarzen Drehstromzählern (Scheibe ohne Rücklaufsicherung),

    Dach ungefähr 105qm mit Ausrichtung Süd und 45° Dachneigung.


    Es gibt zwei Möglichkeiten die wir in Betracht ziehen. Die eine wäre eine kleine Anlage mit 5-8kWp. Rechnung wäre demnach:

    Sommer Bedarf 2000kWh*80% Deckung; Erzeugung 3750kWh= 1600kWh Nutzung (2150kWh übrig)

    Winter Bedarf 8000kWh*100% Deckung (weil am Tag geheizt wird mit WP, ansonsten ins Brauchwasser); Erzeugung 1250kWh = 1250kWh Nutzung (0 übrig)

    Einsparung: 2850kWh*0,165= 470,5€. Je teurer der Strom, desto mehr wird eingespart. Kosten für eine Anlage inkl. Montage (mit Eigenleistung) 7000€ also nach 14 Jahren spätestens raus wenn nichts kaputt geht.


    Andere Möglichkeit: Absurde Überdimensionierung. 15kWp 15 kWp 10 000€ (stimmt das?) + Montage (+Eigenleistung) 5000€.

    Sommer Bedarf: 2000*80% = 1600kWh Nutzung (Überschuss 9650)

    Winter Bedarf:8000 = 3750kWh (0 über)

    Einsparung: 5350kWh*0,165= 883€. Nach 17 Jahren raus wenn nichts kaputt geht und Strom nicht teurer wird.



    Aber was tun mit dem Überschuss? In Österreich sind die normalen Stromanbieter mit 5ct ja zum vergessen. Ansich möchte ich soviel wie möglich selbst verbrauchen, kann das aber natürlich nicht weil die höchste Last im Winter herrscht ich im Sommer aber Überschuss habe. Akku hält nicht solange. Kleiner Akku würde vielleicht für Kühlschrank, Gefrierer und Licht abends bis morgens reichen, ich bezweifel, dass die Einsparung lohnt.


    Ergo: Was mache ich mit dem Überschuss? Wenn ich einspeise muss ich dann einen eigenen Zähler zahlen? Denn dann lohnt sich das überhaupt nicht. Klar ist: Bei der Riesen-Anlage "müsste" ich den Überschuss einspeisen. Immerhin sind das 500€ im Jahr mehr, auch wenn die Bezahlung lächerlich ist. Somit käme man auf 1380€ pro Jahr und die Anlage wäre nach 11 Jahren abbezahlt.


    Meine Idee wäre noch bei der zweiten Partei hier den Strom über einen Zwischenzähler (bin Elektriker, selber zwischenschalten) einzuspeisen und dann für 10ct zu "verkaufen".So hätten wir etwas davon, und die hätten im Sommer den Strom halb so teuer.


    Jetzt bin ich nicht so bewandert was die Gesetzeslage angeht, ansich rennt der Zähler unten ja auch rückwärts, ich denke aber mal nicht, dass man das darf.

  • mein weg waere: such dir einen installateur, der viel eigenleistung zulaesst und dir freie hand beim materialeinkauf laesst und dir die elektrischen abnahmen macht.


    dach vollmachen!


    module guenstig auf secondsol besorgen und wr+unterkonstruktion irgendwo sonst guenstig und bedarfsgerecht kaufen.

    so viel wie moeglich selbst montieren und die elektrischen sachen dem installateur machen lassen.

    sollte auf ca. 825€/kWp kommen, tutti completti.

    falls du noch warten kannst und eine oemagfoerderung beantragst (jaenner 2020), dann gibts 225€/kWp foerderung und 7,5ct/kWh fixen einspeisetarif.

  • Ok, ich wollte es auch allgemein verstehen. Wenn ich nun eine Anlage hätte muss die angemeldet werden in Österreich.


    1. Auf den von meiner Anlage erzeugten Strom den ich selber verwende, muss ich für diesen Strom etwas bezahlen? Sprich: Wenn ich nun nicht einspeisen würde und rein Eigenversorgung mache (mit Verlust des Überschusses), muss ich dann was zahlen?


