Commetering im Urlaub?

  • Als Kunde für eine komplette Anlage zum Festpreis gehe ich davon aus, dass er das - zu dem der Elektriker verpflichtet ist - noch tun wird. Allerdings steht weder was von solch einem Protokoll, noch von Überspannungsschutz im Auftrag.


    Die Anlage ist derzeit mit einer Brücke versehen, d. H. Ich könnte einschalten und würde einspeisen. War ohnehin notwendig, sonst hätte er die korrekte Funktion der Anlage ja nicht testen können.

    Datenlogger gibt es keinen, daher auch keine Möglichkeit 0% Soft einzustellen - auch wenn das nach einer perfekten Möglichkeit für den Übergang klingt, leider zu spät.

    Wäre das meine Aufgabe gewesen sowas einzufordern? Ich habe nicht den Eindruck, dass die Firma unprofessionell ist, aber was Du beschreibst wäre ja vernichtende Kritik.


    Wenn die Dinge verpflichtend und nicht wie eine Versicherung optional oder nice to have sind, dann freue ich mich über belastbare Quellen, denn es kommt immer schlecht wenn man mit begrenztem (Forum-) Halbwissen einem Elektriker-Meister, der wohl schon tausende Anlagen in Betrieb genommen hat, zu erklären versucht was er alles muss....


    Dann kann ich bei finale Übergabe nach Inbetriebnahme prüfen ob was fehlt und ggf. nachfordern...

  • Nö, natürlich nicht. Reicht nur um unnützen Umsatz zu erzeugen. Der FI direkt neben dem WR ist nutzlos. Der schützt nur was "hinter ihm" liegt. Also den WR, bzw. das Stück AC- Anschlussleitung zwischen FI und WR. Der WR hat ebenfalls einen FI für "sein" AC Netz drinnen.


    Und weiter sollte (könnte auch muss heissen -weiss ich gerade nicht) ein dreipoliger Automat sein, nicht drei einzelne.

    Weil: Nun könnte es sein, dass ein Automat auslöst, der WR Meldet "Netz fehlt" und jemand unbedarftes fängt am WR an zu arbeiten ohne nachzumessen und stirbt an der Berührung der anderen beiden, intakten Phasen... Kann man ganz leicht eliminieren solche "Verkettung unglücklicher Umstände mit menschlichem Versagen" -> 5 Sicherheitsregeln.


    Aber was red i


    ;-) Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    +49 151 44 555 285
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    USt-ID: DE 292086601


    "Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt." [Gandi]


    Sämtliche Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung etc.

  • Der FI für den Wechselrichter ist unnütz, siehe oben.

    Die Sicherungen müssen als 3er Block mit gemeinsamer Betätigung ausgeführt sein, das schreiben schon die Wechselrichterhersteller so vor, siehe oben.


    Zum Link und der Pflicht.

    Ich meine, wissen tu' ich es nicht, dass der AC-Überspannungsschutz so oder so vorgeschrieben ist.

    Er ist auch nachzurüsten wenn an der Anlage etwa verändert wird wie z.B. beim Anschluss einer Solaranlage.

    Dir selber rate ich den FI in deine Hausinstallation zu integrieren wenn dort noch keiner vorhanden ist.

    Was du aus dem Link ablesen kannst und woanders wiederfindest ist dass bei Gebäuden ohne Blitzschutz auch kein Überspannungsschutz DC-seitig verpflichtend ist.

    Hier habe ich eine Diskussion gestartet Diskussion DC-Überspannungsschutz Ich bin mir nicht sicher ob der DC- (nicht der AC-) Überspannungsschutz eventuell den Wechselrichter gefährden kann. Die Dinger können nämlich auch nach Laufzeit einfach mal so kaputt gehen. Mit etwas Glück meldet der Wechselrichter vorher einen Isolationsfehler.

    Anlagenstandort Köln. in allen Strings verteilt insgesamt 12x TIGO TS4-O mit Monitoring

    2018 31x 320W Q-Cells an Kostal Piko 8.3

    2019 30x 325W Q-Cells an Kostal Plenticore plus 7.0

    2019 2x 325W Q-Cells plus 1x 320W Q-Cells mit je einem Tigo direkt per DC am WW Boiler.

