Erste Überlegungen zum Thema

  • Hallo an alle,

    ich geh jetzt mal ganz naiv ans Thema und lass mir gern einmal den Kopf waschen.


    Evtl. erstmal meine Zahlen nach einem Tag grob einlesen ins Thema.


    Haus:

    Meine bessere Dachseite hat Ausrichtung 120°? Südost. Dachgröße kA, es ist eine Reihenhaushälfte, mein Nachbar hat schon PV und 20 Module drauf, evtl. passen auch 22-23. Leider ist die Fläche nicht riesig. Dachwinkel ist relativ steil.

    Vorm Haus habe ich eine massive Betongarage mit Flachdach, Dachfläche ca. 35qm und freie Sicht Richtung Südwest, Südost oder wenn die Module diagonal gelegt werden auch Süd. Sprich denkbar wären gesamt 10-12? KWP.

    Unser Stromverbrauch ist aktuell etwa 4500KWH im Jahr.

    Heizung ist Brennwert mit Gas ca. 1000-1200 Euro Brennstoffkosten im Jahr. Im ganzen Haus (ca. 150qm) inklusive Keller liegt Fußbodenheizung.


    Emotionale Haltung:

    Ich habe mich bis jetzt nicht sonderlich für PV interessiert. Strom produzieren für 10 Cent einspeisen und dann für knapp 30 Cent teuer zurückkaufen fühlt sich erstmal extrem unsexy an, selbst wenn es sich formal sicherlich langfristig rechnet.

    Bin jetzt im Zusammenhang mit Stromspeichern/Eigenverbrauch/Autarkielevel wieder zum Thema gekommen und plötzlich tut sich da eine völlig neue (Traum)welt auf.

    Ich habe jetzt hier beim ersten Einlesen gleich vernichtende Urteile über die Speicher gelesen, aber ich will es gerade noch nicht wahrhaben.

    Evtl. erstmal rein emotional rangegangen. Die Idee seinen eigenen Strom zu produzieren und sozusagen die Verantwortung für seinen gesamten Energieverbrauch zu übernehmen und sich dabei noch teilweise unabhängig zu machen von Produzenten und Entwicklungen im Energiesektor klingt erstmal sehr verlockend. Plötzlich wird irgendwie denkbar zumindest perspektivisch vermeintlich komplett auf fossile Energie verzichten zu können. Seinen normalen Stromverbrauch kann man rechnerisch schonmal komplett erzeugen, Heizung könnte man theoretisch auf Wärmepumpe irgendwas wechseln und mit Strom heizen, Auto könnte man beim nächsten Wechsel auf einen Plugin (10km tägliche Strecke) umstellen und schon hätte man das Gefühl einen großen Schritt in Richtung Verzicht auf fossile Energie zu machen und „seinen Anteil der Welt“ im Alleingang zu retten. Als Ergänzung zu PV wäre bei mir in Sachsen auch Windkraft bis 10m Höhe und irgendwas 2m oder 3m Durchmesser genehmigungsfrei. Solche kleinen Dinger mit 3-5KW theoretischer Erzeugung kosten irgendwas Richtung 10Tsd?

    Wie gesagt das ist erstmal überspitzt und getragen von reiner Emotion. Ich glaube aber, dass dieses Gefühl der Eigenversorgung für viele der Anstoß zu einem Aufbruch ins Thema sein kann, eher als irgend eine Rendite über 10 Jahre. Noch als Beispiel meine Eltern. Sind jetzt keine „Prepper“ aber bei der Nachrichtenlage gibt es immer eine gewisse Grundverunsicherung und einen Willen sich irgendwie für die schlechten Zeiten zu rüsten. Da werden Kartoffeln gepflanzt, Wasserzisternen versenkt, Konserven eingelagert, Kamine installiert ect. Wenn ich dort ankomme mit „PV rechnet sich nach X Jahren“ das interessiert die genau Null, Geld brauchen die nicht wirklich schon gar wenn es Baulärm und Stress bedeutet, dann zieht schon eher der Umweltgedanke. Aber wenn ich mit „Ihr sichert eure eigene Stromversorgung ab und werdet ein Stück weit unabhängig“ käme, bin ich mir fast sicher, dass dies die Investitionsbereitschaft deutlich steigern würde, umso mehr, wenn absehbar wäre, dass es langfristig kein Verlustgeschäft ist und sich am Ende noch wie Weltrettung anfühlt.



