2 EEG Anlagen vorhanden, weiter ohne EEG?

  • Hallo Leute,


    ich bin mir nicht ganz sicher, ob das der richtige Unterforumsbereich ist.


    Wir überlegen eine 3. weitere Anlage am Haus zu installieren und ich habe dazu bereits einen Faden im allgemeinen Planungsbereich.


    Diesen Punkt, bzw. Frage würde ich gern separiert betrachten, damit es nicht zu Vermischungen kommt.


    Wir haben 2 Anlagen + Speicher aktuell.


    1. IB für die 4,24 kwp war in 03/2014

    2. IB für den Speicher - 9 kwh - war in 12/2015

    3. IB für Fassadenanlage 3,19 kwh war 05/2017


    Jetzt würde ich gern auf Nordwest eine kleine Anlage bis ca 1kwp installieren. Ggfs. auch als "Plug-in" Anlage (also erstmal bis 600W)

    Dazu gleich die erste Frage.


    1. Kann ich dann generell 1kwp anmelden und später erweitern (wobei es dann keine Plug-in mehr wäre, bzw. nicht über den Endstromkreis angeschlossen werden dürfte)?

    Desweiteren interessiert mich, bzw. gehen mir folgenden Gedanken durch den Kopf.


    2. Muss ich die 3. Anlage als EEG Anlage melden? (da wir schon 2 EEG Anlagen haben) Könnte ich sie auch so bauen, dass ich keine Einspeisevergütung haben möchte? (also die rein für den EV genutzt würde)


    3. Falls ich doch EEG bauen würde, wie läuft das mit den Zählern. Aktuell haben wir eine Mischvergütung im Verhältnis von großer Altanlage zu Fassade (ca. 60/40)


    Wie habt ihr das denn gelöst, wenn Ihr mehrere Anlagen im Einsatz habt?


    Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir zu den o.g. Fragen Tipps geben könntet. Vielleicht denke ich auch völlig falsch?


    :danke:

    4,24 kWp Fronius Energy Package 9kW
    Ausrichtung: DN:25°, -30° SSO
    3,19 kWp @ Symo 3.7-3
    Ausrichtung: 90°, +60° SSW

    Panasonic G(H)eisha seit 08-2018

    ZOE Zen 22kwh 05-2019


    Mitglied im SFV


    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.

  • zu 2. Du kannst zu einer (oder auch mehreren) EEG-Anlagen KEINE unangemeldete Anlage, wie klein auch immer, dazubauen, ohne ein Vergehen nach EEG zu begehen!

    Auch "nur für Eigenverbrauch" funktioniert technisch nicht. Die neue Anlage wird immer auch einspeisen.


    Einzige Möglichkeit: Mit Anlage 3 eine Halbinsel aufbauen.


    zu 3. Wird immer gleich berechnet, gibt halt dann Mischvergütung 55/35/10

  • Wie jede weitere Anlage mit dem üblichen Prozedere.

    Endstromkreis geht mit Unterverteilung und passender Elektrik solange du nicht mehr als 10 kWp je 12 Monate in Betrieb nimmst.

  • Denkbar wäre schon eine Mischvergütung mit Null (bzw. Marktpreis, wenn das mal umgesetzt wird) für die neue Anlage (wenn dort z.B. keine vergütungsfähigen Module verbaut sind) oder halt eine Kaskade. Beides ist imo sch...., so lang es noch Vergütung gibt, da kann man es auch "richtig" machen.

    Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.

  • Hi,


    mal rein theoretisch gefragt: Was wäre denn, wenn man in diesem Setting die Minianlage per zugelassener Einspeisebegrenzung am Einspeisepunkt so regelt, dass sie nicht einspeisen kann (das unterstützen ja viele WR)? Das liesse sich ja problemlos so aufbauen, dass die dazugehörige Messstelle netzseitig der Verbraucher und der Minianlage liegt, aber kundenseitig des Einspeisepunktes der EEG-Anlagen. Das würde eine 70-weich-Regelung der EEG-Anlagen nicht stören, aus deren Sicht wäre dann einfach der Eigenverbrauch um die Leistung der Minianlage kleiner.