  • Hallo @Juwei,


    es ist Urlaubszeit und wir sind nicht mit der vollen "Mannschaft" aktuell am Start, daher konnten wir Deine Mailanfrage nicht <24h beantworten.
    Heute haben wir von Deinem Netzbetreiber die Freigabe zum Zählerwechsel bekommen. Der WiM-Prozess dauert einfach einige Wochen und wird von den einzelnen Netzbetreiber unterschiedlich priorisiert ;-)
    Alles weitere dann per Mail.
    Gruß ComMetering

  • Der FI für den Wechselrichter ist unnütz, siehe oben.

    Die Sicherungen müssen als 3er Block mit gemeinsamer Betätigung ausgeführt sein, das schreiben schon die Wechselrichterhersteller so vor, siehe oben.

    So einen 3er Block hat er im Zählerschrank montiert, zusätzlich.

    Also einmal am Schrank und einmal einzeln neben dem WR. Dazu noch der FI AC-seitig. Demnach passt das wie ausgeführt. Warum die beim WR einzeln sind wird er mir bei der Übergabe sicher noch erklären.


    Für den Hausstrom habe ich natürlich noch einen extra FI Schutzschalter.


    Fehlt also nur noch der verpflichtende Überspannungsschutz AC-seitig, wenn der extra Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter Eaton pxf-40/4/03-A) hier nicht ausreicht. Aber weil ich mir keine andere Funktion vorstellen kann, soll der wohl diese Funktion eines Überspannungsschutzes erfüllen. Ist das nicht genau das was ein Schutzschalter tut?


    DC-seitiger Überspannungsschutz ist von der PV-Versicherung (die ich noch abschließen werde) meines Wissens nach nicht gefordert. Im Falle einer Überspannung durch Blitzeinschlag kommt dann ja die Versicherung zum Tragen (beim direkten Einschlag hilft eh nix).

    Sollte das gefordert sein, werde ich es noch nachrüsten lassen - danke für den Hinweis!

  • Also einmal am Schrank und einmal einzeln neben dem WR. Dazu noch der FI AC-seitig. Demnach passt das wie ausgeführt.

    Negativ, passt nicht, eben wie aufgeführt. Die 3 einpoligen Automaten hat er genommen, weil er wohl keinen 3-poligen mehr auf Tasch hatte. Ich kann ja nur ahnen, dass er "Gutes" vorhatte, um nämlich ortsnah am WR eine weitere Freischaltstelle einzurichten, was der FI da an der Stelle soll, weiss nur er. Da mag ich auch nicht raten.


    Fehlt also nur noch der verpflichtende Überspannungsschutz AC-seitig, wenn der extra Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter Eaton pxf-40/4/03-A) hier nicht ausreicht.

    Ja, der fehlt. Und nein, reicht _so_ nicht. Der FI- Schalter interessiert sich solange _nicht_ für Überspannung bis es zu einem Erdschluss kommt. (s.u.) Und nochmal ja, ein AC- Kombiableiter oder ähnliches ist verpflichtend.

    Aber weil ich mir keine andere Funktion vorstellen kann, soll der wohl diese Funktion eines Überspannungsschutzes erfüllen. Ist das nicht genau das was ein Schutzschalter tut?

    Es ist ja auch nicht schlimm, dass du dir nicht anderes vorstellen kannst, deswegen gibt es verschiedene Ausbildungsberufe.

    Ein Leitungsschutzschalter schütz eine Leitung vor Überlastung. Primär nicht dich, und auch nicht deinen WR. Aber dein Haus, und infolge dessen auch dich und deine Familie.


    Dem Leitungsschutzschalter ist es Piepegal ob du dich da hinten dranhängst, dem FI aber nicht. Dem FI ist aber der Kurzschluss schietegal, der Erdschluss nicht. Dem Überspannungsschutz ist der Erdschluss und der Kurzschluss egal, wenn aber zu hohe Spannung kommt, verursacht er einen Kurzschluss... das versteh noch einer... ;-)


    Will also sagen: Gut, dass der Pförtner keine Geburtsurkunden ausstellt, der Hausmeister keine Trauungen vornimmt und der Netzwerk- Admin keine Wahlunterlagen versendet, obwohl alle drei auf dem selben Amt arbeiten...


    Weisst wie ich das mein`?


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
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  • Hi Andreas,

    vielen Dank für die Ausführungen!