    Speicherlösungen:

    Nun steht und fällt dieses Gefühl „ich mach mich frei und unabhängig, sorge vor, mach mein Ding, “ mit eben den scheinbar so sinnlosen Speichern. Nun frage ich mich wo im Detail deren Problem ist.

    Blöd gesagt, müsste doch erstmal jede verbrauchte Kilowattstunde die Differenz zwischen Einspeisevergütung und Strompreis einbringen und diese Differenz steigt ja tendenziell eher noch an?

    Mal durchgespielt eine PV Anlage mit 10-12 KWP erzeugt sagen wir 10.000 KWH? Im Jahr. Sprich eigentlich wäre es theoretisch schonmal genug um seinen normalen Strom Verbrauch theoretisch (ich weiß Winter) komplett zu decken.

    Mal ganz vereinfacht drüber nachgedacht:

    Bei 4500 kWh im Jahr verbraucht man ca. 12kWh am Tag. Davon wird, keine Ahnung, sagen wir 50% während des Tages verbraucht sprich dann, wenn es von der PV Anlage produziert wird. Dort braucht es für Eigenverbrauch also theoretisch keinen Speicher. Unterstellen wir jetzt mal die anderen 50% müsste man zukaufen genau dort sollte ja der Speicher helfen. Würde der also theoretisch 2000 kWh im Jahr liefern, würde man durch den Speicher 2000x die Differenz zwischen Vergütung (vereinfacht 10cent) und Strompreis (vereinfacht 30cent) einsparen.

    In 10 Jahren 20.000 kWh Strom einkaufen hätte 6000 Euro gekostet. Speicher Kaufpreis 10.000 – fehlende Einspeisevergütung 2000 sind 12.000, also macht man 6000 Euro Verlust, sprich jede kWh kostet unterm Strich ca. 60 Cent. Das klingt nach teurer Unabhängigkeit.

    Aber umso mehr Strom man insgesamt verbraucht (Heizung mit Wärmepumpe, Elektroauto, Hanfplantage) umso eher würde ein Speicher Sinn machen. Ich habe heute was von 5000 Zyklen gelesen bei 10 Kwh nutzbarer Kapazität wären das etwa 50.000 kWh. Sollte man die in 10 Jahren laden und verbrauchen können, hätte man 15.000 Euro Strom nicht gekauft. Minus Kaufpreis Speicher 10.000 minus fehlende Einspeisevergütung 5.000 wäre man halbwegs bei 0. Evtl. 1000 Euro Minus für fehlende Einspeisevergütung, wenn 20% Verlustleistung bei 50.000 kWh anfällt. Aber 100 Euro pro Jahr für s gute Gefühl? Klingt gar nicht so verkehrt.

    Auch 2000-3000 Euro Verlust auf die Laufzeit beim Speicher wäre für die meisten sicher nicht der Rede wert für dieses Gefühl der Unabhängigkeit und Eigenversorgung. Wie gesagt für mich scheint das erstmal, unabhängig davon ob es sich ganz rechnet, der Gamebreaker für „die Sexyness“ des Gesamtkonzepts PV zu sein.

    Gibt es schon kaufbare alternative Stromspeicher? Wasserstofftanks oder das Pumpspeicherwerk für den Dachboden, oder was auch immer?


    Fragen:

    Auch bereits bewusst ist mir die ungünstige Verteilung des PV Stroms übers Jahr. Hat einer mal grobe Zahlen was eine 10 KWP Anlage so grob in den schlechten Monaten Nov-Jan? leistet? Logischerweise würde man beim Ansatz „Selbstversorgung“ die PV Anlange so groß als möglich machen in der Hoffnung, dass die Stromerzeugung im Winter noch möglichst nahe an den eigenen Verbrauch kommt. Die dann resultierenden Überschüsse im Sommer zu verkaufen ist dabei ja erstmal nichts Schlechtes. An der Stelle könnte man aber ja auch nochmal über so ein kleineres Windrad nachdenken um den verfügbaren Strom im Winter zu erhöhen.

    Hat da eventuell wer Erfahrung Strom und Wind gleichzeitig zu nutzen?


    Evtl. könnte mir jetzt nochmal wer etwas Input geben was so ein sagen wir 10-15KWH Speicher leisten kann und was eben nicht. Was verhindert, dass man auch mit Speicher auf Zukauf von Strom verzichten kann? Welche Nachteile verschweigen die Verkäufer von Speicherlösungen? Was können die, was können die nicht?

