Fronius Symo 15 - Blindleistung Kennlinie ab Werk eingestellt?

  • Hallo zusammen,


    unter https://www.sma.de/partner/pv-…anwendungsregel-4105.html beschreibt SMA:

    Zitat

    Wirkleistung gemäß einer standardisierten Kennlinie: Bis zu einer Wirkleistung in Höhe seiner halben Nennleistung muss der jeweilige Wechselrichter ohne Phasenverschiebung einspeisen. Danach ist sie stetig zu erhöhen, bis er bei voller Nennleistung mit dem für die jeweilige Anlage gültigen, maximalen Verschiebungsfaktor (untererregt) arbeitet. Diese Standard-Kennlinie soll bereits im Auslieferungszustand der Geräte eingestellt sein.

    Das bedeutet für mich, dass die SMAs die Blindleistung standardmäßig gemäß der vde-ar-n 4105 bereitstellen, ohne das man sie extra konfigurieren muss?


    Kann/tut das der Fronius Symo 15.0-3-M auch? Oder muss das noch extra konfiguriert werden?

    Wie wird die Einhaltung der VDE Richtlinie das gegenüber dem VNB nachgewiesen?


    Mein VNB gibt keinen Blindleistungsfaktor vor sondern bezieht sich einfach auf die vde-ar-n 4105.


    Viele Grüße,

    Jürgen

  • Da kann man den VNB mal fragen.

    So handhabt das Kostal Speicherrentabilität - einfache Rechnung

    "Mein" VNB macht da klare Vorgaben.

    Ganz neu https://www.rng.de/cms/bedingu…_Niederspannung%20RNG.pdf

    Anlagenstandort Köln. in allen Strings verteilt insgesamt 12x TIGO TS4-O mit Monitoring

    2018 31x 320W Q-Cells an Kostal Piko 8.3

    2019 30x 325W Q-Cells an Kostal Plenticore plus 7.0

    2019 2x 325W Q-Cells plus 1x 320W Q-Cells mit je einem Tigo direkt per DC am WW Boiler.

  • Klare Vorgaben?

    Zitat

    Für die Inbetriebsetzung von Erzeugungsanlagen ist das Inbetriebsetzungsverfahren

    nach VDE-AR-N 4105 bzw. 4110 einzuhalten.

    So in etwa sah auf E-Mail Anfrage auch die Antwort meines VNB aus:

    Zitat

    Frage:

    - welchen Sollwert der Blindleistung (cos) geben die Gemeindewerke vor?

    Antwort:

    -          Den Standartwert nach der VDE –AR-N 4105


    Ich lese daraus, dass eine Kennlinie von bis 50% Leistung = keine Verschiebung(cos phi = 1) bis 100% Leistung = cos phi 0,9 untererregt.


    So und wie wird das im Fronius Symo nun abgebildet?

    Ich bin leider Laie und werde das nicht selbst einstellen, ich will mich aber informieren und damit vermeiden, dass einfach statisch Cos phi 0,9 über die gesamte Leistungsbandbreite eingestellt wird, obwohl das gar nicht gefordert ist...


    Im Endeffekt ist das doch ein Nachteil, wenn man eine hohe Blindleistung zur Verfügung stellen muss, oder?

  • Ich schreib hier mal rein, weil es hier besser passt als in der Diskussion über die Speicherrentabilität.

    Ich habe einen Kostal Piko 15 aktueller Bauart und FW. Der Solarteur hat als Ländereinstellung "VDE 4105 (40.13)" eingestellt.

    Vom Verhalten her scheint der WR sich wie cosphi(P) von 1-0,9 zu verhalten.

    Ich hab jetzt mal in den TAB der Westnetz nachgeschaut, die verweisen auf die DIN 4105 und haben Auszüge daraus als Anhang mit dabei. In der Tabelle im Anhang F besagter DIN wird der cosphi(P) nur für Erzeuger bis 4,6 kVA vorgesehen. Da ist meiner dreimal drüber. Für Erzeuger über 4,6 kVA bis 135 kW wird cosphi von 0,9 übereregt bis 0,9 untererregt nach Q(U)-Kennlinie verlangt. Da muss der Gute wohl noch mal umstellen und den passenden Eintrag auswählen.

