Abschlussarbeit zum Thema Post-EEG Zeitalter

  • Hallo Liebe PV-Community,


    ich arbeite zurzeit an meiner Bachelor Thesis zum Thema Post-EEG im Bereich Photovoltaik. Betreut werde ich hierbei von dem Ökostromanbieter LichtBlick, der versucht ein passendes Nutzungskonzept für die Post-EEG Zeit zu finden.


    Bei der Grundlagenforschung befasse ich mich mit folgenden Fragen: was plant der Anlagenbetreiber nach Ablauf der EEG-Förderung? Wie sehen seine Vorstellungen und Bedürfnisse aus? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, habe ich eine Umfrage online gestellt:


    https://forms.office.com/Pages…LQ1lESUw1NkQyVSQlQCN0PWcu


    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie 10 Minuten Zeit finden, um die maximal 17 Fragen zu beantworten. Sie würden mir bei meiner Arbeit sehr helfen! Teilnehmen kann jeder; unabhängig vom Alter der Anlage. Auch die Besitzer von jüngeren Anlagen können mir wertvolle Informationen liefern und werden sich ja irgendwann mit der Problematik befassen müssen. :danke:


    Mit freundlichen Grüßen, Billa.

  • Anlagen in Überschusseinspeisung weiterlaufen lassen - fast alles andere wäre ökologischer Wahnsinn.

    Bloß keine Gier walten lassen - eine Anlage die einen kleinen Gewinn abwirft reicht völlig. Selbst ohne Gewinn sollen Anlagen weiterlaufen denn sie haben die gut 20 Jahre zuvor viel eingebracht.


    WIR BRAUCHEN DEN WERTVOLLEN STROM! Lieber neue Anlagen auf freien Dächern bauen!

  • Selbst ohne Gewinn sollen Anlagen weiterlaufen denn sie haben die gut 20 Jahre zuvor viel eingebracht.

    Das werden nur Idealisten tun.


    Dieser so "üppige" Gewinn ist für eine Investition nicht wirklich üppig. Schau Dir mal die Eigenkapitalrenditen von Unternehmen an. Die ist üblicherweise 10% oder höher.


    Eine PV Anlage hat, wenn sie wirklich gut geplant war, ca. 10 Jahre gebraucht um sich zu amortisieren. Die meisten länger.


    Aber gehen wir mal von diesen 10 Jahren aus.


    Das heißt Du investierst zum Zeitpunkt 0 sagen wir mal 100.000 Euro.


    Der Einfachheit halber sagen wir, die Anlage bringt 10.000 Euro Vergütung pro Jahr.


    Das heißt, ohne Zinszahlungen hat die Anlage sich in 10.000 abbezahlt.

    In den nächsten 10 Jahren bekommt man nochmal jedes Jahr 10.000 Euro.


    Ohne irgendwelche Finanzmathematik kommt man alleine schon damit auf eine Rendite von 5%. Dafür schaut sich das kein Unternehmen wirklich an.


    Aber um es noch ein wenig deutlicher zu machen gehen wir nun von einer Inflation von 2 Prozent aus.


    Dann ist die Auszahlung im 20. Jahr im Bezug auf den Investitionszeitpunkt (Barwert) 1,02^-20 * 10.000 = 0,672 * 10.000 = 6729 Euro wert.


    Die Auszahlung im 15. Jahr hat einen Barwert zum Investitionszeitpunkt von 0,743 * 10.000 = 7.430 Euro.

    Die Auszahlung im 10. Jahr hat einen Barwert zum Investitionszeitpunkt von 0,804 * 10.000 = 8.040 Euro.


    Vereinfachen wir das mal auf eine lineare Betrachtungsweise:

    In den 10 Jahren nach Amortisation bekommt man ca. (0,804+0,672)/2 = 0,738*100000 = 73800 Euro.


    Das ist der Überschuss.


    Bei einer Investition von 100.000 Euro macht das eine Rendite von 73,8% auf das eingesetzte Kapital. Bei 20 Jahren Laufzeit sind wir dann bei realen ca. 3,69% Rendite. Und dafür hat man ein unternehmerisches Risiko gehabt.


    Achja. Und eventuelle Kreditzinsen sind auch noch nicht berücksichtigt.

  • Das heißt Du investierst zum Zeitpunkt 0 sagen wir mal 100.000 Euro.

    Der Einfachheit halber sagen wir, die Anlage bringt 10.000 Euro Vergütung pro Jahr.

    Eine Null zu viel.


    Dieses Leben und diese Erde sind nahezu ideale Geschenke - wir sollte sie endlich als solche behandeln! Folglich sollten auch wir möglichst ideal sein und uns nicht von bedrucktem Papier zum Narren halten lassen.


    Arbeit ist schön - wenn andere sie machen? Ich lasse lieber die Sonne 40 Jahre auf die Anlage scheinen und nutze den Gewinn um auf weiteren Dächern Anlagen zu bauen.


    Gier macht die Erde kaputt, aber Hauptsache möglichst viele Nullen auf dem Konto?

  • Ich wollte ja nur gerade Zahlen machen, damit es sich einfacher rechnen lässt :-)


    Auf dem Eigenheim sieht alles wieder anders aus. Da kann man den Eigenverbrauch gegenrechnen.

  • Dass Idealisten schlechte Unternehmer sind ist ja nicht wirklich was neues - genauso wenig etwas schlechtes.