    Wieviel Strom kauft man mit einer 10KWp PV Anlage typischerweise im Jahr zu und wie verteilt sich das auf die Monate?


    Irgendwie habe ich gerade voll Lust ins Thema zu investieren meine Frau verdreht schon die Augen. Aber etwas Rationalität muss natürlich schon dabei sein ich will schon zumindest halbwegs verstehen worauf ich mich einlasse und was ich möchte bevor ich Handwerkeranfragen schreibe.


    Srry für den Textwall und viele Grüße

  • direkt verbrauchen kann man auch ohne Speicher, statt teuer Gas zu kaufen kann man mit Wärmepumpe heizen oder das e-auto Laden.

    4500kWh sind auch verbesserungsfähig...

    nicht benötigte kWh machen einen Speicher überflüssig...

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 16+16 G5 Duo und 15 Sharp NU-SC 360 (15,64kWp)

    an Fronius Symo 12,5

  • Auto könnte man beimnächsten Wechsel auf einen Plugin (10km tägliche Strecke) umstellen und schonhätte man das Gefühl einen großen Schritt in Richtung Verzicht auf fossileEnergie zu machen und „seinen Anteil der Welt“ im Alleingang zu retten

    Autos als Konsumprodukt? Hoffe das ist bei dir nicht der Fall. Vielleicht ein (elektrisch unterstütztes?) Fahrrad wenn du privilegiert bist Rad fahren zu können (gesund zu sein). Bewegung tut gut!


    Kamine installiert

    Wenns richtig hart kommt freut man sich über jede Wärme die stromlos und zuverlässig herstellbar ist - für den Alltagsgebrauch reinste Dreckschleudern.

    wenn esBaulärm und Stress bedeutet

    Ist in ein- zwei Tagen erledigt.

    ein Stück weit unabhängig

    ist wie "in bisschen schwanger". Reine Illusion, woher kommt dieser Furz?

    Geld brauchen die nicht wirklich

    Dann wechseln sie sicherlich auch ihren Stromlieferanten nicht wegen ein paar Euro Einmal-Lock-Gutschrift. Das ist vorteilhaft, denn hochwertige Anbieter sind an langfristigen Kunden interessiert. Siehe EVU in meiner Signatur. Damit kann man was für die Umwelt tun, besonders, wenn man sein Umfeld aktiv dafür begeistert und beim Wechsel unterstützt.


    Deine Schilderung oben liest sich so nach alles selbst grünwaschen, egal wie die Welt drumrum aussieht. Diese Aufarbeitung eines Werbefilms bringt das in 40 Sekunden zum Teil auf den Punkt:


    Einspeisen ist nichts schlimmes, es verdrängt dreckigen bösen schlechten Strom. Was haben so viele Leute dagegen?

    Mit Stromspeicher belastest du die Umwelt erheblich durch Rohstoffgewinnung OHNE dass das einen wirklichen Nutzen hat.


    In all deinen Schilderungen steht nichts von Konsumverzicht, weniger verbrauchen, bewusster leben, ... K.A. wie ihr lebt, daher möchte ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Nebenbei ist einspeisen auch deshalb angesagt weil ihr über die Jahre, samt deiner Vorfahren, sicherlich einiges an nicht ökologischem Strom aus dem Netz gezogen habt. Jetzt auf Insel zu machen ist doch sich selbst in die Tasche lügen. Nu!


    Dort braucht es für Eigenverbrauch also theoretischkeinen Speicher.

    Noch nicht einmal praktisch.


    2-3000 EUR für ein Gefühl ausgeben? Dafür kann man ganzen Familien mehrere JAHRE(!) das Überleben ermöglichen oder Empfängern von Sozialleistungen das Leben deutlich verbessern oder vielen Kindern ein Eis oder einen Ausflug spendieren oder ... Aber versenken für NICHTS? Kein gutes Gefühl, nicht sexy. Setzen, sechs.


    Heizung mit Wärmepumpe,Elektroauto, Hanfplantage

    Wenn du die im Winter mit 10 kWh pro 24h betreibst bekommst du sicherlich viel interssierten Besuch aus vielen Ländern.

