Nachzertifizierung von Modulwechselrichtern

  • Hallo zusammen,


    es geht mir hier um ein Problem, das vielen noch nicht so bewusst ist: Mini-Kraftwerke mit manchen Modulwechselrichter-Typen sind seit ein paar Wochen nicht mehr regular anmeldbar.

    Mit der Neuregelung der Niederspannungsrichtlinie VDE AR-N-4105:2018-11 ist nämlich nicht nur der Anschluss von Stecker-Kraftwerken durch Laien ermöglicht worden, in der Norm wurden zugleich neue und höhere Anforderungen an Mikro-/Modulwechselrichter im Netzparallelbetrieb formuliert. Zwar gilt dabei für bestehende Anlagen ein Bestandsschutz, sofern sie vor dem 27.04.2019 angemeldet wurden, für alle später gemeldeten Geräte müsste allerdings eine Nachzertifizierung des Wechselrichters nachgewiesen werden. Hierfür gibt es wiederum eine Übergangsfrist bis zum 01.04.2020 innerhalb derer auch dann eine Inbetriebnahme erfolgen kann, wenn über eine entsprechende Herstellererklärung bestätigt wird, dass die Konformität mit der neuen Richtlinie gegeben ist. Während viele Netzbetreiber hier kulant sind und vorerst die bisherigen Zertifikate anerkennen, bestehen einige wenige auf die Eigenerklärung der Hersteller.


    Nach unseren Informationen planen die Hersteller der Wechselrichter allerdings, nicht für alle ihre Geräte die teure und langwierige Nachzertifizierung vorzunehmen. Stattdessen wird wohl die Vermarktung alter Produktlinien in Deutschland einfach eingestellt ( CarpeDiem hat an anderer Stelle etwa schon den EVT500 genannt). Einige der Unternehmen haben sich aber immerhin die Mühe gemacht, Eigenerklärungen für ihre aktuellen Geräte zu erstellen. Diese sind allerdings nach unseren Informationen leider bislang nirgendwo zum Download verfügbar.

    Uns liegen die entsprechenden Erklärungen sowohl für alle Wechselrichter von Hoymiles als auch für die Geräte von AEconversion und zwar sowohl für die Typen INV150-35, INV250-45, INV350-60, INV150-90 und INV-500-90 sowie für den INV315-50 vor. Weitere Anfragen bei den relevanten Herstellern von unserer Seite sind bislang noch unbeantwortet.


    Wisst ihr mehr über die neuen Anforderungen?
    Könnt ihr weitere Wechselrichter benennen, die nicht nachzertifiziert werden sollen?
    Liegen euch Eigenerklärungen weiterer Anbieter vor?
    Es wäre schön, wenn wir die Informationen dazu in diesem Thread sammeln könnten. :danke:

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  • ich hab bei meinem Netzbetreiber das Dokument zu den Fristen in Bezug auf die neue VDE AR-N-4105:2018-11 rausgesucht. Holger73


    Ein kurzen Überblick erhält man am besten mit dem Diagramm auf Seite 2.


    Kurz zusammengefasst:

    Wenn der Inbetriebssetzungstermin in der Anmeldung vor dem 28.04.2019 datiert ist, gilt noch die alte VDE AR-N-4105:2011-08. Unklar ist, ob man eine nachträgliche Anmeldung mit einem Inbetriebssetzungstermin in der Vergangenheit machen kann.


    Wer sich hier auf das DGS-FAQ("Was kann passieren, wenn ich mein steckbares Solar-Gerät nicht bei meinem Netzbetreiber anmelde?") verlassen hat "einfach machen und bei Post vom Netzbetreiber die Anmeldung nachholen", wird keine Chance dazu haben, sofern die Rückdatierung des Inbetriebssetzungstermins nicht möglich ist.


    Weiß hier jemand mehr? Wenn die Anlage zumindest nach MaStRV vor dem 28.04.2019 registriert ist, sollten die Chancen zur Nachmeldung nach alter AR-N-4105 besser stehen.


    Falls nicht, gilt halt, einmal Guerrillero, immer Guerrillero. (bei Wechselrichtern, die nicht nachzertifiziert werden).

  • EmpowerSource

    Stimmt, das eigentliche Thema "abgerauchter EVT560" war durch und von daher: Dankeschön für den neuen Thread!


    Das Problem bleibt: Wieviel hunderte von Geräten/Betriebern sind in Deutschland betroffen???


    Das Merkblatt mit den Fristen ist überschaubar, aber ich befürchte, dass ich bei meinem Netzbetreiber keine Kulanz vorfinden werde (nach bisher gemachten Erfahrung/Gesprächen).Tja - Schei**e ist's...


    Ich lese hier jetzt seit gut 3 Jahren mit, und stelle zusammenfassend fest, dass jene, die im kleinen anfangen, mit hoher Wahrscheinlichkeit (mehr als 50%, vielleicht sogar 80) von dem Virus "PV" infiziert werden und dann oft versuchen mehr daraus zu machen. Sei es mehr Module, sei es mehr Nutzen (Warmwasser aufheizen, Verbraucher schalten) - es gibt viele Möglichkeiten.

    Ihnen dann die Möglichkeit zu nemen, im Nachhinein ihre Anlage zu legalisieren bzw. genehmigen zu lassen - das dürfte bei so manchem zu einer Heilung von dem Virus führen...