    Viele Grüße,


    Jan

  • ...und du beeinflusst die eingespeiste Energiemenge trotzdem, weil du den Eigenverbrauch der EEG-Anlagen absenkt und dadurch mehr einspeist.

    Das Problem ist nicht die 70%-Regelung, sondern die Verfälschung der Einspeisemenge und das ist halt einfach nicht zulässig nach EEG und gefährdet deine gesamte Vergütung.

    Du musst auf jeden Fall anmelden.

  • Rein technisch könntest du 20 EUR brutto im Jahr für einen weiteren Zähler in die Hand nehmen.

    Niemand wird dir raten deine Vergütung zu gefährden. Ob der Betrieb des Balkonmoduls nachgewiesen werden könnte ist eine andere Sache. Würde es anmelden, so viel Papier ist es gar nicht.

  • Hallo,

    ...und du beeinflusst die eingespeiste Energiemenge trotzdem, weil du den Eigenverbrauch der EEG-Anlagen absenkt und dadurch mehr einspeist.

    Das Problem ist nicht die 70%-Regelung, sondern die Verfälschung der Einspeisemenge und das ist halt einfach nicht zulässig nach EEG und gefährdet deine gesamte Vergütung.


    Bezog sich das auf meine Idee dazu?


    Falls ja, dann verstehe ich das Argument nicht.


    Nehmen wir mal an, wir haben eine EEG-Anlage und verbrauchen im Haus gar nichts. Dann wird ja alles eingespeist, wobei die Leistungskurve bei 70% abgeschnitten wird.


    Nun haben wir eine kleine Minianlage und dazu einen Verbraucher, wobei die Minianlage so geregelt wird, dass sie nie mehr einspeist als der Verbraucher braucht oder umgekehrt, wo der Verbraucher so geregelt wird, dass er genau das verbraucht, was die Minianlage erzeugt.


    Die beiden Fälle sind doch von der Einspeisung her exakt identisch.


    Unzulässig nach meinem Verständnis wäre es, wenn man Strom aus einer Nicht-EEG-Anlage so einspeist, dass er als EEG-Strom vergütet wird. Das wäre klarer Subventionsbetrug.


    Wenn man es also hinbekommt, dass der komplette Eigenverbrauch wattgenau von einer Nicht-EEG-Anlage gedeckt wird und es zugleich sichergestellt ist, dass darüber hinaus nichts von dieser Anlage eingespeist wird (z.B. in Form einer zugelassenen Einspeiseregelung), dann ist das nach wie vor identisch zu dem Fall, in dem man selbst gar nichts verbraucht, was ja nicht verboten ist.


    Noch anders gesagt: Angenommen, der Eigenverbrauch ist größer 100W. Wo liegt jetzt aus Sicht der Vergütung der Unterschied zwischen dem Abschalten eines Verbrauchers mit 100W und dem Einspeisen von 100W in den Verbrauchsteil der Anlage (unter Sicherstellung der Nulleinspeisung der Minianlage) ohne Abschaltung von Verbrauchern?


    Wenn ich mich recht an das nicht-einspeisende DC-gekoppelte System von Letsdoit erinnert, hat das mit dem Segen des Netzbetreibers genau das getan. Auch da ging es darum, die EEG-Vergütung nicht zu gefährden.


    Wo steckt da das Missverständnis?


    Aus Sicht der EEG-Anlage stellen die nicht-einspeisende Minianlage und alle Verbraucher zusammen einfach nur die Verbraucher dar, deren Verbrauch immer >= 0 ist.


    Was mich betrifft: Ich habe sowas aktuell nicht vor, finde aber Konzepte, die den LEGALEN (!) Betrieb einer nicht-EEG-Anlage zusammen mit EEG-Anlagen an einem Anschluss ohne großen Aufwand ermöglichen, sehr interessant.


    Viele Grüße,


    Jan


    P.S.: Anmelden im Sinne der Anmeldung des Netzparallelbetriebs ist dabei vorausgesetzt, also nicht illegaler Betrieb einer unangemeldeten Anlage. Nur eben nicht als EEG-Anlage, sondern als nulleinspeisende Anlage, die nie mehr ins Netz bringt, als im Haus verbraucht wird.