    Pumpspeicherwerk für den Dachboden

    Als Bausatz für Kinder. Aber stimmt, das sollte man den Speicherverkäufern mal als Goodie vorschlagen. Wer sich Speicher aufschwatzen lässt würde vlt. auch seinen Dachboden fluten. Hilft sogar, die PV zu kühlen.


    Im Thread Caterva Insolvenz gibt es sicherlich mehrere User, denen du Ihren Elektroschrottank sicherlich abkaufen könntest. Lies mal die letzten Seiten des Threads oder den ganzen. Was daran sexy sein soll? Frag mal dort im Thread ob die Leute den Kram noch sexy finden.


    KEEP IT SIMPLE! WAs nicht da ist kann nicht kaputt gehen.


    Zur Ökologie von Speichern siehe https://www.ews-schoenau.de/en…er-sind-umweltfreundlich/


    Was bei dem ganzen laut Denken fehlt sind Luftbild mit ALLEN Dächern, Maße, Dachneigung.

  • Hey Minamel,

    finde es immer gut, wenn der PV-Ausbau fortschreitet - da haben alle so ihre eigene Herangehensweise. Es verdrängt den Drecksstrom und deshalb finde ich es immer gut.

    Es gibt bestimmt 100.000 Ertragsberechnungen und Analysen, ich kann nur mal mit 2 Werten um die Ecke kommen (bei einer 5,88kw Anlage): Durchschnittlicher Tagesertrag Mai 28 KWh, im Dez. 4 KWh. Neben der Tag/Nach-"Differenz" ist das sicherlich das größte Problem der regenerativen Energien, bzw. der gesamten Autarkie.


    Unterm Strich kann ich Dir aber bestätigen, dass es ein unheimlich gutes Gefühl ist eigenen Strom zu produzieren und in gewissem Rahmen autark zu sein. Ich arbeite gerade an der Erweiterung meiner Anlage und kann nur sagen: Bleib dran!!!

  • Wenn's dir um das wohlig-warme Gefühl der Unabhängigkeit geht, um "Will haben", Hobby, Spieltrieb und den Reiz, theoretisch über längere Abschnitte nichts aus dem Stromnetz beziehen zu müssen: Dann los, dann ist ein Speicher genau das Richtige für dich.


    Wenn du künftig weniger für den Strom ausgeben willst statt mehr: Baue PV so groß wie möglich, aber ohne Speicher. Die PV produziert den Strom (und verdient das Geld). Der Speicher produziert keinen Strom, sondern verbraucht ihn (um 20-30 Prozent Wirkungsgradverluste) und spart während seiner Lebensdauer nie das ein, was er kostet.


    Fazit: es kommt drauf an, was du willst und was deine Ziele sind. Entscheiden musst du selbst 🙂

  • Du kannst einen Speicher haben - du kannst sogar dazu beraten werden (HybridWR vs “Forenspeicher“).

    ZUERST muss aber die PV geplant werden.

    Deine Dächer (auch die Garage) müssen voll werden - alles was geht. Dann kann man dir berechnen was du im Nov-Jan erntest und wieviel Strom du in einer Juli Nacht brauchst.


    Merken kannst du dir schon mal: Leistungen über ~2000W aus einem Batteriespeicher zu decken bedingt eine gewisse Größe des Speichers. Dabei gilt: Je größer die Autakie aber desto geringer die Wirtschaftlichkeit der Anlage.


    So und jetzt her mit Luftbildern, genauen Maßen und Bildern!

    Das Dach ist mit 20-22 Modulen schon mal klasse - die Garage würde ich (vermutlich) nach SW aufständern.


    Gruß Flo

  • Dein (zu) langer Text ist ein schönes Beispiel dafür, dass der homo oeconomicus eine Fiktion ist. Entscheidungen werden in der Regel halt nicht rational getroffen. Dem Kommentar von Bastel ist kaum was hinzuzufügen. Du bist dir ja einigermaßen im Klaren darüber, dass ein Speicher keinen Nutzen hat. Wenn du ihn trotzdem haben willst und das für dich der Knackpunkt des ganzen Projekts ist, dann mach es. Ist wie Alufelgen und Metallliclackierung, nur teurer.