    Machen wir uns doch nichts vor: die meisten Guerilleros sind dies nicht aus Prinzip geworden, sondern weil das Geld und/oder der Aufwand für eine große Anlage nicht machbar ist. Es ist ja nicht nur eine Frage der Finanzierung (noch gibt es ja EEG-Gelder) sondern auch eine Entscheidung, welche meistens zusammen mit anderen (ich sage nur: WAF / Finanzministerin / GEAZ) besprochen und getroffen werden muss/sollte.

    Uns Männern (mir ist hier noch keine Senora Guerillo begegnet) gelingt es dann aber trotzdem, irgendwie eine MiniPV/GuerillaPV im Rahmen unserer "Hobbymöglichkeiten" durchzusetzen. "Lass ihn! Besser, er verspielt 500,- € auf dem Dach und Hof, als dass er das Geld in den Puff trägt oder verraucht/versäuft..." Das werden sich wohl die meisten unserer Frauen denken. Des Weiteren versuchen wir so unauffällig wie möglich, unserer Mittel zur Beschaffung einzusetzen, suchen uns Nischen, wo die Module nicht stören, der Anschluss an das Stromnetz unauffällig bleibt. Und unser möglichst unauffälliges Treiben versuchen wir auch noch mit besonderen Maßnahmen zu kompensieren (Kritiker könnten das auch "nach der Pfeife tanzen" nennen)...

    Den Vorteil einer PV Anlage sehen unsere Frauen nicht. Hätten sie diesen - trotz all der schon geführten Gespräche oder Beispiele - erkannt, dann hätten sie auch eine große Anlage ermöglicht. Aber PV sieht man nicht. Man hört sie nicht. Sie macht brav ihren Dienst. Und wenn sie kaputt oder aus ist, dann kommt der Strom wie bisher einfach aus der Dose.


    Nachdem im Herbst 2014 6qm Warmuftkollektoren an die Südfassade kamen und diese in 2015 dann im Rahmen der Dacharbeiten nach dort umzogen, kriegte ich zu hören: "Also, in Zukunft will ich keine Solarzeug mehr an der Wand sehen! Auf dem Dach stört es mich nicht, da sehe ich es nicht." Und die Vorteile einer PV-Anlage dampfen im Gespräch nur auf eine Frage zusammen: "Ich brauch was greifbares - wieviel Schuhe kann ich mir davon kaufen?"


    Wir Mini-Pv'ler/Guerilleros kämpfen gegen das Böse nicht nur in Form des Staates, Netzbetreibers und der Stromlobby, sondern haben auch noch unsere Frauen zum Gegner, wenn wir den Kampf offen gestalten...


    Vorläufiges Fazit: Jetzt die Gelder für eine Legalisierung (offizielle Anmeldung, Elektriker, neue Wechselrichter) freigegeben zu bekommen, will ich gar nicht erst versuchen. Es wir mir nicht gelingen! Also kann ich nur versuchen, wie bisher unter dem Radar zu fliegen und erst in dem Moment der Entdeckung den Batzen Geld rauszuschlagen, welcher zur Legalisierung notwendig ist. Auf ein paar hunderter für neue Wechselrichter kommt es dann wohl nicht mehr an. Das ist schade, aber wohl nicht vermeidbar. Und wieder eine Baustelle mehr...


    Mit nachdenklichen und leicht gefrusteten Grüßen,

    Holger73

  • Hallo,


    Also ist es Momentan so:


    Die WR wo so einen China Zettel haben darf man momentan nehmen.


    Wa ist aber wenn der Hersteller in einem Jahr sagt April April?

    Dann steht man wieder da...


    Nur Mist was da grad vom VDE kommt...


    Gruß Verona

    7,995 kWp - 37 IBC 215TS - Solarmax + Mastervolt
    2,160 kWp - 12 Day4 180 - Solarmax
    2,250 kWp - 10 Sanyo HIP225 - Solarmax
    1,890 kWp - 06 Sunpower 315 - Mastervolt
    6,000 kWp - 24 Yingli 250 - 2 Steca
    12 kW ESS Peus-Testing
    http://www.solarlog-heckmann.de

  • Holger73 Schade, dass du da so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Mir geht es da ganz anders, meine Frau ist PV-begeisterter als für uns aktuell möglich ist. :)
    Je nachdem welche/n WR du hast, wie viel dein Kraftwerk an Leistung bringt, was für einen Zähler du hast und wer dein Netzbetreiber ist, kann eine Anmeldung auch mit keinerlei Kosten verbunden sein. Vielleicht magst du mir das mal als PN schicken und ich sage dir wie der NB so drauf ist? Oder hatten wir das schon in einem anderen Thread geklärt?

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  • Kann mir jemand die Herstellererklärung für die EVT560 digital zukommen lassen? Ich habe mir gerade einen kurz gebrauchten zugelegt und möchte den in den nächsten Tagen anmelden. Online findet man bei Envertech ja nur das alte Zertifikat.

  • - Vor Freude?

    - Vor Schrecken?

    - "Ach Du Schei**e, wieder ein Problem - und was für eines!

    - "Was regt Ihr Euch denn auf? Ist alles Schon geregelt...


    UND KEINER HAT DIE JUNGS FESTGENAGELT???