    Bisher gibt es sowas wie Gewinn - und die Anlage geschenkt - warum muss man das immer schlecht reden?! Eine PV ist die einzige Haustechnik die Gewinn bringt! Ich würde/werde sie bauen selbst wenn sie sich durch die gesparten Stromkosten bezahlt macht.


    Ich sehe hier im Urlaub duzende Deutsche BMW i3 (und andere EV) mehr als 1500km von zuhause- die sind sicher auch nicht wegen der tollen Ladepausen hier runter gefahren... und ich frage nicht nach deren pathologischer Geistesstörung sondern bewundere ihre Ausdauer und wünsche mit ein Familienauto dass das auch kann.

    Geld rettet weder die (Um)welt noch die Gesundheit - nutzt endlich Werkzeuge als solche und tragt sie nicht zur Zirde.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Ich bewundere Idealisten auch.


    Mir ist es nur wichtig, dass mit dem Gerücht der "üppigen Rendite" aufgeräumt wird. Mir hat das mal ein Mitarbeiter vom Netzbetreiber vorgehalten.


    Von der gesetzlich garantierten Mindestrendite auf die Netze, die mehr als doppelt so hoch ist, hat er seltsamerweise nichts gewusst.

  • Nunja, das unternehmerische Risiko bei PV ist übersichtlich. Es gibt durchaus Unternehmer, die sich bei vollem Konkursrisiko 20 Jahr abrackern und am Ende null auf null oder schlechter rauskommen. Als PVler hat man nach 20 Jahren in der Regel eine immer noch funktionierende Anlage und muss sich nun lediglich selber um die Vermarktung kümmern.

    Sicher wird man damit nicht reich. Man geht aber auch nicht bankrott. Die wenigen Risiken kann man versichern. Das kann sonst kein Unternehmer.

    14+13 Module OSO+22 Module WNW Heckert NeMo Black 310 Wp

    Kostal Piko 15 70% hart

  • Mir ist es nur wichtig, dass mit dem Gerücht der "üppigen Rendite" aufgeräumt wird. Mir hat das mal ein Mitarbeiter vom Netzbetreiber vorgehalten.


    Von der gesetzlich garantierten Mindestrendite auf die Netze, die mehr als doppelt so hoch ist, hat er seltsamerweise nichts gewusst.

    Danke für die Vorlage:


    Wir sollten bitte ganz dolle sachlich bleiben!


    es mag schon sein, das jemand wirklich 10.000 € von seinem Konto nimmt und dafür eine nette PV Anlage auf seinem EFH erreichtet. Das ist sehr richtig, in vielerlei Hinsicht, auch überaus ökonomisch vernünftig.


    Aber bitte Jungs, wie viel % der installierten Leistung sind das ? 5%?


    In der Realität war es doch so, das man selbst Im Jahr 2000 eine 30 kWp Anlage volle Lotte mit 100 % Fremdkapital stemmte.

    Man hat halt 100% an Sicherheiten hinterlegen müssen, weil die Bank das PV Ding noch als Voodoo eingestuft hat.


    Schon einige Abrechnung später, war man dem Zauber verfallen und die Bank brauchte nur noch 10% an Sicherheiten.

    Der Rest ist Legende (es Leute reich geworden, denen ich nicht mal zutraue, einen Taschenrechner richtig rum zuhalten, die mussten einfach nur nix selber machen wollen) und wer nicht so duslig war, KfW & Co. zu nutzen, konnte außer in einem Kurzen Fenster, jedes Abbröckeln der Zinsen mitnehmen.


    Daher können wir über die Eigenkapitalrenditen der Netzbetreiber nicht mal mehr Mitleid heucheln !


    Denn die müssen das EK nachweisen, welches sie 'hoch' verzinslich zuordnen können.


    Bitte sehen! 25% Abgeltungssteuer, zu 100% absetzbare Zinsen! Das war die SPD der Keinen Leute, kein FDP Mann.


    Aber zum Thema:


    An anderer Stelle, hatte ich schon erwähnt, das PV Anlagen auch nur Kraftwerke sind!

    Wäre ich BWM, würde ich die Netzagentur anweisen, jedem PV Betreiber darauf hinzuweisen, das er seine PV Anlage genau so, wie jedes GuD zur Verschrottung anmelden muss!


    Mag man das nicht, kann er die EEG Zahlungen abzüglich seiner nachzuweisenden Ausgaben wieder einzahlen. Wir sind ja in einem freien Land, wo jeder selbst entscheiden konnte, sich ein Kraftwerk zu gönnen.


    Der zwangsweise Abriss von WKA, ist schon so ein Frevel, dass ich heulen könnte!

    Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation. *diese Signatur ist aus dem Jahr 2010

  • Nunja... In Deutschland gilt Vertrauensschutz.


    Das wäre ein Schuss, der ganz gewaltig nach hinten los gehen würde.


    Niemand hat beim Bau der Anlage als Auflage erhalten, dass er die Anlage 20 Jahre, geschweige denn länger als 20 Jahre laufen lassen muss. Das Ding schalte ich genau dann ab, wenn ich keine Lust mehr habe es laufen zu lassen.



    Und was sind das für 25% Abgeltungssteuer?


    Hast Du deine Anlagen in einer GmbH? Dann kommt aber vor den 25% Abgeltungssteuer noch die Körperschaftssteuer von 15% drauf.


    Oder eben, wenn nicht in der GmbH, gleich der persönliche Steuersatz von bis zu 42% + Soli und Kirchensteuer.