    Ein bisschen muss man deine Rechnung noch Richtung schlechter korrigieren:

    - Strom kostet in der Regel unter 30 ct (und wird meiner Meinung nach in Zukunft eher billiger als teurer)

    - auf den Eigenverbrauch musst du mindestens 5 Jahre lang 19% deines Bezugspreises MWSt zahlen

    - bei größer 10 kWp musst du nach momentaner Gesetzeslage noch 2.6 ct/kWh EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch zahlen

    - 2000 kWh wirst du pro Jahr nicht ganz aus dem Speicher rausholen, vielleicht 1500. Reinstecken musst du allerdings deutlich mehr, etwa 1900.


    Erwartbare Durchschnittserträge pro kWp:

    Jahr: 700-1000 kWh je nach Lage, Orientierung, Neigung, Schatten, ...

    Sommermonat: 15% vom Jahresertrag

    Sommertag: 0.5%

    Wintermonat:1.5-2.5 %

    Wintertag: 0.05% (in den Bergen besser)

  • Erstmal vielen Dank für eure Antworten!


    Evtl erstmal noch das Sachliche abhaken:



    Luftbild von GM leider lässt mich das nicht näher ran, hoffe das passt so?

    Höhe liege ich hier etwa 300m über dem Meer.


    Fontansicht, bei Nachbarn sieht man schon was ca passt, Besitzgrenze sieht man unten den Balken zwischen den Türen bzw oben zw den Schornsteinen ist genau 50/50.


    Garage, aktuell liegt da oben Kies drauf.


    Zum Dachwinkel, wie genau muss ich den für ne erste Schätzung kennen? Hab gerade kein Winkelmaß da die Bauzeichnungskopie ist ein wenig undeutlich warsch 56° kann das hinkommen? War ne Wagerechte auf der Dachspitze liegend eingezeichnet und von dort der Winkel nach unten.


    Nochmal danke im Vorraus für sämtliche Tipps und Hinweise. Plan wäre jetzt die Front zu nutzen wie mein Nachbar und wenn es Sinn macht gern noch die Garage. Die Rückseite warscheinlich eher nicht, wenig Fläche und dort habe ich mittlerweile auch noch zusätzliche Dachfenster einsetzen lassen.


    Zu den Antworten.


    Ich hoffe man hat auch ein wenig das Augenzwinkern hier und da rauslesen können ich gehe auf die 40 zu und habe Kinder. Hanfplantage war also nicht ganz erst gemeint.


    Die 4500KWH sind halt was wir verbrauchen, Familie 2 Kinder, Leistungsstarker PC im Homeoffice, größeres Heimkino, Trockner, ne ungeregelte Pumpe für die Heizung (15 Jahre alt geht dort angeblich nicht anders irgendwas muss da wohl immer laufen wegen was auch immer Rückgewinnung). Ewig viel rausholen kann ich da denke ich nicht, Elektroverbraucher sind alle halbwegs auf dem Stand der Technik.


    Ein Auto sehe ich natürlich als Konsumprodukt, nicht ein Fahrzeug ansich, aber natürlich Art des Fahrzeugs, Marke, Leistung ect, kaum ein Konsumgut ist so aufgeladen mit Emotionen wie das Auto. Ich habe bereits ein E-Bike welches ich gerne nutze, aber das fährt natürlich nicht einkaufen oder die Kinder umher. Auf 2 Fahrzeuge können/wollen wir aktuell nicht verzichten. Ich würde natürlich jetzt nicht sinnlos ein Neufahrzeug anschaffen aber das kleine Fahrzeug meiner Frau ist nun irgendwas um 15 Jahre alt wenn das irgendwann fällig ist, könnt ich mir durchaus nen Elektro oder Plugin vorstellen als Zweitfahrzeug.

    Wie gesagt tägliche Durchschnittsstrecke in die die Stadt und raus sind Gesamt 10-15km da würde 50km Elektroreichweite locker genügen.


    Zum Energieanbieter. Sowohl wir als auch meine Seniors sind mit Strom und Gas bei Lichtblick und Naturstrom beides meines Wissens nach seriös nachhaltige Anbieter also dort erstmal kein schlechtes Gewissen.


