Marktstammdatenregister - Wer hat sich diese Eselei ausgedacht?

  • Nachdem ich heute unsere Micro-PV-Anlage im Marktstammdatenregister registriert habe, komme ich nicht umhin, hier meine Gedenken "laut" zu denken ;-)


    Zuerst braucht man ja ein Benutzerkonto, was wohl noch einleuchtet. Dann musste ich mich jedoch als "Marktakteuer" registrieren. Bei einer Micro-PV mit Selbstverbrauch und ohne Einspeisevergütung, stellt sich hier bei mir bereits die Frage, ob die Herrschaften, welche sich dieses Register ausgedacht haben, wirklich so blöd sind, dass sie nicht kapieren, dass jemand, der den Strom für den Eigenverbrauch erzeugt und weder am öffentlichen, noch am nicht öffentlichen Marktgeschehen teilnimmt, kein Marktakteuer sein kann. Der Begriff beweist, dass hier die Sprache von akribischen und stupiden Bürokraten zu tiefst vergewaltigt wurde.


    Eine weitere Besonderheit ist dann die Frage nach der eigenen beruflichen Tätigkeit. Wenn jemand als Arbeitnehmer beschäftigt ist, interessiert sich das Register nicht dafür, was dieser jemand so beruflich treibt. Besitzt man aber andere Einkünfte, muss man dann genau prüfen, welches gegenwärtig die höchsten Einkünfte sind, von denen man lebt. Mit anderen Worten sollte man hier dann wohl spätestens beim Renteneintritt nicht vergessen, dem Marktstammdatenregister mitzuteilen, dass man dann "andere Einkünfte" bezieht?! Auf die Angabe der Schuhgröße oder die Erfassung der Augenfarbe wird dagegen "großzügig" verzichtet. Etwas überrascht war ich dann schon, dass weder nach meinem Lieblingsessen, noch nach meinen Hobbys gefragt wurde. Die Frage, was die Stromerzeugung damit zu tun hat, was man beruflich arbeitet, konnte mir auch die extrem unfreundliche Dame an der Hotline nicht beantworten.


    Meine Hauptfrage zu diesem Register ist aber dessen Sinnhaftigkeit. Das Rechenzentrum vergeudet Strom, um Daten zu speichern, die niemanden etwas angehen. Lediglich der Netzbetreiber benötigt doch tatsächlich Auskünfte darüber, welche Anlagen an sein Stromnetz angeschlossen sind. Ich frage mich daher, ob dies ein weiterer Versuch ist, die Photovoltaik in privater Hand mit noch mehr Bürokratie völlig zu erdrosseln.


    Alleine dadurch, dass für Altanlage bisher noch keine vernünftige Einspeisevergütung nach Ablauf des Förderzeitraum seitens der Politik beschlossen wurden, drohen ja alleine bis 2025 Anlagen mit einer Nennleistung von 2.000 MWh vom Netz zu gehen (@AKK: Vielleicht war nicht Rezo am Wahlergebnis mitschuldig, sondern die Inhalte bzw. die fehlenden Inhalte Eurer Politik).


    Ein Schelm, der Übles dabei denkt, aber bietet nicht genau dieses Register jetzt noch bessere Einblicke für die Stromkonzerne und die Politik, um den privaten Ausbau der PV noch mehr zu torpedieren bzw. die bestehenden Anlagen noch gezielter aushungern zu lassen? Die Politik subventioniert Elektroautos, die großteils mit Kohlestrom aufgeladen werden. Intelligente Menschen würden hier wohl erst die Entwicklung und den Ausbau von Stromspeichersystemen (Power to Gas, etc.) und parallel einen weiteren Ausbau der regenerativen Stromerzeugung fördern, bevor man diesen gespeicherten Strom dann neben dem Verbrauch in den Haushalten und Industrie auch für andere Zwecke nutzt.


    Das was unsere Regierung aber gegenwärtig mit den Elektroautos treibt, wäre dem vergleichbar, wie wenn man heute Mobilfunktelefone für den G6-Standard subventioniert, obwohl man genau weiß, dass weder das G5-Netz läuft (=Versorgung der Haushalte mit erneuerbarer Energie) noch absehbar ist, wann G6 überhaupt verfügbar sein wird (Stromüberschüsse für Autos, etc.).

  • Ich weiß nicht, wo du das alles her hast. Weder musste ich meinen Beruf angeben, noch meine Einkünfte noch sonstiges. Außer Name, Adresse, Geburtsdatum und Datum der Inbetriebsetzung der Anlage musse nix angegeben werden...

  • Ich weiß nicht, wo du das alles her hast.


    Um die Anlage als "Einheit" zu erfassen, musste ich mich zwingend zuerst als "Marktakteuer" eintragen. Dort kam dann die Frage, ob ich Arbeitnehmer oder "mittellos" sei. Nachdem ich wahrheitsgemäß mit Nein geantwortet hatte, ging das Fragespiel unverschämt weit ins Detail.