    Und genau wie du schreibst gibt es Spezialisten und denen muss man Vertrauen entgegen bringen, wenn man sie im Unterstützung bittet (Beauftragung).

    So geschehen.

    Ich nehme die Hinweise gerne an und frage vorsichtig nach ob da noch was fehlt oder - wie in diesem Fall - der Schutzschalter dafür gedacht sein könnte. Dann kann ich sicher auch nochmal meine Bedenken äußern.

    Aber ich möchte mir nicht anmaßen seine Arbeit in Frage zu stellen durch mein Halbwissen. Da kommt immer eine Antwort und auf die kann ich nicht reagieren - kann ja schlecht sagen "moment ich frage mal im Forum ob das so stimmt". Verstehst du was ich meine?

    Wenn sich Fachleute unterhalten sieht das anders aus - In meinem Job kann ich auch super argumentieren und auf Augenhöhe diskutieren.


    Das hier ist super interessant für mich, da völliges Neuland, und ich werde hier definitiv nachhaken. Aber wenn das erklärt wird, muss ich das erstmal so hinnehmen mangels belastbarem Gegenbeweis.

  • Jein. Ich seh das natürlich aus meiner ganz eigenen Blase. Der Fi- Schalter dort macht vielleicht eher Probleme durch Fehlauslösungen. Die Sicherungsautomaten stellen unter dem geschilderten Umständen eine Gefahr da, weil sie eine nicht vorhandene Sicherheit vorgaukeln. Und elektrisch gesehen auch noch Verluste verursachen. Und bei Wartungen auch mit zusätzlichem Aufwand bedacht werden müssen.


    Raus damit. Tatsächlich hier ersatzlos streichen. Ist nur doof, nutzlose Arbeit ist bereits verrichtet; und wenn er den jetzt rausnimmt, ist die AC- Anschlussleitung zu kurz bzw. es bleibt eine unnötige Klemmstelle übrig, die Wärme und potentielle Fehlerquellen erzeugt.


    Ich hab mir den Rest deiner Anlage jetzt nicht reingezogen, wenn du nett bist machst du es mir leicht und setzt nen Link dahin ;-)


    Gruß, A

    Andreas Witt
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  • So, nachdem ich ja meine Ungeduld ausreichend kund getan habe, muss ich nun auch mal eine Lanze für ComMetering brechen:

    Was ich nicht wusste oder realisiert habe, dass es ein Problem ist den alten (Ferraris-)Zähler aufgrund der fehlenden MeLo ID außerhalb des gesetzlich geregelten Wechselprozesses zu tauschen.

    Hierzu hatte ComMetering bei meinem Netzbetreiber (ehemaliger Messstellenbetreiber) am 21. Mai schriftlich nachgefragt.

    Die Antwort kam erst am 11. Juni mit der Genehmigung den Zähler außerhalb des Wechselprozess zu tauschen. Anderenfalls hätten wir erst vom bisherigen MStB die messtechnisch korrekten Zähler einbauen lassen müssen und danach (ggf. am selben Tag) wieder rauswerfen. Das macht keinen Sinn und so hat sich ComMetering dafür eingesetzt diesen Prozess zu beschleunigen.

    Vielen Dank an Markus für die Unterstützung!


    Das Antwortdatum vom VNB/MSB war also am Dienstag, 11.6. da und schon am Freitag darauf klingelte UPS mit den Zählern.


    Der Austausch durch den Elektriker hat problemlos geklappt.


    So gesehen muss ich mich bei ComMetering für meine Ungeduld entschuldigen. Das einzige was man den Jungs vorwerfen könnte ist die mangelnde Kommunikation in dieser Phase, da hätte ich als Kunde ja auch nochmal Druck beim VNB machen können.

    Aber da die Jungs von ComMetering das nebenher machen und zudem Urlaubszeit ist, gingen die Zwischeninfos leider unter.


    Im Nachhinein betrachtet ist es dennoch super gelaufen - für den Zählertausch konnte ich meinen Elektriker beauftragen und musste keine Wochen oder gar Monate darauf warten, dass sich vom VNB mal jemand erbarmt, meinen Zähler zu tauschen.


    Deshalb kann ich nur meine Empfehlung für ComMetering geben! Selbst mein Elektriker war begeistert von dem Konzept.