    Nochmal zum Thema einspeisen vs Eigenverbrauch. Ich hab bewusst versucht, hier ein emotionsgeladenes Bild zu zeichnen um zu verdeutlichen, dass es hier viel um Gefühl geht. Natürlich ist mir bewusst, dass sich 2/3 des eigenen Co2 Fußabdrucks nicht mal eben mit PV löschen lassen und man natürlich auch über Kosumverzicht, Wohnraumgröße usw reden müsste. Aber ich will jetzt auch nicht wirklich gleich "die Welt retten" ich fahre SUV.. gerne... Ich beschreibs nochmal anders. Bis jetzt war ich gefangen in ner Art fatalistischen Grundstimmung, da ich konsumseitig nicht sehe wie es möglich sein soll, dass die westliche Welt auf 2/3 ihres Verbrauchs verzichtet ohne vorher die ganze Welt in Brand zu stecken. Und jetzt tut sich ne gedankliche Tür auf, dass es scheinbar möglich sein könnte seine komplette ich nenns mal Primärenergie, Strom, Wärme, Mobilität nachhaltig und selbst zu produzieren auf dem bisschen Erde was man sich mit Zaun abstecken konnte. Und mit Autarkie und Eigenverbrauch wird das irgendwie konkret greifbar. Einfach Strom produzieren und einspeisen ist am Ende sicher sachlich besser aber emotional zu abstrakt.


    Anderes Bild, ich ernte gerade meine ersten Erbeeren diese Jahr. Möglicherweise war mein Beerendünger nicht Bio und ich habe völlig ineffizient Wasser vergeudet beim giesen und Erdbeerplantagen könnten das viel besser und resourcenschonender. Aber trotzdem fühlt es sich völlig anders an wenn meine Kinder die Beeren von der Pflanze ziehen und naschen, als wenn ich ne Schale aus dem Supermarkt mitbringe. Stromeigenverbrauch geht da evtl in eine ähnliche Richtung mit einem Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit, Eigenverantwortung und der Greifbarkeit des eigenen Handelns. Wie gesagt rein rational eventuell alles Käse aber die wenigsten Konsum- und Investitionsentscheidungen werden rein rational gefällt. Mal unterstellt die Stromspeicherentwicklung führt dazu dass bei 50% mehr Leuten Interesse für PV geweckt wird, wäre doch gut, auch wenn der Speicher ansich Käse ist.

    Ich gehe aber auch davon aus dass sich die Speichertechnik in den nächsten 20 Jahren noch stark weiterentwickeln wird einfach weil da Druck und Bedarf da ist. Mal unterstellt die Speicherpreise halbieren sich, Haltbarkeit legt zu, dann geht es ganz schnell dass die plötzlich Sinn machen.


    Wie gesagt Grundgedanke wäre noch evtl noch eine genehmigungsfreie Kleinwindanlage zu ergänzen das würde ja den Autarkiegrad gerade im Winter noch erhöhen und damit auch den Speicher wieder sinnvoller machen.
    Bei mir sind viele Felder drum rum und ich wohne hoch es ist generell sehr windig. Sowas scheint aber noch stärker ein Nischenprodukt zu sein, Winkraft im Vorgarten sieht man kaum. Einschränkung bei mir in Sachsen ist "nicht zulässig im reinen Wohngebiet". Aber ich wohne hier dörflich am Stadtrand mit Bauernhöfen und Feldern im Wechsel mit Wohnhäusern ich kann mir nicht vorstellen, dass das hier unter diese Definition fällt, ich frage die Tage mal im Bauamt nach.


    Wärmepumpe hab ich aktuell noch gar kein Gefühl ob und wie das Sinn macht bei uns, da muss ich mich mal separat mit befassen, Heizung neu steht denke ich in den nächsten 5 Jahren an.


    Ich nehme eure Ratschläge auf jeden Fall gerne an und freue mich über weiteren Input. Ich hoffe jetzt mal, dass ihr mir schreibt, dass meine Flächen taugen, ich hab schonmal gespeichert "PV so groß als möglich".


    Speicher.. nun mal sehen, aktuell ist mein Gefühl auf jeden Fall "Ich will es" aber danke auch nochmal für die Rechnung die das Ganze natürlich nochmal zum negativen dreht.


    Viele Grüße

  • Will SUV fahren aber die Menschen sollen Konsum reduzieren. Für mich widersprüchlich.

    Der Erde ist m.E. mehr geholfen wenn statt Speicherverlusten Dreckstrom verdrängt wird.

    Eigene Essensernte ist viel wert, Kinder den Umgang mit Erde beizubringen super. Lichtblick und Naturstrom auch. Wohnt ihr im selben Haus?

    NW sollte man in PVgis anschauen. Welche Leitungen oder Rohre gehen zur Garage?