  • ich würde da gar nix eintragen. Wenn du mal deine Micro PV vom Netz trennen solltest, bekommst du die EInträge im Register nicht mehr sauber gelöscht.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • OT: auch jemand, der nur über den Flohmarkt schlendert ohne was zu kaufen oder verkaufen, nimmt am Markt teil

    Zur Frage - ausgedacht hat man sich das, weil eben niemand einen Überblick hat, was da kreucht und fleucht und damit das Netz nur unzulänglich geplant werden kann. OIb dieses Monstrum da weiterhilft wird sich zeigen.

    Zu den angeblich nötigen Angaben, kannst du dich ja mal an den Datenschutzbeauftragten wenden, ob die da vielleicht nicht ausreichend gekennzeichnet haben, welche Angaben optional sind.

  • ich würde da gar nix eintragen. Wenn du mal deine Micro PV vom Netz trennen solltest, bekommst du die EInträge im Register nicht mehr sauber gelöscht.

    Ehrlich gesagt habe ich auch zuerst mit dem Gedanken gespielt, die Eintragungen einfach zu "vergessen" und es im Gegenzug dafür in Kauf zu nehmen, dass ich damit "bestraft" werde, keine Einspeisevergütung zu bekommen, die ich ja ohnehin nie beantragt habe. Am Sonntag war EU-Wahl und so wie ich den Eindruck habe, gab es dort viele Menschen, denen die Umwelt völlig egal ist bzw. die hier wohl ganz offensichtlich für die Stromlobby bewusst ein Bürokratiemonster auf die private Stromerzeuger gehetzt haben und nun ihre Quittung bekommen haben.


    Hinsichtlich der gesplitteten Abwassergebühr, wird z.B. bereits heute mit Google-Earth überprüft, ob die Angaben hinsichtlich der Dachflächen richtig sind. Selbst in Kleingartenanlagen wird die maximale Fläche für Gartenlauben gem. Bundeskleingartengesetz teilweise schon mit diesen Aufnahmen aus der Ferne überprüft. Somit ist es doch eine Leichtigkeit die Module zu zählen und dann zu schauen, ob hier irgendwo noch eine Anlage existiert, die nicht registriert wurde. Oder andere Frage, warum benötigt das Marktstammdatenregister neben der Anschrift auch noch die Geodaten?!


    Und was will man dann einem Erbsenzähler erklären, wenn der vor der Tür steht. Ich habe jetzt die Klauseln für die allgemeine Stromversorgung nicht ganz im Kopf, aber sobald man Strom bezieht, dürfte der Netzbetreiber im Zweifel sogar das Recht besitzen, hier nachzuschauen, ob hier etwas angeschlossen ist, was nicht gemeldet wurde.


    Aktuell werden die bestimmt noch keine nennenswerte Strafen verhängen, aber sobald die Zahl der unregistrierten Anlagen immer kleiner wird, werden auch die Bußgelder angehoben werden. Und je länger man hier seiner "Pflicht" nicht nachgekommen ist, desto heftiger dürften diese wohl ausfallen.

  • Zur Frage - ausgedacht hat man sich das, weil eben niemand einen Überblick hat, was da kreucht und fleucht und damit das Netz nur unzulänglich geplant werden kann. OIb dieses Monstrum da weiterhilft wird sich zeigen.

    Zu den angeblich nötigen Angaben, kannst du dich ja mal an den Datenschutzbeauftragten wenden, ob die da vielleicht nicht ausreichend gekennzeichnet haben, welche Angaben optional sind.


    Für eine Netzplanung müssen die regionalen Netzbetreiber einen Überblick haben und diese dann mit den Kollegen bundesweit abstimmen. Warum aber jeder und überall auf alles Zugriff haben müsste, ist eben der springende Punkt.


    Was optional war, habe ich bereits weggeklickt. Sobald man die Frage nach den anderen Einkünften beantwortet, geht es aber im Formular nur weiter, wenn man alle Felder ausfüllt. Das ist doch der Grund, warum immer mehr Unternehmen (z.B. Krankenkassen) und Behörden alles digital wollen. Man könnte ja auch Papierformulare einscannen, aber dann könnte man einfach auch mal eine Angabe weg lassen. Läuft alles digital, kann man keine Frage verweigern.


    P.S. Wenn ich bewusst als Zuschauer einen Flohmarkt besuche, bin ich kein Marktteilnehmer. Wenn ich aber mit der Absicht durch einen Flohmarkt gehe, um dort eventuell etwas zu kaufen, bin ich ein Marktteilnehmer, bei dem Angebot und Nachfrage nicht zusammen kam. Beim Strom aus der PV biete ich mir ja aber selbst keinen Strom an und kaufe mir den auch niemals selbst ab (§ 181 BGB Selbstkontrahierungsverbot).

  • Es scheint sich da was geändert zu haben. Ich betone nochmals, ich musste keine einzige dieser Angaben machen.


    Name, Adresse, Geburtsdatum, Datum der Inbetriebnahme der Anlage. Fertig.


    Selbst wenn ich auf "Bearbeiten" meiner Daten gehe, tauchen diese Fragen nicht auf.

  • Beruf ist mir auch negativ aufgefallen. Wer weiß welche Scores usw. daraus berechnet werden.