    2. Wenn ich einspeise benötige ich einen neuen Stromzähler (da der alte ja nur ein alter Zähler mit mechanischer Uhr ist und der sonst rückwärts drehen würde, was ja illegal ist), muss ich den zahlen?

    Sofern ich einspeise, muss ich dann auf die 7,5ct pro kWh irgendwelche Steuern o.ä. zahlen? Weil ich ja dann Stromerzeuger und Vertreiber bin....


    3. Die Anlage ist sowieso erst für nächstes Jahr angedacht. 225€ pro kWp wäre noch ein Extrazuckerl und würde ich gerne mitnehmen. ABER: Muss ich dann ALLES einspeisen oder kann ich Eigenverbrauch nutzen und der Rest würde eingespeist werden? Wieviel ich dann selber verbrauchen könnte habe ich oben beschrieben. Wenn ich darüber nachdenke könnte ich sicherlich noch zusätzlich 350KWh selber pro Jahr mehr verbrauchen (bei der RIesen-Anlage) wenn ich einen 2KWh Speicher hätte. Größer lohnt sich nicht, da im Sommer nicht mehr verbraucht würde in den Abend/Morgenstunden und im Winter erzeugt die Anlage ja eh nicht genug um etwas zu speichern. Fraglich was so ein Speicher kostet (oder ob es den gibt) welche Förderung etc. Der Speicher wäre aber eben auch praktisch, wenn im Winter doch mal mehr erzeugt als verbraucht wird.


    4. Ich bin Elektriker, habe aber noch nie an Solaranlagen gearbeitet. Ich könnte aber die Leitungen reinlegen in die Wohnung wo nachher der WR hinkommt und eine Leitung zum Sicherungskasten großzügig ausgelegt für Drehstrom. Dann müsste nur noch der WR angeschlossen werden, abgenommen werden und am Sicherungskasten dran. Was ich verlege würde ich aber mit dem absprechen und ggf. das Material bei ihm kaufen damit er nochn ticken mehr verdient (aber nicht zu enorm!).


    Ansonsten, 15kWp für 15.000€ wäre für mich in Ordnung. Wenn ich dann auch noch 225€ * 15 = 3375€ zurück bekäme umso besser, dann liege ich ja so schon bei 11 625€. Umso schneller würde sich das armortisieren, selbst wenn ich gar nicht einspeise.


    PS: Danke schonmal für die Mühe! Zum Glück können die Antworten ja kürzer sein als die Fragen...

  • steuerliche fragen sind immer etwas aufwendiger, vor allem die informationslage ist ja noch etwas duerftig. bist du unselbststaendig, nutzt du bereits selbststaendigenfreibetraege z.b. durch buergerbeteiligungsmodelle oder kapitaleinnahmen? hast du ein unternehmen bzw. bist du bereit eins anzumelden oder z.b. via kleinunternehmerregelung?


    bitte auch ausserhalb dieser 4 forumswaende informieren, es gibt diverse anlaufstellen wie wirtschaftskammer, netzbetreiberoemag, auf deren hp alles steht! z.b. zum klein anfangen: https://www.wko.at/service/umw…-photovoltaikanlagen.html https://www.pvaustria.at/meine…tliche-rahmenbedingungen/


    lass mich mal ein paar daten zusammenfassen:

    jahresverbrauch: 10000kWh

    dächer: 105m² S DN 45 (genaue abmasse oder fotos bitte, schattenspender, kamine, entlüftungsrohre, dachfensten grosse bäume in der umgebung, skizze), dann kann man auch sagen, was maximal draufgeht, aber ich schaetz mal ca. 15-18kWp

    wo (goegrafisch) soll die anlage entstehen?

    altbau/neubau?

    wie ist der zaehlerkasten beinand? FOTO!

    anfrage beim netzbetreiber, ob du ueberhaupt eine anlage netzparallel schalten darfst. und wie gross die sein darf. in noe z.b. gibts da z.b. einige einschraenkungen.



    1. erst ab aktuell 25000kWh eigenverbrauch.

    nicht einspeisen geht nur mit drosselung der anlage auf den aktuellen eigenverbrauch, was ich aber nie verstehen werde, weil egal wie schlecht man es verkauft, man bekommt immer noch geld zur senkung der amortisationsdauer, schont die umwelt und ist fuer private sogar bis 730€ steuerfrei, soweit ich weiss.