  • Ich habe noch nicht verstanden, wie du das bezüglich Messung hin bekommen möchtest.

    Eine Halbinsel hätte genau das von dir gewünschte Ergebnis, aber mit einem "dummen" Modulwechselrichter" kann ich es mir nicht vorstellen...

    Konkret: Woher soll der Einspeisezähler wissen, woher der Strom kommt? Angenommen alle 3 Anlagen bringen gerade zusammen so viel Leistung wie 70% von Anlage 1 und 2...

    Private PV-Anlage (Inbetriebnahme ca. 07/2019):
    19,84 kWp | Heckert NeMo2.0 60M 310W | E3/DC S10 E PRO (13 kWh Speicher) | SMA SB3.6
    Bürgersolaranlage (seit 04/2009):
    25,2 kWp | Sharp NT175E1 | SMA SMC8000TL | SMA WebBox | SunnyPortal

  • Hallo,


    Ich habe noch nicht verstanden, wie du das bezüglich Messung hin bekommen möchtest.


    und



    Woher soll der Einspeisezähler wissen, woher der Strom kommt?


    Ich kann gerne auch ein Bild malen, eigentlich ist es aber ganz einfach, s.u.


    aber mit einem "dummen" Modulwechselrichter" kann ich es mir nicht vorstellen...


    Ein dummer Modul-WR kann das auch ohne weitere HW nicht. Darum schrieb ich ja, dass man eine geeignete und zugelassene (!) Einspeisebegrenzung dafür braucht. AE hat sowas wohl (CO3?) und bei Carpe Diem hat man wohl dran gearbeitet, ist momentan auf den Webseiten nicht zu finden.


    Ich erkläre den Aufbau im Folgenden mal am Beispiel von Fronius, weil ich da weiss, wie es geht.


    Wenn man vom Netz aus kommt, dann hat man zuerst den "offiziellen" Zweirichtungszähler. Danach kommt das Smartmeter von Fronius, das per Modbus (oder Zähler mit S0) dem WR mitteilt, wieviel gerade eingespeist oder verbraucht wird. Der WR der EEG-Anlage ist danach angeschlossen und wertet die Messungen des Smartmeters aus und regelt so, dass nie mehr als 70% ins Netz gehen. Dahinter (bzw. elektrisch parallel) kommt dann das Haus mit den Verbrauchern. Soweit ist das der ganz normale Aufbau einer 70-weich-Anlage.


    Mein Vorschlag ist nun, dass man in die Leitung zwischen EEG-WR und Hausnetz (also verbraucherseitig des EEG-WR) ein weiteres Smartmeter (im Beispiel Fronius oder halt den entsprechenden Sensor des verwendeten WR der Nicht-EEG-Anlage) einbaut und den dazugehörigen WR (Nicht-EEG!) dann wiederum dahinter parallel zu den Verbrauchern. Diesen Nicht-EEG-WR stellt man auf Nulleinspeisung, also Abregelung auf 0% Generatorleistung. Da die Messung netzseitig der Verbraucher, aber hausseitig der EEG-Anlage durchgeführt wird, sorgt dieser Aufbau dafür, dass der Nicht-EEG-WR nie mehr einspeisen kann, als das Haus verbraucht.


    Aus Sicht der EEG-Anlage ist damit alles ab dem zweiten Smartmeter "Verbraucher", der im Extremfall halt nichts verbraucht.


    Wenn die Einspeiseregelung der Nicht-EEG-Anlage für Nulleinspeisung zugelassen ist und das entsprechend vom Hersteller belegt ist (genau das gleiche ist ja auch für die 70%-Regelungen nötig), dann sehe ich hier keinen Subventionsbetrug. Aller Strom, der durch den Einspeisezähler gezählt wird, wurde ausschliesslich mit der EEG-Anlage erzeugt. Der Strom der Nicht-EEG-Anlage kommt nicht über das dazugehörige Smartmeter der Nulleinspeisung hinweg.


    Davon unabhängig muss die nichteinspeisende netzparallele Anlage natürlich wie jede netzparallele Anlage angemeldet werden. Das hat aber nichts mit dem EEG zu tun.


    Viele Grüße,


    Jan