    Als ich ihn fragte, was er denn für einen cosphi einstellen würde, hatter er geantwortet, dass die Westnetz da nix spezielles zu gesagt hätte und auch in der Antwort auf das Einspeisebegehren stand ja nix drüber drin. Also hätte er den auf 1 gestellt. Was nicht ganz zu stimmen scheint. Vielleicht ist das ein Missverständnis, und er meinte nur, er hätte ihn nicht fest auf z.B. 0,9 untererregt eingestellt, wie das ja auch gefordert sein könnte.

    Ich gehe aber davon aus, dass wenn die Westnetz nix spezielles zu meiner Anlage äußert, die Bedingungen der TAB greifen und somit die Q(U)-Kennlinie für meine Anlagengröße einzustellen ist. Das werd ich noch mal mit ihm besprechen, er muss ja noch die Zähler setzen.


    Und wenn das nun bei SMA und Kostal so zu sein scheint, dass zumindest bei korrekter Einstellung der anzuwendenden Norm die Q(U)-Kennlinie für WR in dieser Leistungsklasse angewendet wird, könnte das auch bei anderen, wenn nicht allen Fabrikaten so sein. Zumindest bei aktuellen Geräten.

    Kann es sein, dass dies Teil der Konformität mit den neuesten Regeln für WR ist, die diese aktuell erfüllen müssen?

    14+13 Module OSO+22 Module WNW Heckert NeMo Black 310 Wp

    Kostal Piko 15 70% hart

  • Ich sehe da eine Diskrepanz zwischen der in der TAB angehangenen DIN 4105 und dem vom TE verlinkten Artikel von SMA zu dem Thema. Die lässt sich aber auflösen, wenn man sieht, dass der Artikel von SMA mit Stand 2012 angegeben ist. Die DIN wurde seitdem überarbeitet, der Artikel offenbar nicht. Vielleicht hat mein Solarteur das auch noch nicht mitbekommen....

    14+13 Module OSO+22 Module WNW Heckert NeMo Black 310 Wp

    Kostal Piko 15 70% hart

  • Im Endeffekt ist das doch ein Nachteil, wenn man eine hohe Blindleistung zur Verfügung stellen muss, oder?

    Welcher Nachteil soll das sein?

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0

  • Habe es gefunden: man stellt einfach im Ländersetup DE3 ein (>13,6kVA Anlagen). Dann wird automatisch die Kennlinie gemäß VDE verwendet (cos(phi) 0,9 bei 100% Leistung).

  • Bitte verwechselt nicht die VDE von 2011 mit der von 2018.

    Standard bei der 2011er ist die Kennlinie cosPhi abhängig von der Momentanleistung, immer nur untererregt.

    Standard bei der 2018er ist Blindleistung abhängig von der Netzspannung, und zwar sowohl unter- als auch übererregt.

    Mit einer Begrenzung auf einen cosPhi von 0,9.

    Da die 2018er VDE einen Totbereich zwischen 97% und 103% der Netzspannung vorsieht kann es durchaus sein dass der cosPhi bis in die Leistungsbegrenzung hinein bei 1 bleibt.

    Die neue VDE ist besser für den Einspeiser, das Netz und die Umwelt, denn die Bereitstellung von Blindleistung verschlechtert den Wirkungsgrad des Wechselrichters und erhöht die Netzverluste.

    Wenn die Einspeisung von Blindleistung jetzt spannungsabhängig (stabilisierend) erfolgt dann ist das besser für alle.


    Pervers wäre der Fall dass es zu einer Spannungsabsenkung kommt und der Wechselrichter des Nachbarn nach alter Norm stumpf auf untererregt steht während meiner nach neuer VDE versucht die Spannungsabsenkung durch "übererregung" zu kompensieren.

    Anlagenstandort Köln. in allen Strings verteilt insgesamt 12x TIGO TS4-O mit Monitoring

    2018 31x 320W Q-Cells an Kostal Piko 8.3

    2019 30x 325W Q-Cells an Kostal Plenticore plus 7.0

    2019 2x 325W Q-Cells plus 1x 320W Q-Cells mit je einem Tigo direkt per DC am WW Boiler.

  • Aber was wenn man das im WR nicht abbilden kann? Ich finde zumindest keine andere Einstellung dafür außer die Ländereinstellung DE3, hinter der sich lt Geräteinformationen folgende Q-Mode (Cos(phi) / P) Tabelle verbirgt:

    P0 1,000 0%

    P1 1,000 0%

    P2 1,000 50%

    P3 -0,9 100%


    Sieht für mich OK aus, alles weitere müsste ein FW Update bringen.