    2. ja, du kriegst einen 2-richtungszaehler, dessen installation bzw. tausch des alten je nach netzbetreiber etwas kostet. ab den besagten 25000kWh, ja, bezahlen! stichwort elektrizitaetsabgabe 1,5ct/kWh, aber soll 2020 fallen.


    3. du musst dich nochmal kraeftig einlesen! --> hier im forum steht im prinzip alles, vor allem der unterschied ueberschusseinspeiser/volleinspeiser sollte zumindest mal klar sein...


    4. dein netzbetreiber hat sicher durchfuerungsvorschriften ala http://www.ooe-ausfuehrungsbestimmungen.at/de/PVschema/ da gibts einiges zum einlesen.

    ab 3,6kVA brauchst sowieso immer drehstrom zwex vermeidung von schieflasten beim einspeisen



    wenn du auf ueber 1000€/kWp kommst, dann rennt was falsch!

    hast du keinen kollegen, der ein bissi ahnung hat von pv? meist lernt man fuer den anfang bei ein, zwei bier unglaublich viel dazu, wenn man relativ unbeleckt ist.

    einspeisen in dieser groessenordnung ist pflicht, alles andere ist geldverbrennen!

  • Ich bin Privatperson und habe mit Steuern außer der Lohnsteuer überhaupt nichts am Hut, daher auch meine Fragen, ich kenne mich damit einfach nicht aus. Ich bin auch erst seit diesem Jahr Hausbesitzer.


    "kleinunternehmerregelung" kenne ich nicht, daher weiss ich nicht, ob ich bereit wäre eins anzumelden.


    Ja, es gibt unzählige Informationen, aber sehr wenig Fakten.


    Zu 1: Ja und nein. Ich könnte der zweiten Partei im Haus den Strom kostenlos zur Verfügung stellen und daher nicht einspeisen. Demnach wäre es eine Inselanlage und ich würde auch keine Steuern zahlen. In diesem Fall würde ich die Anlage kleiner halten als das ganze Dach zuzupflastern.

    Zu 2: Wenn ich die Elektrizitätsabgabe zahlen muss als Unternehmer mit Verkauf habe ich demnach nicht 7,5ct sondern nur noch 6ct pro KWh auf den Überschuss?

    Zu 3: Es steht viel im Forum, aber viel welches schon Fachwissen voraussetzt. Ich fange bei fast 0 an. Für mich stellt sich erst die generelle Frage ob ich das Risiko einer Eigenanlage eingehe und wie ich sie dann gestalten würde. Wenn ich ein Unternehmen gründen muss und Zählergebühren extra bezahlen muss für die Einspeisung erzeuge ich lieber weniger und mache Inselbetrieb.


    Ich bin noch nicht lange im Land, ich kenne hier nicht Viele und keinen der so etwas hat. Ich kann mich aber auch beraten lassen bei den umliegenden Unternehmen, das Problem bei Unternehmen ist immer: Die wollen mir was verkaufen.


    Das ist eine Dachseite, es ist nichts im Weg, es ist nichts verbaut, die Sparren halten es aus, sie soll in Niederösterreich gebaut werden.

    Der Zählerkasten ist usus, es wird nächstes Jahr ein neuer verbaut werden, aber der Zähler wird derselbe bleiben (sofern ich nicht tauschen MUSS, was ich aber wohl muss wenn ich einspeisen würde).

  • Zitat

    "kleinunternehmerregelung" kenne ich nicht, daher weiss ich nicht, ob ich bereit wäre eins anzumelden.

    gehoert dir die 2. haushaelfte auch?

    bitte einlesen oder beraten lassen bezueglich dieser begriffe, das sind absolute basics, vor allem, wenn du die nachbarwohnung mitversorgen willst, dann kommst du um das nicht umhin! wenns betriebswirtschaftlich und steuerlich so weit fehlt, bist du in diesem eher technisch orientierten forum eher fehl am platz.

    Zitat

    Demnach wäre es eine Inselanlage und ich würde auch keine Steuern zahlen.

    inselbetrieb kostet aber VIEEEEEL mehr fuer die hardware, da die batteriesysteme unglaublich teuer sind, wann du da autark sein willst, sie dementsprechend gross auslegen musst! es sei denn, du hast eine andere vorstellung, was der begriff inselbetrieb ist. ist auch steuerlich exakt definiert, bitte das bei der wirtschaftskammer einlesen!


    Zitat

    Ich bin noch nicht lange im Land, ich kenne hier nicht Viele und keinen der so etwas hat. Ich kann mich aber auch beraten lassen bei den umliegenden Unternehmen, das Problem bei Unternehmen ist immer: Die wollen mir was verkaufen.

    naja, du bist doch elektriker und kannst sicher ein angebot beurteilen bzw. mit anderen vergleichen. lass dir mal ein paar machen!

    Zitat

    Das ist eine Dachseite, es ist nichts im Weg, es ist nichts verbaut, die Sparren halten es aus, sie soll in Niederösterreich gebaut werden.

    trotzdem sind die genauen abmasse interessant, da es die anzahl der module festlegt!

    Zitat

    Der Zählerkasten ist usus, es wird nächstes Jahr ein neuer verbaut werden, aber der Zähler wird derselbe bleiben (sofern ich nicht tauschen MUSS, was ich aber wohl muss wenn ich einspeisen würde).was immer usus ist, entspricht er der neuesten norm? warum muss er dann getauscht werden? zaehler wirst demnaechst wechseln muessen, wenns noch ein alter ferraris ist.


  • Zitat

    Nun überlegen wir eine PV-Anlage aufs Dach zu machen aber es ist fraglich was sich hier in Österreich überhaupt lohnt.

    Österreich ist derzeit - aber was heisst schon derzeit - ein PV Verhinderungsland.


    Und daran wird sich bei der aktuellen Basti-Grosswindrichtung bei der Mehrheit der Öschterreicha (Konzernschranzenmentalität) auch so schnell nichts ändern

    LiFePO ist anders.

  • Vielen Dank für die Hilfe. Das ist wohl der Knackpunkt:

    gehoert dir die 2. haushaelfte auch?

    bitte einlesen oder beraten lassen bezueglich dieser begriffe, das sind absolute basics, vor allem, wenn du die nachbarwohnung mitversorgen willst, dann kommst du um das nicht umhin! wenns betriebswirtschaftlich und steuerlich so weit fehlt, bist du in diesem eher technisch orientierten forum eher fehl am platz.


  • falls du noch warten kannst und eine oemagfoerderung beantragst (jaenner 2020), dann gibts 225€/kWp foerderung und 7,5ct/kWh fixen einspeisetarif.

    Ob das wirklich so kommt ist noch ungewiss, derzeit gibt es noch keine Verordnung dafür und für das angedachte EAG muss sich nach dem Regierungswechsel erst eine Mehrheit finden.

    1. Famoser Großkaiserlicher JK: 1er: 151 2er: 41, 3er: 22, 4er: 8, 5er: 6, 6er: 3, 7er-14er: 1

  • Guten Morgen!


    Ich will auf die Fragen gar nicht eingehen, sondern abkürzen:


    Eine Inselanlage ist im gegebenen Fall Blödsinn - > Überschusseinspeiser.


    Die Kosten für die Anlage werden zwischen 1200 (15kWp) - 1600 (5kWp) brutto liegen (fix fertig, ohne Eigenleistung).


    Zweirichtungs - Zähler+Netzverträglichkeitsprüfung kosten bei der Nö-NetzgmbH 252€. Bei Anlagen über 5kWp schreibt die Nö-Netz gern einen Spannungswächter vor (ca. 700€).


    Als Unselbständiger darfst du im Jahr 730€ dazuverdienen ohne eine Einkommensteuererklärung machen zu müssen. Das wird sich also ausgehen.


    Beim vorliegenden Stromverbrauch halte ich eine eigene PV-Anlage für sinnvoll. Unabhängig von der Anlagengröße wirst du dein Geld in etwa 15 Jahren zurück haben, wenn du in einen Fördertopf fällst entsprechend früher.


    LG Vollmilch